Amazon Go – ein zukünftiges Einkaufsszenario?

Ein Amazon Go Store gilt als moderne und zukunftsgewandte Einkaufserfahrung, die gänzlich ohne Kassen gestaltet ist und mit bargeldlosen Einkaufen verbunden wird. Über die Erfassung aller Bewegungen mittels einer großen Anzahl von Sensoren, werden die Waren, die eingekauft werden, abgerechnet. Amazon zählt drei technologische Ansätze auf, die im Store zu diesem Kauferlebnis führen: Computer Vision, Sensor Fusion und Deep Learning.

Die Identifizierung des*der Kunden*in erfolgt über eine QR-Code, der mit dem Eintritt in den Store gescannt wird. Beim Verlassen des Stores wird eine Check-Out Schranke durchquert, mit der die Rechnung erstellt wird. Die Abrechnung erfolgt daraufhin über den eigenen Amazon-Account.

weiter Infos auf: Emotions & Tech „Amazon Go – Steht der Mensch trotz aller Technik im Mittelpunkt?“ (18.10.2019)

Virtuelle Fitness: Besuch bei Black Box in SF

Was versteht Black Box unter virtueller Fitness? Black Box soll das erste virtual reality (VR) Fitness Studio sein, darauf verwiesen jedenfalls die Titel zweier US Magazine, Forbes und sfgate, Anfang diesen Jahres. Ich war neugierig darauf geworden, als ich das Fitnessstudio in San Francisco (Market Street) entdeckte und wollte es dann auch zugleich mal ausprobieren. Wie würde es sich wohl anfühlen? Würde ich die Instruktionen verstehen?

Kurzfazit ist:

  • Spaß: ★★★★★
  • Anstrengung: ★★★★★
  • Anleitung: ★★★★☆
  • Hygiene: ★★★★★
  • Kosten: $$$$$

Gesamtfazit: Ich würde diese Art des VR Fitness in Anspruch nehmen, wenn es nicht so teuer wäre.

Den ausführlichen Artikel habe ich für „EMOTIONS & TECH“ geschrieben und ist unter dem Link zu lesen.

Schwerer Koffer, übervolle Kleiderschränke, muss das sein? Gibt es Lösungsansätze im Start-up Bereich?

(gepostet auf: Emotions & Tech)

Zusammenfassung: In diesem Beitrag berichte ich über meine Gedanken, ob ein Mode Start-up aus New York das Verreisen erleichtern kann, indem ich nur mit Handgepäck in die USA einreise und dort meine Kleidung miete. Unterstütze ich damit vielleicht sogar den Nachhaltigkeitsgedanken?

Ausgangssituation: unhandliche und volle Koffer auf einer Reise und die Frage „Habe ich die richtige Kleidung dabei?

Unterwegs mit einem „riesigen“ Koffer verstopfe ich zum Einem die Gänge der Regionalbahn (weil die Gepäckablagen einfach viel zu klein sind) und des Busses in Deutschland. Zum Anderen empfinde ich den Koffer als so schwer, so dass ich ihn oftmals mit aller Anstrengung in die Bahn bzw. den Bus hineinziehe.

Und dennoch frage ich mich mal wieder, ob die notwendige Kleidung inkl. der Schuhe, die ich auf meiner Reise nach San Francisco mitführe, alle meine vorgenommenen Aktivitäten abdecken kann?

So wusste ich bei meiner letzten Reise nach San Francisco, die etwa über 3 Wochen verlief, dass ich Kleidung für sehr verschiedene Situationen benötigen würde:

  • Abendkleidung, als Gast auf einer Hochzeit
  • Businesskleidung für das Büro und verschiedener Meetings
  • Wanderkleidung, da ein Besuch im Nationalpark eingeplant war
  • Freizeitkleidung, um den Fitnessbereich mit zu nutzen
  • Lagenlook für das sich ständig wechselnde Wetter in San Francisco
  • windfeste Kleidung, da die durch die Stadt wehenden Winde den Körper schnell auskühlen können
  • Sommerkleidung, da Freunde und Verwandte außerhalb von San Francisco besucht werden sollten

Ist es möglich auch ohne viel Gepäck zu verreisen?

