„Wege der Digitalisierung in China, den USA und bei uns“, Einladung der FES

Was war los?

Die FES (Friedrich Ebert Stiftung) lud ein zu einem netzpolitischen Abend bzgl. des Themas „Wege der Digitalisierung in China, den USA und bei uns“ ein (nach zu verfolgen auf Twitter unter #fesNetzpol).

Wer war beteiligt?

Umgesetzt wurde der netzpolitische Abend in Form einer Podiumsdiskussion mit geladenen Gästen. Nachdem sich jeder der Podiumsteilnehmer mit seiner Funktion und Verortung zu dem Thema etwa 5 min vorstellte, wurden verschiedene Fragen von allen Podiumsteilnehmer*innen etwa 25 min diskutiert. Die restlichen wenigen Minuten wurden für Fragen aus dem Publikum eröffnet.

Die Moderation übernahm Judith Horchert, Ressortleiterin Netzwelt bei Spiegel Online. Von seinen Erfahrungen in China im Umgang mit der Digitalisierung berichtete Maximilian Mayer, Assistant Professor an der University of Nottingham Ningbo China. Sabine Frank, Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei Google Germany, vertrat die Perspektive der USA auf die Digitalisierung in dieser Diskussionsrunde. Paul Nemitz, Hauptberater der EU-Kommission und Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, sowie Jens Zimmermann, MdB und digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, vertraten beide die europäische Perspektive, wobei für Jens Zimmermann noch mehr die deutsche Perspektive angedacht wurde.

Was war der Inhalt, bzw. was nehme ich mit?

In dem kurzen Zeitraum der Veranstaltung konnten nur einzelne Aspekte der Digitalisierung, kaum mehr als oberflächlich benannt und beschrieben werden. Das Ziel der Veranstaltung bestand meiner Meinung nach darin, für die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Umsetzungsaspekte aus unterschiedlichen Kulturen (Ländern) zu sensibilisieren. Ich denke, diese unterschiedlichen Herangehensweisen und Wahrnehmungen wurden deutlich. Wiederum können diese drei verschiedenen Kulturen mit ihren jeweiligen eigenen Ansätzen nur als Ausgangspunkt dafür genommen werden, dass wir alle in dieser Welt vielmehr nach außen schauen müssen. Indien und Afrika wurden bspw. kaum mit ihren eigenen Ansätzen berücksichtigt.

Sehr interessant empfand ich die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der DSGVO und die Rolle, die Europa (bzw. Deutschland) in diesem Kontext spielt. Ich selbst hatte aus dem #china40mooc für mich die etwas ernüchternde Erkenntnis mitgenommen, dass Europa, insbesondere Deutschland, kaum noch von China als interessanten Markt wahrgenommen wird. Umso überraschter war ich, dass sich sowohl China, als auch Amerika (Silicon Valley) an Europa orientieren, was den Umgang im Kontext des Datenschutzes betrifft.

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Der Ansatz der Diskussion im Umgang mit personalisierten, anonymisierten und allgemeinen Daten ist mir ebenfalls im Gedächtnis geblieben. Es war die Forderung kleiner Firmen an große Firmen oder staatlichen Stellen zu vernehmen, dass anonymisierte Daten für die eigene Nutzung zur Verfügung gestellt werden sollten.

Schade war, dass die DSGVO deutlich im Vordergrund dieses Abends stand, als der Austausch, wie die Unterschiede in China, USA und EU gelebt und wahrgenommen werden. Die verschiedenen Ansätze im Umgang mit der Digitalisierung fordern unsere globale Gesellschaft auf, vielmehr in Kontexten zu sprechen und Differenziertheit zuzulassen. Dabei stehen wir, als globale Gesellschaft, jedoch vor der Frage, ob wir eher in mehr-polarigen Welten leben und denken wollen oder ob Gemeinsamkeiten und Vernetzungsmöglichkeiten (Synergien) unser Denken und Leben bestimmt. Dabei ist die Vernetzung/Kommunikation von Mensch und Device mit zu berücksichtigen, bzw. auch der Devices untereinander.

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Wie war die Atmosphäre?

