Was ist dein wichtigstes Anliegen im Transformationsprozess von Hochschulen?

Ziel dieses Blogartikels ist es den explorativen Prozess in unserem Forschungsprojekt zu unterstützen: „Hochschulen der Zukunft – Anforderungen der Digitalisierung an Hochschulen, hochschulstrategische Prozesse und Hochschulpolitik  (HdZ)“ über die von uns definierten Expertinnen und Expertenmeinungen hinaus zu öffnen. Dazu verfolgen wir zwei Ansätze, den der analogen und der digitalen Mitgestaltung, die ich euch im Folgenden vorstellen will.

analoge Mitgestaltung

Zum einem wurden zum mobile learning day an der FernUni in Hagen die Anwesenden gebeten (Bericht einer Teilnehmerin: Silke Westpfahl), die an drei  Pinnwänden aufgeführten verschiedene Aspekte, des Digitalisierungsprozesses an Hochschulen „Widerstände“ , „Transformation“, „Lernformen und Lernorte“ mit ihren Themen zu verbinden. Die Bandbreite an Aspekten des Digitalisierungsprozesses sehr mannigfaltig sind und der Raum in dem die Pinnwänden nur begrenzt war, wurden drei differenzierte Aspekte ausgesucht, mit denen eine große Teilnehmerzahl am mobile learning day erreicht werden sollte. Zudem versuchten wir die Aspekte der Digitalisierung so allgemein, wie möglich zu halten, um die verschiedenen möglichen Impulse der Teilnehmenden aufnehmen zu können, ohne diese vorher in eine bestimmte Richtung zu lenken. Dennoch war uns bewusst, dass ein leeres Blatt mit einem Schlagwort eine Hürde zur Beteiligung sein kann, weswegen einzelne kontroverse Statements aus den bereits geführten Interviews zu einer Beteiligung motivieren könnten. Das Brainstorming wurde als Methode der kreativen Ideenfindung und des Abrufen von Vorwissen gewählt. Mit dieser Art des Brainstormings wird oberflächig eine Tendenz der Interessen der Teilnehmenden wahrgenommen, da auf diese Weise keine Erklärungen oder Hintergründe mitaufgenommen werden können (Wolcott, 1994). Eine Vertiefung der unterschiedlichen aufgeführten Themen versuchen wir nach dem Brainstorming einerseits in den Interviews zu realisieren, dennoch versuchen wir auch den Prozess wieder zu öffnen.

Die Ergebnisse werden am Ende des Blogartikels aufgeführt.

digitale Mitgestaltung

Zum anderen haben wir für Interessierte, die sich über den mobile learning day hinaus an diesem explorativen Prozess beteiligen wollen, ein Padlet umgesetzt. Ein Padlet ist eine digitale Pinnwand, die mit Notizen, Bildern, Videos, Posts, Links, Fotos, etc. individuell oder gemeinschaftlich mittels Drag-and-Drop oder Doppelklick gestaltet werden kann. An diesem Padlet kann jeder auch ohne Anmeldung zu diesem Tool teilnehmen. Die Padlets sind unter folgenden Links zu finden:

  1. Padlet: „Lernformen/Lernorte
  2. Padlet: „Transformation
  3. Padlet: „Widerstände

Ich lade euch gerne zu diesem Brainstorming ein.

In der von Jane Hart (2017) geführten Liste der Top 100 Tools for Education, die auf dem Voting von „learning professionals“ aus 64 Ländern basiert, rangiert Padlet 2017 auf Platz 36. Dies unterstreicht die Beliebtheit des kostenfreien, unkomplizierten Tools und seiner kreativen Einsatzmöglichkeiten.

Ergebnis der analogen Mitgestaltung

Auffällig ist die Beteiligung an den Aspekten. Der Aspekt „Widerstand“ hat mit 23 Beteiligungen das Interesse der Teilnehmenden weitaus mehr getroffen als die Aspekte „Transfer“ mit 18 Beiträgen und den Aspekt „Lernformen/Lernorte“ mit 13 Beiträgen. Wiederholungen von thematischen Beiträgen wurden von den Teilnehmenden versucht zu umgehen, indem sie sich vorher einen Teil der bereits erstellten Beiträge duchlassen und offen artikulierten, dass der Beitrag ja schon an der Pinnwand stehe.

Die Ergebnisse werden in der nachfolgenden Übersicht lediglich dargestellt.

erste Pinnwand:

Lernformen / Lernorte

zweite Pinnwand:

Transfer

dritte Pinnwand:

Widerstände

–       Hochschulen als Anlaufstationen

–       integrierte Lernergebnisse

–       fließende Übergänge in den Alltag

–       keine On/Offline Differenzierung

–       intuitiver technischer Support durch KI

–       Öffnung für Kooperationen (vgl. Weiterbildungssektor)

–       Von Tim O’Reilly Verlag lernen

–       Lernform: kooperativ und gemeinsam

–       Lernort: Mix von Ort/ Zeit (flexibel)

–       Studenten ernst nehmen (Menschenbild)

–       Flexible Anwendung von Zertifikaten

–       Flexible Lernorte / Lernzeiten

–       inhaltliche Aufarbeitung (visuelle Darstellung (UX)

–       Bildung vs. Berufsbezogenheit

–       neue strategische Partnerschaften

–       Studierendenbildung Aufrecht erhalten

–       Was kommt nach dem Abschluss?