Schon allein das Kleid für die Hochzeitseinladung mit den Schuhen, der entsprechenden Tasche, sowie die Wanderschuhe für den National Park, würden den Koffer unverhältnismäßig viel auslasten und das lediglich für eine einmalige Situation. Wie viel der anderen Kleidung könnte ich rekombinieren, so dass mehrere Outfits daraus entstehen?

Nicht nur, dass das Gepäck unhandlich und schwer ist, so würde mich die Aufgabe des Koffers bei der Lufthansa etwa 100 € (Hin- und Rückflug) kosten. Weiterhin fragte ich mich, wie sehr die nicht gerade preiswerte Kleidung (insbesondere der des Hochzeitsoutfits) bei dem Transport leiden würde.

Letztendlich trat ich die Reise ohne das Hochzeitsoutfit und mit relativ leichtem Gepäck an! Ich entschloss mich für ein Abenteuer und eine neue Erfahrung!

Was ist meine Motivation, um in die USA ausschliesslich mit Handgepäck für 3 Wochen einzureisen?

Ich wollte mich auf ein Experiment einlassen! Wie ist es, wenn ich mir einen Großteil der Kleidung vor Ort ausleihe? Das Ausleihen von Kleidung könnte in meinem Fall, meinen ohnehin schon zu großen CO2 Fußabdruck verringern und vielleicht ließe sich das Ausleihen von Kleidung auch als zukünftige Alternative in meinem Leben integrieren?

Verleihsysteme sind eine komfortable und umweltfreundliche Alternative zum Kleiderkauf. Oft ziehe ich einen Bruchteil meiner Kleidung regelmäßig an, während der Rest oft zu wenig, da auch ausreichende Kontexte fehlen, getragen werden kann.

Hintergrund der Entwicklung unserer Umgangsweise mit Mode:

Mit dem Begriff „Fast Fashion“ wird diese Umgangsweise mit Mode in modernen Wegwerfgesellschaft versehen. Mit „Fast Fashion“ können sich allerdings auch Menschen mit geringen Einkommen aktuelle Modetrends leisten. Aber neben den Preisen sinkt auch die Qualität der Kleidung. Des Weiteren leiden darunter auch die Arbeitsbedingungen unter denen die Kleidung produziert wird, als auch die Umwelt unter den Produktionsprozessen.

Um die Nutzungsdauer von qualitativer Kleidung zu verlängern und die sozialen, als auch ökologischen Probleme zu mindern, kann unter anderem der Ansatz der Mehrfachnutzung durch Vermietung von Kleidung verstanden werden.

Ist ein Ansatz Rent the Runway?

Ich wollte „Rent the Runway“ (RTR) ein Start-up aus New York, das qualitative Kleidung und Accessoires vermietet, in den 3 Wochen in San Francisco ausprobieren. Wie praktisch war es doch, dass das Modeunternehmen einen Store in San Francisco, quasi die Straße runter von meiner Unterkunft, betrieb. Die Zielgruppe von RTR sind Frauen, die aufgrund ihrer Arbeit keine Zeit mit Shopping verlieren und dennoch jeden Tag modisch gekleidet sein wollen.

Wie fühlt es sich an, wenn ich meine tägliche Kleidung, über dieses Start-up organisieren würde? Um täglich Kleidung über 3 Wochen ausleihen zu können, musste ich einen Beitrag von 99,02 € bezahlen. Dafür durfte ich 4 verschiedene Artikel täglich blockieren, also entweder zu Hause haben oder diese befanden sich auf dem Rück- oder Hinweg zwischen mir und dem Store. Das sich der Store in der Nähe befand, erwies sich dabei als Vorteil, da ich auf diese Weise die Zeit der An- und Rücklieferung der Kleidung optimieren konnte. Würde ich auf dem Postweg vier Kleidungsstücke händeln müssen, wüsste ich nicht, ob ich jeden Tag etwas Neues zum Anziehen erhalten hätte (aber für solche Situationen hat man dann auch Basics). Der Vorteil des Stores bestand auch darin, dass ich in dem Store selbst die Kleidung anprobieren konnte und von den Mitarbeitenden beraten wurde.

