re:publica 2017 und ich

Was ist die re:publica?

Auf der re:publica treffen sich jedes Jahr die Personen in Berlin, die über den gegenwärtigen und zukünftigen digitalen Einfluss auf Gesellschaft diskutieren wollen. Da das Netz ein weiterer Diskussions- und Anregungsraum für aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse ist, spiegeln sich auch hier die Emotionen wieder, die den Umgangston und Verhaltensweisen beeinflussen. Unser Umgangston im Netz, die Wertschätzung Andersdenkender und Handelnder  im Netz (sogenannte Filterbubbles) steht dieses Jahr im Zentrum der elften re:publica mit dem Motto „Love out Loud“. Das Motto ist ein Aufruf zur digitalen Zivilcourage, um im Netzwerk Betroffenen solidarisch beiseite zu stehen gegen Mobbing, Hatespeech, Fakenews, Trollen, Zensur und für Pressefreiheit, Kommunikationsfreiheit, etc…

Ich empfinde das Motto weiterhin als Aufruf, den Mut aufzubringen, sich Ausprobieren zu können, ja gar zu müssen egal in welchem Alter man sich selbst befindet, wie Gunter Dueck (YouTube-Aufzeichnung ab 11. Minute) in seinem Vortrag fast nebenbei erwähnte. Dasselbe hatte ich bei Tanja Haeusler in der Eröffnungsrede gehört, als sie meinte, dass viele von uns im Herzen immer (Teenager-)Rebellen bleiben werden, egal wie alt wir tatsächlich sind, weil wir uns nie mit den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignissen abfinden wollen, an diesen gar verzweifeln und wütend werden.

Eine ganze Zeit lang habe ich mich gefragt, wie die Entstehungsgeschichte zum „Love out Loud“ sein könnte? Woher kommt der Ursprung dieser Begrifflichkeit? Im Kontext des Corporate Learning 2025 MOOCathons, der parallel zur re:publica startete, bin ich auf die Methode des „Working Out Loud“ (über den Blogartikel von Harald Schirmer, Twitter: @haraldschirmer) gestoßen. Bei „Working Out Loud“ handelt es sich um eine Methode, bei der nachhaltiges Lernen im digitalen Zeitalter im Fokus steht. In öffentlicher (transparenter) einer privaten Umgebung teilt eine Personengruppe ihr Wissen/Informationen und Erfahrungen zu einem konkreten Ziel miteinander (Danke für den Hinweis Harald Schirmer). Der Grundgedanke dabei ist, die digitale Vernetzung und soziale Netzwerke als Chance zu nutzen: Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen, Inspiration zu finden und eigene Arbeitsergebnisse breiter zugänglich zu machen mit dem Ziel, die Resonanz des Netzwerks zu nutzen und (Zwischen-)Ergebnisse durch Diskussionen kontinuierlich zu verbessern. Die Eingrenzung auf fünf Personen, die Schirmer in seinem Blog vornimmt, verstehe ich eher als Hinweis, dass diese intensive Zusammenarbeit für kleinere Gruppen ideal ist. „Love out Loud“ ist in diesem Sinne ein Statement für Neugiere, Respekt, positives Nach vorne Denken, Offenheit und der Wunsch nach Vielfalt.

Zahlen:

Um die 9.000 Teilnehmende aus 71 Ländern, über 1.000 Sprecher (47% davon waren weiblich, verkündete Johnny Häusler beim „Welcome“ (YouTube-Aufzeichnung ab der 9.Min)  auf der elften re:publica) auf 20 Bühnen, 500 Stunden Programm.

Etwa 96k Tweets von etwa 30k Twitter-Usern wurden auf Twitter gezählt. Eine Übersicht von talkwalker zeigt deutlich, dass die re:publica international auf Twitter Beachtung fand.

karte

Die Infografik von MonitorinMatcher zeigt auf, dass neben Twitter weitere Kanäle während der re:publica intensiv genutzt wurden.  Stefan Evertz weist in dieser Infografik aber auch darauf hin, dass einige Kanäle aktuell statistisch gar nicht erfasst werden können, wie bspw. Insta-Stories, Snapchat, etc.. Weitere Social-Insights können in dem Artikel von brandwatch nachgelesen werden.

infografik

  1. Tag: Anreise zur re:publica

2. Tag: Eröffnung der re:publica

3. Folgetag: re:publica

Mit welcher Motivation war ich angereist und was nehme ich mit?

