Andy: Warum bist du nach Santa Cruz ausgewandert?

Während meines Urlaubs in San Francisco interessierte ich mich für die verschiedenen biografischen Hintergründe, warum in Deutschland Geborene nach San Francisco bzw. Umgebung zeitweise oder sogar für immer auswandern. Dazu traf ich mich mit fünf verschiedenen Personen und fragte sie nach ihren Motivationen, Wünschen und Vorbereitungen bezüglich ihrer Auswanderungsvorhaben, nach den Erfahrungen im Umgang mit der Auswanderung über die Zeit, aber auch nach den aktuellen Vorhaben.

Ich bin über jede Begegnung sehr dankbar. Ich finde es großartig, dass ich in einige Leben ein bisschen „reinsehen“ durfte. Ebenso fand ich es beeindruckend, wie spontan im doch hektischen Leben San Franciscos, sich von jeder Begegnung die Zeit für ein Treffen genommen wurde. Vielen lieben Dank.

Der nachfolgende Bericht entspricht einer subjektiven Zusammenfassung der Begegnung. Die Namen wurden abgeändert, einige Details verallgemeinert und einige Stellen etwas verzerrt, um eine Wiedererkennung mit einer realen Person zu verhindern. Ziel des Berichts besteht lediglich darin, die vielfältigen Hintergründe einer Auswanderung für mich festzuhalten und meine Leser, die an dieser Gegend „Bay Area und Silicon Valley“ interessiert sind, ein wenig daran teilhaben zu lassen. Vielleicht entstehen auf diese Weise weiterführende Impulse.


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Santa Cruz Wharf

In Santa Cruz traf ich auf Andy, der mich zu einem Spaziergang im Wilder Ranch State Park einlud. Nach einem kurzen Besuch auf einem Famersmarket mit mexikanischen Essen, spazierten wir durch ein Naturschutzgebiet. Die Warnschilder im Park informierten mich darüber, dass Berglöwen in dieser Gegend beheimatet sind. Nach einem kurzen Schock, fragte ich Andy, was denn zu tun sei, wenn ich einen antreffen würde. Er entgegnete mir, dass er in seinen rund 20 Jahren, die er jetzt schon in Kalifornien lebte, noch nie einem Berglöwen begegnet sei. Diese wittern einen oft schon lange im Voraus und da es sich um sehr scheue Tiere handelt, gehen diese einem lieber aus dem Weg. Allerdings sollten keine Hunde in dieser Gegend ausgeführt werden, das ist auch der Grund, warum er seinen heute zu Hause gelassen hatte.

Ich bin beeindruckt, dass er schon seit 20 Jahren in Kalifornien lebt. In Deutschland war es ihm vor etwa 20 Jahren als einer der Ersten gelungen sein Startup zu verkaufen. Danach zog es ihn nach Kalifornien, wo er seit dem Unternehmen berät und Startups betreut.

Erstaunt hörte ich ihm zu, dass er seinen Doktor in Mathematik gemacht hatte. In dem Gespräch nahm ich anders war. Er suchte nach Denkwegen außerhalb der vorgeschriebenen Denkwege und Methoden und stellte dazu auch schon mal provozierende Thesen in den Raum mit denen er mich zum Mitdenken aufforderte. Diesen Ansatz empfand ich als sehr inspirierend und herausfordernd, da er mich zum schnellen Mitdenken aufforderte.

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Santa Cruz Beach Boardwalk

Mittlerweile besitzt er ein Haus in Santa Cruz. Mehrmals die Woche fährt er nach San Francisco, Palo Alto und andere Städte in der Bay Area. Obwohl er alleine lebt, wohnen bei ihm immer Leute mit im Haus. Ich habe den Eindruck, dass er insbesondere Bekannte bei sich wohnen lässt, die für einen kurzen Zeitraum auf Unterstützung angewiesen sind, entweder in Form einer Freundin mit ihrer Tochter, die kurzfristig eine Unterkunft suchten oder in Form eines Freundes, der von seiner Frau aus dem Haus geworfen wurde, etc.

Ob es ihn irgendwann zurück nach Deutschland ziehen wird, dass kann und will er zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. Ein- bis zweimal im Jahr fliegt er zurück, um dort Familie und Freunde zu treffen. Als ich ihn nach seinen Zukunftsplänen bzgl. seines Wohnsitzes frage, antwortete er nur, dass er noch nie so lange sesshaft gewesen war, wie jetzt und er schon sehr gerne noch ein weiteres Abenteuer angehen möchte.

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Ivy: Warum bist du nach San Francisco ausgewandert?

