Virtuelle Fitness: Besuch bei Black Box in SF

Was versteht Black Box unter virtueller Fitness? Black Box soll das erste virtual reality (VR) Fitness Studio sein, darauf verwiesen jedenfalls die Titel zweier US Magazine, Forbes und sfgate, Anfang diesen Jahres. Ich war neugierig darauf geworden, als ich das Fitnessstudio in San Francisco (Market Street) entdeckte und wollte es dann auch zugleich mal ausprobieren. Wie würde es sich wohl anfühlen? Würde ich die Instruktionen verstehen?

Kurzfazit ist:

  • Spaß: ★★★★★
  • Anstrengung: ★★★★★
  • Anleitung: ★★★★☆
  • Hygiene: ★★★★★
  • Kosten: $$$$$

Gesamtfazit: Ich würde diese Art des VR Fitness in Anspruch nehmen, wenn es nicht so teuer wäre.

Den ausführlichen Artikel habe ich für „EMOTIONS & TECH“ geschrieben und ist unter dem Link zu lesen.

Schwerer Koffer, übervolle Kleiderschränke, muss das sein? Gibt es Lösungsansätze im Start-up Bereich?

(gepostet auf: Emotions & Tech)

Zusammenfassung: In diesem Beitrag berichte ich über meine Gedanken, ob ein Mode Start-up aus New York das Verreisen erleichtern kann, indem ich nur mit Handgepäck in die USA einreise und dort meine Kleidung miete. Unterstütze ich damit vielleicht sogar den Nachhaltigkeitsgedanken?

Ausgangssituation: unhandliche und volle Koffer auf einer Reise und die Frage „Habe ich die richtige Kleidung dabei?

Unterwegs mit einem „riesigen“ Koffer verstopfe ich zum Einem die Gänge der Regionalbahn (weil die Gepäckablagen einfach viel zu klein sind) und des Busses in Deutschland. Zum Anderen empfinde ich den Koffer als so schwer, so dass ich ihn oftmals mit aller Anstrengung in die Bahn bzw. den Bus hineinziehe.

Und dennoch frage ich mich mal wieder, ob die notwendige Kleidung inkl. der Schuhe, die ich auf meiner Reise nach San Francisco mitführe, alle meine vorgenommenen Aktivitäten abdecken kann?

So wusste ich bei meiner letzten Reise nach San Francisco, die etwa über 3 Wochen verlief, dass ich Kleidung für sehr verschiedene Situationen benötigen würde:

  • Abendkleidung, als Gast auf einer Hochzeit
  • Businesskleidung für das Büro und verschiedener Meetings
  • Wanderkleidung, da ein Besuch im Nationalpark eingeplant war
  • Freizeitkleidung, um den Fitnessbereich mit zu nutzen
  • Lagenlook für das sich ständig wechselnde Wetter in San Francisco
  • windfeste Kleidung, da die durch die Stadt wehenden Winde den Körper schnell auskühlen können
  • Sommerkleidung, da Freunde und Verwandte außerhalb von San Francisco besucht werden sollten

Ist es möglich auch ohne viel Gepäck zu verreisen?

Schon allein das Kleid für die Hochzeitseinladung mit den Schuhen, der entsprechenden Tasche, sowie die Wanderschuhe für den National Park, würden den Koffer unverhältnismäßig viel auslasten und das lediglich für eine einmalige Situation. Wie viel der anderen Kleidung könnte ich rekombinieren, so dass mehrere Outfits daraus entstehen?

Nicht nur, dass das Gepäck unhandlich und schwer ist, so würde mich die Aufgabe des Koffers bei der Lufthansa etwa 100 € (Hin- und Rückflug) kosten. Weiterhin fragte ich mich, wie sehr die nicht gerade preiswerte Kleidung (insbesondere der des Hochzeitsoutfits) bei dem Transport leiden würde.

Letztendlich trat ich die Reise ohne das Hochzeitsoutfit und mit relativ leichtem Gepäck an! Ich entschloss mich für ein Abenteuer und eine neue Erfahrung!

Was ist meine Motivation, um in die USA ausschliesslich mit Handgepäck für 3 Wochen einzureisen?

Ich wollte mich auf ein Experiment einlassen! Wie ist es, wenn ich mir einen Großteil der Kleidung vor Ort ausleihe? Das Ausleihen von Kleidung könnte in meinem Fall, meinen ohnehin schon zu großen CO2 Fußabdruck verringern und vielleicht ließe sich das Ausleihen von Kleidung auch als zukünftige Alternative in meinem Leben integrieren?

Verleihsysteme sind eine komfortable und umweltfreundliche Alternative zum Kleiderkauf. Oft ziehe ich einen Bruchteil meiner Kleidung regelmäßig an, während der Rest oft zu wenig, da auch ausreichende Kontexte fehlen, getragen werden kann.

Hintergrund der Entwicklung unserer Umgangsweise mit Mode:

Mit dem Begriff „Fast Fashion“ wird diese Umgangsweise mit Mode in modernen Wegwerfgesellschaft versehen. Mit „Fast Fashion“ können sich allerdings auch Menschen mit geringen Einkommen aktuelle Modetrends leisten. Aber neben den Preisen sinkt auch die Qualität der Kleidung. Des Weiteren leiden darunter auch die Arbeitsbedingungen unter denen die Kleidung produziert wird, als auch die Umwelt unter den Produktionsprozessen.