–       Lebenslanges Mentoring – Unis haben einen Startvorteil

–       Vermehr Kooperationen mit der Wirtschaft

–       Das Curriculum wird sich grundsätzlich ändern

–       Durchlässige Prozesse

–       Baukastensystem auch fachübergreifend

–       Inhaltliche intuitive visuelle Darstellung der Aufgabe / Angebote

–       Sehr gut gemachter Dauer-MOOC und barcamps

–       Öffnung für Kooperationen

–       Wer macht Weiterbildungsqualifikationen?

–       Die Kooperationsfähigkeit wird sich ändern müssen: mit anderen Hochschulen, mit anderen Unternehmen

–       Kombination / Stärkung von bottom up und top down Struktur

–       Strategie häufig unklar

–       Sie (die Uni) wird ein Unternehmen oder die Kurve bekommen

–       Sie (die Uni)wird konventionelle Strukturen aufgeben müssen; Privatisierung zulassen

 

–       Festhalten am Bewährten

–       Überlastung (cognitive overload)

–       Vorhandene Bürokratie

–       Kompetenzen in digitalen didaktischen-math. Bereich sind selten

–       Change-Prozess

–       Unterschiedliche Kompetenzen der Teilnehmenden

–       Keine Unterstützung bei übergreifenden Themen (nicht mein Thema)

–       Schlechte technische Qualität bei Ausstattung

–       Zeitliche Überlastung des Lehrpersonals

–       Technische Infrastruktur / finanzielle Mittel

–       Noch hoher Klärungsbedarf bzgl. rechtlicher Rahmen (u.a. Datenschutz)

–       Haltung & Menschenbild

–       (In)kompetenzen auf Seiten der Lehrenden

–       Unwilligkeit, mangelnde Affinität zu Medien

–       In den Köpfen der Menschen in Bezug auf „richtiges“ Lernen

–       Dozenten müssen liebgewonnene Methodenkonzepte verlassen

–       Rechtl. Rahmen: Anerkennung von E-Learning Zeiten

–       Lehre wie in der Schule

–       Effektivität ist nicht gleich Qualität (Lehre / Struktur)

–       Nicht alles erheben, was möglich ist (Wirtschaft), sondern sinnvoll

–       Medieneinsatz eher oberflächig

–       Wertschätzung von nicht standartkonformen Lernwegen

–       Umgang mit hoher Selbstverantwortung (ist nicht selbstverständlich)

 

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Heraus aus der eigenen Blase?

Aktuell arbeite ich an dem Projekt: „Hochschulen der Zukunft – Anforderungen der Digitalisierung an Hochschulen, hochschulstrategische Prozesse und Hochschulpolitik  (HdZ)„.

In dem Projekt wollen wir, mein Kollege Rüdiger Wild und ich, verschiedene mit der Digitalisierung verbundene Entwicklungen aufgreifen und weiter diskutieren. Wir setzen unsere Fragestellungen bei den Hochschulen an, um entsprechende Folgen von Digitalisierungsprozessen für die Hochschule der Zukunft zu erkunden. Um herauszufinden was von Hochschulen zukünftig erwartet wird und wie der Transformationsprozess von statten gehen kann, suchen wir den kommunikativen Austausch mit Experten und Expertinnen.

Die ersten Gespräche mit den Expertinnen und Experten, sowie Interessierten haben in mir einen Reflektionsprozess, bezüglich unserer Ausgangsbedingungen, ausgelöst, der noch nicht abgeschlossen ist.

Von diesen ersten Gedanken möchte ich in diesem Blogartikel berichten. Gerne seid ihr eingeladen, weitere Gedanken und Impulse mit in diesen Gedankenprozess einzubringen. 

So ist mir durchaus bewusst, dass allein in dieser Ausgangsdefinition „Hochschulen der Zukunft – Anforderungen der Digitalisierung an Hochschulen, hochschulstrategische Prozesse und Hochschulpolitik  (HdZ)“ mehrere diskussionswürdige Ansätze enthalten sind. Gerne greife ich für meinen Blogbeitrag vier Ansätze auf, die ich aktuell als die für mich wichtigsten identifiziere:

  1. Ich frage aus der Perspektive der Selbsterhaltung der Hochschule!

Das heißt, ich bin daran interessiert, dass es Hochschulen auch zukünftig, in welcher Form auch immer, geben wird. Ob das der zukünftige Fall ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. In der Orientierung an Castells Netzwerkgesellschaft, könnte geschlussfolgert werden, dass die Hochschule, wenn sie für die Gesellschaft nicht mehr von Bedeutung ist, umgangen wird (Castells 2002).

Stellen wir uns vor, dass in der Zukunft Hochschulen nicht mehr von Bedeutung wären, müsste ich unter dieser Annahme in dem Projekt nicht von einem anderen Ansatz ausgehen?

