Diversität und Komplexität muss heute ausgehalten und eingefordert werden!

Die Gesellschaft wartet nicht auf den Wandel etablierter Institutionen, um sich mit drängenden gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Zu dieser, meiner Gesellschaft gehören auch

  • Schüler*innen und Studierende, die Freitags für den Klimaschutz demonstrieren (#fridaysforfuture),
  • Gründer*innen, die neue Konzepte von Bildung entwickeln und erproben wollen (Stichworte: die Zukunftsbauer, Forderungen nach dem bedingungslose Lernguthaben),
  • Gründer*innen, die etablierte wirtschaftliche Handlungsweisen hinterfragen, wie Vertrieb, Herstellung, Zusammenarbeit mit Banken, etc. (wie bspw. Einhorn)
  • Und die vielen kleinen weiteren Ansätze …

Ich als ein Teil dieser Gesellschaft, habe den Wunsch durch diese Impulse auch meine Handlungsweisen zu reflektieren und ggf. neu zu verorten.

Der Inhalt von Moby-Dick, Roman von Herman Melville, verbindet die Hallen der re:publica 2019 miteinander
Der Inhalt von Moby-Dick, Roman von Herman Melville, verbindet die Hallen der re:publica 2019 miteinander

Daher besuchte ich dieses Jahr die re:publica mit dem Interesse zu erfahren, wie ich die unterschiedlichen Ansätze in Form verschiedener Veranstaltungs- und Austauschformate wahrnehmen würde. Im Vorfeld der re:publica 2019 wurden diese bereits kommuniziert und ich war neugierig auf die Wechselwirkung zwischen Format und Inhalt. Diese vielfältigen Ansätzen, mit denen weitere Zielgruppen für den gesellschaftlichen Austausch motiviert werden konnten und die re:publica dementsprechend öffneten, machten mich neugierig.

Die Digitalisierung, als Beschleuniger gesellschaftlicher Entwicklungen, wirkt sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche und damit auch auf Hochschulen und Wissenschaft, ein Bereich in dem ich mich bewege, aus. Damit konfrontiert uns die Digitalisierung erneut und in einem ständig wiederkehrenden Rhythmus mit der Frage nach der Gestaltung eines guten Lebens (Ariadne von Schirach: Podcast: Raubt uns die Digitalisierung den Verstand?). In diesem Sinne beeinflusst sie unsere Denkweisen und Handlungslogiken, verändert unsere gesellschaftliche und individuelle Kommunikation und wandelt unsere vertrauten Umgebungen, wie unsere Arbeits-, Lern- und Freizeitumgebungen.

Mit der Digitalisierung geht ein Wandel an Fähigkeiten, wie Kreativität, kritisches Denken, Empathie, Reflexion, interdisziplinäres Denken und Arbeiten und Kommunikation einher (in Anlehnung an den 21st Century Skills) (Fadel, Bialik, & Trilling, 2015).

Diese sind auch aktuell gesellschaftlich notwendig, so interpretiere ich jedenfalls das Motto der re:publica 2019 (#rp19) als Aufruf für mich. Das Motto, abgekürzt mit einer Buchstabenkombination, tl;dr ist die Abkürzung für „too long; didn’t read“ (zu lang nicht gelesen) und ist als Kommentar unter Texten zu finden, wenn diese als zu lang empfunden werden. Werden jedoch anderseits Verkürzungen als Parolen und Slogans missbraucht, kann damit unsere Gesellschaft und damit unser demokratisches System unverhältnismäßig beeinflusst werden. Mit Hintergrundwissen und Informationen, mit Empathie, Dialog und Solidarität kann gegen Falschinformationen und „Fake-News“ dagegengehalten werden. Auf diesen Hintergrund wollte das Motto der #rp19 sensibilisieren.

