Social Media und digitale Technologie im Einzelhandel? – Aquis Plaza in Aachen

Social Media und digitale Technologie im Einzelhandel? Einiges habe ich bereits darüber in meinen verschiedenen Newsreadern gelesen, selten habe ich das Gelesene jedoch selbst erlebt und jetzt eröffnet das Aquis Plaza fast vor meiner Haustür.

Zuerst war ich nur neugierig, warum sich so viele Menschen für ein Einkaufszentrum begeistern können, so habe ich in einzelnen Tweets von einer Wartezeit von etwa drei Stunden für den Kunden am Eröffnungstag gelesen. Diese Vorstellung passt nicht so ganz in meine Welt. Dann keimte still und leise ein Gedanke in den ersten Eröffnungsstunden vor sich hin: „Du bist jetzt Aachener, beteilige Dich am sozialen Geschehen!“.

Nach ein paar Tagen habe ich jedoch meine ganz eigene Lesart gefunden und so werde ich hier in diesem Artikel nur kurz den Wahnsinn aufzählen, den ich an neueröffneten Einkaufscentren nicht nachvollziehen kann: übersteigerte Düfte, Menschenmengen, die sich auf Rolltreppen und Gänge quetschen, zu laute Musik, Energie Drinks, die auch an Kinder ausgegeben werden (weil ja Eröffnungswoche ist), etc…

Ein Hinweisschild, dass im Aquis Plaza auf das WLAN für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei zugegriffen werden kann, lenkte mein Neuronenfeuerwerk des Unverständnisses zu unbekannten Ausschlägen … zu einem Wahnsinn, der ab einer bestimmten Höhe vielleicht wieder konstruktiv wird. Wieso begrenzt man in einer Einkaufsmeile (Mall) den Internetzugang, das ist mir schleierhaft. Die Vorteile überwiegen bei weitem die Nachteile. Keine Mall (,die ich kenne) in Kalifornien und selbst der Flughafen Wien, der wegen seiner digitalen Freundlichkeit ausgezeichnet wurde, begrenzen den Internetzugang.

Anhand von den vier für mich interessantesten Kategorien: Beacons, mobile payment via Smartphone, Social Media und QR-Codes, begegne ich dem Aquis Plaza in diesem Artikel. Wenn euch noch eine Kategorie einfällt, dann könnt ihr sie gerne erfragen.

Beacons

Auf meinem ersten Rundgang durch das Aquis Plaza konnte ich den Einsatz von Beacons nirgendwo entdecken. Wahrscheinlich wurden Beacons im Konzept gar nicht mitaufgenommen.

Werden Geschäfte mit kleinen Sendern in Form von Beacons ausgestattet, so können passgenaue Informationen zum Kunden, je nach Ort und Zeit gesendet werden. Der Kunde kann somit über Aktionen, Angebote und nützliche Details informiert werden. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof  wurden 72 Points Of Sale mit 140 Beacons ausgerüstet und mit insgesamt 170 Kampagnen bespielt. Da Beacons eher der jüngeren Technologieentwicklung zugeordnet werden können und somit viele Wünsche befeuern und wenig Erwartungen einhalten, kann ich mir vorstellen, dass sich das Aquiz Plaza dagegen entschieden hat (wenn sie sich überhaupt mit diesem Gedanken auseinander gesetzt haben).

mobile payment via Smartphone

Als Mobile Payment bezeichnet man die Möglichkeit bargeldlos per Smartphone zu bezahlen. Bisher konnte ich diese Bezahlmethode nur in einem einzigen Geschäft in der Innenstadt Aachens entdecken, welches eher unscheinbar auf der Pontstraße verweilt, das „Choco&co„. Kennt ihr noch weitere Läden in Aachen, in denen mit dem Smartphone bezahlt werden kann? Schade, dass das Auquis Plaza mit dieser digitalen Entwicklung nicht weiter experimentiert hat. 

Social Media

Im Aquis Plaza sind viele Social Media Anbindungen zu entdecken. Wobei ich hier eher den Eindruck habe, dass diese unter den Kriterien des Entertainments und der kostenlosen Werbung durch Kunden unterliegen.

Interessant finde ich, dass das Aquis Plaza den Communitygedanken, der über die Social Media Anbindungen ausgebaut werden soll, nach außen diskutiert. Ich habe die Vermutung, dass die Nutzung des Begriffs der „Community“ den Kunden eine Art Identifikation (Zugehörigkeit) suggerieren soll, es sich aber in Wirklichkeit eher um ein Netzwerk handelt.