Während meines Urlaubs in San Francisco interessierte ich mich für die verschiedenen biografischen Hintergründe, warum in Deutschland Geborene nach San Francisco bzw. Umgebung zeitweise oder sogar für immer auswandern. Dazu traf ich mich mit fünf verschiedenen Personen und fragte sie nach ihren Motivationen, Wünschen und Vorbereitungen bezüglich ihrer Auswanderungsvorhaben, nach den Erfahrungen im Umgang mit der Auswanderung über die Zeit, aber auch nach den aktuellen Vorhaben.

Ich bin über jede Begegnung sehr dankbar. Ich finde es großartig, dass ich in einige Leben ein bisschen „reinsehen“ durfte. Ebenso fand ich es beeindruckend, wie spontan im doch hektischen Leben San Franciscos, sich von jeder Begegnung die Zeit für ein Treffen genommen wurde. Vielen lieben Dank.

Der nachfolgende Bericht entspricht einer subjektiven Zusammenfassung der Begegnung. Die Namen wurden abgeändert, einige Details verallgemeinert und einige Stellen etwas verzerrt, um eine Wiedererkennung mit einer realen Person zu verhindern. Ziel des Berichts besteht lediglich darin, die vielfältigen Hintergründe einer Auswanderung für mich festzuhalten und meine Leser, die an dieser Gegend „Bay Area und Silicon Valley“ interessiert sind, ein wenig daran teilhaben zu lassen. Vielleicht entstehen auf diese Weise weiterführende Impulse.


Über den UCSF-Camus wandernd, hielt ich nach einer jungen Frau Ausschau. Im Nachhinein hatte ich mir gewünscht, dass ich etwas eher losgegangen wäre, um den eindrucksvollen neu gebauten Campus länger zu bestaunen. Die Gebäude erschienen mir modern und offen gestaltet und nur wenige Meter neben dem Campus entdeckte ich einen „Urban Garden“ und einen Platz mit Foodtrucks, den ich ich mit einem kalifornischen sonnigen Lebensgefühl assoziere.

 

Dann entdeckte ich Ivy. Über den Campus schlendernd erzählte sie mir, dass sie vor etwa zwei Jahren nach San Francisco gekommen war. Nach dem Abschluss ihres PHD’s wollte sie die Chance ergreifen in einem Team unter einem Nobelpreisträger zu arbeiten und zu lernen. Auf einer Konferenz hatte sie ihn kennengelernt und sich mit ihm über eine mögliche Zusammenarbeit ausgetauscht.

Von der Zusammenarbeit in diesem Team berichtete sie voller Begeisterung. In Deutschland hatte sie eine solche Zusammenarbeit und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten noch nicht kennen gelernt. Die Begegnungen und der Gedankenaustausch seien auf „Augenhöhe“ und sind von einem wertschätzenden und kooperativen Umgang geprägt. In den letzten Monaten hatte sie konzentriert an ihren Projekten gearbeitet und sich mit einigen ihrer Kollegen angefreundet. Fragte sie sich noch mit dem Antritt ihrer Stelle  am UCSF, wann die Menschen in San Francisco arbeiteten, da sie diese ständig im Fitness Studio, auf Meetups, auf Networking Veranstaltungen, im Café, etc. sah, erkannte sie recht schnell, dass diese eigentlich rund um die Uhr arbeiteten. Sie bezeichnete ihre Beobachtung als „work life blending“, also der Bemühung so entspannt, wie möglich zu erscheinen, während sie eigentlich die ganze Zeit arbeiteten. In der Pause wird schnell ins Fitness Studio gegangen, im Café selbst wird gearbeitet, etc…

Doch als wissenschaftlicher Mitarbeiter verdient sie nicht genug, um sich ein Leben in San Francisco dauerhaft finanzieren zu können, auch wenn ihr Institut an dem sie arbeitet, zu den weltweit führenden gehört. Dennoch werden die Mitarbeiter nach staatlichen Vorgaben bezahlt und da wird es schon im nächsten Jahr schwierig für sie, wenn sie zum Einen aus dem vergünstigten Wohnheim ausziehen muss und zum anderen eine Steuererleichterung seitens des Staates Kalifornien für sie wegfallen wird.

Sie wird ihre Zeit in San Francisco vermissen. Doch von Beginn an war ihr klar, dass sie nur temporär, für wenige Jahre nach San Francisco auswandern wird. Mit ihrer Rückkehr wird sie sich neue Herausforderungen suchen, wobei sie sich sehr gerne in der Wissenschaftskommunikation sehen würde.  Auch, dass die Bay Area als Erdbeben gefährdet gilt und das nächste große Erdbeben mit 100%iger Wahrscheinlichkeit kommen wird, beunruhigt sie.