  1. Ich wähle die Institution der Hochschule mit ihren kulturellen Codes als Akteur aus.

Nach Castells (2003) könnte eine Hochschule als Netzwerk definiert werden, welches verschiedene Knoten, die ein gemeinsames, partikuläres und funktionales Interesse haben, verbindet. In einem gegenseitigen Austausch legt das Netzwerk fest, wer dazugehört und wie sich die Strukturen des Netzwerkes ausgestalten (Bommes und Tacke 2006). Voraussetzung, dass eine Hochschule in die Definition eines Netzwerks nach Castells fällt, ist, dass mehrere Knoten miteinander verbunden werden. Dabei versteht Castells Netzwerke als ein Gegenmodell zu hierarchisch organisierten Organisationen. Aktuell sind Hochschulen hierarchisch strukturiert. In Netzwerken gewinnt die individuelle Wahl Vorrang vor traditionellen Pfaden (Castells 2001a). „Unsere Gesellschaften sind immer mehr um den bipolaren Gegensatz zwischen dem Netz und dem Ich herum strukturiert“ (Castells 2003).

Müsste ich, wenn Netzwerke im Zentrum des zukünftigen Interesses stehen, meine Betrachtungen bei einzelnen Projekten, die sich innerhalb und außerhalb der Institution Hochschule befinden, starten?

  1. In der Fragestellung wird nachgegangen, wie Hochschulen einzelne Digitalisierungsaspekte aufgreifen und umsetzen können! Die Digitalisierung wirkt dementsprechend in die Richtung der Hochschulen!

Mit der Wirkrichtung einher geht, dass Hochschulen auf Digitalisierung reagieren und weniger agieren. Im extremen Fall folgt der technologische Instrumentalismus in der Bildung. So könnten Bildungsbereiche bspw. lediglich digital aufrüsten und das Möglichste mit Learning Analytics erfassen. Ein Netzwerk, dessen Netzwerkknoten sich im ständigen gegenseitigen Austausch der kulturellen Codes befinden, müsste mit seinen Beiträgen zur weiteren Ausprägung/Entwicklung des Netzwerks beitragen.

Wäre die Umdrehung der Wirkrichtung von Digitalisierung daher nicht folgerichtiger? Wie kann sich Hochschule am Diskurs über Digitalisierungsprozesse in der Gesellschaft beteiligen?

  1. Um der Frage, welchen Einfluss die Digitalisierung auf die Hochschulen hat (Ausgangsfrage) wurden Experten und Expertinnen für ein Interview angefragt.

Dabei stellt sich zugleich die Frage, wer als Experte und Expertin definiert werden kann? Wir identifizierten mehrere Bereiche, mit denen sich ein Experte und eine Expertin unserer Meinung nach auseinandergesetzt, bzw. diese erfahren haben muss. Dazu zählen Erfahrungen in:

  • hierarchischen Organisationen, wie auch Netzwerkorganisationen,
  • in der Zusammenarbeit mit Hochschulen oder aus der Hochschule selbst kommend,
  • öffentliche und über einen längeren Zeitraum andauernde Kommunikationsbeiträge im Digitalisierungsprozessen und
  • internationalen Kontexten.

Da Digitalisierungsprozesse nicht an den Ländergrenzen enden und in einigen Projekten hochschulübergreifend und international zusammengearbeitet wird. Haben wir uns dazu entschlossen, dass etwa die Hälfte der Experten und Expertinnen aus dem internationalen Kontext stammen muss. Ein wichtiger Aspekt lag dabei auf den USA, da von dort aus wesentliche und beeinflussende Entwicklungen ausgingen (etwa 30% der internationalen Experten und Expertinnen).

Wir haben auch darauf geachtet, dass die Zugehörigkeit der Expertinnen und Experten zur Hochschule stark variiert. Konkret ausgedrückt, öffnet sich eine Spanne zwischen zwei Extremen, den Hochschulmitarbeitenden auf der einen Seite und der Expertin bzw. den Experten in der Wirtschaft/Ehrenamt auf der anderen Seite, die über einzelne Projekte in Kontakt mit der Hochschule gelangen.

Meistens ergaben sich aus den von uns vorab formulierten Kriterien Expertinnen und Experten, die im traditionellen Hierarchiesystem von Organisationen weit aufgestiegen sind oder die sich bewusst gegen traditionelle Karrieren entschieden haben. Dadurch eröffnete sich mir ein Konflikt. Die interviewten Experten und Expertinnen verwiesen immer wieder darauf, dass mit der Digitalisierung die Möglichkeit entstanden ist, dass sich jeder an Kommunikationsprozessen beteiligen kann. Durch die Definition des Experten bzw. Expertinnenbegriffs wird der Kreis der Beteiligung von Vornherein eingeschränkt.

Ist die Einschränkung der Interviews auf die von uns definierten Expertinnen und Experten in Bezug zu dem Thema Digitalisierungsprozesse nicht entgegengesetzt? Wie kann die Organisation und Struktur des Forschungsprojektes, welche Digitalisierungsprozesse in ihrer Struktur nicht aufgreift, inhaltliche Digitalisierungscharakteristiken erfassen?

An diesen Punkten möchte ich gerne weiter denken und diese versuchen an der einen oder anderen Stelle durch praktische Umsetzung auszuprobieren. So kann ich mir vorstellen den Prozess des Austausches über Digitalisierungsprozesse im Kontext der Hochschule zu öffnen. In einem ersten Ansatz versuche ich die nächsten Tagen den explorativen Prozess zu öffnen, mit dem die wichtigsten Aspekte und Kategorien gefunden werden können.

