Formate von Social Media Guidelines

In dem Artikel: „Welche Konflikte können bei der Nutzung von Social Media Accounts entstehen?“ bin ich kurz auf Social Media Guidelines eingegangen, die gerne von Organisationen für ihre Mitarbeiter entwickelt werden.

Durch Marcel Kirchner bin ich heute auf das Blog von Andreas Krönke neugierig geworden, welches er als Notiz“zettel“ für seine Masterarbeit an der TU Ilmenau einsetzt.  Dort weist er in einem der ersten Artikel auf das bestehende „Social-Media-Prisma„, welches von ethority grafisch aufgearbeitet wurde, hin.

Das Social-Media-Prisma gibt das nach außen gerichtete Spannungsfeld der Organisatoren wieder, in dem sich die Mitarbeiter einer Organisation bewegen. Immer wieder kommt es zu Fehlhandlungen, weil die Mitarbeiter die nach außen in die Öffentlichkeit gerichtete Dynamik noch nicht durchdrungen haben. Ein aktuelles Beispiel gibt Sascha Lobo in seinem Blog „zu Schlecker“ wieder.

Unternehmen versuchen aus diesem Grunde Social Media Guidelines zu entwerfen, welche sie ihren Mitarbeitern als Handreichung auf dem Weg der Auseinandersetzung mit Social Media mitgeben wollen.

Christian Buggisch hat sich die Zeit genommen und verschiedene deutschsprachige Social Media Guidelines gesammelt. „Sie enthält Beispiele von großen und kleinen Unternehmen, von Städten, Bibliotheken, karitativen Einrichtungen, Museen und vielem mehr.“
Interessant ist, das sehr viele Social Media Guidelines via PDF verteilt werden, wie bspw.:

PDF-Formate empfinde ich selbst als nicht das beste Medium, um Social Media Guidelines zu verbreiten. Sie selbst lassen keine Form der Interaktion zu.

Aus diesem Grunde sind für mich Social Media Guidelines, welche beispielsweise in Form von Artikeln in Blogs mit Diskussions- und Weitergabemöglichkeit wesentlich interessanter. Beispiele dazu wären:

Besonders kreativ ist die Guideline von Tchibo, welche per Video umgesetzt wurde.

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Welche Konflikte können bei einer Nutzung von Social Media Account von Firmen und Mitarbeitern entstehen?

Immer mehr Unternehmen verwenden Social Media Plattformen, um mit ihren Kunden, Kooperationspartnern und anderen in Kontakt zu bleiben. Unternehmen präsentieren sich beispielsweise auf Facebook und Twitter, indem Mitarbeiter über einen privaten Account kommunizieren.

Oft geschieht diese Kommunikation leider noch nicht in der gewünschten professionellen Form. Um diese Accounts zu pflegen, werden oft mehrere interessierte Mitarbeiter gewonnen, die für ihr Unternehmen die Schnittstelle nach „außen“ bilden. Was auf den ersten Blick in unseren Zeiten sehr normal wirkt, enthält jedoch sehr viel Zündstoff. Laut Computerbild handelt es sich um einen schmalen Grat, was der Mitarbeiter darf und nicht darf.
Stellt man sich mal vor, dass eines der „Gesichter des Unternehmens“ die Firma verlässt, können leicht mehrere hunderte Follower verloren gehen. Oft versuchen sich Unternehmen durch sogenannte Konkurrenzausschlussklauseln, die im Arbeitsvertrag unterzeichnet wurden, abzusichern. Das bedeutet: Der ehemalige Mitarbeiter darf eine bestimmte Zeit nicht in derselben Branche tätig sein, wenn er das Unternehmen wechselt.

Fundstück: Ein Mitarbeiter übergibt seine Kündigung mit musikalischer Begleitung und stellt das Video auf Youtube ein.

Wie kann ein Unternehmen damit umgehen?

Die wahrscheinlich simpelste Lösung bestände darin, dass diese Mitarbeiter eines Unternehmens, die über Social Media Accounts nach außen kommunizieren, keine privaten Accounts auf den jeweiligen Plattformen anlegen dürfen. Wie ich herausgefunden habe, handelt es sich hierbei jedoch um ein sittenwidriges Rechtsgeschäft, nach Paragraph 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Aus diesem Grunde versuchen Unternehmen Social-Media-Guidelines zu entwerfen, die meinen Beobachtungen nach aber überschaubare Halbwertzeiten aufweisen.

