PiratePad im Seminareinsatz

In meinen letzten beiden Kursen „Medienqualifizierung für Erzieherinnen und Erzieher“ organisiert über Bits 21 habe ich den Versuch gestartet, PiratePads zur Seminardokumentation einzusetzen. Die TeilnehmerInnen des Seminares waren Mitte 20 und sind selbst im Web unterwegs.
Allerdings beruhen ihre Internetaktivitäten vorwiegend auf facebook (social network) und Google als Suchmaschinendienst. E-Mails werden nur auf der Arbeit eingesetzt, da sich ihre Kommunikation ansonsten über verschiedene Chat-Kanäle bewegt. (Lisa Rosa hat ihre Umfrage zur Mediennutzung bei ihren SeminarteilnehmerInnen auf ihrem Blog festgehalten.)
Daher war ich sehr gespannt, ob und wie die SeminarteilnehmerInnen auf den Einsatz des PiratePads reagieren würden. Zu meiner Freude waren sie neugierig.
Der Vorteil des PiratePads gegenüber anderen Diensten, wie bspw. Google Documents, ist, dass es keines Anmeldeprozederes bedarf. (Lernwolke: Neue Medien im Schulunterricht „Google Docs ist das bessere Etherpad – Schreibkonferenz die Vierte„)  Am PiratePad kann jeder gleichzeitig arbeiten, der die genaue Webadresse in den Browser eingibt. Daraufhin kann sich jede/r TeilnehmerIn selbst benennen und sich eine Farbe, an der er im Dokument erkannt wird, zuordnen.
In einem Editor (simpel) kann jede/r TeilnehmerIn seine Mitschriften / Gedanken / etc. gleichzeitig nieder schreiben.
Ein paralleler Chat ergänzt die kollaborative Arbeit.
Im Blog von endspurtmaster berichtet Florentina Sauerbach in dem Artikel „Unterrichtsversuch mit etherpad oder die Lernumgebung, die ich meinen Schülern gestalte“ von ihren Erfahrungen. Sie schreibt, dass die SchüerInnen auf diese Unterrichtsgestaltung mit Überforderung reagierten:
[Die SchülerInnen hatten die Gruppenarbeit], ohne dass die Gruppenmitglieder nebeneinandersitzen müssen, […] so überfordert, das ich immer noch das ‚Häh, das geht doch nicht!‘ in meinen Ohren nachklingen höre. So unruhig und aufgeregt war meine Schüler selten, sie waren zwar beim Thema, aber nicht mehr in der Lage zuzuhören.
Ich selbst finde den Schritt, den sie gegangen ist, das Etherpad im Unterricht einzusetzen, sehr mutig. Genau dahin sollten wir uns aber entwickeln, dazu den Mut zu haben, ab und zu aus dem klassischen Unterricht auszubrechen.
Vielleicht lag es am fortgeschrittenem Alter, dass meine Seminargruppen nur kurzzeitig überfordert waren. Nach ein paar Minuten hatten sie die Logik dahinter verstanden. Nach ein paar weiteren Minuten erfuhren sie auch an sich selbst, den Vorteil des kollaborativen Arbeitens, als sie mit Verwunderungsrufen sich über die Rechtschreibfehler anderer lustig machten, die sie selbst ausbessern konnten oder im Editor nach unten geschoben wurden, weil jemand anderes noch einen Kommentar weiter oben einfügen wollte.
Die Dokumentation und Kollaboration in Arbeitsgruppen und Diskussionen können mit dem Einsatz des PiratePads qualitativ hochwertig, schnell und vorteilig für jeden sein. Jede/r TeilnehmerIn profitiert von den Gedanken des/der anderen. Gemeinsam wird ein umfangreiches und qualitätsvolles Dokument erarbeitet.
Auf dem Blog von Medienpädagogik-Praxis wird in dem Artikel „Social Media im Unterricht“ genauer auf die kollaborative Zusammenarbeit, als besondere Eigenschaft von Social Media eingegangen.

In der Praxis Umsetzung haben sich aber auch bei mir ein paar Probleme herausgestellt. Beispielsweise waren die Computer nicht immer fähig einen beständigen Kontakt zum Internet zu halten. Warum weiß ich nicht! So lernten meine SeminarteilnehmerInnen gleich, dass ein Computer als Werkzeug 1. nicht immer schneller im Einsatz ist und 2. werden kollaborative Arbeiten mit zunehmenden Anforderungsvoraussetzungen komplexer, was für die Teilnehmer wiederum bedeutet, dass sie sich immer wieder mal in der Fähigkeit der Gelassenheit „üben“ konnten. Wurde die Internetverbindung wieder einmal unterbrochen, konnte es vorkommen, dass der so eben geschriebene Text nicht gespeichert werden konnte. Ab und zu gingen einzelne Flüche durch den Raum 😉 und die TeilnehmerInnen lernten schnell sich mit dem Computer eigenen Editor zu behelfen und den Text dann nur in das PiratePad rüber zu kopieren, bzw. lernten sie den Wert von Zwischenspeicherungen schätzen.

Ein wenig unsicher bin ich mir noch über die Abschlusshandhabung. Gerne würden sich die TeilnehmerInnen den geschriebenen Text zum Seminarende ausdrucken lassen. Das an sich ist kein Problem, da sich der geschriebene Text in verschiedenen Formaten abspeichern und später leicht weiter bearbeiten lässt. Aber ist das Sinn und Zweck der Sache so mit einem digitalen Dokument umzugehen?


Das Spiel mit dem Tod ?

Es handelt sich um eine „Fake“-Doku, etwas über die Hälfte des Videos ist eine frei erfundene Dokumentation.
Das Besondere, im Rest des Videos wird ziemlich genau erklärt wie, warum und was gefälscht wurde und warum das so gut funktioniert.

Hierbei handelt es sich um ein mögliches Video zum Seminar mit dem Titel „Medienkritik“.