Auf dem Weg zur Arbeit (Homeoffice in San Francisco)

Leicht nebelig ist es heute wieder vor dem Fenster. Die obersten Etagen der Hochhäuser der Umgebung liegen noch im Frühnebel. Unter mir pulsiert die Stadt mit ihren morgendlichen Geräuschen. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob die Stadt unter mir überhaupt jemals zum Schlafen kommt. Die Geräusche auf den Straßen und Wegen verändern sich lediglich mit der Tageszeit, so erscheint es mir.

Market Street

Market Street

In wenigen Tagen werde ich meinen Arbeitsplatz wieder verlagern und mich überkommt jetzt schon eine stille Sehnsucht zurück zu dieser Aussicht, in eine Welt, die so viele Extreme und vielfältige Ausprägungen dazwischen zulässt. Eine Welt, die einen dauernd mit neuen Impulsen anregt und aus der man sich, um diese Impulse zu verarbeiten, auch einmal bewusst zurück ziehen muss.

Nach etwa zwei Wochen sucht mein Blick noch immer fragend die einzelnen Häuserblöcke ab. Die Frage hinter diesem Blick ist mir nicht völlig bewusst, vielleicht ist es die nach der Entstehung oder nach dem Sinn (für wen?) oder was ich davon lernen kann, von dem was da vor mir liegt.

Mein Blick geht die Market Street bis zum Financial District hinunter. Auf der Straße ist erstaunlich wenig Verkehr. Das Verhältnis zwischen den Straßenbahnen, den Bussen, den Autos und den Fahrrädern nehme ich als ausgewogen war. Ich bin erstaunt, wie viele Fahrradfahrer sich auf ihr bewegen. Viel befahrende Seitenstraßen kreuzen jedoch die Market Street. Im Hintergrund erhebt sich zwischen den einzelnen Hochhäusern die Oakland Bay Bridge, deren Straßen ebenfalls zu fast jeder Tageszeit mit Autos verstopft scheinen. Rechts von mir wird der Blick vom Industriehafen fast meditativ aufgefangen. Die Containerschiffe bewegen sich langsam, kaum erkennbar in Millimetern. Der Hafen besänftigt die Augen vom ruhelosen Hin- und Herhuschen der Beobachtungen auf den Straßen und Wegen. Oasen der Entspannung entdecke ich auch hier und da auf den einzelnen Dächern vor mir.

Bevor ich heute mit der Arbeit beginne, starte ich mit einem kleinen Arbeitsweg(Spaziergang), inspiriert von Wibke Ladwigs rituellen frühmorgendlichen Arbeitsweg zum Homeoffice. Nur wird mein Weg, wohl kein Ritual werden.

Es ist 7:45 Uhr morgens und es geht mit dem Fahrstuhl 28 Stockwerke nach unten. Der Service (Empfang und Sicherheitsservice) begrüßt uns freundlich. Wieder wird der Eindruck bestätigt, dass die Bewohner San Franciscos früh aufstehen. Das Fitnesscenter ist voll und die ersten verlassen es schon wieder, um sich auf dem Weg zur Arbeit zu machen. Fitnesscenter scheint es hier in jedem Apartment Townhouse zu geben. Da diese nicht auszureichen scheinen, werden noch einzelne externe angeboten. Alle sind früh morgens sehr gut besucht (In den Instagramstories, die mit dem Ort San Francisco vertagt sind, kann man gefühlt 60 % der Stories aus Fitnesscentern entdecken).

Noch sind wenige Touristen auf der Straße zu sehen, lediglich eine große Reisegruppe wartet mit riesigen Koffern auf der Straße. Ich begegne Unmengen von Menschen mit einem Kaffeebecher in der Hand, die wohl auf ihrem Weg zur Arbeit sind. In den Cafés an denen ich vorbei gehe, bilden sich lange Schlangen. Während ich sie beobachte fällt mir ein, dass sich zwei Kaffeeketten hier in den Straßen von San Francisco versuchen nicht nur sich gegenseitig auszubooten, sondern auch den kleinen lokalen Kaffeegeschäften ihre Kundschaft wegzunehmen. Philz Coffee, San Francisco’s Startup Antwort auf Starbucks soll überall dort zu finden sein, wo sich Startup Unternehmen niederlassen. Peet’s Coffee versucht diesen Status anzugreifen und stellt sich gerne mit mobilen Kaffeestationen gegenüber von Philz Coffee auf.

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Ein paar Schritte weiter, entdecke ich eine Absperrung von fünf Quadratmetern, die von drei Leuten betreut wird. Wieder staune ich über den Einsatz von Servicepersonal in dieser Gegend. Mein Blick nach oben verrät, dass der Teil des Weges gesperrt ist, weil zwei weitere Personen auf einem Gerüst die Fenster des Hochhauses säubern. Meine Gedanken wandern weiter zur Digitalisierung und ich höre mich leise fragen, ob das die Jobs sind, die von Robotern zukünftig ausgeübt werden sollen?

Die Gedanken werden vom ausgelösten Feueralarm im Hotel nebenan erstickt. Zuerst

Fahrrad

verstehe ich nicht, dass es sich bei dem Lärm um einen Feueralarm handelt, ich bemerke lediglich die Menschen, die um das Haus beobachtend herumstehen. Daraufhin erscheint die Feuerwehr mit mehreren Autos. Bemerkenswert in welcher Geschwindigkeit die Feuerwehr vor Ort anwesend ist und wiederum bemerkenswert ist, mit wie viel Personal sie anrückt. Sekunden später ist der Feueralarm verstummt.

Mein Blick verfängt sich noch an einer Säule bevor es zu meinem Arbeitsplatz geht. Digital wird die Anzahl der Fahrradfahrer gezählt, die täglich vor dem Headquarter von Twitter vorbeifahren. Daneben ist eine der vielen Fahrradstationen in San Francisco aufgebaut. Ich frage mich, ob die bei meinem letzten Besuch in SF vor zwei Jahren schon da war oder ob San Francisco auch hier anfängt, sich zu ändern.

Weiterhin entdecke ich auf meinem Weg zur Arbeit wundervolle Graffiti an vielen Wänden. Ich bemerke eine Tai Chi Gruppe unter den Bäumen des Platzes vor der City Hall, vorbei hastende Jugendliche mit Radiokoffern auf den Schultern, aber auch vielen Obdachlosen.

grafitti

Fernstudium im digitalen Zeitalter – ein Bildungsformat im Wandel! Wie könnte sich dieser Wandel gestalten?

Viele Merkmale, die Kennzeichnen von Netzwerken sind, sind keine Folge der Digitalisierung. Jedoch beschleunigt die digitale Technologie einige Merkmale von Netzwerken. (Janowitz 2015, Stalder 2017, Weber 2012, Castells 2002) Teilweise empfinde ich es schwer Digitalisierung und Netzwerke unabhängig voneinander zu betrachten. Dennoch sollte auf den Entwicklungsstrang verwiesen werden, um die Unabhängigkeit und Beeinflussung zwischen diesen beiden Clustern besser verstehen zu können.

Auf beide Begrifflichkeiten, Netzwerk und Digitalisierung, wird in diesem Blogbeitrag eingegangen und konkret auf das FernUniCamp bezogen

fernunicamp-Poster

Poster vorgestellt auf DGWF: Jahrestagung der AG-F 2017 in Berlin 06/2017

 

Unter dem Begriff des #vernetzten Individualismus kann eine personalisierte Vergemeinschaftung verstanden werden. Für personalisierte Verbindungen wurde der Begriff #consociality gewählt. Über Erlebnisse, Interessen, Neigungen, bzw. allgemeine Merkmale teilen verschiedene Individuen Merkmale miteinander. Die Möglichkeit, sich darüber zu verbinden oder auch verbunden zu werden ergeben ganz neue Perspektiven. Die forcierten Vernetzungsoptionen erlaubt dem Einzelne komplexere Identitäten auszubilden, die abhängig von Leidenschaft, Überzeugungen, Lebensstile, berufliche Interessen sind. Vernetzte Individuen pflegen partielle Mitgliedschaften in vielen

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Vernetzung von Studierenden und Mitarbeitenden der FernUniversität in konkreten Projekten

Netzwerken oder sozialen Gruppen und sind weniger auf eine ständige Mitgliedschaft in einer etablierten Gruppe angewiesen. In vielen Lebensbereichen und sozialen Umgebungen verschwimmen die Grenzen untereinander. Damit einher gehen neue Erwartungen und Realitäten in Bezug auf Transparenz, Verfügbarkeit und Privatsphäre der Menschen.  Der Diversitätscharakter wird durch den vernetzten Individualismus ausgeprägter und betont.

„Moving among relationships and mileus, networked individuals can fashion their own complex identities depending on their passions, beliefs, lifestyles, professional associations, work interests, hobbies, or any number of other personal characteristics (Rainie & Wellmann, S. 15)“

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„space of flow“ – Kurz-Video Produktion für Instagram (Fotocommunity)

In den digitalen Medien wird beispielsweise das social tagging, einer freien Verschlagwortung mit „consocial“ verbunden. Die bei diesem Prozess erstellten Sammlungen von Schlagwörtern werden Folksonomien genannt. Eine solche Verschlagwortung entfaltet sich auf Twitter unter einem #hashtag.

Der vernetzte Individualismus ermöglicht es einzelnen Individuen eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. Durch Technologien wird der vernetzte Individualismus forciert und verbindet die Personen direkt miteinander, anstatt, wie bisher über Institutionen oder anderen statisch angelegten Orten (Wellmann 2002). Zudem erhöhen digitale Technologie die Zugangsmöglichkeiten und die Wahlmöglichkeit ganz