Des Weiteren kann ein Unternehmen einem motivierten Mitarbeiter kaum davon abhalten, über sein Unternehmen nach außen zu kommunizieren. Warum sollte er auch? PR von einem Mitarbeiter, der sich mit seinem Unternehmen identifiziert hat, ist sehr wertvoll.
Postet ein Mitarbeiter nun jedoch überwiegend über seine Arbeit und hat in seinem Profil auch noch seine Stellung in der Firma gelistet, entsteht bei den Lesern schnell der Eindruck, dass es sich bei diesem Social Media Account um einen offiziellen Account des Unternehmens handelt. In solchen Situationen wäre dann wohl das Gespräch mit dem Mitarbeiter zu suchen und ihn für diesen Sachverhalt zu sensibilisieren. Vielleicht kann dieser motivierte Mitarbeiter zusätzlich für die Pflege des offiziellen Social Media Accounts gewonnen werden, wo man dann in seinem Arbeitsvertrag zusätzlich festhalten kann, dass News über ein Unternehmen nur in dem offiziellen Social Media Account gepostet werden dürfen. Alles anderes könnte daraufhin als Vertragsbruch auslegen.

Um mögliche Konfliktsituationen zu vermeiden, sollten:

  1. Unternehmen über einen offiziellen Firmen-Account verfügen.
  2. in Gesprächen, Schulungen etc. Mitarbeiter eines Unternehmens für mögliche Konfliktsituationen im Umgang mit Social Media Accounts sensibilisieren.
  3. die Social Media Nutzung im Arbeitsvertrag festgeschrieben werden. Rechtlich ist diese Festschreibung jedoch nur für Angestellte, welche explizit für Social Media Aktivitäten eingestellt wurden, durchsetzbar. Allen anderen Angestellten darf die Organisation die Kommunikation nicht verbieten

In einer Blogsprechstunde informiert Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt mit Social Media Spezialisierung beispielsweise auch, wem die Forenbeiträge in einem Forum gehören. Weiterhin informiert Carsten Ulbricht auf seinem Blog und Twitteraccount über weitere Herausforderungen der Unternehmen im Social Media Bereich.

Spielchen für Statistiker auf fanpages

In den letzten Tagen sind mir zwei Veränderungen auf Facebook aufgefallen. Dort, wo man früher auf fanpages die Anzahl der „Fans“ fand, können weitere statistische Spielereien gefunden werden.

  1. „… unterhalten sich darüber“
  2. „… waren hier“

In einem Screenshot habe ich beide zusätzlichen Felder hervorgehoben.

 

 

 

 

 

 

Statistikwert: „…. Unterhalten sich darüber“

Der Wert „… unterhalten sich darüber“ wird täglich aus den Interaktionen der letzten sieben Tage mit einer Seite berechnet (nicht nur auf der fanpage selbst). Kommentare, Beiträge, Likes, Checkins, Markierungen, geteilte Beiträge, Tagging, etc. werden bei dieser Bewertung berücksichtigt.

Dazu erklärt Facebook:

“Mit den neuen Statistiken für Seiten unterstreicht Facebook die Wichtigkeit von Seiten-Inhalten, die geteilt werden. (…) Facebook hat ein neues Statistik-Tool für Seiten eingeführt, mit dem alle Seiten auf Facebook (…) nun die Möglichkeit haben, wie nie zuvor den Wert von „sozialem Gefallen“ zu messen – und entsprechend zu agieren. Als Teil dieser Ankündigung wird der neue Indikator „Unterhalten sich darüber“ öffentlich sichtbar sein und auf jeder Seite unterhalb von „XX Personen gefällt das“ erscheinen.So wird angezeigt, wie viele Unterhaltungen sich um diese Marken- oder Unternehmensseite drehen.

(…) Zudem wird es Nutzern helfen, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie relevant, engagiert und interessant eine Seite ist, wenn sie neue Seiten auf Facebook entdecken und sich mit ihnen verknüpfen.

