Zwergenwelten in Köln entdecken – ein Apptest eines location based games

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KölnWarmer Sonnenschein wurde uns in den letzten Wochen nicht oft beschert. Letztes Wochenende war einer dieser bisher seltenen Momente in diesem Jahr. Wunderschönes Wetter um nach Köln zu fahren, um vor Ort die neu entdeckte App “Zwergenwelten” zu testen.

In einer der Facebookgruppen zum Thema Medienpädagogik bin ich auf diese App aufmerksam geworden.
Screenshot_2013-05-19-10-22-17Das Spiel ist ein mobiles Mixed Reality Spiel für Androidbetriebsysteme, welches Spaß mit Wissensvermittlung rund um das Thema Märchen verknüpft. Der Spieler kann zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen wählen und läuft dann in einem Park von Station zu Station.Erst an der jeweiligen Station angekommen, wird die Aufgabe bzw. ein Spiel freigeschaltet. Wurde die Aufgabe richtig gelöst, erhält der Spieler Punkte.

 

 

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Am Ende wird der Spieler mit einem speziellen Foto belohnt.

 

 

 

Hintergrund:

Anlass der Spielentwicklung ist die seit 50 Jahren bestehende deutsch – französische Freundschaft (Élysée-Vertrag), welche am 11. April 2013 im Fraunhofer-Forum Berlin gefeiert wurde. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden die Ergebnisse deutsch – französischer Forschung aus dem Programm Inter Carnot Fraunhofer (PICF) präsentiert. Eine dieser Ergebnisse ist das ortsbasierte Spiel “Zwergenwelten”, das in Zusammenarbeit des Fraunhofer-Instituts für Angewande Informationstechnik FIT mit den “Museumsratten” entwickelt wurde.

Die “Zwergenwelten” verweisen auf eine Ausstellung in Hagen, in der Kinder die Welt der Zwergen entdecken können. Eine Mutter mit ihren zwei Kindern berichtet von ihrem Besuch dieser sehr kreativen und liebevoll umgesetzten Ausstellung auf ihrem Blog. Sie empfiehlt einen Besuch für Kinder im Alter bis zu 6-7 Jahren. Bis zum 27.Oktober 2013 ist die Ausstellung noch geöffnet. Diese klassische museale Entdeckung des Themas soll die App in den virtuellen Raum erweitern.

Auf der Website der Ausstellung wird über die App im Blog berichtet.

Im Nachfolgenden will ich über meine Erfahrungen mit der App berichten. Inhalte der App wurden von den Museumsratten zur Verfügung gestellt.

erster Eindruck:

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Am Anfang bin ich darüber verwundert, dass die App das Spielen an zwei Orten (Rheinpark in Köln und rund um das Wasserschloss Werdringen in Hagen) ermöglicht. Erst später bei einiger Recherche erfahre ich, dass dies deswegen zustande kommt, weil im Rheinpark die App für ihren eigentlichen Einsatz in Hagen getestet wurde.

Neugierig und gespannt installiere ich die App. Nachdem ersten Öffnen des Spiels stelle ich fest, dass ich leider nicht schummeln bzw. lunschen kann, da sich die Aufgaben tatsächlich erst vor Ort an den einzelnen Stationen öffnen lassen.

Also beschließe ich einen Ausflug nach Köln zu machen. Von Aachen aus ist es ja nicht so weit und der Rheinpark wurde mir schon des öfteren für einen Besuch empfohlen. Tatsächlich empfängt er mich an diesem Testtag in seinem schönsten frühlingshaftm Gewande.

Die Grafik des Spiels macht Lust auf darauf, die Zwergenwelten zu entdecken.

technische Grundlagen:

Screenshot_2013-05-19-10-36-06Der Spieler benötigt ein GPS-fähiges Smartphone bzw. anderes mobiles Endgerät, welches mit dem Betriebssystem Android ausgestattet ist.
Über WLAN kann das Spiel zu Hause heruntergeladen werden (dennoch empfehle ich eine Internetverbindung mit dem Handy), da ich das Problem hatte, dass mir der Startpunkt ohne Internet nicht angezeigt wurde. Das Zipfelmützchen (als Wegpunkt) war auf einmal weg und ich wusste nun nicht mehr, wohin ich laufen sollte. So kann es auch sein, dass das Spiel abstürzt und neu gestartet werden muss. In diesem Fall wurde die Karte nicht nachgeladen. Allerdings ermöglicht die App einen leichten Wechsel der Karte zwischen der Straßen und Satellitenansicht.