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360° Umgebung des Veranstaltungsortes (holobuilder.com)

unterschiedlich ausgeprägter Netzwerke für den Einzelnen. Hierbei handelt es sich um Orte, zu Begegnungen und zum Austausch motivieren, sogenannte  #spaces of flow. Das Internet spielt dabei eine bedeutende Rolle. Vernetzte Individuen werden durch das Internet ermächtigt, ihre Vision und Stimme dem erweiterten Publikum vorzustellen und sie zu einem Teil ihrer sozialen Welt einzuladen. Die Linien zwischen Kommunikation, Information und Handlung verschwimmen dabei zunehmend, da vernetzte Personen das Internet, Mobiltelefone und soziale Netzwerke nutzen, um sofort Informationen zu erhalten und darauf zu reagieren. Weniger formal ausgeprägte Interaktionen, Peer-to-Peer Beziehungen und die Involvierung in konkrete Projekte (#Lernen an konkreten Projekten) unterstützen den Prozess des vernetzten Individualismus und ermöglichen auf diese Weise einen #kollaborativen und dezentralen Austausch. #Experimentell werden dafür immer mal wieder neue #Dienste und Plattformen, bzw. neue Technologien eingesetzt, wie bspw. die Einbindung von 360° Umgebungen zum FernUniCamp 2016, um den Veranstaltungsort bzgl. der Orientierung vorzustellen. Bewährte Konzepte, wie zum Beispiel der Blog zum FernUniCamp setzen sich über die Zeit in Form von #Educational User Experience durch.

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Mitbestimmung durch Sessiongestaltung

In einer vom vernetzten Individualismus geprägten Gesellschaft, die mit weniger Hierarchie verbunden ist, und mehr Information und lockerer Beziehungen die Netzwerke prägen, gibt es größere Unsicherheit als je zuvor (Lee Rainie und Barry Wellman, 2012). Vernetzter Individualismus bedeutet ein mehr an offenen sozialen Systemen und weniger geschlossene soziale Systeme. Teilnehmende vor Ort konnten über die Inhalte der Sessions mitbestimmen und Teilnehmende von Außen konnten diese Inhalte mitdiskutieren, womit eine #offene und partizipative Gestaltung unterstützt wurde. Unter Berücksichtigung von mobilen Formaten oder Impulsen aus dem Netzwerk bewegen sich die Teilnehmenden vorwiegend #spontan und allgegenwärtig.

 

re:publica 2017 und ich

Was ist die re:publica?

Auf der re:publica treffen sich jedes Jahr die Personen in Berlin, die über den gegenwärtigen und zukünftigen digitalen Einfluss auf Gesellschaft diskutieren wollen. Da das Netz ein weiterer Diskussions- und Anregungsraum für aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse ist, spiegeln sich auch hier die Emotionen wieder, die den Umgangston und Verhaltensweisen beeinflussen. Unser Umgangston im Netz, die Wertschätzung Andersdenkender und Handelnder  im Netz (sogenannte Filterbubbles) steht dieses Jahr im Zentrum der elften re:publica mit dem Motto „Love out Loud“. Das Motto ist ein Aufruf zur digitalen Zivilcourage, um im Netzwerk Betroffenen solidarisch beiseite zu stehen gegen Mobbing, Hatespeech, Fakenews, Trollen, Zensur und für Pressefreiheit, Kommunikationsfreiheit, etc…

Ich empfinde das Motto weiterhin als Aufruf, den Mut aufzubringen, sich Ausprobieren zu können, ja gar zu müssen egal in welchem Alter man sich selbst befindet, wie Gunter Dueck (YouTube-Aufzeichnung ab 11. Minute) in seinem Vortrag fast nebenbei erwähnte. Dasselbe hatte ich bei Tanja Haeusler in der Eröffnungsrede gehört, als sie meinte, dass viele von uns im Herzen immer (Teenager-)Rebellen bleiben werden, egal wie alt wir tatsächlich sind, weil wir uns nie mit den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignissen abfinden wollen, an diesen gar verzweifeln und wütend werden.

Eine ganze Zeit lang habe ich mich gefragt, wie die Entstehungsgeschichte zum „Love out Loud“ sein könnte? Woher kommt der Ursprung dieser Begrifflichkeit? Im Kontext des Corporate Learning 2025 MOOCathons, der parallel zur re:publica startete, bin ich auf die Methode des „Working Out Loud“ (über den Blogartikel von Harald Schirmer, Twitter: @haraldschirmer) gestoßen. Bei „Working Out Loud“ handelt es sich um eine Methode, bei der nachhaltiges Lernen im digitalen Zeitalter im Fokus steht. In öffentlicher (transparenter) einer privaten Umgebung teilt eine Personengruppe ihr Wissen/Informationen und Erfahrungen zu einem konkreten Ziel miteinander (Danke für den Hinweis Harald Schirmer). Der Grundgedanke dabei ist, die digitale Vernetzung und soziale Netzwerke als Chance zu nutzen: Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen, Inspiration zu finden und eigene Arbeitsergebnisse breiter zugänglich zu machen mit dem Ziel, die Resonanz des Netzwerks zu nutzen und (Zwischen-)Ergebnisse durch Diskussionen kontinuierlich zu verbessern. Die Eingrenzung auf fünf Personen, die Schirmer in seinem Blog vornimmt, verstehe ich eher als Hinweis, dass diese intensive Zusammenarbeit für kleinere Gruppen ideal ist. „Love out Loud“ ist in diesem Sinne ein Statement für Neugiere, Respekt, positives Nach vorne Denken, Offenheit und der Wunsch nach Vielfalt.

Zahlen:

Um die 9.000 Teilnehmende aus 71 Ländern, über 1.000 Sprecher (47% davon waren weiblich, verkündete Johnny Häusler beim „Welcome“ (YouTube-Aufzeichnung ab der 9.Min)  auf der elften re:publica) auf 20 Bühnen, 500 Stunden Programm.

