Will ich ein faires und grünes Handy?

In der aktuellen Ausgabe der „enorm – Wirtschaft für den Menschen“ (Nr. 1 – April-Mai 2011) greift der Beitrag „Kein Kommentar“  die Frage auf, „Wie grün ist mein Handy?“ Eine Frage, die meiner Ansicht nach in Zukunft immer relevanter und notwendiger wird.

Fast jeder von uns besitzt heute mindestens ein Handy oder Smartphone. 5,1 Mrd Mobilfunkanschlüsse gibt es weltweit bei einer Weltbevölkerung von rund 6,9 Mrd Menschen. (Stand ABI Research 2010) Die Vorteile dieser Vernetzung bringen jedoch auch Nachteile für unsere Umgebung mit sich.

Probleme, die mit der Weiterentwicklung von Handys einhergehen werden:

  • Rohstoffgewinnung: Ein Handy kann bei den vielen einzelnen Komponenten (bis zu 1000)  giftige Schwermetalle wie Blei, Kadmium und andere gefährliche Chemikalien enthalten. Im Beispielvideo aus der Mediathek des ZDFs wird der Abbau des seltenen Erzes Coltan thematisiert, welches den natürlichen Lebensraum zerstört und Menschenleben fordert.
  • Energieversorgung: Die Zahl der mobilen Endgeräte wächst rasant und diese müssen mit Energie versorgt werden. Die Energiegrundversorgung unserer Handys wird immer höher als es bei den bisherigen Telefonen notwendig war, wie ich aus eigener Erfahrung gelernt habe. Unsere Handys können immer mehr und immer komplexere und hochqualitativere Dinge, welches den Energieverbrauch beeinflusst.
  • Müllproblem: Zudem liegt die durchschnittliche Lebensdauer eines Handys bei etwa 2,4 Jahren und nur wenige Verbrauer recyceln ihr Telefon. Die Müllberge / Schrottberge werden uns noch herausfordern. (Weiterführung zum Artikel von Greenpeace: „Computer und Handys vergiften die Armen“)

Ein Markt für ökosoziale Handys existiert trotz dieser Probleme noch nicht. Die Prioritäten der Nutzer lassen sich vielmehr in Merkmalen, wie Design, Benutzeroberfläche oder Features bzw. der Marke finden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ein Ranking entwickelt, das Elektronikhersteller nach der Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte bewertet. Die Organisation untersucht dabei sowohl Handyhersteller als auch Computerproduzenten.

Ende des Jahres soll laut „enorm“ ein universell verwendbares Ladegerät herausgegeben werden. Das wäre dann nicht nur eine Erleichterung für den Benutzer, sondern auch für die globalen Müllhalden.

„Enorm“ geht in seinem Artikel genauer auf das iPhone ein, bei dem ein Abgrund klaffen soll zwischen Schein und Sein. Der Konsument werde von einer Ästhetik der Einfachheit geblendet.

Das Projekt „Make it fair“ will auf momentane Missstände der Handyherstellung- und Verbreitung aufmerksam machen und bietet über den eigenen Webauftritt Möglichkeiten für jeden Interessierten an, sich aktiv für „grüne Handys“ einzusetzen.

Weiterführend finde ich folgende Slideshow noch interessant:

Dead Drops – geheime Briefkästen im öffentlichen Raum laden zum filesharing ein

Eine weitere Spielvariante des Geocachings hat sich in den letzten Monaten entwickelt, genannt wird diese Entwicklung „Dead Drops“. „Dead Drops“ sind tote Briefkästen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie nur dem Absender und dem Empfänger bekannt sind.  An leicht zugänglichen, aber unauffälligen Orten im öffentlichen Raum könnt ihr kleine  USB Sticks finden, die in Wände, Gebäude oder Kantsteine eingebaut sind. Findet ihr so einen USB-Stick, könnt ihr euren Laptop daran anschließen und Offline Peer-to-Peer Filesharing betreiben.

Ursprung:

Das Besondere daran ist die Idee eines anonymen peer to peer filesharing- Netzwerks, die 2010 aus einem Projekt der Eyebeam Art in New York vom Medienlünstler Aram Bartholl (Wikipedia)  entstanden sein soll. Die auf dem Stick befindlichen Musik-, Video- oder Bilddateien werden jedem zur Verfügung gestellt. Die Idee, die dahinter steht wird im eigenen Dead-Drop Manifest deutlich:

„Befreie deine Daten für die Allgemeinheit in Zement! Installiere noch Heute deinen eigenen Dead Drop! Befreie deine Daten aus der Cloud, jetzt!!“ (Quelle)

Kritische Gedanken:

Schön finde ich daran den Gedanken des öffentlichen Raums.

„Ein ‘Dead Drop’ muss öffentlich zugänglich sein. Ein ‘Dead Drop’ in geschlossenen Gebäuden oder auf Privatgrundstücken mit eingeschränktem oder zeitlich begrenztem Zutritt ist kein ‘Dead Drop’.“

An diesem Punkt unterscheidet kann sich ein „Dead Drop“ von einem „GeoCache“ unterscheiden. Ist ein „Dead Drop“ für jeden jederzeit und leicht zugänglich, so müssen für bestimmte Caches Fähigkeiten und Fertigkeiten mitgebracht werden, über die nicht jeder verfügt. Weswegen ich einen Cache eher spielerisch verstehe. Ein „Dead Drop“ regt den Diskurs über unser gesellschaftliches Verständnis von Öffentlichkeit an.

Allerdings bin ich vorerst noch ein wenig skeptisch, da ich mich des Gefühls nicht erwehren kann, dass sich vielleicht auf dem „Dead Drop“ Dateien befinden können, die meinem Computer schaden. An dieser Selle hilft wohl ein kompetener Umgang mit dem Laptop ;).

Wo könnt ihr „Dead Drops“ finden?

Auf einer eigens dafür angelegten Karte werden die Orte für „Dead Drops“ gesammelt:

In Leipzig befinden sich zwei „Dead Drops“

1.    Rossplatz 8; 51.33610 N 12.38050 E

2.    Rennbahnsteg; 51.32770 N 12.35920 E

 

Dead Drops ‚How to‘ – NYC from aram bartholl on Vimeo.