Das Programm der re:publica war umfangreich, 500 Stunden Programm, zusätzlich angebotene Meetups, diverse Treffen, verschiedene Ausstellungen an Ständen und zusätzliche Aktivitäten hier und da, rund um die re:publica stellten mich schon vor der Anreise vor eine riesige Herausforderung. Ohne einen konkreten Plan wäre meine Teilnahme an der re:publica nicht zu meiner Zufriedenheit abgelaufen. Ich wollte mich nicht, wie ein Blättchen im Wind vom Zufall treiben lassen, sondern mit einer konkreten Vorstellung das Event besuchen. Räume für Zufälle haben sich dennoch ergeben, da ich an meiner eigenen Programmplanung sehr flexibel festhielt.

Dennoch habe ich mir die Mühe gemacht, mir über mehrere Stunden (wozu sollte man sonst lange Bahnfahrten nutzen ;)) das Programm durchzulesen. Über eine von der re:publica angebotenen App wurden interessante Vorträge, Workshops etc. festgehalten.

Vor allem die persönlichen Treffen und Gespräche waren jedoch der treibende Motor meines Entschlusses eines Besuchs der re:publica. Mit dem ersten Atemzug meiner Ankunft in Berlin, tauchte ich in dieses einzigartige Flair, welches Gedanken und Emotionen anregen und beschleunigen kann, ein.

Die Schwerpunkte meines Besuches der re:publica lagen auf:

1. Zukunft der Arbeit, Bildung und Gesellschaft

Am Sonntag traf ich ein paar der Personen, die sich mit zukünftigen Gesellschaftsveränderungen  (Inkl. Bildung und Arbeit) bedingt durch den ständigen und schnellen Wandel der Arbeits- und Lebenswelt, der mit der Digitalisierung einhergeht, die u. a. durch disruptive Veränderungen ausgelöst werden, auseinandersetzen. Über den kürzlich zu Ende gegangene MOOC „Leuchtfeuer 4.0“ habe ich einige kennengelernt und war neugierig auf sie geworden (weitere Infos zum Inhalt des MOOCs sind im Blogartikel von Johannes Schmidt-Mosig zusammengefasst).

Ellen Euler (Twitter: @EllenEuler) Diskussionsbeitrag auf der re:publica stellte ich diesen Zusammenhang. Sie vertrat die Deutschen Digitalen Bibliothek und diskutierte den Stellenwert des kulturellen digitalen Gedächtnisses (YouTube). Das kulturelle Gedächtnis wird als generationsübergreifende, interaktionslose Kommunikation über aufgezeichnete kulturelle Äußerungen verstanden. Die Frage wie kulturelle Artefakte in die Zukunft transportiert, kommuniziert und anschlussfähig gehalten werden können, umreißt viele Herausforderungen bzgl. politischer Unklarheiten, rechtlicher Zwänge und Großprojekten mächtiger Konzerne (Google).

2. 360°-Videoproduktion!

Susanne Dickels (auf Twitter: @Flight_1) Workshop (der aufgrund der Größe eher einem (sehr gut gehaltenen) Vortrag) zu „Extend your vision – die DOS and Don’ts der 360° – Videoproduktion“ glich, traf mich bei einem meiner großen Interessen. Als sie dann auch noch die für mich wichtigste Unterscheidung zwischen Virtual Reality und 360° einging, war ich davon überzeugt, mich auf ihren Vortrag einlassen zu können. Auf der Facebookseite von Kreative Kommunikations Konzepte, einer Firma in Essen, die ich für ihren qualitativen Content zu Virtual Reality und 360° schätzen gelernt habe, habe ich die Unterscheidung zwischen den beiden Medienarten sehr anschaulich begriffen.

Susanne Dieckels holte mich bei meinen Vorerfahrungen ab (passend dazu der Slot von Elisabeth Wehling (Twitter: @E_Wehling) : „Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing“, ein sehr zu empfehlender Vortrag).

3. Szenario-Methode

Die Hans Böckler Stiftung traf ich an einem Ausstellungsstand. Aufmerksam wurde ich auf sie, da an diesem Stand eine Methode vorgestellt wurde, mit der die Stiftung sich dem Zukunftsfeld der Arbeit, über vier entwickelte Szenarien, genähert hatte. Diese können im PDF „Mitbestimmung 2035“ nachgelesen werden.

