Bildungswandeln, ein Social-Software Projekt an der FernUni

Welchen Hintergrund hat das Bildungswandeln?AR1

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Ziel des Bildungswandelns ist es (welches ich an der FernUni in Hagen umgesetzt habe), Ansätze des Social Learning, Mobile Learning und des AR/VR Lernens spielerisch miteinander zu verbinden. In diesem Projekt werden neuartige Lernanwendungen für die Präsenzveranstaltung „Bildungswissenschaft an einem Tag“ eingebunden und deren Potenzial erkundet. Der zentrale Aspekt liegt dabei auf Augmented Reality Umgebungen, wobei die Definitionsspanne nach Milgram (1994) sich auf einer sehr großen Skala bewegt.

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Was ist AR?

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Durch Augmented Reality ist es möglich unsere Realitätswahrnehmung zu verändern und durch virtuelle Inhalte zu erweitern. Es können alle menschlichen Sinne durch diese Technologie angesprochen werden, wobei unser Hauptaugenmerk beim Bildungswandel auf visuelle Augmented Reality liegt.

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Verbindung von neuen Technologien und Lernen?

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Das Lernen findet, gestützt durch einen didaktisch begründeten Technologieeinsatz, sowohl selbst gesteuert und individuell, als auch eingebettet im sozialen Kontext des Lernenden und in Lerngruppen statt.

Bei der Präsenzveranstaltung „Bildungswissenschaft an einem Tag“ am 25. April 2015 in Hagen konfrontiert Prof. Dr. Bastiaens die Studierenden mit einem neuen Stück FernUni-Realität. Die Teilnehmer/innen können einen „Bildungswandel“ und somit die FernUniversität in Hagen in zweierlei Hinsicht hautnah erleben.

Beim „Bildungswandel“ können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Campus sowohl aus der Augmented Reality Perspektive (Anreicherung der Realität durch virtuelle Informationen), wie auch aus der virtuellen Perspektive erkunden. Sie erhalten Informationen zu einzelnen Bildungsthemen und werden durch Aufgaben dazu angehalten sich mit diesen Inhalten auseinanderzusetzen.

An jeder Station können Punkte erworben werden, mit denen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in einer abschliessenden Reflektion spielerisch vergleichen und sich über die Inhalte austauschen können, entweder vor Ort durch Gespräche oder virtuell in dem dafür eingerichteten Etherpad.

In diesem Jahr wurde der Bildungswandel mittels der in diesem Jahr neu erschienen Plattform „holobuilder“ umgesetzt. In dieser Plattform kann auf einer grafischen Oberfläche eine eigene AR bzw. VR Umgebung aufgebaut werden.

Die nachfolgend eingebettete Anwendung des Bildungswandels besteht aus acht Stationen. Jede Station ist mit vier Elementen versehen (Theorieerklärung, Anschauungsbeispiel, Aufgaben- und Navigationselement). Die Anwendung wird am besten in den Browsern Google Chrome und Firefox dargestellt.

(Bitte geben Sie der Seite Zeit zum Laden :), damit sie sich in ihrer vollen Pracht entfalten kann.)

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Screen: Bildungswandel 2015; zum Starten bitte auf das Bild klicken

In einer anschließenden Erhebung wollen wir herausfinden, welche Inhalte in welcher Form für den Lernenden in dieser digitalen Aufbereitung aufgegriffen werden.

Die Erkenntnisse, bzw. Teilergebnisse sollen in weitere Projekte, wie beispielsweise dem BMBF Antrag einfliessen.

Der „Bildungs-Wandel“ findet im Rahmen des Social Software Projekts statt, das vom Rektorat der FernUniversität gefördert wird. Das Projekt dient der Erforschung und Implementierung verschiedener didaktischer Modelle zum praktischen Einsatz innovativer Social Software in der Hochschul- und Fernlehre. Hierdurch sollen empirisch abgesicherte Empfehlungen für Lehrende und E-Learning-Entwickler zur Potentialausschöpfung zusammengestellt werden.

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Pendelgeschichten: Gespräche, die irgendwo zwischen Faszination und Belästigung liegen

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Kölner Dom

Ich habe keine andere Wahl! Ich muss den Stimmen aus der Umgebung, die ungewollt und aufdringlich an mich herantreten, lauschen. Entziehen kann ich mich diesen nicht, jedenfalls nicht so leicht. Die kräftige Stimme des jungen Mannes verfolgt mich, es würde nur ein Ortswechsel helfen. Aber ich bin doch eigentlich froh, dass ich einen bequemen Platz gefunden habe und bis auf diese Stimme, der man sich nicht entziehen kann, ist doch alles toll!

Langsam wird das, was die Stimme sagt, sogar interessant. Der Studierende um die 24 Jahre leitet mit der Spontanität und Leichtigkeit junger Menschen das Gespräch auf bewundernswerte Weise. Es ist beeindruckend, dass sich der gestandene Geschäftsmann, der ihm gegenüber sitzt, sich von seiner Art mitreißen lässt, von sich sogar intime Gedanken preisgibt. Die offene, höfliche neugierige aber unentkommbaren Art des jungen Mannes, die ich im gewissen Sinne auch als Naivität junger Menschen, die nur die Extreme kennen, bezeichnen würde (ich hoffe, ich falle auch noch darunter ;)) gestaltet einen spannenden Gesprächsverlauf.

In dieser Atmosphäre kann man leicht mal übersehen, dass einiges, was der Studierende  in seiner charmanten Art und Weise sagt auch in Form einiger Textpassagen aus Boulevardblättern stammen könnte.

Der ICE hält am Frankfurter Flughafen. Ich bin freue mich über die mich nun anschließend umgebende Ruhe, sobald ich die DB Lounge erreicht habe. Keine fünf Minuten später sitze ich mit meinem Cappuccino in einem Sessel der Lounge, als auch hier wieder  sich ein Gespräch langsam, aber unentziehbar meinen Ohren nähert. Dabei saß ich vor den beiden Männern da!

Wieder trauere ich der Ruhe nach, doch dann werden meine Ohren immer spitzer? In was für einer Situation befinden sich auch diese zwei Männer, die sich an einem Tisch gegenüber sitzen? Der Jüngere der beiden berichtet, angeregt von den gesprächsleitenden Fragen des Älteren von seiner Auszeit in der Arbeit, von Work-Life Balance, etc. Der Ältere scheint von dem Jüngeren fasziniert zu sein, legt ihm viele Ideale in das Wort.

Bei weiterem Zuhören verstehe ich, dass es sich um ein Einstellungsgespräch für einen Key Account Manager handelt. Spannend, dass Einstellungsgespräche auch schon in der DB Lounge geführt werden.

Der Ältere versucht mit seiner Begeisterung für den Bewerber die Nachteile seiner Firma zwar klar und deutlich aufzuzeigen, aber auch das Potenzial zu verdeutlichen. Bevor ich herausfinde, wie sich das Gesprächsverhältnis mit diesem Wendepunkt wandelt, muss ich auch schon aufbrechen.  Ein wenig trauere ich dem Abbruch meines ungewollten Lauschangriffes nach, aber ich vertraue darauf, dass mich weitere Stimmen finden werden …