Wenn Nutzern nun eine Seite gefällt, sie Statusmeldungen einer Marke kommentieren oder teilen, fließen all diese Aktivitäten in „Unterhalten sich darüber“ ein. Jede Aktivität, die als Geschichte in die Neuigkeiten der Freunde angezeigt werden kann, fließt in diese „Unterhaltungen“ mit ein. Dazu zählen also auch zum Beispiel Besuche, Markierungen, Fragen oder Veranstaltungen.

Ziel ist es, Marken zu zeigen, wie sie Menschen mehr Gelegenheiten anbieten können, sich über ihre Seite/Marke zu unterhalten. Wir glauben, dass dies der Schlüssel dazu ist, Markenbotschaften immer mehr Menschen nahe zu bringen.”

Ob es sich dabei tatsächlich um neue Zahlen handelt, bezweifele ich. Jeder Administrator einer fanpage konnte schon vorher die Statistiken, welche Interaktionen mit und auf der fanpage widergeben, einsehen. Nur jetzt sind diese Zahlen öffentlich. Allerdings finde ich diesen Schritt in die Öffentlichkeit begrüßenswert. Allzu ernst sollte man diese Zahlen jedoch nicht nehmen, sondern, wie all die anderen Informationen aus dem Web in seinen Zusammenhängen sehen, in denen sie eingebettet sind.

Meiner Meinung nach, sollten die neuen Statistikwerte als Spielerei verstanden werden, mit denen Gespräche und Interaktionen angeregt werden sollen. Ebenso fassen auch die Artikel zu diesem Thema auf dem Blog von Schwindt-PR und Internetwarriors (Sandra  Markert) ihre Erkenntnisse zusammen. Dennoch ist es für Seiten mit vielen Fans einfacher, für den neuen Wert eine höhere Zahl zu erreichen. Hier entsteht dann für neue Seiten oder Seiten mit wenigen Fans/Nutzern dasselbe Problem wie beim Edge Rank: Seiten die ohnehin schon gut laufen, werden vor kleineren Seiten bevorzugt…

“Diese Neuerung wird Marketing-Experten und Seiten-Administratoren dabei helfen zu verstehen, wie sie mit ihren Inhalten zu noch mehr Interaktion und zum Teilen aufrufen können und somit auch eine höhere Reichweite für ihre Botschaften auf Facebook erzielen.”

so Facebook.

Die Anzeige der Interaktionsrate bringt eine Reihe von Vorteilen für Fanpage-Betreiber und für Fans:

  • Es ist leicht erkennbar, wenn „Gefällt mir“ – Zahlen z.B. durch Gewinnspiele künstlich gepusht wurden und eine Seite in Wahrheit eher uninteressant ist
  • Interessante Seiten sind über das Verhältnis Fans: Interaktionsrate nun deutlich leichter zu identifizieren.
  • Für Fanpage Betreiber steht mit der Neuerung ein zusätzliches Statistiktool bereit, das hilft die eigenen Kampagnen besser zu optimieren. (Matthias Gläßner auf Seitenreport)

Ich habe einige fanpages aus dem deutschsprachigen Raum, bezüglich dieses neuen Interaktionswertes, miteinander verglichen. (Stand: 20.10.2011 – 10:00 Uhr) In dem Interaktionsquotienten wird nachfolgend nur der Statistikwert „… unterhalten sich darüber“ berücksichtigt.

fanpage

Fans

Unterhalten sich darüber

Interaktion

Waren hier

Radio 1 18.873 1.499 7,9 % 29
Dritte Generation Ostdeutschand 689 54 7,8 %
L-iz 3.210 68 2,1 %
bpb 8.759 198 2,3 % 7
LVZ-Online 3.026 666 2,2 %
Chaussee der Enthusiasten 1.891 27 1,4 %
Kreatives Leipzig 1.942 135 7 %
Medienpädagogik Praxis-Blog 1.341 158 11,8 %
FAZ.NET – Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.564 1.251 4,4 % 86
ZDF heute 87.915 2.150 2,4 % 13
XtraX Undergroundfashion 6.702 408 6,1 %
Zoo Leipzig 15.073 819 5,4 % 7.574 (50,2 %)