Grundlage der Entwicklung der vier Szenarien ist der Begriff der Mitbestimmung. Im Laufe der industriellen Entwicklung Deutschlands hat sich ein gesellschaftlicher Konsens herausgebildet, dass die Modernisierungsfähigkeit der industriellen Wirtschaft auf einer langfristigen Bindung von Fachkräften ans Unternehmen beruht, und zwar durch Mitbestimmung, so die Begründung der Grundlagenbegriffs. Daraufhin wurden mehrere mögliche Zukunftszenarien für Mitbestimmung entworfen. Diese sind jedoch nicht allgemeingültig, sondern für die Hans Böckler Stiftung aus der aktuellen Entwicklung heraus, plausible Szenarien für kommenden zwei Jahrzehnte.

Folgende vier Szenarien werden kommuniziert: Wettbewerb, Verantwortung, Fairness und Kampf.

ZUKUNFT BEGINNT HEUTE

Das Kernteam der Szenarienentwicklung bestand aus sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung. Die Szenarien wurden aus einer onlinegestützten Befragung abgeleitet und mit 8 einstündige qualitative Interviews ergänzt. Nach einer Verdichtung der Materialen auf wesentliche Begriffe (durch das Kernteam) wurden in drei Workshops mit allen Mitarbeitern der Stiftung, Schlüsselmotive, Übereinstimmungen, sowie Unterschiede in den Zukunftserwartungen entworfen und diskutiert.

4. Wissenschaftskommunikation!

Aktuell ist eine Durchdringung verschiedener bisher klar abgegrenzter Bereiche in allen gesellschaftlichen Ebenen, so auch bspw. im Feld der Wissenschaftskommunikation zu beobachten. War der Elfenbeinturm, in dem angeblich die Wissenschaftler wohnen und arbeiten vor einigen Jahren noch eine Auszeichnung, so wandelt sich der Begriff in meiner Wahrnehmung eher ins negative, elitäre und arrogante. Mit den digitalen Partizipationsmöglichkeiten können Forschende ihre Inhalte auf verschiedenen Wegen erzählen, so Patrick Breitenbach (Twitter: @breitenbach). Sie können Einblicke in Forschungsprozesse geben, erzählen von Fehlern oder Misserfolgen, beteiligen sich an aktuellen Diskussionen und werden greifbarer und authentischer. Der Wissenschaftspodcast ist ein solcher Ansatz, genauso, wie die Science Slams, etc..

5. Braindate!

Die Idee dieser Plattform  hat mich sehr angesprochen, bei der man sein Expertenwissen zum Teilen anbieten könnte oder für vorab formulierte Fragen den passenden Wissenskommunikator fand, der einem an seinem Wissen teilhaben ließ. Sobald das Inserat oder Angebot  abgegeben und der/die passende Gegenüber gefunden wurde, vereinbarten beide eine Uhrzeit des Braindates. Martina Pumpat (Twitter: @martinapp2 ) hatte es ausprobiert und mir mit begeisterten Augen davon berichtet. Leider hatte ich diese Möglichkeit der Partizipation zu spät entdeckt.

Es war wunderbar sich mit Nicole Bauch, abseits der großen Fragen auch mit kleinen, fast banal wirkenden Fragen austauschen zu können, wie bspw. ob Bilder auf Instagram mit pinkem Anteil mehr geliked werden als andere Bilder oder dem Erfahrungsaustausch zu Instagramstories.

Der Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit allen Begegnungen war sehr bereichernd. Vielen lieben Dank euch allen!

Ziel der Stadt Leipzig: Charakter „kinder- und familienfreundlich“

Gestern fand im Leipziger Rathaus eine Podiumsdiskussion zu „Leipzig auf dem Weg zum Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz“ statt. Am 18. November hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Leipzigern über einen Stadtratsbeschluss mitgeteilt, dass Kinder und Familien in seiner Legislaturperiode Priorität haben. (Quelle: L-iz.de) Doch was kann sich der Leipziger unter so einer Aussage vorstellen? Der Stadtrat erklärt einen bis 2015 reichenden Aktionsplan (lange Version; kurze Version) , mit dem Kindergärten und Schulen vorrangig saniert werden und die Anzahl der Kita-Betreuungsplätze gesteigert werden sollen. Das ist auch dringend notwendig, wenn man sich die Entwicklungsprognosen der Stadt Leipzig anschaut. Das Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig geht in seinem statistischen Quartalsbericht von einer im Aufwind befindlichen Geburtenrate aus. Interessant ist, dass noch vor einem Jahr ein Kita-Streik in Leipzig organisiert wurde, der auf das Problem des Abbaus von Kitas in kommunaler Trägerschaft in den letzten Jahren hinwies. Mike Nagler verweist in seinem Blog auf den Streik. Radio Mephisto 97.6 nahm den Streik ebenso in das Programm auf.