 

Zielgruppe:

Screenshot_2013-05-19-10-49-07Die Zielgruppe der App sind Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren. Damit setzt die App bzw. die Museumsratten an die nachfolgende Altersgruppe an, für die die Ausstellung in Hagen konzipiert wurde.  Mit gutem Grund: Um eine App zu bedienen und die Anweisungen zu verstehen, bedarf es Voraussetzungen, wie technisches Verständnis, Übersetzung der Anweisungen in die reale Umgebung, Lesekompetenz. etc., die erst ab einem Alter von 6-8 Jahren bei Kindern erwartet werden können.
Wahrscheinlich eignet sich die App dennoch eher dazu, dass Familien Ausflüge mit ihren Kindern machen und die Touren zusammen entdeckt werden, wobei jeder verschiedene Aufgaben übernimmt.
Die Tour wird über eine zielgruppengerechte Geschichte, Rätsel und Spiele spannend gehalten.

inhaltlicher Zugang:

(Große) Kinder üben sich mit dem Spiel in ihrer Orientierung und ihrem Wissen über Märchen. Hierbei können Punkte erworben werden.

Screenshot_2013-05-19-11-03-03Leider sind die Wegpunkte (Zipfelmützen) bei den unterschiedlich schweren Touren immer gleich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kindern das sehr schnell auffällt und dann nicht mehr mit dem Smartphone sich den Ort “erarbeiten”, sondern drauf losstürmen, um den Ort aufzusuchen. Der Spielspaß geht durch die fehlende Herausforderung für die Kinder verloren. Manchmal müssen Wege auch doppelt gelaufen werden, auch dies trübt den Spielspaß ein wenig. Ebenso sollte man sensible Orte, wie einen Kinderspielplatz sehr vorsichtig und sorgsam in ein solches Spiel einbauen. Allerdings und das fand ich wiederum toll, wurde ein Kinderspielplatz im Rheinpark in die Tour expilzit mit aufgenommen – hierbei kann es sich um eine willkommene Abwechslung für das Kind handeln, indem es die Chance nutzt erst einmal ein paar Minuten auf dem Spielplatz zu toben. Bekommt man Kinder besser vom Computerspiel zu Outdoor-Aktivitäten verleitet? 😉
Vorteil des Spieles „Zwergenwelten“, was auch die zwei verschiedenen Orte zeigen, ist, dass das Spiel nicht an den Ort geknüpft ist. Damit kann das Spiel relativ schnell an neue Orte übertragen werden. Der Nachteil, so empfinde ich, besteht allerdings darin, dass ich mich frage, warum ich denn überhaupt durch den Park laufen muss, wenn der nur wenig Sinn hat. Durch die Verbindung von vor Ort Informationen gibt der Ort des Spiels etwas Sinn. Allerdings bedarf diese Art der Spielgestaltung mehr Aufwand in der Erstellung und Pflege, da regelmäßig vor Ort überprüft werden muss, ob die Info noch da ist, oder ob bspw. eine Baustelle das Spielen zur Zeit unmöglich macht, gar das Spiel zerstört hat.

Die Fragen der Rätsel entsprechen der Schwierigkeitsstufe. Ein Beispiel für eine leichte Frage ist: “Wie viele Zwerge beschützen Schneewittchen?”. Zwei Antworten werden vorgegeben, aus denen der Spieler die richtige Antwort herausfinden kann.Screenshot_2013-05-19-11-47-56Screenshot_2013-05-19-10-35-51

Eine schwierige Frage is bspw. “Wer ist Huppet Huhhot?” Aus vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, kann die Lösung herausgesucht werden. Bei der Wahl der richtigen Antwort wird der Spieler mit der Wiederholung der richtigen Antwort und Zusatzinformationen bestätigt. Bei der Wahl der falschen Antwort, wird die richtige Lösung angegeben.

Besonders anregend finde ich neben den Rätseln auch die Spiele.
-1. Spiel: Puzzle, je nach Schwierigkeitsgrad einfach bis schwer. Das Spiel wird über die App erklärt und es werden zusätzlich Tipps angegeben, um das Spiel erfolgreich zu  absolvieren.
– 2. Spiel: magisches Zeichen – fand ich für mich zu komplex, aber es ist eine sehr schöne Idee und manchmal versehen Kinder Anweisungen einfach besser als kompliziert denkende Erwachsende 😉
– 3. Spiel, “zaubernde Kugeln” Hierbei handelt es sich wohl um ein AR Spiel. Diese Idee finde ich daher besonders reizvoll. Aber, ich konnte das Spiel leider nicht testen, da mein Smartphone an dieser Stelle regelmäßig abstürzte. In diesem Zusammenhang fand ich aber wiederum gut, dass sich das Spiel den letzten Spielstand gemerkt hatte und man von dort aus weiterspielen konnte.

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Fazit:

Die ist App leicht bedienbar und selbsterklärend.
Die Geschichte, die Aufgaben und die Spiele sind zielgruppengerecht umgesetzt. Grafisch wird die Zielgruppe ebenso angesprochen.

 

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Neudefinition – Was bleibt? Die Neugier auf diese Welt, aber die Standorte ändern sich!

persönliches Lernnetzwerk

persönliches Lernnetzwerk

Der letzte Blogeintrag ist nun schon eine Weile (mehrere Monate) her.Nicht ohne Grund, denn in dieser Zeit hat sich bei mir einiges getan!

Diese Veränderungen haben aufgrund ihrer Größe zwingendermaßen große und schnelle Auswirkungen auf die Gestaltung meines Selbst. Aus diesem Grunde fiel es mir schwer Artikel zu schreiben, da ich nicht mehr wusste, von welchem Standpunkt ich ausgehen sollte. Auch jetzt nutze ich diesen Blogeintrag dazu mit der neuen Standortbestimmung endlich anzufangen.

Was hat sich getan?

1. Entscheidung: Ich habe mich dazu entschieden, meine Dissertationsvorhaben vorerst „auf Eis zu legen“. Der Entschluss fiel mir schwer, aber ich musste einsehen, dass der Aufbau eines Unternehmens, sich nicht mit diesem Vorhaben vereinbaren ließ. Ich hoffe auf später, wenn das Unternehmen von selbst läuft (;)), mein Dissertationsvorhaben neu aufnehmen zu können.

2. Entscheidung: Den Schwerpunkt meiner Selbständigkeit habe ich verlagert. War ich vorher noch viel als Medienpädagogin an Schulen, Vereinen, zu Kindergeburtstagen und anderen Jugend- und Kindereinrichtungen unterwegs, so stecke ich jetzt meine Kraft in den Aufbau eines Startups. Durch die Streuung meiner Tätigkeiten (educaching, Elternabende zu sozialen Netzwerken, Workshops zu Cybermobbing, Weiterbildungen in der Anwendung von Suchmaschinen etc. , also fast klassische medienpädagogische Arbeit) hatte ich gehofft, schlechte Tage mit anderen Aufträgen ausgleichen zu können. Von daher hoffe ich, dass es die richtige Entscheidung ist, sich auf ein Projekt zu konzentrieren. Wichtig ist diese Konzentration daher, um gezielter und effektiver das Startup umsetzen zu können. Denn aufgrund anderer Aufträge kleckerte das Startup in den letzten Wochen eher vor sich hin.

3. Entscheidung: Der geografische Standort hat sich um mehrere hundert Kilometer verlagert.

4. Entscheidung: Meine Haarfarbe hat sich geändert, aber das war eher Zufall 😉

bildungstheoretischer Hintergrund

Mit diesen Veränderungen, schweifen meine Gedanken um die Auswirkungen dieser Änderungen auf mich selbst. Lothar Krappmann  (Philosoph und Soziologe) stellt fest, dass sich die eigene Identität durch Interaktionen mit seiner Umwelt, in jeder Situation verändert.
Bei meinem Besuch auf der diesjährigen re:publica  (#rp13) werde ich durch die Session von @lisarosa  „Lernen lernen lernen mit dem persönlichen Lernnetzwerk. Wie im digitalen Zeitalter eigensinnig und gemeinsam gelernt wird.“ (Eine Zusammenfassung der Session findet man auf ihrem Blog: shiftingschool) ermutigt, mich nach meinem neuen Lernnetzwerk zu fragen. Lisa Rosas Vortrag setzt sich allgemein mit den Veränderungen des Lernens auseinander. Unser Lernen heute orientiert sich an Netzprinzipien (offen, überall, immer, verknüpft, multiperspektivisch-intersubjektiv, selbstgesteuert, personalisiert).

Lisa Rosa greift auf den Kulturanthroplogen Michael Wesch zurück, der zu verstehen gab, dass in einer Welt mit unendlichen Informationen, der Mensch im Lernprozess immer erst nach dem „Warum“ fragen sollte. „Warum soll ich das lernen? “ Nachdem er sich darüber klar geworden ist und das Warum als Lernziel (Sinn) definiert hat, kann der Lernende nach dem „Wie“ fragen. „Wie kann ich das Lernziel erreichen?“, bevor er sich mit den konkreten Inhalten, dem „Was“ auseinandersetzt.
Drei Komponenten des Lernens sind nach Lisa Rosa heute notwendig. Ich habe diese Komponenten in der Abbildung meines eigenen persönlichen Lernnetzwerkes mitaufgegriffen:

1. Interiorisieren = sammeln und verarbeiten = verstehen

Um mein Wissen ständig in Frage und in neuen Kontexten zustellen, muss ich mein Wissen interiorisieren. Wissen bzw. Informationen verinnerliche ich mir, wenn ich mich in einem sich ständig wiederholendem Prozess mich mit ihnen in neuen Kontexten auseinandersetze. Hierbei helfen mir technische Tools, in denen ich Informationen und Wissen, wie in Feed-Reader, Videokanäle, Social Bookmarking, Dropbox, Evernote etc. sammeln und verarbeiten kann.

2. Exteriorisieren = produzieren und publizieren = konstruieren

Wissen immer wieder in neuen Kontexten zu stellen und daraus zu lernen ist von prozesshaften Charakter. Dabei kann die Wissensaneignung nie abgeschlossen sein. Neue Kontexte stellen erworbenes Wissen wieder neu in Frage und vor neuen Herausforderungen. Hierbei helfen mir Tools, ‚Momentaufnahmen‘ des eigenen Wissens in diesem prozesshaften Vorgehen für spätere weiterführende Reflektionen festzuhalten, wie bspw. in einem Blog, Wiki, YouTube, Flickr, Slidshare, Prezi, etc.

3. Dialog = teilen und zusammenfassen = vernetzen

In einem permanenten Austausch erfährt Wissen eine Öffnung nach außen. Wissen wird von anderen in neue Kontexte gestellt und geprüft. In einem Austausch wird Wissen erweitert. Mit der Auseinandersetzung der Erweiterung werden neue Kompetenzen in dem Prozess des Exteriorierens und Interiorisierens erlernt.

(P.S. Ich glaube während des Schreibens festzustellen, dass Lernen und Informationen / Wissen noch viel deutlicher voneinander getrennt werden müssten.)

Zusammenfassende Aussagen:

  • Lernplattformen werden sozial.
  • Lernen wird als sozialer Prozess betrachtet.
  • Im Lernprozess setzt man sich mit seiner Umwelt auseinander.
  • Ein Lernprozess besteht aus Interaktionen mit anderen Personen.
  • Die Lernumgebung ist nach außen geöffnet und selbstbestimmbar.

PLN / PLE

Vor 1 ½ Jahren entwarf ich schon einmal eine PLE. In der erneuten Auseinandersetzung mit ihr und in dem Zusammenhang der Reflexion, welche Auswirkungen die aufgeführten Veränderungen auf mein Blog haben, muss ich der Kritik von Jochen Robes (aufgeführt in seinem Weiterbildungsblog im Artikel vom 19.12.2012 „ Some Observations on PLE Diagrams„) zustimmen. Sein Artikel beruht auf den gleichnamigen Artikel des Blogs edtechpost.ca . Meine bisherige PLE war Toolorientiert. Es fehlten die Methoden bzw. Instrumente, sich dem gewünschtem Ziel zu nähern oder Lernpfade zu identifizieren.
Das Ziel definiere ich neu. Der Schwerpunkt meines Lernens sollen zukünftig Themen rund um die mobile Rundreise sein. Dazu zählen nicht nur Themen aus dem mobilen Entwicklungsbereich, sondern auch das eigene „Unterwegssein“. Ich kann mir vorstellen über diese Themen in Form von Fotos, Berichten, Anekdoten, Videos, Interviews und Netzwerken, mich mitzuteilen.

Ich bin gespannt 🙂

Empfehlung: Veränderung der Gesellschaft (Lernansätze) nach Günther Dücks Vortrag auf der re:publica