Bei einem Vergleich der Zahlen fällt besonders das Medienpädagogik Praxis-Blog auf. Mit einer hohen Interaktionsrate von 11,8 % scheint die fanpage ihre Fans mit regelmäßigen Postings zu Interaktionen anzuregen. Die fanpage der Chaussee der Enthusiasten hingegen beherbergt hingegen viele „Karteileichen“, die sich nicht an den Interaktionen beteiligen. Wie die unterschiedlichen Interaktionsarten miteinander zu einer aussagekräftigen Zahl zu kombinieren, wäre spannend. Wenn man sich den Interaktionswert der fanpage des Zoos-Leipzig betrachtet, der ausschließlich aus der Zahl „… unterhalten sich darüber“ errechnet wurde und mit dem Interaktionswert „… waren hier“ vergleicht, wird deutlich, dass die „Statistikmaske“ abgewogen werden muss.

Auch wenn diese Statistikzahlen nicht überbewertet werden sollten, die Interaktionen könnten beispielsweise auf der eigenen angebotenen Website, als über Facebook, stattfinden, stellen die Zahlen Tendenzen dar, die etwas über die Qualität der fanpage andeuten können. Statistikzahlen sind spannend und interessant, laden sie einen doch zum interpretieren und jonglieren ein, wie es Christian Spannagel, immer mal wieder auf seinem Blog, wie beispielsweise in seinem Artikel „Geburtenzahlen in Schwetzingen“ heraushebt.

Statistikwert: „… waren hier“

Auf die Anzeige „… waren hier“ bin ich auf meiner Reise nach Karlsruhe (dazu folgender Blogartikel) aufmerksam geworden. Mein Anschlusszug nach Karlsruhe, sollte mit einer Verspätung  von 20 Minuten, in den Hauptbahnhof von Frankfurt / Main eintreffen. Nur wie sollte ich mir die Zeit bis dahin vertreiben? Sollte ich tatsächlich mein sicheres Fleckchen am Bahnsteig aufgeben, um noch einmal den Versuch nach einem Kaffee zu starten? Nur Minuten vorher, hatte mich der Verkäufer, nachdem ich ihm meinen Wunsch mitgeteilt hatte, übersehen.

Ich beschloss, mich ein wenig mehr mit meinem Handy auseinanderzusetzen. Auf Facebook wollte ich mich im Hauptbahnhof Frankfurt / Main markieren und bin dabei überraschend auf die Anzeige „… waren hier“ gestoßen. Verblüfft war ich auch darüber, dass mir das genaue Datum von Freunden und diesem Aufenthaltsort angezeigt wurde. (Ein Grund mehr in der Wahl seiner Freunde vorsichtig zu sein, sonst könnte das hier mit euch geschehen.)

Die Anzahl der Besucher der fanpage, die über ihr mobiles Smartphone angegeben haben, dass sie sich tatsächlich an diesem Ort befinden, wird angezeigt. Das funktioniert aber nur, wenn die Seite als Ort angegeben wurde.

Abschalten lassen sich sie beide Statistikwerte nicht.

 

9. Wissensmanagment-Symposium in Karlsruhe: Faszination Social Media?

Das Poken auf dem Schreibtisch meines Hotelzimmers lacht mir entgegen. Es wartet auf seinen Einsatz bei dem 9. Wissensmanagement-Symposium unter dem Motto „Faszination Social Media?“ in Karlsruhe. Ich bezweifele, dass dieses sehr nützliche und zugleich lustige  Gadget seinen Einsatz finden wird. Wie einfach und umfangreicher, wenn auch verspielter ist der Austausch der Kontaktdaten, wenn zwei Poken aneinander gehalten werden? Daneben liegen meine Visitenkarten, ein klassisches Werkzeug, um den Erstkontakt zwischen zwei Personen herzustellen. Beiden Möglichkeiten des Kontaktaustauschs liegen jeweils unterschiedliche Ansätze zu Grunde. Das Poken und die Visitenkarten im silbernen Etui,  gleiten in meine Tasche. Mein Handy, so vermute ich, wird wohl das wichtigste Werkzeug in den nächsten Stunden sein. Über Twitter, so habe ich mir vorgenommen, werde ich meine eigenen Aufzeichnungen, Gedanken und Schwerpunkte festhalten und zugleich an Interessierte weitergeben. Ich bin gespannt.