Selfie Box

Selfie-Box

Interessant finde ich die Selfie Box mit der Aquis Plaza Besucher sich vor verschiedenen Hintergründen fotografieren können. Der/Die Besucher platzieren sich vor einem Green Screen und lassen sich in dem vorher ausgesuchten Motiv einbinden (Selbstportrait). Mit den entsprechenden Schnittstellen kann das Ergebnis dann zugleich in den verschiedenen Social Media Kanälen eingebunden werden. Spannend fand ich in meinen Beobachtungen, dass sich auch Menschen ab 45 Jahren aufwärts für diese Spielerei sehr begeistern konnten und sich auf eine längere Wartezeit vor der Selfie Box eingelassen haben.

Snipes

Social Media Anbindung bei snipes

Ebenso bieten einzelne Läden Social Media Anbindungen an. So habe ich bei Snipes eine Sneaker Cam  entdeckt, mit der über den Einsatz von QR-Codes das Foto des neuen Schuhs direkt auf das eigene Smartphone geladen werden kann bzw. zugleich auf den Social Media Kanälen von Snipes geteilt werden. Dazu müssen die Sneakers an einem genau definierten Ort platziert werden.

Aquis Plaza: Social Media Accounts:

QR-Code

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virtuell reality Anbindung

Navigation-QR-Code

Navigation über QR-Codes

Das Aquis Plaza setzt auf den Einsatz von QR-Codes.  Diese habe ich bei meinem kurzen Besuch entweder im Einsatz der Orientierung oder im Einsatz des Entertainments (Social Media Kanälen) entdeckt. Auf das Angebot von zusätzlichen Informationen über einen QR-Code wurde ich nur im „White Shirt“ (in Form eines 360°Erlebnisses) aufmerksam, was ich aber eher dem Geschäftskonzept von „White Shirt“ zuschreibe, als dem des Aquis Plazas.

In dem Moment, indem ich die Eingangstüren des Aquis Plaza durchschreite, werde ich von einer riesigen und leicht zu bedienenden digitalen Tafel begrüßt. In ihr finde ich eine Auflistung aller im Aquis Plaza eingezogenen Läden, welche zudem mit den verschiedenen Informationen versehen sind. Über das Scannen eines QR-Codes wird auf meinem Smartphone der Weg zum gesuchten Geschäft/Toilette/Restaurant etc. angezeigt.

erstes Fazit

Das Aquis Plaza scheint sich mit seinen ganzen Social Media Anbindungen eher an ein jüngeres Publikum, Entertainment und kostenlose Werbung zu orientieren. Das Aquis Plaza ist für mich aus diesem Grund ein interessanter Ort, dennoch habe ich den Eindruck, dass hier einiges an digitalen Potenzial noch auf das Aquis Plaza warten könnte.

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Welche Erkenntnisse die ITB 2014 für GeoSurfen ermöglichte …

Die ITB ist eine der größten und somit führenden Messen der internationalen Tourismus-Wirtschaft, auf der die ganze Vielfalt des Reisens  zu finden ist. Udo bezeichne sie auf seinem Blog Jo-Igele Reiseblog sogar als Weltmesse.

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Ich bin für GeoSurfen ebenso dem Ruf nach Reisen und Fernweh in das sonnige Berlin gefolgt. Denn nirgendwo anders konnten wir in so kurzer Zeit mit Hotels in Kontakt kommen, um mit ihnen das Potenzial unserer Idee die Struktur von GeoSurfen in einer branded App (How to Build the Perfect Branded App  auf txt4ever) für Hotels zu erörtern. Viele hilfreiche Tipps, Ratschläge und großes Interesse haben wir erhalten. Von den Hotels wird eine Kombination folgender Kriterien gewünscht:

  • Hotels wollen ihren Gästen in einer App beispielsweise einen 24 h / 7 Tage Service ermöglichen.
  • Dieser Service soll den Hotelgast in verschiedenen Sprachen erreichen, von denen er sich die passende aussuchen kann.
  • Aktuelle Informationen sollen den Gast über den Ort informieren und ihm bei der Gestaltung seines Aufenthaltes unterstützen.
  • Die Integration eines Booking Systems soll dem Hotel nicht nur höheren Umsatz ermöglichen, sondern auch die Abwicklung vereinfachen.
  • Die Einbindung von Entertainment soll bei dem Gast die Zufriedenheit seines Besuchs steigern.
  • Zudem soll der Rückfluss an Feedback vereinfacht werden. Hotels stehen oft vor der Herausforderung, dieses Feedback so interessant aufzubereiten, so dass diese Möglichkeit auch genutzt wird. Ich kenne es von mir selbst, dass ich den Feedback-Fragebogen in einem Hotelzimmer oft unbeschrieben liegen lasse.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hotels ermöglicht eine mannigfache Varianzenbreite an Apps. Einige der möglichen Varianzen habe ich auf der ITB entdecken können:

I-Frontdesk versucht sich diesen Herausforderungen zu stellen. Hierbei handelt es sich um einen mehrsprachigen mobilen Concierge für Tablets, der den Hotelgästen zu jeder Tageszeit zahlreiche Informationen zur Verfügung stellt. Allerdings konnte ich nicht erkennen, ob der Hotelgast Feedback hinterlassen kann.