Sensibilisierung für das Annehmen von Komplexität

Durch digitale Produktionstechniken werden Benachrichtigungen und andere Inhalte grenzenlos vervielfältigt. Deswegen habe ich oft das Gefühl, dass ich regelrecht von Benachrichtigungen überschwemmt werde. Mir bleibt jedoch nur eine begrenzte Zeit des Konsumierens selbst. Meine Situation wird durch mögliche „Fake-News“, Dramatisierung und der Einsatz bewusster Aufmerksamkeitslenkung durch die Verwendung von Stimuli in den Benachrichtigungen nicht einfacher (Medienmanipulation, Desinformation und Misstrauen). Zudem kommt noch weiterhin hinzu, dass mich nicht jede Benachrichtigung gleichermaßen interessiert. Wir erleben mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche einen umfassenden Öffnungsprozess mit dem unter anderem Komplexität und Diversität verbunden werden. Das Motto der #rp19 versuchte für eine komplexe Auseinandersetzung zu sensibilisieren und diese somit anzunehmen, als auch für eine Grundeinstellung, die auf Achtsamkeit und Nachhaltigkeit fokussiert ist, zu werben.

In der Diskussionsrunde zu „Communicating complexity in an age of noise“ fand ich sehr schön, dass Lina Srivastava (@lksriv) darauf hinwies, dass in Transformationsprozessen auch immer die gewachsenen Strukturen mitgedacht werden müssen, in denen sich die Leute mit ihrer eigenen „story“ bewegen. Zu allererst sollte man selbst die Geschichte der Entstehung der Strukturen verstehen und wie die Betroffenen diese interpretieren, bevor eine bewusste Veränderung herbeigeführt wird.

Allerdings fehlte mir in diesem Diskurs auf der re:publica der Hinweis, (den ich vielleicht auch aufgrund der Größe der Veranstaltung nicht gehört habe ;)), dass nicht alle Benachrichtigung gelesen oder wahrgenommen werden müssen. Bewusstes Aushalten von Lücken und das Zulassen von Unschärfen gehören zum digitalen Alltag, meiner Meinung nach.

Sensibilisierung für verschiedene Aspekte von Diversität

Diversität zog sich meiner Meinung nach in vielerlei Perspektiven durch die gesamte Veranstaltung der re:publica. Am deutlichsten wird Diversität bspw. durch die Teilgebenden aus 52 verschiedenen Ländern, wie auch der enormen Themenvielfalt. Die Themen begannen bei Thesen der Politikwissenschaften, den Einsatz von Internet im Roten Kreuz, New Work, das Run DMC-Logo als Meme, Gutes und Schlechtes im Essen oder die Faszination von Raumfahrt (Blogartikel: Thomas Knüwer „Indiskretion Ehrensache“, veröffentlicht am 13.05.2019). „One Size fits all“ – Lösungen können unter dem Aspekt der Diversität und Komplexität den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr gerecht werden.

Vorlesewettbewerb auf der digitalen Veranstaltung (Moby-Dick)
Vorlesewettbewerb auf der digitalen Veranstaltung (Moby-Dick)

Nachfolgend sollen die einzelnen unterschiedlichen Formate kurz- und stichpunktartig, die ich auf der re:publica 2019 entdeckt habe, gesammelt werden:

Räume

  • Makerspace, als offene Werkstatt, die den Besuchern das unkomplizierte Anfertigung von hoch individualisierten Einzelstücken ermöglichte oder auch einfach sich ausprobieren wollten
  • Meet-your-Speaker-Ecke für den Austausch nach Vorträgen (Auf dem Blog von Jöran (@joeranDE) findet sich eine schöne Zusammenfassung)
  • Open Space, auf dem man spontan (wenn ein Slot frei ist) sein eigenes Programm (Inhalt, Austausch) anbieten kann
  • Konzerte
  • Lesungen (verschiedene Formate)
  • Ausstellungsfläche
  • Kunst (Moby Dick zog sich durch die Hallen)
  • Netzfest/Bürgerfestival
  • Technikmuseum (Flugtaxi wurde vorgestellt, Vorträge angeboten, E-Scooter konnten getestet werden)
  • Recruitingmesse
  • Tincon (Jugendkonferenz 13 bis 21, wir wollen Menschen zwischen 13 und 21 Jahren Mut machen, die vernetzte Gesellschaft aktiv mitzugestalten – getrieben und befeuert vom eigenen Interesse und mit Spaß. Partizipativ — wir nehmen den Begriff ernst: Jugendliche sind eng eingebunden in die Themenkuration, Programmplanung, Organisation und Redaktion und tragen auch selbst vor. Inspirierend — in Talks, Vorträgen, und Workshops diskutieren Akteure der jugendkulturellen Szene auf Augenhöhe mit Jugendlichen, teilen ihre Leidenschaft, ihr Können und Wissen oder geben einen Einblick in die Berufswelt von morgen.)
  • Büchertauschbörse
  • Barrierefreie bzw. -arme Umsetzung,