Vor Ort ist die Stimmung herzlich und offen. Schnell werden Gesprächspartner gefunden. Der Gastgeber begrüßt mit ansteckend guter Laune seine Gäste mal persönlich, mal in Gruppen und auf jeden Fall in der Eröffnung des Symposiums übergreifend.

Im Eröffnungsvortrag wird bereits die Notwendigkeit, Social Media thematisch für Organisationen im Zusammenhang mit Wissensmanagement zu formulieren, deutlich. Hans Wüthrich referiert über soziale Netze als Inspiration für die Organisation der Zukunft. Er gibt von Anfang an preis, dass sich sein Vortrag inhaltlich in den letzten Jahren kaum gewandelt hat und wird dafür auf der Stelle kritisiert. Ich selbst verstehe erst im Laufe des Symposiums, dass sich diese Kritik zum Bumerang entwickeln muss.

Das Publikum selbst verwendet Social Media nur in Ansätzen. Eine Wiederholung erscheint mir daher angebracht. Darüber hinaus zu gehen, empfinde ich als vermessen. Ausschließlich ein überschaubarer Personenkreis kann mich davon überzeugen, Social Media mit seinen Dynamiken verstehen zu wollen. Nur ein Referent hat Twitter zur Vorbereitung seines Workshops genutzt. Simon Dückert (@cogneon) ist mit den Teilnehmern des Symposiums vorab in Kontakt getreten, um den Workshop an diesem Tag in der begrenzten Zeit optimal gestalten zu können. Weiterhin beobachte ich, dass @JoachimNiemeier über eine Social Media Plattform, zeitnah seine Folien des Vortrages „Wissensaustausch in Unternehmen“ zur Verfügung stellt.

Der Eröffnungsvortrag ist sehr gut gewählt, deutet er doch bereits die inhaltlichen Hürden, die während weiterer Vorträge und Workshops herausgearbeitet werden, an. Diese Hürden, die sich vor den Organisationen auftürmen, erreichen ihren Höhepunkt im abschließenden Vortrag von Gunter Dueck. Dabei ist die Frage nach der Freiwilligkeit, Social Media zum Wissensaustausch in Organisationen einzusetzen, der Notwendigkeit gewichen.

Jeder einzelner Vortrag hinterlässt bei mir eine Ahnung von der Komplexität heutiger Zwänge denen Organisationen unterliegen, wenn sie Social Media einsetzen wollen. So müssen beispielsweise Versicherungen berücksichtigt werden, wenn Mitarbeiter Grenzen der bekannten Arbeitsabläufe überschreiten. Die Mitarbeiter verlangen hingegen, dass sich Organisationen verantwortungsvoll mit den Herausforderungen von Social Media auseinandersetzen. Es ist viel leichter als Privatperson Regeln außer Acht zu lassen.

Dennoch vermute ich, sind es nicht nur die außenstehenden Umstände, die den Organisationen den Umgang mit Social Media  erschweren. Vielleicht liegt die Herausforderung darin, dass nach meinem Verständnis, jeder seine eigene Social Media Umgebung finden muss? Vielleicht braucht es Geduld, bis die Einstellung von Social Media in den Köpfen der Anwesenden angekommen ist? Vielleicht bedarf es den pointierten Reden eines Gunter Duecks, um das Publikum zu lenken? Im Grunde genommen fordert er seine Zuhörer dazu auf, mutig und kreativ zum Social Media Experiment voranzuschreiten. Alle Referenten machen deutlich, dass der Einsatz von Social Media eine neue Kultur der Kooperation hervorruft, welche unser aktuelles Verständnis von Regeln, Methoden und messbaren Ergebnissen in Frage stellt. Wir werden von den Vortragenden aufgefordert, uns mit dieser neuen Kultur auseinanderzusetzen und nach einem eigenen Zugang zu Social Media zu suchen.  Joachim Niemeier fordert Organisationen zu Experimenten des Wissensmanagments auf. Klaus North berichtet von erfolgreichen Konzepten, wo Organisationen Vertrauen in ihre Mitarbeiter setzen, Freiräume kreativ zu nutzen. Um Freiräume zu ermöglichen, mussten diese Organisationen ihre starren Strukturen an bestimmten Stellen aufbrechen und somit Regeln und Definitionen neu überdenken. In einer offenen Atmosphäre ist der Mitarbeiter bereit sein Wissen, nach seinen Vorstellungen mit anderen Mitarbeitern zu teilen.