Die höhere Geburtenrate kostet der Stadt allerdings auch Geld, weswegen Anfang des Jahres schon eine Erhöhung der Elternbeiträge für Kindertagesstätten beschlossen wurde, Juliane Nagel (Stadträtin für DIE LINKE) berichtete auf ihrem Blog. Deswegen war es den Vertretern der Stadt Leipzig gestern besonders wichtig darauf hinzuweisen, dass sich die Stadt Leipzig schon seit Jahren für den Ausbau der Betreuungsplätze energisch einsetzt. Besonders stolz ist Dr. Siegfried Haller (Leiter des Jugendamtes der Stadt Leipzig) darauf, dass sich der Etat für die Unterstützung dieser Leistungen in den letzten Jahren nicht verringert, sondern bei gleicher Höhe halten konnte, und das obwohl der Gesamtetat der Stadt Leipzig geschrumpft ist. Rein rechnerisch hat sich damit sogar der Anteil am Gesamtetat erhöht. Tatsache ist jedoch, dass Leipzig hilflos gegenüber den zukünftigen Ansprüchen der Leipziger Bevölkerung ist. Auch beschönigende Reden, dass im westlichen Teil Deutschlands die Betreuungssituation noch wesentlich dramatischer ist und Leipzig durch seine Ost-Vergangenheit hier einen wesentlichen Vorsprung hat, hilft der Stadt letztendlich nicht weiter. Weiterhin lässt auch die Aussage seinerseits nicht über zukünftige Probleme hinwegtäuschen, „dass bis jetzt noch jedes Kind unter gekommen ist und wenn er selbst dafür sorgen müsste ….“ Ich hatte eher den Eindruck, dass die Podiumsdiskutanten der Meinung waren, dass sie ihr bestmöglichstes Tun und eigentlich ja nur das Land dieses Missverhältnis von Betreuungsangeboten und Betreuungsnotwendigkeit lösen könne, in dem die Stadt Leipzig mehr Geld bekommen müsse. Auch diese Herangehensweise erschreckte mich.

Leipziger, die dieser Diskussion erst beiwohnten und dann ihre eigenen Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen einbringen durften, waren in erstaunlich kleiner Anzahl vorhanden. Zwei Beiträge haben mich besonders nachdenklich gestimmt. Ein junger Vater berichtete davon, dass er und seine Frau überlegen den wirtschaftlichen Standort der eigenen Firma aufzugeben, da die schlechte Betreuungssituation die Eltern in Zugzwänge bringe. Leider war die Antwort darauf, dass „man“ bisher noch von keinem solchen Fall gehört hätte und „man“ zur Not eigenhändig für einen Betreuungsplatz sorgen würde. Höhere Geburtenraten und eine hohe Betreuungsrate für Kinder gehören mittlerweile zu den Standortfaktoren, die darüber entscheiden, ob eine Stadt attraktiv für Unternehmensansiedlungen ist.

Auch die Reaktion auf einen weiteren Diskussionsbeitrag fand ich interessant. Hier berichtete ein Leipziger von der Eröffnung eines bilingualen (Englisch – Deutsch), aber privaten Kindergartens namens „Voices“ mit eigenem Bauernhof. Weiterhin fragte er, wenn die Stadt Leipzig Probleme in der Betreuungssituation hätten, dann könnte sie so einen Kindergarten mit einem gewissen Anteil unterstützen. Die Reaktion bestand erst einmal vorsichtig in der Gegenfrage „Warum sich dieser Kindergarten denn nicht in den Bedarfsplan der Stadt Leipzig integriere?“ Dann wurden die Geschoße um ein vielfaches härter. Die Stadt Leipzig ist dagegen Zugangskriterien für Kinder einzuführen. Zugangskriterien bestünden bei diesem Kindergarten, da der monatliche Beitrag der Eltern für ein Kind bei etwa 550,00 € liegt. Nicht jede Familie könnte sich dementsprechend einen solchen Kindergarten leisten. Daraufhin folgte der Vorwurf, dass private Einrichtungen die soziale Schieflage für eigene Gewinne ausnutzen. Die Erfahrung der Stadt Leipzig zeigt, dass die Qualität solcher Kindergärten durchschnittlich schlecht seien. Aus dieser Argumentationskette kann deutlich die Abneigung der Stadt gegen private Kindereinrichtungen gelesen werden.