Sensibilisierung Nachhaltigkeit (Wertschätzung und Verantwortung)

  • Sensibilisierung für den Umgang mit Daten und Umwelt,
  • Urbanisierung von Städten (Mikael Colville-Andersen auf Twitter: @colvilleandersn)
  • Kommunikation: (Aufzeichnung der Session von Gunter Dueck) gegen Pointierungen, Aufmerksamkeitshascherei mit Aufklärung, und Hintergrundrecherche zur „gesellschaftlichen Aufklärung“ beitragen,
  • Wissenschaft einer breiteren Menge zugänglich machen, sie ist Teil der Gesellschaft und kann sich dementsprechend auch mehr einbringen. Wissenschaftskommunikation ist ein wichtiger Part von Wissenschaft, der aktuell zu kurz kommt. Dieser muss gesellschaftlich unterstützt und eingefordert werden.
  • Digitale Fortschritt kann zum Vorteil der Demokratie werden (ist noch nicht überzeugt) fragt nach dem Grund toxischer Debatten, Dringendste Aufgabe ist nicht die Digitalisierung der Demokratie, sondern Demokratisierung der Digitalen Welt. Populisten nehmen das kurze Wort. Demokraten argumentieren länger
  • Aufruf beginnt mit Wertschätzung und geht über zu Motivation und Eigeninitiative des Einzelnen
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„Wege der Digitalisierung in China, den USA und bei uns“, Einladung der FES

Was war los?

Die FES (Friedrich Ebert Stiftung) lud ein zu einem netzpolitischen Abend bzgl. des Themas „Wege der Digitalisierung in China, den USA und bei uns“ ein (nach zu verfolgen auf Twitter unter #fesNetzpol).

Wer war beteiligt?

Umgesetzt wurde der netzpolitische Abend in Form einer Podiumsdiskussion mit geladenen Gästen. Nachdem sich jeder der Podiumsteilnehmer mit seiner Funktion und Verortung zu dem Thema etwa 5 min vorstellte, wurden verschiedene Fragen von allen Podiumsteilnehmer*innen etwa 25 min diskutiert. Die restlichen wenigen Minuten wurden für Fragen aus dem Publikum eröffnet.

Die Moderation übernahm Judith Horchert, Ressortleiterin Netzwelt bei Spiegel Online. Von seinen Erfahrungen in China im Umgang mit der Digitalisierung berichtete Maximilian Mayer, Assistant Professor an der University of Nottingham Ningbo China. Sabine Frank, Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei Google Germany, vertrat die Perspektive der USA auf die Digitalisierung in dieser Diskussionsrunde. Paul Nemitz, Hauptberater der EU-Kommission und Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, sowie Jens Zimmermann, MdB und digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, vertraten beide die europäische Perspektive, wobei für Jens Zimmermann noch mehr die deutsche Perspektive angedacht wurde.

Was war der Inhalt, bzw. was nehme ich mit?

In dem kurzen Zeitraum der Veranstaltung konnten nur einzelne Aspekte der Digitalisierung, kaum mehr als oberflächlich benannt und beschrieben werden. Das Ziel der Veranstaltung bestand meiner Meinung nach darin, für die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Umsetzungsaspekte aus unterschiedlichen Kulturen (Ländern) zu sensibilisieren. Ich denke, diese unterschiedlichen Herangehensweisen und Wahrnehmungen wurden deutlich. Wiederum können diese drei verschiedenen Kulturen mit ihren jeweiligen eigenen Ansätzen nur als Ausgangspunkt dafür genommen werden, dass wir alle in dieser Welt vielmehr nach außen schauen müssen. Indien und Afrika wurden bspw. kaum mit ihren eigenen Ansätzen berücksichtigt.

