Rückblick: stARTcamp – vom #Fliegenfischen bis zum #Findelkraken – #sck13

2013-09-13 09.25.16Bei meinem Besuch auf dem diesjährigen stARTcamp in Köln habe ich ein sehr familiäres und herzliches BarCamp kennengelernt. Diese Herzlichkeit zeigte sich beim Empfang bis zur Verabschiedung. Wie selbstverständlich sangen die Teilnehmer bei der Begrüßung ein Geburtstagsständchen für ein anwesendes Geburtstagskind. Die Gespräche und Begegnungen wirkten während des Tages vertraut und nah. Erstaunt war ich auch über die Themenvielfalt und die Art der Umsetzung. Von gewohnten Vorträgen, bis zum Basteln über „Schnick Schnack Schnuck Spielen“ und Coktails mixen war ich über den vielfältigen Methodemix der einzelnen Sessions erstaunt.

Vielen lieben Dank für eure herzliche Aufnahme, eure aufgeschlossene und vorurteilsfreie Art und die vielen mutigen und kreativen Ansätze ein barcamp zu bereichern.

Schade und ungewöhnlich war für mich, dass das stARTcamp nur einen Tag stattfand. Der Vorstellung, dass am zweiten Tag ein qualitatativer Sprung im barcamp herbeigeführt werden kann, kann ich aus Erfahrung nur zustimmen. Am ersten Abend sitzen die Teilnehmer gern noch zusammen und diskutieren die ersten Ergebnisse, wobei man dann oft merkt, dass Synergieeffekte herbeigeführt werden können.

Besonders interessant, fand ich folgende Sessions:

#Fliegenfischen

Spannend fand ich die Session „Fliegenfischen“ von Eva Brandecker, die den Verlag the grooves betreibt.  Mit kreativen Projekten / Aktionen begleitet und promoted sie ihre Produkte. Als Fliegenfischen bezeichnet sie ihre Contentstrategie. Aufmerksam und mit unvoreingenommener Perspektive begegnet sie ihrer Umwelt immer wieder neu und adaptiert gesehenes in neue Situationen.

Eine ihrer Aktionen war der locatweets– Wettbewerb, mit dem der dialektisch witzigste Tweet ausgezeichnet wurde. Als sie sich mit der Plattform Twitter vertraut machen wollte, fiel ihr auf, dass manche Menschen im Dialekt twittern. Sie kombinierte ihre eigene Lernaufgabe mit ihrer Arbeit (welche ich bei ihr schon als Passion bezeichnen würde) und einer Challenge und gestaltete daraus einen Wettbewerb. Sie holte sich den Spaß in den Alltag. Auf ihrer Facebookseite #localtweets sind einige Beispiele zusammengefasst.

#Smartplaces

Bei der Session von Frank Tentler war ich zwar nicht dabei, bin aber über die vielen Tweets zum #sck13 auf die Idee der Smartplaces aufmerksam geworden.

Ein Smartplace ist ein Ort, der kommunikativ, multimedial und technisch eine Interaktion und Vernetzung zwischen Social Web Nutzern, Besuchern und dem Ort ermöglicht und fördert. Ein Smartplace kann ein Ort, ein Gebäude, ein zeitlich begrenztes Event etc. sein. Über ein Smartplace soll auf den Inhalt frühzeitig und verstärkt hingewiesen. Ein intensiver Austausch über den Inhalt fördert eine nachhaltige Vernetzung und Interaktion.

#Maskottchen

Auch von der Plüschtiersession von Kristine Honig @kristinehonig war ich sehr überrascht. Anfangs konnte ich mir darunter kaum etwas vorstellen, dann jedoch wurde ich immer aufmerksamer auf den Inhalt. Worin liegen die Vorteile, wenn ein Maskottchen im Social Media Bereich eingesetzt wird? Der richtige Einsatz schafft Identifikation und Bindung zum Content  Vielen lieben Dank dafür.

Ein Maskottchen zu etablieren ist zeitaufwändig, denn es braucht eine glaubhafte Geschichte. Allerdings kann man durch ein Maskottchen sein Publikum mit einer anderen Sprache ansprechen und in der Persönlichkeit bzw. im Inhalt variieren. Die eigene Kommunikation wird dadurch flexibler und letztendlich damit die Zielgruppe erweitert.

Begleitet wurde die Session von einem Liveblog von Boydroid.

Beispiele für den Einsatz eines Maskottchens:

  • QWoo (sprich: Kuwu) vom Currywurstmuseum in Berlin.
  • Der Findelkraken von Wibke Ladwig. Zufällig auf der Straße gefunden. Auch nach mehrmaligen Aufrufen wurde der/die kleine Eigentümer/in nicht gefunden. Mittlerweile fühlt der sich kleine Kraken bei Wibke ganz wohl und wird selbst zum Star, inklusive eigener Facebook-Seite – Storytelling par excellence.
  • Das Häkelschwein. Ein Häkelschwein ist ein rosa umhäkeltes Überraschungsei in Form eines Schweins. Fans können ein solches Schwein nebst diversen Merchandising-Artikeln erwerben. Außerdem ist das Häkelschwein auf Facebook, Twitter sowie Google+ präsent. Allerdings hat sich diese Marke mittlerweile so etabliert, dass Fans eigene Fotos von ihrem Häkelschwein veröffentlichen – und somit Werbung für das Häkelschwein machen.

Will ich ein Maskottchen etablieren, sollte ich folgende Punkte, wie im Blog von Kristine Honig beschrieben, beachten

  • Name: Idealerweise sollte der Name des Maskottchens so einprägsam und simpel sein, dass dieser auch schnell von den Konsumenten genutzt wird.
  • Hashtag: Im Social Web haben sich Hashtags etabliert, um Informationen zu bündeln. Idealerweise kann der Name des Maskottchens direkt als Hashtag genutzt werden (siehe Häkelschwein).
  • Geschichte: Ganz wichtig: die Geschichte hinter dem Plüschtier. Wo kommt es überhaupt her? Wie ist es so drauf? Im Prinzip benötigt ihr eine Art Charakterbeschreibung und Lebenslauf für das Plüschtier.
  • Kultig: Ein Maskottchen, was mehr oder weniger zum Selbstläufer werden soll, muss kultig sein. D.h. gerne etwas verrückt, etwas anarchisch, speziell eben.
  • Online & Offline: Ein Maskottchen sollte sowohl online zu finden sein, aber ebenso Offline, das heißt als konkreter Merchandising-Artikel, den die Museumsbesucher erwerben können. Auch eine Idee: Das Currywurstmuseum setzt ebenso auf Walking Acts, d.h. auf Menschen im QWoo-Kostüm (die auch schon einmal von Besuchern für ein Foto hochgehoben werden…)
  • Geduld: Etablierung eines Maskottchens heißt letztlich auch Aufbau einer Marke. Dass so etwas nicht von heute auf morgen passiert, dürfte dabei wohl klar sein.
  • Von intern nach extern: Die besten Maskottchen entstehen oft irgendwie von selbst. Da hat ein Mitarbeiter ein Plüschtier auf dem Schreibtisch sitzen, welches Stück für Stück immer mehr Bedeutung für das gesamte Team bekommt. Die Mitarbeiter haben bereits eine Beziehung zu dem Plüschtier aufgebaut? Die perfekte Basis, damit auch nach außen zu gehen.

weiterführende Links

2 thoughts on “Rückblick: stARTcamp – vom #Fliegenfischen bis zum #Findelkraken – #sck13

  1. Pingback: stARTcamp Köln 2013 #sck13 | stARTcamp Köln

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