Store in San Francisco

Resümee nach drei Wochen Nutzung:

Meine Meinung zum Tragen von täglich neuer Kleidung ist nach den 3 Wochen immer noch gespalten:

Vorteile sind ohne Zweifel für mich:

  • Das Tragen qualitativer hochwertiger Kleidung lässt mich selbstbewusster im Alltag auftreten.
  • Die Pflege und das Säubern der Kleidung entfällt, da dieses von RTR übernommen wird.
  • Dadurch, dass ich die Kleidung nicht besitze, bin ich mutiger im Ausprobieren unterschiedlicher Stilrichtungen.
  • Eine Versicherung für die Kleidung ist enthalten, falls sie wegkommen sollte oder beschädigt wird.
  • Ich darf die Kleidung so lange behalten und so oft tragen, wie ich möchte (solange ich den Mitgliedsanteil bezahle).
  • Teure Kleidung, die ich mir für einmalige Anlässe nicht leisten würde, kann ich auf einmal tragen.

Nachteile waren für mich:

  • Die amerikanische Mode entspricht nicht unbedingt meinem Geschmack. Ich brauche viel mehr Zeit, um im Store ansprechende und passende Kleidung zu finden. Vielleicht minimiert sich mit der Zeit der Prozess der Auswahl, allerdings verbrachte ich in den 3 Wochen insgesamt 7,5 h in dem Store (Anmeldung, Erklärung der Benutzungsweise der APP, Kleiderwahl, Anprobieren, Rückgabe). Hätte ich in diesem Zeitraum so viel Zeit mit Shopping verbracht?

Neutrale Gedanken:

  • Ist der Aufwand der beständigen Lieferungen wirklich so umweltschonend?
  • Der Alltag müsste umstrukturiert werden, da alle zwei bis drei Tage die Kleidung ausgetauscht werden sollte. Der Gang zum Store oder zur Webseite/App müsste zu meinen täglichen Routinen werden.
  • Dadurch, dass RTR einen Store in San Francisco hat, erfolgt der Umtausch schnell und unkompliziert. Würde der Austausch über den Postweg erfolgen, zieht sich der Prozess des stetigen Umtausches in die Länge.
  • Viele Kleidungsstücke sind in meiner Größe bereits für den angefragten Zeitraum vermietet. Komischerweise stört mich das gar nicht so sehr, wie viele andere Nutzerinnen. Ich freue mich sogar darüber, dass das Konzept anscheinend aufgeht. Würde sich mit einer dauerhaften Nutzung von RTR mein Verhalten und mein Denken über Kleidung verändern?
  • Was ist mit dem Gedanken unter Frauen, dass man eigentlich nicht in dem Kleidungsstück, das eine andere Frau getragen hat, ebenfalls gesehen werden will (so wie Jordyn Rebecca dies bspw. auf ihrem You-Tube Channel berichtet)? Auch dieser Gedanke stört mich nicht, als eine Frau mir im Store bei einem Kleidungsstück zu vor kam. Ich dachte in diesem Moment doch tatsächlich, dann warte ich halt, bis es zurückkommt.
  • Ich habe kein Gefühl für das Preis / Leistungsverhältnis. Da ich San Francisco schon als sehr teuer empfinde, kann ich das Preis Leistungsverhältnis für diese Umgebung absolut nicht einschätzen.

Wäre RTR eine gute Alternative, um einen vollen Kleidungsschrank zu verhindern? Ich bräuchte nur ein paar Basics. Gerade in San Francisco ist jeder gewonnene Quadratmeter in der eigenen Wohnung „Gold wert“.

In der nachfolgenden Slideshow zeige ich einen Ausschnitt der getragenen und gemieteten Kleidung:

weiterführende Links:

Diversität und Komplexität muss heute ausgehalten und eingefordert werden!