Größtenteils konnte ich einer wertschätzenden Diskussion folgen. An einigen Stellen ist dieser wertschätzende Ansatz entglitten und ich empfand es als unangenehm dem weiteren Gesprächsverlauf zu folgen. Nicht alle Podiumsteilnehmer waren meiner Empfindung nach darin involviert. Treiber war Paul Nemitz, der in meinen Augen oberflächig generalisierte. An zwei Beispielen ist mir das aufgefallen. Zum einem lenkte Maximilian Mayer den Blick darauf, dass China noch weit von einem umfänglichen digitalen Social Scoring System entfernt sei und dennoch verwies Paul Nemitz immer wieder auf diesen digitalen Überwachungsaspekt, der in China vollumfassend eingesetzt wird. Des Weiteren kam aus dem Publikum der Hinweis, dass eine allgemeine Datenerhebung mit der Umsetzung der DSGVO kaum bis gar nicht mehr möglich wäre. Paul Nemitz Reaktion bestand darin, diese Aussage als falsch darzustellen und den Fragesteller persönlich anzugreifen.

Sehr positiv in Erinnerung sind mir hingegen die anderen Podiumsteilnehmer*innen in Erinnerung geblieben, die meiner Meinung nach den wertschätzenden Austausch gesucht haben.

Gibt es Synergien, Vernetzungen mit eigenen Erfahrungen?

Aufgrund des einstündigen Zeitraums, in der die Veranstaltung stattfand, kann die Differenziertheit, die meiner Meinung nach für das Thema notwendig wäre, nicht erreicht werden. Daher kann diese Veranstaltung nur als Impuls verstanden werden, bestimmte Perspektiven weiter zu verfolgen. Für differenziertere Perspektiven und als Ausgangspunkt eigener Recherchen kann das Wiki, welches im Rahmen des #china40mooc’s entstanden ist, genutzt werden.

Den #china40mooc habe ich bereits im Artikel vom 28.01.2019 „Silicon Valley-China-Germany“ erwähnt. Im Interview mit Han Jin wurden verschiedene kulturelle Unterschiede aus Unternehmer bzw. Start-Up Perspektive benannt.

Silicon Valley-China-Germany

Im Rahmen des #china40mooc „China Infusion – Was wir von China lernen können“ der vom 22.02.19 – 24.02.19 stattfindet, durfte ich Han Jin (Lucid) interviewen. Ihn zeichnet aus, dass er sich in der Startup-Szene von drei Kulturen (China / Silicon Valley / Deutschland) bewegt und diesbezüglich tolle Impulse für den MOOC im Februar mitgeben konnte.

Nachfolgend ist das Interview verlinkt und im Anschluss daran habe ich das Interview in einer Tabelle zusammengefasst.

Mitnehmen möchte ich vor allem seinen Aufruf, die Welt als ein globales System zu verstehen und sich in ihr zu bewegen lernen (mit den Vor-und Nachteilen eines jeden Landes).

Vielen lieben Dank für deine Zeit, Han Jin 🙂

Han Jin (/han ʤɪn/; geboren am 15. Oktober 1988) ist Mitbegründer, CEO und Produktarchitekt von Lucid VR Inc. (Lucid), ein Startup-Unternehmen mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien.

Die Ergebnisse aus dem Interview werden in einer Tabelle dargestellt. Die einzelnen Inhalte haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn etwas nicht genannt ist, heißt es beispielsweise nicht, dass es das nicht gibt, sondern es war lediglich kein Thema in diesem Interview. Unter anderem liegt das auch daran, dass „Lucid“ (Startup) kein Büro in Deutschland eröffnet hat, sondern nur in China und dem Silicon Valley.

Fazit: Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile, daher stellt sich Han Jin gar nicht die Frage, was Deutschland von China und dem Silicon Valley lernen kann. Es ist vielmehr unsere zukünftige Aufgabe, sich zu fragen, wie können die jeweiligen Vor- und Nachteile verschiedenster Länder genutzt werden, wenn man sich heute global bewegt (Welt als ein globales System verstehen und sich in ihr zu bewegen lernen).

bitstars auf dem Weg ins Silicon Valley

Die technischen Partner von geosurfen, bitstars, haben sich im letzten Herbst für einen mind. drei monatigen unterstützenden Aufenthalt im Silicon Valley über den German Accelerator qualifiziert (bitstars berichtete am 10.Oktober 2014 darüber). Da ich mit einigen Mitarbeitern von bitstars befreundet bin, finde ich diese Entwicklung sehr spannend und begleite diese gerne ein wenig aus der beobachtenden Perspektive mit.