Etwa 96k Tweets von etwa 30k Twitter-Usern wurden auf Twitter gezählt. Eine Übersicht von talkwalker zeigt deutlich, dass die re:publica international auf Twitter Beachtung fand.

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Die Infografik von MonitorinMatcher zeigt auf, dass neben Twitter weitere Kanäle während der re:publica intensiv genutzt wurden.  Stefan Evertz weist in dieser Infografik aber auch darauf hin, dass einige Kanäle aktuell statistisch gar nicht erfasst werden können, wie bspw. Insta-Stories, Snapchat, etc.. Weitere Social-Insights können in dem Artikel von brandwatch nachgelesen werden.

infografik

  1. Tag: Anreise zur re:publica

2. Tag: Eröffnung der re:publica

3. Folgetag: re:publica

Mit welcher Motivation war ich angereist und was nehme ich mit?

Das Programm der re:publica war umfangreich, 500 Stunden Programm, zusätzlich angebotene Meetups, diverse Treffen, verschiedene Ausstellungen an Ständen und zusätzliche Aktivitäten hier und da, rund um die re:publica stellten mich schon vor der Anreise vor eine riesige Herausforderung. Ohne einen konkreten Plan wäre meine Teilnahme an der re:publica nicht zu meiner Zufriedenheit abgelaufen. Ich wollte mich nicht, wie ein Blättchen im Wind vom Zufall treiben lassen, sondern mit einer konkreten Vorstellung das Event besuchen. Räume für Zufälle haben sich dennoch ergeben, da ich an meiner eigenen Programmplanung sehr flexibel festhielt.

Dennoch habe ich mir die Mühe gemacht, mir über mehrere Stunden (wozu sollte man sonst lange Bahnfahrten nutzen ;)) das Programm durchzulesen. Über eine von der re:publica angebotenen App wurden interessante Vorträge, Workshops etc. festgehalten.

Vor allem die persönlichen Treffen und Gespräche waren jedoch der treibende Motor meines Entschlusses eines Besuchs der re:publica. Mit dem ersten Atemzug meiner Ankunft in Berlin, tauchte ich in dieses einzigartige Flair, welches Gedanken und Emotionen anregen und beschleunigen kann, ein.

Die Schwerpunkte meines Besuches der re:publica lagen auf:

1. Zukunft der Arbeit, Bildung und Gesellschaft

Am Sonntag traf ich ein paar der Personen, die sich mit zukünftigen Gesellschaftsveränderungen  (Inkl. Bildung und Arbeit) bedingt durch den ständigen und schnellen Wandel der Arbeits- und Lebenswelt, der mit der Digitalisierung einhergeht, die u. a. durch disruptive Veränderungen ausgelöst werden, auseinandersetzen. Über den kürzlich zu Ende gegangene MOOC „Leuchtfeuer 4.0“ habe ich einige kennengelernt und war neugierig auf sie geworden (weitere Infos zum Inhalt des MOOCs sind im Blogartikel von Johannes Schmidt-Mosig zusammengefasst).

Ellen Euler (Twitter: @EllenEuler) Diskussionsbeitrag auf der re:publica stellte ich diesen Zusammenhang. Sie vertrat die Deutschen Digitalen Bibliothek und diskutierte den Stellenwert des kulturellen digitalen Gedächtnisses (YouTube). Das kulturelle Gedächtnis wird als generationsübergreifende, interaktionslose Kommunikation über aufgezeichnete kulturelle Äußerungen verstanden. Die Frage wie kulturelle Artefakte in die Zukunft transportiert, kommuniziert und anschlussfähig gehalten werden können, umreißt viele Herausforderungen bzgl. politischer Unklarheiten, rechtlicher Zwänge und Großprojekten mächtiger Konzerne (Google).

2. 360°-Videoproduktion!

Susanne Dickels (auf Twitter: @Flight_1) Workshop (der aufgrund der Größe eher einem (sehr gut gehaltenen) Vortrag) zu „Extend your vision – die DOS and Don’ts der 360° – Videoproduktion“ glich, traf mich bei einem meiner großen Interessen. Als sie dann auch noch die für mich wichtigste Unterscheidung zwischen Virtual Reality und 360° einging, war ich davon überzeugt, mich auf ihren Vortrag einlassen zu können. Auf der Facebookseite von Kreative Kommunikations Konzepte, einer Firma in Essen, die ich für ihren qualitativen Content zu Virtual Reality und 360° schätzen gelernt habe, habe ich die Unterscheidung zwischen den beiden Medienarten sehr anschaulich begriffen.

Susanne Dieckels holte mich bei meinen Vorerfahrungen ab (passend dazu der Slot von Elisabeth Wehling (Twitter: @E_Wehling) : „Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing“, ein sehr zu empfehlender Vortrag).

3. Szenario-Methode

Die Hans Böckler Stiftung traf ich an einem Ausstellungsstand. Aufmerksam wurde ich auf sie, da an diesem Stand eine Methode vorgestellt wurde, mit der die Stiftung sich dem Zukunftsfeld der Arbeit, über vier entwickelte Szenarien, genähert hatte. Diese können im PDF „Mitbestimmung 2035“ nachgelesen werden.