Um die Nutzungsdauer von qualitativer Kleidung zu verlängern und die sozialen, als auch ökologischen Probleme zu mindern, kann unter anderem der Ansatz der Mehrfachnutzung durch Vermietung von Kleidung verstanden werden.

Ist ein Ansatz Rent the Runway?

Ich wollte „Rent the Runway“ (RTR) ein Start-up aus New York, das qualitative Kleidung und Accessoires vermietet, in den 3 Wochen in San Francisco ausprobieren. Wie praktisch war es doch, dass das Modeunternehmen einen Store in San Francisco, quasi die Straße runter von meiner Unterkunft, betrieb. Die Zielgruppe von RTR sind Frauen, die aufgrund ihrer Arbeit keine Zeit mit Shopping verlieren und dennoch jeden Tag modisch gekleidet sein wollen.

Wie fühlt es sich an, wenn ich meine tägliche Kleidung, über dieses Start-up organisieren würde? Um täglich Kleidung über 3 Wochen ausleihen zu können, musste ich einen Beitrag von 99,02 € bezahlen. Dafür durfte ich 4 verschiedene Artikel täglich blockieren, also entweder zu Hause haben oder diese befanden sich auf dem Rück- oder Hinweg zwischen mir und dem Store. Das sich der Store in der Nähe befand, erwies sich dabei als Vorteil, da ich auf diese Weise die Zeit der An- und Rücklieferung der Kleidung optimieren konnte. Würde ich auf dem Postweg vier Kleidungsstücke händeln müssen, wüsste ich nicht, ob ich jeden Tag etwas Neues zum Anziehen erhalten hätte (aber für solche Situationen hat man dann auch Basics). Der Vorteil des Stores bestand auch darin, dass ich in dem Store selbst die Kleidung anprobieren konnte und von den Mitarbeitenden beraten wurde.

Store in San Francisco

Resümee nach drei Wochen Nutzung:

Meine Meinung zum Tragen von täglich neuer Kleidung ist nach den 3 Wochen immer noch gespalten:

Vorteile sind ohne Zweifel für mich:

  • Das Tragen qualitativer hochwertiger Kleidung lässt mich selbstbewusster im Alltag auftreten.
  • Die Pflege und das Säubern der Kleidung entfällt, da dieses von RTR übernommen wird.
  • Dadurch, dass ich die Kleidung nicht besitze, bin ich mutiger im Ausprobieren unterschiedlicher Stilrichtungen.
  • Eine Versicherung für die Kleidung ist enthalten, falls sie wegkommen sollte oder beschädigt wird.
  • Ich darf die Kleidung so lange behalten und so oft tragen, wie ich möchte (solange ich den Mitgliedsanteil bezahle).
  • Teure Kleidung, die ich mir für einmalige Anlässe nicht leisten würde, kann ich auf einmal tragen.

Nachteile waren für mich:

  • Die amerikanische Mode entspricht nicht unbedingt meinem Geschmack. Ich brauche viel mehr Zeit, um im Store ansprechende und passende Kleidung zu finden. Vielleicht minimiert sich mit der Zeit der Prozess der Auswahl, allerdings verbrachte ich in den 3 Wochen insgesamt 7,5 h in dem Store (Anmeldung, Erklärung der Benutzungsweise der APP, Kleiderwahl, Anprobieren, Rückgabe). Hätte ich in diesem Zeitraum so viel Zeit mit Shopping verbracht?

Neutrale Gedanken:

  • Ist der Aufwand der beständigen Lieferungen wirklich so umweltschonend?
  • Der Alltag müsste umstrukturiert werden, da alle zwei bis drei Tage die Kleidung ausgetauscht werden sollte. Der Gang zum Store oder zur Webseite/App müsste zu meinen täglichen Routinen werden.
  • Dadurch, dass RTR einen Store in San Francisco hat, erfolgt der Umtausch schnell und unkompliziert. Würde der Austausch über den Postweg erfolgen, zieht sich der Prozess des stetigen Umtausches in die Länge.
  • Viele Kleidungsstücke sind in meiner Größe bereits für den angefragten Zeitraum vermietet. Komischerweise stört mich das gar nicht so sehr, wie viele andere Nutzerinnen. Ich freue mich sogar darüber, dass das Konzept anscheinend aufgeht. Würde sich mit einer dauerhaften Nutzung von RTR mein Verhalten und mein Denken über Kleidung verändern?
  • Was ist mit dem Gedanken unter Frauen, dass man eigentlich nicht in dem Kleidungsstück, das eine andere Frau getragen hat, ebenfalls gesehen werden will (so wie Jordyn Rebecca dies bspw. auf ihrem You-Tube Channel berichtet)? Auch dieser Gedanke stört mich nicht, als eine Frau mir im Store bei einem Kleidungsstück zu vor kam. Ich dachte in diesem Moment doch tatsächlich, dann warte ich halt, bis es zurückkommt.
  • Ich habe kein Gefühl für das Preis / Leistungsverhältnis. Da ich San Francisco schon als sehr teuer empfinde, kann ich das Preis Leistungsverhältnis für diese Umgebung absolut nicht einschätzen.

Wäre RTR eine gute Alternative, um einen vollen Kleidungsschrank zu verhindern? Ich bräuchte nur ein paar Basics. Gerade in San Francisco ist jeder gewonnene Quadratmeter in der eigenen Wohnung „Gold wert“.

In der nachfolgenden Slideshow zeige ich einen Ausschnitt der getragenen und gemieteten Kleidung:

weiterführende Links: