„Computerspiele töten nicht“

Die Junge Union (JU) Leipzig begrüßt die Verabschiedung eines Antrages zum Thema Jugendschutz und Computerspiele auf dem Landestag der Jungen Union Sachsen & Niederschlesien am vergangenen Wochenende.

„Wir sprechen uns damit gegen jede weitere Verschärfung der Gesetzeslage zu Computerspielen aus.“ sagte Johanna Lippold, Vorsitzende der Jungen Union (JU) Leipzig. Der entsprechende Antrag aus den Kreisverbände Leipzig, Dresden und Zwickau ist mit überwältigender Mehrheit verabschiedet worden. [PI]

http://www.ju-leipzig.de/presse/070514_computerspiele.shtml

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Es war einmal …

Zu jener Zeit, als die Menschen noch an die Boten weit entfernter Götter glaubten und sie sich zu Gemeinschaften zusammenschlossen, um diesen Göttern durch Nachahmung zu huldigen … in diesen längst vergangenen Zeiten, fanden sich die Mutigsten unter ihnen, sich zusammen, um alljährlich eine strapaziöse Pilgerreise auf sich zu nehmen, um denen zu huldigen, die sie zusammengebracht haben.

Sie strotzten den Gefahren der Verwirrungen des Weges und ließen sich nicht von den Verlockungen der am Wegesrand befindlichen Verführungen in die Irre leiten. Mutig begaben sie sich auf die beschwerliche Reise. Einige von Ihnen schlossen sich in Gruppen zusammen, um gemeinsam den herausfordernden Weg zu meistern und sich gegenseitig vor den Verlockungen des falschen Weges zu schützen. Doch mancher Wagemutiger versuchte, alleine von weither den rechten Weg beizubehalten.

Der Zeitpunkt einer solchen Zusammenkunft war gut gewählt. Galt Pfingsten doch jeher im Volke und im traditionellen Glauben als eine magische Zeit, in der man gemeinsam und den aus allen Himmelsrichtungen herangeeilten Gläubigen an einem Ort vereinte, um die alten störenden Geister des Unglaubens zu vertreiben. Jene Geister, die den Glauben an die Götter der Sterne ins Wanken brachten, wurden alljährlich, so ist es in der Geschichte überliefert, gemeinsam vertrieben.

Zusammen, berauscht und gestärkt durch die Zelebration gemeinschaftlicher Stärke, wurde gegen die bösen Geister gekämpft. Gemeinsam wurde der heilige Rauch der Wasserpfeife empfacht, Ungläubigen Streiche gespielt, ein reinigender Spaziergang oder ein läuterndes alkoholisches Bad in der Menge durchgeführt, stets mit dem Ziel, den Zweifelnden zurück auf dem Pfad der Bekehrung zu holen.
Nachdem die auch die letzte Möglichkeit der Läuterung, der Nacht vor dem Sonntag zum Montag, der im Volk auch als „Unruhnacht“ bezeichnet wird, überlebt war, konnte man mit gefestigtem Glauben die Heimreise antreten. Die am Pfingstwochenende gepriesenen Götter der Sterne schenkten ihnen aus Dank und Güte einen Heimweg, der sich sehr viel leichter gestaltete, als die beschwerliche Hinreise. Mit dem göttlichen Geschenk der guten Laune und einem erstarkten Gemeinschaftsgefühl wirkte die Heimreise oft viel kürzer.

Und nun ist es wieder soweit, den Brauch der Urahnen aufleben zu lassen. Am Freitag werden sich wieder Wagemutige auf den beschwerlichen Weg der Gemeinschaft begeben, um dann hoffentlich wie all die Jahre davor mit neuer Kraft und Freude zurückzukommen.
Denn eins ist allen Gläubigen gemeinsam, den Urahnen und den heutigen Gläubigen, sie alle dienen dem gemeinsamen Gedanken Star Treks, indem sie an seinem Gedankengebäude teilnehmen, ob in reiner oder abgewandelter Form. Sie alle sind durch diesen Glauben für immer miteinander verbunden, den sie zu Pfingsten immer wieder bestärken und erneuern.

Von dem Versuch einer Community sich den Entwicklungen des Webs anzupassen (Das Blog in seiner Funktion als Forschertagebuch)

Ein weiteres Problem beschäftigt mich zurzeit.

Um die Aktivitäten im Web, speziell Communitys, besser verfolgen zu können und deren Umgang mit neuen Herausforderungen zu beobachten, habe ich mich einer Community als teilnehmender Beobachter angeschlossen.
Für meine Magisterarbeit war sie eine von drei Fundamenten. Für meine weiteren Forschungen ist diese Community von geringerer Bedeutung. Allerdings ist sie, nach nun zwei Jahren Aktivität ein Bestandteil in meinem Leben geworden. Ob ich Freunde getroffen habe, mag ich an dieser Stelle nicht beurteilen, zumindestens habe ich interessante Menschen kennen gelernt, mit denen ich mich gern ab und zu in regelmäßigen Abständen treffe.

Diese Community (zumindest einige Mitglieder) sind wohl zu der Meinung gekommen, dass die Community besser Überlebenschancen in der Evolution des Webs hätte, wenn sie sich den neuen Anforderungen des Webs anpassen könnte. Vor dieser „Erkenntnis“ habe ich mich die ganze Zeit gefürchtet, weil die Mitglieder der Community (zumindest einige) von meinen forschenden Aktivitäten wissen und ich nun aufgefordert werde bei diesem nächstens Schritt der Evolution Beihilfe zu leisten.

Der Konflikt in mir in mir besteht in der Frage, nach meiner Rolle. Als klassischer Wissenschaftler sollte ich mich auf der Ebene der teilnehmenden Beobachtung bewegen. D.h., um es pointiert darzustellen, entweder schau ich der Community beim „Sterben“ zu oder beobachte interessante Techniken der Anpassung.
Andererseits könnte es auch ein interessantes Experiment sein, an genau dieser Entwicklung mitzuarbeiten. In diesem Falle könnte ich den Umgang mit der „sozialen Technik“ und deren Wirkung effektiver erlernen. Könnte man mir später vorwerfen, dass ich zu nahe am Forschungsfeld sei? Besteht das Web aber nicht in genau jener Partizipation? Muss ich, um das Web zu verstehen am Web und deren Gruppen partizipieren? Müsste man teilnehmende Beobachtung in diesem Sinne an das Forschungsfeld Web anpassen?

Und was ist, wenn die Community in der Evolution des Webs weiter bestehen bleibt? Die Zahl der Communitys wird eher zurückgehen und vielleicht will die ÖSF den Kampf der Auslese der überlebenden Communitys gewinnen? Mit der Entwicklung des Fernsehers glaubte man auch, dass das Kino mit der Zeit nicht mehr existieren würde. Und doch, das Kino existiert noch heute! Allerdings ist das Video nur noch für Sammler interessant, da die DVD sie vollkommen verdrängt hat. Tonbandkassetten sind heute ebenfalls in den Hintergrund geraten und wohl bald nicht mehr existent. Ist die Community an sich eher mit dem Kino oder mit einer Videokassette in diesem Kontext zu vergleichen?

Des Weiteren weiß ich nicht, ob dieser Evolutionssprung überhaupt möglich ist. Das „Herz“ einer Community schlägt in einem ganz anderem Takt, als das „Herz“ einer „partizipativen und kollaborativen virtuellen Gemeinschaft“, dass was im Web gerade als „social web“ bezeichnet wird.

Darstellung meiner momentan vorherrschenden aber einseitigen Gefühle zum Thema: Medien – Bildung – Kirche

Der nachfolgender Blog gibt meine momentane sehr einseitige Gefühlslage wieder. In den nächsten Tagen versuche ich, eine annähernd wissenschaftliche Darstellung einzubringen.

Lange überlege ich nun schon, ob ich mich einer Religion anschließen möchte. Dabei habe ich die letzten Monate immer wieder darüber nachgedacht, ob der Glaube an die Ideen des Christentums wirklich hinreichend ist.

Gründe dafür gibt es genug, allerdings genauso viele, wie es Gründe dagegen gibt. Mittlerweile erstarre ich in der Entscheidungslosigkeit.

In den letzten Tagen habe ich mich vermehrt mit der Geschichte der Medien auseinander setzen müssen. Meine Aufmerksamkeit lag vor allem im Transport von den Ideen, jener immateriellen Form an Informationen, die in materiellen Gegenständen gespeichert werden.
Seit dem sind meine Zweifel größer geworden. Warum?

Mit der Erstarkung des Christentums hat die Kirche nicht nur andere Glaubensrichtungen gezielt unterdrückt und verfolgt, sondern auch die aus dem römischen Reich hervorgegangene Bildungsinfrastruktur zerstört. Öffentliche Schulen wurden zurück in die Klöster gelegt. Wer sich von nun an mit Bildung auseinander setzen wollte, musste in die Schule eines Klosters aufgenommen werden. Natürlich wurden die Zöglinge sorgfältig ausgewählt. An öffentlichen Universitäten wurden eigene Leute in eigens gegründeten Instituten untergebracht, die die apologetische Weltsicht propagierten. Eine systematische Verklärung setzte ein, der wir unser heutiges Bild vom Mittelalter verdanken, das wohl mehr von Klischees geprägt ist als von der historischen Realität.

Die Kirche blieb als alleinige Machtinstanz bestehen. Sie entwickelte sich zum Massenmedium, das praktisch die gesamte Bevölkerung beeinflusste. Eine Zensur war nicht notwendig, da es nichts zu zensieren gab, befand sich doch das ganze Wissen in den Händen der Kirche und sie bestimmte, was herausgegeben, bzw. weitergegeben wurde.

Heute betrachten wir die Klöster als einen Ort, an dem ein Schatz, namens Wissen, im Mittelalter überleben konnte. Auch von dieser Funktion hat das Kloster seine positive Bedeutung.
Doch, sie haben alles andere um sich herum systematisch zerstört und erst aus der Zerstörung haben sie ihren „guten Ruf“ erhalten!
Des Weiteren frage ich mich in den letzten Tagen, wo wir heute mit unserem Wissen wären, wenn die Kirche im Mittelalter nicht so verdammt viel zerstört hätte? Hätten wir keine so großen Probleme mit unserer Moral heute? Sicher sind das alles spekulative Fragen, die einen nur grübeln lassen und nicht weiterhelfen.

Wir, in Deutschland, haben einen ganz speziellen Umgang mit Wissen und deren Speichermedien. Allein das Wort „Bücherverbrennung“ löst bei mir Gänsehaut aus. Obwohl ich an anderer Stelle immer wieder gern auf manch` übertriebenen Umgang, den Büchern entgegengebracht wird, sogar mit Spott hinweise.
Bildung wird schon immer in unserem Land viel Ehrfurcht entgegengebracht. Stolz sind wir auf das ehemalige Land der Dichter und Denker.

Wenn ich dann davon lese, dass die Kirche unsere Gesellschaft wohl um Jahrhunderte in der Bildung zurückgeworfen hat und ich mich selber als einen Menschen verstehe, der sich mit der Entstehung und Bewahrung von Wissen einsetzt, dann komme ich noch mehr ins Grübeln, ob die Idee, mich zu der christlichen Lehre bekennen zu wollen, eine gute Idee war.

Vielleicht sollte ich beachten, dass man zwischen der Idee des Christentums und der Machtausübern unterscheiden sollte ?

(Quelle: Erik Möller, Die heimliche Medienrevolution: Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern, Heise Zeitschriften Verlag GmbH Co KG, Hannover, 2006)

Alte Herausforderungen und unerwartete Hilfe mit kreativen Techniken neuer Medien in Frankreich?

Wieder aktuell „French Democracy“:

Mit der heutigen Einführung in Form einer prunkvollen Zeremonie im Élyséepalast hat Nicolas Sarkozy seine Aufgaben als Staatspräsident übernommen. Dazu gehört wohl auch, die noch immer politisch aktuelle Debatte der Probleme in den Vorstädten. Er muss sie jedoch nicht allein bewältigen. Unterstützung bekommt er vor Ort von den Jugendlichen, die mittels neuer Kreativitätsmöglichkeiten (Computerspielen) ihrer Stimme Ausdruck geben wollen.
Neue und kreative Kommunikationswege ermöglichen denen, die etwas sagen wollen, auf sich aufmerksam zu machen. Dabei hatte man bei der Entwicklung von Computerspielen beispielsweise nicht an solch` derartige Nutzung gedacht.

Auszug: Umgang mit neuen Medien und einigen geselschaftlichen Symptomen

„Marcel Bartels, Betreiber des beliebten kritischen Mein-Parteibuch.de wirft das Handtuch. Er weiß selber nicht mehr genau, wieviele Abmahnungen er in den letzten 1 1/2 Jahren bekommen hat. Aber damit nicht genug, jetzt wurde er vom, für seine Ignoranz gegenüber dem Internet berühmt-berüchtigten Hamburger Landgericht quasi für vogelfrei erklärt (es können ohne vorhergehende Abmahnung oder Prüfung des Sachverhalts einstweilige Verfügungen erlassen werden) und bekam vom Berliner Landgericht zudem einen Maulkorb verpasst. Das ist so absurd, dass wir hier noch mal ausdrücklich darauf hinweisen müssen, dass Marcel Bartels niemanden beleidigt oder verleumdet, sondern nur kritisch über diverse Geschäftspraktiken etc. berichtet.

Das erschreckende Fazit: Freie Meinungsäußerung wird in Deutschland nicht einfach nur verhindert, sie führt sogar zum finanziellen Ruin. Und immer mehr der angeblich unabhängigen deutschen Gerichte scheinen sich mittlerweile als lobbyistische Interessenvertreter zu verstehen, und nicht mehr länger als unabhängige demokratische Instanz. Im Namen des Volkes! “

Quelle: Rettet das Internet, Mein Parteibuch von Marcel Bartels