Der TravelaAPPetizer hat eine interaktive multimediale Broschüre mit Gamification Elementen entwickelt. Grafisch besonders hochwertig können hier Destinationen die Oberfläche nutzen, um ihre Dienstleistungen und Besonderheiten vorzustellen. Die Tourismusbroschüre eignet sich besonders gut für Tablets. Die Gamification Elemente beinhalten Gesten, wie Freirubeln, 360-Grad-Drehungen, Schreiben oder Zeichnen, Hin- und Herschieben bzw. Antippen.

GeoSurfen nimmt aus den vielen Gesprächen mit, dass wir eine sehr interessante Alternative sind. Gerade unsere Touren, die zu den eingebunden Orten direkt hinführen und den integrierten Aufgaben, die nur an diesem Ort gelöst werden können, sowie die Interaktionen / Austausch der Gäste untereinander macht GeoSurfen recht attraktiv. Allerdings haben wir auch den Wunsch nach einer allgemeineren Rubrik für aktuelle Informationen herausgehört. Der Wunsch nach einem Bookingsystem ist hingegen bei uns nicht so vordergründig gewesen. Das liegt aber wohl eher daran, dass wir im Gegensatz zu den anderen Apps keine App sind, mit der sich der Besucher im Vorhinein informieren kann, sondern als Begleiter vor Ort verstanden werden.

„Mobile zu sein“ ist für die Reisebranche wichtig. Die Zahl der mobilen Internetnutzer ist laut statistica um 43 % von 2012 nach 2013 gestiegen:

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(Quelle: http://de.statista.com/infografik/1984/mobile-internetnutzer-in-deutschland/)

Die Tourismusbranche muss daher nach mobilen Lösungen und Services suchen, um ihre Kunden weiterhin zu erreichen und ansprechend für sich zu werben. Travelnext berichtet, dass 94 % der Reisenden nach Vor-Ort-Aktivitäten auf ihren mobilen Endgeräten suchen. Davon suchen 75 % nach Restaurants und Gaststätten während ihres Aufenthalts.

Um den Bedürfnissen der Reisenden gerecht zu werden, muss nicht die „eierlegende Wollmilchsau“, also die ultimative App angeboten werden. Oft kann ein Hotel, Sehenswürdigkeit etc, bei seinen Gästen einen sehr zufriedenen Eindruck hinterlassen, wenn sie in einer kleinen App den Bedürfnissen ihrer Gäste  entgegenkommen. Wichtig, dass diese App für die Gäste sichtbar ist und relevante Informationen über eine leichte Navigationsführungen in der App den Gästen angeboten wird. Reise-Apps bedeuten zudem Spaß. Die meisten Menschen gehen auf eine Reise, um eine tolle Zeit zu haben.

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Spannend fand ich zudem die Reiseblogger bei ihren Tätigkeiten auf der ITB zu beobachten.

Auch sie nutzten die ITB  in mehrfacher Hinsicht zu Marketingzwecken. Auf der einen Seite haben sie sich ins Gespräch mit potenziellen Kunden, Sponsoren, etc. gebracht, auf der anderen Seite und das fand ich viel interessanter, haben sie ihre Aktivitäten im Mainstream (Besuchertage) vorgestellt. Nicht jeder Besucher konnte ihre Aktivitäten nachvollziehen, bzw. waren einige über diese Art der Lebensgestaltung doch sehr überrascht. Ich fand es toll, dass den Reisebloggern seitens der ITB ermöglicht wurde, den Kontakt zu den Besuchern zu suchen.