Grundlage der Entwicklung der vier Szenarien ist der Begriff der Mitbestimmung. Im Laufe der industriellen Entwicklung Deutschlands hat sich ein gesellschaftlicher Konsens herausgebildet, dass die Modernisierungsfähigkeit der industriellen Wirtschaft auf einer langfristigen Bindung von Fachkräften ans Unternehmen beruht, und zwar durch Mitbestimmung, so die Begründung der Grundlagenbegriffs. Daraufhin wurden mehrere mögliche Zukunftszenarien für Mitbestimmung entworfen. Diese sind jedoch nicht allgemeingültig, sondern für die Hans Böckler Stiftung aus der aktuellen Entwicklung heraus, plausible Szenarien für kommenden zwei Jahrzehnte.

Folgende vier Szenarien werden kommuniziert: Wettbewerb, Verantwortung, Fairness und Kampf.

ZUKUNFT BEGINNT HEUTE

Das Kernteam der Szenarienentwicklung bestand aus sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung. Die Szenarien wurden aus einer onlinegestützten Befragung abgeleitet und mit 8 einstündige qualitative Interviews ergänzt. Nach einer Verdichtung der Materialen auf wesentliche Begriffe (durch das Kernteam) wurden in drei Workshops mit allen Mitarbeitern der Stiftung, Schlüsselmotive, Übereinstimmungen, sowie Unterschiede in den Zukunftserwartungen entworfen und diskutiert.

4. Wissenschaftskommunikation!

Aktuell ist eine Durchdringung verschiedener bisher klar abgegrenzter Bereiche in allen gesellschaftlichen Ebenen, so auch bspw. im Feld der Wissenschaftskommunikation zu beobachten. War der Elfenbeinturm, in dem angeblich die Wissenschaftler wohnen und arbeiten vor einigen Jahren noch eine Auszeichnung, so wandelt sich der Begriff in meiner Wahrnehmung eher ins negative, elitäre und arrogante. Mit den digitalen Partizipationsmöglichkeiten können Forschende ihre Inhalte auf verschiedenen Wegen erzählen, so Patrick Breitenbach (Twitter: @breitenbach). Sie können Einblicke in Forschungsprozesse geben, erzählen von Fehlern oder Misserfolgen, beteiligen sich an aktuellen Diskussionen und werden greifbarer und authentischer. Der Wissenschaftspodcast ist ein solcher Ansatz, genauso, wie die Science Slams, etc..

5. Braindate!

Die Idee dieser Plattform  hat mich sehr angesprochen, bei der man sein Expertenwissen zum Teilen anbieten könnte oder für vorab formulierte Fragen den passenden Wissenskommunikator fand, der einem an seinem Wissen teilhaben ließ. Sobald das Inserat oder Angebot  abgegeben und der/die passende Gegenüber gefunden wurde, vereinbarten beide eine Uhrzeit des Braindates. Martina Pumpat (Twitter: @martinapp2 ) hatte es ausprobiert und mir mit begeisterten Augen davon berichtet. Leider hatte ich diese Möglichkeit der Partizipation zu spät entdeckt.

Es war wunderbar sich mit Nicole Bauch, abseits der großen Fragen auch mit kleinen, fast banal wirkenden Fragen austauschen zu können, wie bspw. ob Bilder auf Instagram mit pinkem Anteil mehr geliked werden als andere Bilder oder dem Erfahrungsaustausch zu Instagramstories.

Der Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit allen Begegnungen war sehr bereichernd. Vielen lieben Dank euch allen!

Artikelveröffentlichung: Gestaltung und Erforschung eines Mixed-Reality-Lernsystems

In diesem Artikel (veröffentlich in der Medienpädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung) wird ein Entwurf eines Lernsystems vorgestellt, in welchem Mixed-Reality (MR) Technologien und didaktischen Modelle für den Einsatz in der industriellen Weiterbildung kombiniert werden. Mit diesem System soll das Erlernen von Problemlösekompetenzen über visuelle Einblendung simulierter Problemsituationen und Anwendungsaufgaben, die in der realen Welt schwer abzubilden sind, verbessert werden.

Diese Technologie wird in einem didaktischen Setting eingebunden, welches die Lernenden schrittweise von einfacheren an komplexere Aufgaben heranführt. Über ein Lerntagebuch werden die Lernenden zusätzlich motiviert ihre Erfahrungen mit dem didaktischen Setting zu reflektieren. Über das, in das MR Lernsystem integrierte Lerntagebuch werden den Betreuenden Feedbackangaben zu den simulierten Problemsituationen und Anwendungsaufgaben ermöglicht. Weiterhin können Lernende über dieses Tagebuch Kontakt zum Betreuenden aufnehmen. Das Lernsystem bietet den Betreuenden eine nutzerfreundliche Funktion, die Anwendungsaufgaben und MR-Einblendungen abzuwandeln bzw. neukonstruieren.

Wir empfehlen für die Einführung und Erprobung dieses Konzeptes einen Design-Based-Research Ansatz, durch den der Entwicklungs- und Einführungsprozess strukturiert und gleichzeitig erforscht werden kann. Ziel der Erforschung sollten Leitlinien sein, die es ermöglichen, die gewonnenen Erkenntnisse auf ähnliche Kontexte zu übertragen und weiter einen Beitrag zur theoretischen Konstruktion zu leisten.