Dritte Generation Ostdeutschland

Heute ist mir auf Facebook die Fan-Seite „3te Generation Ostdeutschland“ „wieder“ aufgefallen, die einige meiner Gedanken und Beobachtungen sehr treffend zusammenfasst.

Geboren wurde ich in der DDR, aufgewachsen bin ich in der Bundesrepublik Deutschland. Meine Identität beschrieb ich in den letzten Jahren immer als Gesamtdeutschen. Ich wollte nicht mehr unterscheiden, zwischen Ost und West. Dennoch wurde ich in fast jeder Stadt, die ich besuchte, in der ich lebte, etc. mit diesem Thema konfrontiert. Auch ich selbst beobachte, dass ich meinen älteren Verwandten immer wieder bohrende Fragen zu ihren Erlebnissen stelle. Ich bin hungrig nach Wissen und bin noch lange nicht zu befriedigenden Antworten gelangt …

(Hierbei handelt es sich um wunderbares Material für Schüler

diese Thematikaus unterschiedlichen Perspektiven aufzugreifen und sich dieser zu nähern)

Mit der „Dritten Generation Ostdeutschland“ sind die zwischen 1975 und 1985 in der DDR Geborenen, die mittlerweile die längste Zeit ihres Lebens in einem vereinigten Deutschland zugebracht haben. Insgesamt sind es etwa 2,4 Millionen.

Als junge Menschen konnte diese Generation die Umstrukturierung des Ostens nach der Wende vorwiegend nur erleben, diese aber nicht umfangreich oder ansatzweise reflektieren. Sie waren noch zu jung für eine umfassende Reflektion der Transformationserfahrungen. Fragen, wie „Was passiert hier eigentlich?“ oder „Was passiert mit unseren Eltern?“ fanden zu diesen Zeiten keine Antworten.

Der Wandel, der für mich als Kind über Nacht hereinbrach, löste einen biographischen Umbruch aus.

Ist für diese Generation eine bestimmte Weltsicht daraus entstanden? Hat diese Generation durch historische Erfahrung gelernt, sich mit Unsicherheiten kreativ auseinanderzusetzen und sie als Teil dieser Welt zu akzeptieren? Zeichnet Wendekinder eine gewisse „Erschütterungs-Sicherheit“ aus? Wissen sie, dass sich die Gegebenheiten immer wieder ändern könnten? Sind sie deshalb offener als andere, über Alternativen nachzudenken?

Die Politikwissenschaftlerin Adriana Lettrari hat mit Gleichgesinnten eine Konferenz am 8. bis 10. Juli in Berlin ins Leben gerufen (Bericht im Berliner Tagesspiegel), auf der Wendekinder in einer Gruppe von Menschen mit gleichen Erfahrungen über ihre Erlebnisse und Gedanken diskutieren konnten. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Bundesstiftung Aufarbeitung. Ein junger Verleger weist auf dieser Konferenz darauf hin, dass viele Wendekinder gelernt hätten, kreativ mit Hindernissen umzugehen und bei Problemen einen speziellen Humor zu behalten.

Ich selbst kenne diese Methode aus meinem Studium zu interkulturellen Pädagogik (an der Uni Magdeburg: internationale und interkulturelle Bildungsforschung). Als Gruppe diskutiert man über seine eigenen Wurzeln und Fähigkeiten und geht dann mit den in dieser Gruppe gewonnenen Erkenntnissen in die Welt.

Ein paar weiterführende Diskurse:

Neuland denken

Kinder auf der Suche nach Zeitzeugen des Mauerfalls

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Kinder auf der Suche nach Zeitzeugen des Mauerfalls

Am 31. August 1990 wird in Berlin der Einigungsvertrag zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten (DDR / BRD) unterzeichnet.

Diesen Anlass möchte ich dazu nutzen auf eine qualitativ wertvolle Internetseite, die mit Inhalten von Kindern gestaltet wird, hinzuweisen. Die Kinderreporter des Bösen Wolfs haben sich zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 09.11.1989 sich diesem Thema zugewendet. In kleinen Gruppen erarbeiten sie sich einen Zugang zu dieser Thematik, die über die historischen Ereignisse weit hinaus gehen. Neben einer Reportage, die die wesentlichsten Fakten der Wendezeit wiedergibt, wird ein sehr starker emotionaler Zugang erarbeitet.
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