Social Media verändert somit Definitionen. Organisationen werden meiner Ansicht nach, beispielsweise den Begriff des Konkurrenten neu definieren müssen. Was bedeutet es ein Konkurrent zu sein, wenn die Grenzen zwischen Innen und Außen hinterfragt werden? Welche Auswirkung hat das Teilen von Informationen mit anderen Personen, vielleicht sogar der des Konkurrenten? In diesem Zusammenhang sehe ich die Möglichkeit an den aktuellen, übertriebenen und zerstörerischen Modellen von Organisationen, in denen Personen innerhalb einer Organisation gegeneinander in Konkurrenz, ausschließlich wegen einer Profitmaximierung des Unternehmens, stehen, aufzulösen.

Am Ende des Tages habe ich ein paar Visitenkarten vor Ort verteilt. Mein Poken schlummerte dabei die ganze Zeit über in meiner Tasche. Ein bisschen schade, finde ich diese ungleiche Nutzung und ich übe mich in der Fähigkeit der Akzepttanz, dass jeder seine eigenen Werkzeuge wählen kann.

Großen Dank spreche ich an Thomas Sohler und Boris Jäger aus. Beide haben wesentlich dazu beigetragen, dass ich zum Wissenssymposium nach Karlsruhe kommen konnte. Ebenso danke ich den Helfern, die das Symposium erst ermöglicht haben.

weitere Berichte:

Karten P. Ehms auf „Dazwischen“ mit dem Artikel „Organisationale Infantilisierung oder professionelle X-men?

Geocachen mit dem Android: c:geo

Seit einiger längerer Zeit bin ich nun schon mit Geocachen beschäftigt. So, dass es heute Zeit wird, euch endlich mal die App „c:geo“ vorzustellen, mit der ich sehr gerne unterwegs bin. Hin- und wieder probiere ich gerne die eine oder andere App, oder gar GPS-Geräte aus. Dennoch bleibt die vorgestellte App für den Freizeitbereich einfach bisher unschlagbar. Sie ist unaufdringlich, keine zusätzlichen Gerätschaften müssen mitgetragen werden (je weniger, umso besser für mich) und das Handy kann noch zum telefonieren, also anderen Funktionsweisen zugeführt werden ;).

Das Medienpädagogik-Praxis Blog hat diese App vor rund einem Monat getestet und auf dem eigenem Blog beschrieben.

Welche Geräte können die APP „c:geo“ nutzen?

Für Handys mit Android als Betriebssysem ist c:geo einsetzbar. Die App selbst ist opensource und eignet sich für Android-Smartphones mit GPS Funktion. Als Ergänzung empfiehlt sich für den Einstieg die kostenlose Bedienungsanleitung zu c:geo, welche ebenfalls als eigenständige App im Market zu bekommen ist.

Wozu kann c:geo eingesetzt werden? / Wie gestaltet sich die Usebility?

„c:geo“ ist eine einfache, intuitive und nach ersten Erfahrungen leistungsstarke App, für das Geocachen.

c:geo - opensource, Download bei heise


Wie ist der inhaltliche Aufbau on c:geo gestaltet?

Nach dem Start der App empfängt ein transparentes Menü mit sechs Icons den User. Im ersten Menüpunkt, der Live-Karte werden alle in der Nähe verfügbaren Caches anzeigt. Der zweite Menüpunkt “In der Nähe” ist eigentlich ähnlich dem ersten Punkt, jedoch in tabellarischer Ansicht. Der dritte Menüpunkt beinhaltet alle auf dem Gerät gespeicherten Caches. Die restlichen Menüpunkte lassen dann noch unterschiedliche Suchoptionen zu. Nach Aufruf der Live-Karte, wird eine Map mit der eigenen Position, sowie alle in der Nähe verfügbaren Caches angezeigt. Ein Touch auf das Cache-Symbol und die Details zum Cache werden angezeigt. Die App ermöglicht den Cache offline abzuspeichern. Die App kann auch gpx-Dateien importieren, dann wird ebenso keine Internetverbindung benötigt. Mit einem Kompass-Symbol (oben neben dem Cache-Titel) oder die Menütaste zum Aufruf des Kontextmenüs kann der Cache annavigiert werden. Der Kompass zeigt den direkten Weg per Luftlinie zum Ziel an.