Sehr interessant empfand ich die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der DSGVO und die Rolle, die Europa (bzw. Deutschland) in diesem Kontext spielt. Ich selbst hatte aus dem #china40mooc für mich die etwas ernüchternde Erkenntnis mitgenommen, dass Europa, insbesondere Deutschland, kaum noch von China als interessanten Markt wahrgenommen wird. Umso überraschter war ich, dass sich sowohl China, als auch Amerika (Silicon Valley) an Europa orientieren, was den Umgang im Kontext des Datenschutzes betrifft.

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Der Ansatz der Diskussion im Umgang mit personalisierten, anonymisierten und allgemeinen Daten ist mir ebenfalls im Gedächtnis geblieben. Es war die Forderung kleiner Firmen an große Firmen oder staatlichen Stellen zu vernehmen, dass anonymisierte Daten für die eigene Nutzung zur Verfügung gestellt werden sollten.

Schade war, dass die DSGVO deutlich im Vordergrund dieses Abends stand, als der Austausch, wie die Unterschiede in China, USA und EU gelebt und wahrgenommen werden. Die verschiedenen Ansätze im Umgang mit der Digitalisierung fordern unsere globale Gesellschaft auf, vielmehr in Kontexten zu sprechen und Differenziertheit zuzulassen. Dabei stehen wir, als globale Gesellschaft, jedoch vor der Frage, ob wir eher in mehr-polarigen Welten leben und denken wollen oder ob Gemeinsamkeiten und Vernetzungsmöglichkeiten (Synergien) unser Denken und Leben bestimmt. Dabei ist die Vernetzung/Kommunikation von Mensch und Device mit zu berücksichtigen, bzw. auch der Devices untereinander.

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Wie war die Atmosphäre?

Größtenteils konnte ich einer wertschätzenden Diskussion folgen. An einigen Stellen ist dieser wertschätzende Ansatz entglitten und ich empfand es als unangenehm dem weiteren Gesprächsverlauf zu folgen. Nicht alle Podiumsteilnehmer waren meiner Empfindung nach darin involviert. Treiber war Paul Nemitz, der in meinen Augen oberflächig generalisierte. An zwei Beispielen ist mir das aufgefallen. Zum einem lenkte Maximilian Mayer den Blick darauf, dass China noch weit von einem umfänglichen digitalen Social Scoring System entfernt sei und dennoch verwies Paul Nemitz immer wieder auf diesen digitalen Überwachungsaspekt, der in China vollumfassend eingesetzt wird. Des Weiteren kam aus dem Publikum der Hinweis, dass eine allgemeine Datenerhebung mit der Umsetzung der DSGVO kaum bis gar nicht mehr möglich wäre. Paul Nemitz Reaktion bestand darin, diese Aussage als falsch darzustellen und den Fragesteller persönlich anzugreifen.

Sehr positiv in Erinnerung sind mir hingegen die anderen Podiumsteilnehmer*innen in Erinnerung geblieben, die meiner Meinung nach den wertschätzenden Austausch gesucht haben.

Gibt es Synergien, Vernetzungen mit eigenen Erfahrungen?

Aufgrund des einstündigen Zeitraums, in der die Veranstaltung stattfand, kann die Differenziertheit, die meiner Meinung nach für das Thema notwendig wäre, nicht erreicht werden. Daher kann diese Veranstaltung nur als Impuls verstanden werden, bestimmte Perspektiven weiter zu verfolgen. Für differenziertere Perspektiven und als Ausgangspunkt eigener Recherchen kann das Wiki, welches im Rahmen des #china40mooc’s entstanden ist, genutzt werden.

Den #china40mooc habe ich bereits im Artikel vom 28.01.2019 „Silicon Valley-China-Germany“ erwähnt. Im Interview mit Han Jin wurden verschiedene kulturelle Unterschiede aus Unternehmer bzw. Start-Up Perspektive benannt.