Die Gesellschaft wartet nicht auf den Wandel etablierter Institutionen, um sich mit drängenden gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Zu dieser, meiner Gesellschaft gehören auch

  • Schüler*innen und Studierende, die Freitags für den Klimaschutz demonstrieren (#fridaysforfuture),
  • Gründer*innen, die neue Konzepte von Bildung entwickeln und erproben wollen (Stichworte: die Zukunftsbauer, Forderungen nach dem bedingungslose Lernguthaben),
  • Gründer*innen, die etablierte wirtschaftliche Handlungsweisen hinterfragen, wie Vertrieb, Herstellung, Zusammenarbeit mit Banken, etc. (wie bspw. Einhorn)
  • Und die vielen kleinen weiteren Ansätze …

Ich als ein Teil dieser Gesellschaft, habe den Wunsch durch diese Impulse auch meine Handlungsweisen zu reflektieren und ggf. neu zu verorten.

Der Inhalt von Moby-Dick, Roman von Herman Melville, verbindet die Hallen der re:publica 2019 miteinander
Der Inhalt von Moby-Dick, Roman von Herman Melville, verbindet die Hallen der re:publica 2019 miteinander

Daher besuchte ich dieses Jahr die re:publica mit dem Interesse zu erfahren, wie ich die unterschiedlichen Ansätze in Form verschiedener Veranstaltungs- und Austauschformate wahrnehmen würde. Im Vorfeld der re:publica 2019 wurden diese bereits kommuniziert und ich war neugierig auf die Wechselwirkung zwischen Format und Inhalt. Diese vielfältigen Ansätzen, mit denen weitere Zielgruppen für den gesellschaftlichen Austausch motiviert werden konnten und die re:publica dementsprechend öffneten, machten mich neugierig.

Die Digitalisierung, als Beschleuniger gesellschaftlicher Entwicklungen, wirkt sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche und damit auch auf Hochschulen und Wissenschaft, ein Bereich in dem ich mich bewege, aus. Damit konfrontiert uns die Digitalisierung erneut und in einem ständig wiederkehrenden Rhythmus mit der Frage nach der Gestaltung eines guten Lebens (Ariadne von Schirach: Podcast: Raubt uns die Digitalisierung den Verstand?). In diesem Sinne beeinflusst sie unsere Denkweisen und Handlungslogiken, verändert unsere gesellschaftliche und individuelle Kommunikation und wandelt unsere vertrauten Umgebungen, wie unsere Arbeits-, Lern- und Freizeitumgebungen.

Mit der Digitalisierung geht ein Wandel an Fähigkeiten, wie Kreativität, kritisches Denken, Empathie, Reflexion, interdisziplinäres Denken und Arbeiten und Kommunikation einher (in Anlehnung an den 21st Century Skills) (Fadel, Bialik, & Trilling, 2015).

Diese sind auch aktuell gesellschaftlich notwendig, so interpretiere ich jedenfalls das Motto der re:publica 2019 (#rp19) als Aufruf für mich. Das Motto, abgekürzt mit einer Buchstabenkombination, tl;dr ist die Abkürzung für „too long; didn’t read“ (zu lang nicht gelesen) und ist als Kommentar unter Texten zu finden, wenn diese als zu lang empfunden werden. Werden jedoch anderseits Verkürzungen als Parolen und Slogans missbraucht, kann damit unsere Gesellschaft und damit unser demokratisches System unverhältnismäßig beeinflusst werden. Mit Hintergrundwissen und Informationen, mit Empathie, Dialog und Solidarität kann gegen Falschinformationen und „Fake-News“ dagegengehalten werden. Auf diesen Hintergrund wollte das Motto der #rp19 sensibilisieren.