Geocachen mit dem Android: c:geo-391872.jpg Geocachen mit dem Android: c:geo-391875.jpgGeocachen mit dem Android: c:geo-cgeo_home4_thumb.jpgGeocachen mit dem Android: c:geo-c_geo_geocaching_android_7.gifGeocachen mit dem Android: c:geo-c_geo_geocaching_android_4.gifGeocachen mit dem Android: c:geo-medium_b3.png

Wie wirkt sich der Gebrauch von c:geo auf den Akkuverbrauch aus?

Das aktive mobile Datennetz und der ständige Einsatz des GPS‘ ist ein hoher Stromverbrauch und eine knappe Akkkulaufzeit eh schon vorprogrammiert. Deshalb gilt, beim Geocachen mit dem Smartphone stets mit vollem Akku loszuziehen. Bei längeren Touren sollte evtl. auch an eine externe Stromquelle oder Ersatzakku gedacht werden.

Wie sollte ich nach dem Download c:geo das erste Mal einsetzen?

Nach der Installation und anschließendem Start der App solltet ihr Euch zunächst in den Einstellungen mit einem Geocaching.com-Account anmelden. Wer noch kein Konto besitzt sollte dies im Vorfeld erledigen. Ihr greift dann auf das entsprechende Kartenmaterial von Geocahing.com zurück und habt auch die Möglichkeit direkt im eigenen Profil zu loggen/posten.

Welche Schnittstellen werden zusätzlich angeboten?

Die App bietet eine Einbindung eines Go 4 Cache und Twitter-Accounts an, um anderen Usern in Echtzeit eigene Beiträge mitzuteilen. Ebenso arbeitet c:geo mit Google-Maps zusammen, in der die gefundenen Caches und die zu Suchenden auf einer Straßenkarte eingeblendet werden.

Wie schneidet c:geo im Vergleich mit ähnlichen Apps ab?

Die kostenlose c:geo-App hat mehr Funktionen als die offzielle App des Geocaching-Anbieters Groundspeak. Zudem ist sie in einzelnen Darstellungen effektiver. Beispielsweise werden gefundene Caches sofort in einer Übersicht als gefunden angezeigt. Des Weiteren werden weitere Such- und Navigationsmöglichkeiten angeboten.
Auf dem Android Markt wird sie als die zur Zeit beste App für das Geocaching bewertet.

Existieren interessante Hintergründe zu c:geo?

In der Geocaching-Community wird schon seit längerem darüber diskutiert, wie Groundspeak freien Entwicklern Steine in den Weg legt. Ein API ist seit langem angekündigt, befindet sich aber laut Groundspeak immer noch in der „Erprobungsphase“. Unklar ist auch, wie offen das API ausfallen wird.
Der Entwickler carnero hatte im Juli angekündigt, (Quellehttp://www.geocaching-dessau.de) wegen Auseinandersetzungen mit Groundspeak (die App greift direkt auf die Datenplattform von Groundspeak zu) von der App zurückzutreten. Seit dem wird sie als Open-Source-Projekt weiter entwickel.

Wo kann die c:geo kritisiert werden?

Die App bietet zwar weitere Suchmöglichkeiten nach Koordinaten an, dennoch vermag ich an diesem Gerät nicht so leicht Peilungen vorzunehmen. Peilungen werden beim Geocachen jedoch hin- und wieder erfordert! Hier weiche ich auf einen Webdienst aus, obwohl c:geo laut infoblog.li Peilungen vornehmen kann.

Existieren nützliche Kombination mit anderen Apps?

WhereYouGo – ist eine spezielle App für Wherigo-Caches
– GCC: Geocache Calculator – beinhaltet über 250 unterschiedliche Funktionen zur Berechnung von Werten und Prüfsummen, sowie Tabellen und Übersichten zur Unterstützung bei der GeoCaching Suche unterwegs.
– GC Schnack – zeigt Geocaching News an

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