The digitalization of the University of the future (university of the future network)

Some time ago, I had the opportunity to talk to people who were discussing the future of the university.

Some statements are summarized in the following video. The interviewed experts comment on the effects of digitisation on the universities of the future from different professional and international perspectives.

The selected interview excerpts are focussing the challenges and opportunities for teaching and learning at the universities of the future. Among other things, reference will be made to the impact on the roles and functions of university teachers and on the way in which teaching and learning are conducting at universities. The video includes interesting sections with impressive and multi-perspective visions of possible development scenarios for university teaching and learning in the future.

To see the video, please click on the link. The video is embedded on the site „University of the Future Network„.

It was a great experience to work with this team and the interviewees. The interviewees come from the international higher education sector.

The interviewees from the university of the future network:

Silicon Valley-China-Germany

Im Rahmen des #china40mooc „China Infusion – Was wir von China lernen können“ der vom 22.02.19 – 24.02.19 stattfindet, durfte ich Han Jin (Lucid) interviewen. Ihn zeichnet aus, dass er sich in der Startup-Szene von drei Kulturen (China / Silicon Valley / Deutschland) bewegt und diesbezüglich tolle Impulse für den MOOC im Februar mitgeben konnte.

Nachfolgend ist das Interview verlinkt und im Anschluss daran habe ich das Interview in einer Tabelle zusammengefasst.

Mitnehmen möchte ich vor allem seinen Aufruf, die Welt als ein globales System zu verstehen und sich in ihr zu bewegen lernen (mit den Vor-und Nachteilen eines jeden Landes).

Vielen lieben Dank für deine Zeit, Han Jin 🙂

Han Jin (/han ʤɪn/; geboren am 15. Oktober 1988) ist Mitbegründer, CEO und Produktarchitekt von Lucid VR Inc. (Lucid), ein Startup-Unternehmen mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien.

Die Ergebnisse aus dem Interview werden in einer Tabelle dargestellt. Die einzelnen Inhalte haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn etwas nicht genannt ist, heißt es beispielsweise nicht, dass es das nicht gibt, sondern es war lediglich kein Thema in diesem Interview. Unter anderem liegt das auch daran, dass „Lucid“ (Startup) kein Büro in Deutschland eröffnet hat, sondern nur in China und dem Silicon Valley.

Fazit: Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile, daher stellt sich Han Jin gar nicht die Frage, was Deutschland von China und dem Silicon Valley lernen kann. Es ist vielmehr unsere zukünftige Aufgabe, sich zu fragen, wie können die jeweiligen Vor- und Nachteile verschiedenster Länder genutzt werden, wenn man sich heute global bewegt (Welt als ein globales System verstehen und sich in ihr zu bewegen lernen).

Hybrid meetings in Distance Education

The following text describes my approach to implementing a hybrid meeting in a distance learning context. First, I explain my understanding of a hybrid meeting (1), then my target group (2), followed by my concept (3) and, finally, my experiences when I implemented this concept into a real-life situation (4).

  1. What is a hybrid meeting?

Hybrid meetings are an important concept for work processes of the future (these are already current international work processes, with the exception of Germany). A hybrid meeting combines a traditional “live” in-person meeting with a “virtual” online component. The biggest challenge in a hybrid meeting is the communication design. For example, how do I communicate effectively with the distant participants as well as those in front of me in the room? How can I create the exchange of ideas and communication between participants at the different locations? In my role as a moderator, I am the link between the live participants and the virtual participants.

The attention span of the distant participants is shorter than that of the present participants, therefore the individual speakers must show more commitment than in a face-to-face conversation. They must acknowledge remote attendees and look at the camera. The loss of physical connection requires speakers to develop new skills to engage. So, the participants and especially the moderator (myself) must pay attention to the camera, and remember there are interested people on the other side of it.

      2. Hybrid meetings in higher education

In the semester (WS2018/2019) I offered a hybrid PV (classroom event) to my students at the FernUniversität in Hagen. The aim was to enable my students to get in contact with other students, to get to know each other, to exchange ideas and to collaborate. Creation of connection between students is a big challenge in distance education.