Sensibilisierung für das Annehmen von Komplexität

Durch digitale Produktionstechniken werden Benachrichtigungen und andere Inhalte grenzenlos vervielfältigt. Deswegen habe ich oft das Gefühl, dass ich regelrecht von Benachrichtigungen überschwemmt werde. Mir bleibt jedoch nur eine begrenzte Zeit des Konsumierens selbst. Meine Situation wird durch mögliche „Fake-News“, Dramatisierung und der Einsatz bewusster Aufmerksamkeitslenkung durch die Verwendung von Stimuli in den Benachrichtigungen nicht einfacher (Medienmanipulation, Desinformation und Misstrauen). Zudem kommt noch weiterhin hinzu, dass mich nicht jede Benachrichtigung gleichermaßen interessiert. Wir erleben mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche einen umfassenden Öffnungsprozess mit dem unter anderem Komplexität und Diversität verbunden werden. Das Motto der #rp19 versuchte für eine komplexe Auseinandersetzung zu sensibilisieren und diese somit anzunehmen, als auch für eine Grundeinstellung, die auf Achtsamkeit und Nachhaltigkeit fokussiert ist, zu werben.

In der Diskussionsrunde zu „Communicating complexity in an age of noise“ fand ich sehr schön, dass Lina Srivastava (@lksriv) darauf hinwies, dass in Transformationsprozessen auch immer die gewachsenen Strukturen mitgedacht werden müssen, in denen sich die Leute mit ihrer eigenen „story“ bewegen. Zu allererst sollte man selbst die Geschichte der Entstehung der Strukturen verstehen und wie die Betroffenen diese interpretieren, bevor eine bewusste Veränderung herbeigeführt wird.

Allerdings fehlte mir in diesem Diskurs auf der re:publica der Hinweis, (den ich vielleicht auch aufgrund der Größe der Veranstaltung nicht gehört habe ;)), dass nicht alle Benachrichtigung gelesen oder wahrgenommen werden müssen. Bewusstes Aushalten von Lücken und das Zulassen von Unschärfen gehören zum digitalen Alltag, meiner Meinung nach.

Sensibilisierung für verschiedene Aspekte von Diversität

Diversität zog sich meiner Meinung nach in vielerlei Perspektiven durch die gesamte Veranstaltung der re:publica. Am deutlichsten wird Diversität bspw. durch die Teilgebenden aus 52 verschiedenen Ländern, wie auch der enormen Themenvielfalt. Die Themen begannen bei Thesen der Politikwissenschaften, den Einsatz von Internet im Roten Kreuz, New Work, das Run DMC-Logo als Meme, Gutes und Schlechtes im Essen oder die Faszination von Raumfahrt (Blogartikel: Thomas Knüwer „Indiskretion Ehrensache“, veröffentlicht am 13.05.2019). „One Size fits all“ – Lösungen können unter dem Aspekt der Diversität und Komplexität den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr gerecht werden.

Vorlesewettbewerb auf der digitalen Veranstaltung (Moby-Dick)
Vorlesewettbewerb auf der digitalen Veranstaltung (Moby-Dick)

Nachfolgend sollen die einzelnen unterschiedlichen Formate kurz- und stichpunktartig, die ich auf der re:publica 2019 entdeckt habe, gesammelt werden:

Räume

  • Makerspace, als offene Werkstatt, die den Besuchern das unkomplizierte Anfertigung von hoch individualisierten Einzelstücken ermöglichte oder auch einfach sich ausprobieren wollten
  • Meet-your-Speaker-Ecke für den Austausch nach Vorträgen (Auf dem Blog von Jöran (@joeranDE) findet sich eine schöne Zusammenfassung)
  • Open Space, auf dem man spontan (wenn ein Slot frei ist) sein eigenes Programm (Inhalt, Austausch) anbieten kann
  • Konzerte
  • Lesungen (verschiedene Formate)
  • Ausstellungsfläche
  • Kunst (Moby Dick zog sich durch die Hallen)
  • Netzfest/Bürgerfestival
  • Technikmuseum (Flugtaxi wurde vorgestellt, Vorträge angeboten, E-Scooter konnten getestet werden)
  • Recruitingmesse
  • Tincon (Jugendkonferenz 13 bis 21, wir wollen Menschen zwischen 13 und 21 Jahren Mut machen, die vernetzte Gesellschaft aktiv mitzugestalten – getrieben und befeuert vom eigenen Interesse und mit Spaß. Partizipativ — wir nehmen den Begriff ernst: Jugendliche sind eng eingebunden in die Themenkuration, Programmplanung, Organisation und Redaktion und tragen auch selbst vor. Inspirierend — in Talks, Vorträgen, und Workshops diskutieren Akteure der jugendkulturellen Szene auf Augenhöhe mit Jugendlichen, teilen ihre Leidenschaft, ihr Können und Wissen oder geben einen Einblick in die Berufswelt von morgen.)
  • Büchertauschbörse
  • Barrierefreie bzw. -arme Umsetzung,