Im Mittelpunkt der Reise steht das aktuelle Projekt, der Holobuilder, für den bitstars in San Francisco und in Palo Alto Feedback und Hinweise für die weitere Entwicklung erhalten wollen.

Der Holobuilder kann mit einem Klick auf das nachfolgende Bild geöffnet werden. In ihr befindet sich eine 360° Aufnahme aus dem Büro von bitstars. Mit der gedrückten Maus könnt ihr euch im Holoplayer bewegen. Ihr könnt also einen kleinen Einblick erhalten, obwohl ihr nicht vor Ort seid ;). Mostafa Akbari, CEO von bitstars, sitzt auf einem Sofa und gibt ein kleines Interview. Das Interview wurde mit der Kamera aufgenommen und ist in Form von zwei YouTube Videos in der 360° Umgebung im Holoplayer verlinkt. Dazu braucht ihr auf Infoboxen klicken, um die jeweiligen Videos zu starten. (Weiter unten im Blog wurde das Interview verschriftlicht.)

Das Laden der Einbindung kann etwas dauern und ist an Google Chrome und Firefox optimiert.

Für mich sind bei einer solchen Unternehmen vor allem folgende Fragen interessant:

  • Wie wird das Silicon Valley hier in Deutschland wahrgenommen?
  • Was wird darüber berichtet? Wer berichtet darüber?
  • Was ist an den ganzen Berichten drann?

Ich wünsche bitstars sehr viel Erfolg im Silicon Valley :).

Interview mit Mostafa Akbari, CEO von bitstars vor der Reise ins Silican Valley über den German Accelerator

Interview mit Mostafa Akbari, CEO von bitstars vor der Reise ins Silican Valley

  1. Frage: Wie kommt es, dass bitstars ins Silicon Valley fliegt?

Wir von bitstars haben uns beim German Accelerator beworben und haben ein Platz im Programm erhalten. So fliege ich für bitstars für mindestens drei Monate in die USA. Dort werde ich im Silicon Valley mich aufhalten.

Ein Monat in Palo Alto und dann zwei Monate im San Francisco.

  1. Was ist der German Accelerator?

Der German Accelerator unterstützt deutsche Startups beim Eintritt in den US Markt. Man kann entweder ins Silicon Valley gehen oder nach New York. Dort nehmen wir nach unserer Ankunft an Workshops und einem Bootcamp, als Vorbereitung die eigenen Ziele im SV zu erreichen, teil. Ebenso erhalten wir einen Mentor an die Seite und oben drauf noch ein Arbeitsplatz in zentraler Lage vor Ort.

Wir sind schon sehr gespannt.

  1. Warum habt ihr euch entschieden ins Silicon Valley zu gehen?

Wir wollen sehen, wie unser Holobuilder.com und andere unsere Services in den USA ankommen. Der Markt ist dort etwas weiter als in Deutschland. Geräte wie Google Glass oder Occulus Rift haben einen höheren Bekanntheitsgrad als hier.

Daneben kommen noch mehre andere VR und AR Geräte aus dem Silicon Valley. Das andere wichtige Thema für uns ist das Investment. Wir wollen dort die Fühler ausstrecken und erkunden welche Möglichkeiten für uns offen stehen. Dadurch dass AR und VR ein Thema im SV ist, verstehen die Investoren auch schneller das Thema.

  1. Was was macht bitstars?

Wir ermöglichen jedermann einfach sich seine eigenen 3D Erlebnis zu kreieren. Es existieren heute schon Portale für 3D Modele oder Panorama 360 Bilder, die in unsere Oberfläche integriert werden können. Diese sind ähnlich zu Flickr oder andere Bild-Datenbanken, man kann mit dem Content nichts anfangen. Wir ermöglichen jedermann über einen Creator seinen eigenen 3D Raum zu gestalten oder einfach eine Reparaturanleitung für eine Maschine zu erstellen. Das ganze ohne Programmieren oder irgendwie Vorkenntnisse mit 3D Programmen zu haben.