Preparation and planning are very important for this kind of meeting set up. A clear and transparent structure is necessary for the orientation of the students and organizer.

In my hybrid meeting, phases of collaborative work on-site (at the regional center of the FernUniversität in Hagen) consisted of alternate virtual presentations and discussions in large groups. Three regional outpost centers/campuses (Berlin, Munich, and Hagen) were included. The event took place over two days. During planning of this meeting, I considered the experience of my students, both present in the room as well as my virtual students, who were present via different regional centers/campuses online.

I wanted to give the students the experience that they could learn to motivate themselves for different learning processes at any time. For this reason, I chose to implement the hybrid meeting with low-level technology, (although we also have two high tech rooms for hybrid events at the FernUni). The opportunity to create a meeting, thereby, becomes easily accessible to students for future use.

        3. My concept of a hybrid meeting

Before the meeting starts, I informed the students (20 students were present) about the technical basics of the event and appointed a technical manager for each location. With a hybrid meeting, presentation material including slides, video and other background information needs to be pre-prepared, loaded onto the web streaming portal and tested in advance. I used the same curricula for my online audience and my in-room audience.

The tasks of the participants are to use their pre-existing knowledge and transfer it to personal experiences and concrete applications during the hybrid meeting. The content of the hybrid meeting consists of three tasks, which increase in difficulty, as their learning support services are gradually reduced. The 4C/ID model (van Merriënboer & Kirschner, 2013), as well as the five-step model according to Salmon (2013), serves as a theoretical basis for this process.

The 4C/ID represents a model that, in order to increase the transferability of skills, trains students in authentic learning environments. Learning tasks, support resources,new knowledge and, if necessary, the training of simple partial skills (part-task practice) are the main building blocks of the didactic model, which are further developed by the moderator and by the learner (van Merienboer & Kirschner, 2013, p. 12; Ifenthaler & Eseryel, 2013, p.418). Similarly, according to Salmon (2013), in the five-step model, the teacher’s support in online learning processes (e-tivities) decreases.

All three tasks, which are worked in hybrid PV, can be described in general terms as processes of elaboration and subsequent presentation (via Adobe Connect), which build on one another. The elaborations take place as collaborative and cooperative processes.

During the first task, the processing and approach are strongly supported in terms of structure and content, whereas, by the third task, this support service is almost completely omitted.

        4. My experiences and questions

During the hybrid meeting, I learned to endure silence and chaotic discussion. There were minutes when nobody spoke, and I felt I should speak for them. There were also minutes when I thought I should intervene in the chaos of the conversation. But two, three minutes wait on my part brought the communication back into flow. Trust in the abilities of the students, and personal composure, are important key elements.

As a final note, e-learning experts suggest that broadcast sessions shouldn’t be longer than 30 minutes. Not all the content presented at a live event is suitable for a remote audience. Professionals with experience creating hybrid events say that they often adapt the content of their face-to-face events to the needs of there mote audience by, for example, offering shorter sessions.

References:

  • Ifenthaler, D., & Eseryel, D. (2013). Facilitating complex learning by mobile augmented reality learning environments. In Reshaping Learning (pp. 415–438). Springer.
  • Merriënboer, J. J. G. van, & Kirschner, P. A. (2012). Ten Steps to Complex Learning: A Systematic Approach to Four-Component Instructional Design (2 edition). New York: Routledge.
  • Salmon, Gilly (2013): E-tivities. The Key to Active Online Learning. New York & London: Routledge. Second Edition

Erfahrungen in internationalen und virtuellen Projektteams ermöglichen

Die enge Verwebung von Globalisierung und Digitalisierung macht es notwendig in internationalen Projektteams zusammen zu arbeiten. Werden Projekte mit internationalen Teams in der aktuellen Zeit umgesetzt, stellen sie in erster Linie eine große Herausforderung dar. Herausforderung, an denen die Teams wachsen und dazu lernen können sind der Umgang mit den verschiedenen Zeitzonen in denen die Teams leben und arbeiten, unterschiedliche (Arbeits-)Kulturen, divergierende lokale und globale Interessen sowie die räumliche Entfernung. In dieser Zusammenarbeit erfahren sie die Unterschiede und Vorzüge anderskulturell bedingter Arbeitsweisen und der konsequenten Umsetzung davon auf Unternehmens- und Mitarbeiterebene kennen.