Sensibilisierung Nachhaltigkeit (Wertschätzung und Verantwortung)

  • Sensibilisierung für den Umgang mit Daten und Umwelt,
  • Urbanisierung von Städten (Mikael Colville-Andersen auf Twitter: @colvilleandersn)
  • Kommunikation: (Aufzeichnung der Session von Gunter Dueck) gegen Pointierungen, Aufmerksamkeitshascherei mit Aufklärung, und Hintergrundrecherche zur „gesellschaftlichen Aufklärung“ beitragen,
  • Wissenschaft einer breiteren Menge zugänglich machen, sie ist Teil der Gesellschaft und kann sich dementsprechend auch mehr einbringen. Wissenschaftskommunikation ist ein wichtiger Part von Wissenschaft, der aktuell zu kurz kommt. Dieser muss gesellschaftlich unterstützt und eingefordert werden.
  • Digitale Fortschritt kann zum Vorteil der Demokratie werden (ist noch nicht überzeugt) fragt nach dem Grund toxischer Debatten, Dringendste Aufgabe ist nicht die Digitalisierung der Demokratie, sondern Demokratisierung der Digitalen Welt. Populisten nehmen das kurze Wort. Demokraten argumentieren länger
  • Aufruf beginnt mit Wertschätzung und geht über zu Motivation und Eigeninitiative des Einzelnen

„Wege der Digitalisierung in China, den USA und bei uns“, Einladung der FES

Was war los?

Die FES (Friedrich Ebert Stiftung) lud ein zu einem netzpolitischen Abend bzgl. des Themas „Wege der Digitalisierung in China, den USA und bei uns“ ein (nach zu verfolgen auf Twitter unter #fesNetzpol).

Wer war beteiligt?

Umgesetzt wurde der netzpolitische Abend in Form einer Podiumsdiskussion mit geladenen Gästen. Nachdem sich jeder der Podiumsteilnehmer mit seiner Funktion und Verortung zu dem Thema etwa 5 min vorstellte, wurden verschiedene Fragen von allen Podiumsteilnehmer*innen etwa 25 min diskutiert. Die restlichen wenigen Minuten wurden für Fragen aus dem Publikum eröffnet.

Die Moderation übernahm Judith Horchert, Ressortleiterin Netzwelt bei Spiegel Online. Von seinen Erfahrungen in China im Umgang mit der Digitalisierung berichtete Maximilian Mayer, Assistant Professor an der University of Nottingham Ningbo China. Sabine Frank, Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei Google Germany, vertrat die Perspektive der USA auf die Digitalisierung in dieser Diskussionsrunde. Paul Nemitz, Hauptberater der EU-Kommission und Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, sowie Jens Zimmermann, MdB und digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, vertraten beide die europäische Perspektive, wobei für Jens Zimmermann noch mehr die deutsche Perspektive angedacht wurde.

Was war der Inhalt, bzw. was nehme ich mit?

In dem kurzen Zeitraum der Veranstaltung konnten nur einzelne Aspekte der Digitalisierung, kaum mehr als oberflächlich benannt und beschrieben werden. Das Ziel der Veranstaltung bestand meiner Meinung nach darin, für die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Umsetzungsaspekte aus unterschiedlichen Kulturen (Ländern) zu sensibilisieren. Ich denke, diese unterschiedlichen Herangehensweisen und Wahrnehmungen wurden deutlich. Wiederum können diese drei verschiedenen Kulturen mit ihren jeweiligen eigenen Ansätzen nur als Ausgangspunkt dafür genommen werden, dass wir alle in dieser Welt vielmehr nach außen schauen müssen. Indien und Afrika wurden bspw. kaum mit ihren eigenen Ansätzen berücksichtigt.