Irritiert war ich von der Schlussaussage, dass wir uns in zwei bis zweieinhalb Jahren zum gleichen Thema wieder sehen könnten und ich dachte das Problem ist jetzt akut …

Kinder auf der Suche nach Zeitzeugen des Mauerfalls

Am 31. August 1990 wird in Berlin der Einigungsvertrag zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten (DDR / BRD) unterzeichnet.

Diesen Anlass möchte ich dazu nutzen auf eine qualitativ wertvolle Internetseite, die mit Inhalten von Kindern gestaltet wird, hinzuweisen. Die Kinderreporter des Bösen Wolfs haben sich zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 09.11.1989 sich diesem Thema zugewendet. In kleinen Gruppen erarbeiten sie sich einen Zugang zu dieser Thematik, die über die historischen Ereignisse weit hinaus gehen. Neben einer Reportage, die die wesentlichsten Fakten der Wendezeit wiedergibt, wird ein sehr starker emotionaler Zugang erarbeitet.
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abends an der Hotelbar

Neugierig betrete ich zum vorangeschrittenen abend die Hotelbar. Lediglich ein Gast ist anwesend. Einsam wirkt die Räumlichkeit auf mich. Dennoch lädt sich mich zum Verweilen ein.

Ein Gast sitzt an der Hotelbar. Er wirkt neugierig aber auch distanziert. Er hebt sich von den anderen Hotelgästen ab, die mir auf dem Weg begegnet waren. Kein Anzug schmückt ihn. Er begnügt sich mit einem einfachen T-Shirt zur Jeans. Ich halte ihn für einen Fischer des Ortes, der nach einem langen Arbeitstag entspannt. Vielleicht ist der Barkeeper ein Freund? Er nippt ab und zu an seinem Bier und schaut ab und zu herüber. Seine Anwesenheit ist unaufdringlich. Langsam kommt ein ehrliches Gespräch zustande.

Nach einer Weile betritt eine Gruppe von drei Personen die Hotelbar. Sie suchen nicht die Ruhe des abends um den Tag friedlich ausklingen zu lassen. Stattdessen wird Wahlkampf um diese späte Uhrzeit betrieben. Die Gespräche verlagern sich um den Kopf dieser Gruppe, der seine Begleiter erst nach einer Weile zögerlich vorstellt. Der „Ranghöchste“ der Gruppe verlangt die Aufmerksamkeit der anwesenden Gäste.

Ich überlege ob ich twittere. Der zweiten Person würde es recht sein das Publikum zu erweitern. Das Handy bleibt unbenutzt, da ich der ersten Person nicht ihrer angestrebten Ruhe berauben will. Ich gehe.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig 😉 So könnte der Hotelgast an der Bar Klaus Lage sein und die Politikerin Claudia Roth verkörpern.

I voted!

Ich finde es köstlich 😉

Gefunden auf Patrick Brauckmanns Blog

Nachtrag (04.11.2008): Artikel auf Heise.de: Warum in den USA Wahlen eine Zitterpartie sind, von Florian Rötzer

Bedienprobleme und ein fehlerhafter Umgang mit der Technik von Wahlcomputern können die Wahlen beeinflussen. Selbst, wenn die benutzerfreundlichste Technik im Einsatz sein sollte, so verwenden nach Hochrechnungen immer zu drei Prozent der Wähler einen Wahlcomputer falsch. „Mit den Touchscreen-Wahlcomputern würden allerdings am wenigsten Fehler gemacht.“

Des Weiteren weist Rötzer daraufhin, dass bei dem Wahlcomputer des Herstellers ES&S beispielsweise, die Technik so eingestellt werden kann, dass ein Druck auf den Touchscreen an einer Stelle der Gegenkandidat registriert wird.