Immer mehr Hochschulen bieten daher in Kooperationen mit anderen Hochschulen internationale Erfahrungsräume an. In dem Modul, dass ich an der FernUniversität in Hagen betreue, wird ab diesem Semester ebenso ein solcher Erfahrungsraum ermöglicht. Zusammen werden Student*innen der  Open Universiteit (Niederlande), der University of Jyväskylä (Finnland) und der FernUniversität in Hagen in verschiedenen durchmischten Teams über 8 Wochen lang im Kurs zu „Instructional Design – Creating an educational media product“ ein gemeinsame virtuelle Lernumgebung entwickeln. Ich bin sehr neugierig, wie unsere Student*innen dieses Angebot aufgreifen werden.

Begrüßen würde ich, wenn zukünftig Kooperationen ähnlicher Art verstärkt aufgebaut werden könnten, die aber über das Hochschulsystem zusätzlich hinausgehen und damit noch viel diverser durchmischt sein werden. Die Herausforderungen steigen damit natürlich weiterhin an, aber auch die Chance andere Arbeitsweisen und Kulturen besser zu verstehen.

Um im Interesse aller in einem internationalen und/oder virtuellen Team zusammen zu arbeiten, können folgende Hinweise nützlich sein:

  1. Ein Kick-off-Meeting in Form eines „physischen“ Treffens mit allen Beteiligten kann für ein gegenseitiges Verständnis hilfreich sein. Für den weiteren Verlauf der Zusammenarbeit bieten sich Videokonferenzen an. Allerdings ist dieser Vorschlag nicht immer umsetzbar. Besonders interessant finde ich in diesen Zusammenhang die Idee eines Mitarbeiteraustausches. Über einen gewissen Zeitraum wird eine Art Hospitation unterstützt, um die Arbeitskultur des anderen Teams besser kennen zu lernen.
  2. Hilfreich ist ebenfalls, zu Beginn die gegenseitigen Erwartungen auszutauschen, bei allen Beteiligten Klarheit über die Projektziele herzustellen und regelmäßige Feedbackrunden abzuhalten.
  3. Es ist hilfreich, wenn die Teams anfangs die bevorzugten Kommunikationswege und auch Häufigkeit bzw. Turnus (zum Beispiel E-Mail oder ein bestimmtes Chat-Programm) gemeinsam festlegen.
  4. Trivial, jedoch äußerst wirksam: Die Verfügbarkeit aller Mitarbeiter*innen des Teams sollte allen im Team bekannt sein. Dazu gehört der Austausch der normalen Arbeitszeiten und der Feier-, Brücken- und Urlaubstage.
  5. Hilfreich sind zudem Mitarbeiter*innen, die in mehreren oder zwischen den Teams als „Brückenkopf“ unterwegs sind.

Bei dem Bild im Header handelt es sich um „Street Art“ von Amos Goldbaum „Content Creation Myth“, zu finden in San Francisco (Corner Clinton Park/Valencia).

WEITERFÜHRENDE LITERATUR ZU PROJEKTARBEIT IN INTERNATIONALEN TEAMS:
  • Zaninelli, S. (2004). Internationale Projektteams und globale roll-outs: Chancen und Herausforderungen weltweiter Zusammenarbeit über die Entfernung. interculture journal: Online-Zeitschrift für interkulturelle Studien, 3(8), 1-9. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-454286
  • Bauer, P., Geib, F., Kogler, C. (2016): Internationale Online-Kooperation: Videowettbewerb EDIT. In. Wachtler, J., Ebner, M., Gröblinger, O., Kopp, M., Bratengeyer, E., Steinbacher, H.-P., Freisleben-Teutscher, C., Kapper, C.: Digitale Medien: Zusammenarbeit in der Bildung. Münster, New York: Waxmann, S. 117-126.