Sehr interessant empfand ich die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der DSGVO und die Rolle, die Europa (bzw. Deutschland) in diesem Kontext spielt. Ich selbst hatte aus dem #china40mooc für mich die etwas ernüchternde Erkenntnis mitgenommen, dass Europa, insbesondere Deutschland, kaum noch von China als interessanten Markt wahrgenommen wird. Umso überraschter war ich, dass sich sowohl China, als auch Amerika (Silicon Valley) an Europa orientieren, was den Umgang im Kontext des Datenschutzes betrifft.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Der Ansatz der Diskussion im Umgang mit personalisierten, anonymisierten und allgemeinen Daten ist mir ebenfalls im Gedächtnis geblieben. Es war die Forderung kleiner Firmen an große Firmen oder staatlichen Stellen zu vernehmen, dass anonymisierte Daten für die eigene Nutzung zur Verfügung gestellt werden sollten.

Schade war, dass die DSGVO deutlich im Vordergrund dieses Abends stand, als der Austausch, wie die Unterschiede in China, USA und EU gelebt und wahrgenommen werden. Die verschiedenen Ansätze im Umgang mit der Digitalisierung fordern unsere globale Gesellschaft auf, vielmehr in Kontexten zu sprechen und Differenziertheit zuzulassen. Dabei stehen wir, als globale Gesellschaft, jedoch vor der Frage, ob wir eher in mehr-polarigen Welten leben und denken wollen oder ob Gemeinsamkeiten und Vernetzungsmöglichkeiten (Synergien) unser Denken und Leben bestimmt. Dabei ist die Vernetzung/Kommunikation von Mensch und Device mit zu berücksichtigen, bzw. auch der Devices untereinander.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Wie war die Atmosphäre?

Größtenteils konnte ich einer wertschätzenden Diskussion folgen. An einigen Stellen ist dieser wertschätzende Ansatz entglitten und ich empfand es als unangenehm dem weiteren Gesprächsverlauf zu folgen. Nicht alle Podiumsteilnehmer waren meiner Empfindung nach darin involviert. Treiber war Paul Nemitz, der in meinen Augen oberflächig generalisierte. An zwei Beispielen ist mir das aufgefallen. Zum einem lenkte Maximilian Mayer den Blick darauf, dass China noch weit von einem umfänglichen digitalen Social Scoring System entfernt sei und dennoch verwies Paul Nemitz immer wieder auf diesen digitalen Überwachungsaspekt, der in China vollumfassend eingesetzt wird. Des Weiteren kam aus dem Publikum der Hinweis, dass eine allgemeine Datenerhebung mit der Umsetzung der DSGVO kaum bis gar nicht mehr möglich wäre. Paul Nemitz Reaktion bestand darin, diese Aussage als falsch darzustellen und den Fragesteller persönlich anzugreifen.

Sehr positiv in Erinnerung sind mir hingegen die anderen Podiumsteilnehmer*innen in Erinnerung geblieben, die meiner Meinung nach den wertschätzenden Austausch gesucht haben.

Gibt es Synergien, Vernetzungen mit eigenen Erfahrungen?

Aufgrund des einstündigen Zeitraums, in der die Veranstaltung stattfand, kann die Differenziertheit, die meiner Meinung nach für das Thema notwendig wäre, nicht erreicht werden. Daher kann diese Veranstaltung nur als Impuls verstanden werden, bestimmte Perspektiven weiter zu verfolgen. Für differenziertere Perspektiven und als Ausgangspunkt eigener Recherchen kann das Wiki, welches im Rahmen des #china40mooc’s entstanden ist, genutzt werden.

Den #china40mooc habe ich bereits im Artikel vom 28.01.2019 „Silicon Valley-China-Germany“ erwähnt. Im Interview mit Han Jin wurden verschiedene kulturelle Unterschiede aus Unternehmer bzw. Start-Up Perspektive benannt.