Über 300 Reiseblogger sollen in den vier Tagen auf der ITB dabei gewesen sein. Sie haben ihre Kontakte gepflegt und neue Reise-Ideen gesammelt. Die ITB eröffnet Reisebloggern eine gute Plattform und scheint sie als Teil der Familie anzuerkennen. Beispielsweise hielt Anja (@travelontoast) einen Vortrag überBlogger Relations, welche als Methode eines gezielten Kommunikationsmanagments (Görs Communications) von Unternehmen für Reiseblogger eingesetzt werden kann.  Das es sich bei Touistikern um eine riesige Familie handelt durfte ich schon auf meinem TourismusCamp in Eichstätt (Blogbeitrag) erfahren, welches die Vertrautheit und Herzlichkeit, aber auch die Vielfalt der unterschiedlichen Familienmitglieder wiederspiegelte. Auf der ITB scheinen sich, nach dem Blogbericht von Monika Fuchs (TravelWorldOnline), Reiseblogger  und Touristiker zu suchen und zu finden.  Dabei handelt es sich jedoch um die Suche nach den zueinander beidseitig passenden Kooperationen. Auf ihrem Reiseblog  berichtet Monika von den spannenden und für Außenstehende interessanten Vorbereitungsprozess. Äußert unterhaltsam fand ich, dass auch in diesem Kennenlernprozess auf der ITB das Werkzeug des Speeddatings eingesetzt wurde.

Ebenso finde ich folgende Wendung beachtenswert:

Das Content Marketing Unternehmen Boomads hat Reiseblogger zu einem SEO Workshop in einem Oldtimerbus eingeladen, damit sie lernen, wie sie das SEO ihres Blogs verbessern können. Wolfgang berichtet auf seinem Reiseblog über eine Einladung von Boomads zu einem SEO-Workshop. „Willkommen im Blogger-Express zur ITB Berlin. Bitte steigen Sie ein.“, so begrüßte das Travelbook Blogstars Team von Boomads, geladene Blogger (Bericht von Boomads). Bloomads ermöglicht Bloggern mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Dabei bildet das Unternehmen so ganz nebenbei ein Blognetzwerk. Ein kleinen Ausblick in das riesige Netzwerk der Reiseblogger gibt Mandy von „Movin’n’Grovin“ in ihrem Blogbeitrag zur ITB.

Dead Drops – geheime Briefkästen im öffentlichen Raum laden zum filesharing ein

Eine weitere Spielvariante des Geocachings hat sich in den letzten Monaten entwickelt, genannt wird diese Entwicklung „Dead Drops“. „Dead Drops“ sind tote Briefkästen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie nur dem Absender und dem Empfänger bekannt sind.  An leicht zugänglichen, aber unauffälligen Orten im öffentlichen Raum könnt ihr kleine  USB Sticks finden, die in Wände, Gebäude oder Kantsteine eingebaut sind. Findet ihr so einen USB-Stick, könnt ihr euren Laptop daran anschließen und Offline Peer-to-Peer Filesharing betreiben.

Ursprung:

Das Besondere daran ist die Idee eines anonymen peer to peer filesharing- Netzwerks, die 2010 aus einem Projekt der Eyebeam Art in New York vom Medienlünstler Aram Bartholl (Wikipedia)  entstanden sein soll. Die auf dem Stick befindlichen Musik-, Video- oder Bilddateien werden jedem zur Verfügung gestellt. Die Idee, die dahinter steht wird im eigenen Dead-Drop Manifest deutlich:

„Befreie deine Daten für die Allgemeinheit in Zement! Installiere noch Heute deinen eigenen Dead Drop! Befreie deine Daten aus der Cloud, jetzt!!“ (Quelle)

Kritische Gedanken:

Schön finde ich daran den Gedanken des öffentlichen Raums.

„Ein ‘Dead Drop’ muss öffentlich zugänglich sein. Ein ‘Dead Drop’ in geschlossenen Gebäuden oder auf Privatgrundstücken mit eingeschränktem oder zeitlich begrenztem Zutritt ist kein ‘Dead Drop’.“

An diesem Punkt unterscheidet kann sich ein „Dead Drop“ von einem „GeoCache“ unterscheiden. Ist ein „Dead Drop“ für jeden jederzeit und leicht zugänglich, so müssen für bestimmte Caches Fähigkeiten und Fertigkeiten mitgebracht werden, über die nicht jeder verfügt. Weswegen ich einen Cache eher spielerisch verstehe. Ein „Dead Drop“ regt den Diskurs über unser gesellschaftliches Verständnis von Öffentlichkeit an.

Allerdings bin ich vorerst noch ein wenig skeptisch, da ich mich des Gefühls nicht erwehren kann, dass sich vielleicht auf dem „Dead Drop“ Dateien befinden können, die meinem Computer schaden. An dieser Selle hilft wohl ein kompetener Umgang mit dem Laptop ;).

Wo könnt ihr „Dead Drops“ finden?

Auf einer eigens dafür angelegten Karte werden die Orte für „Dead Drops“ gesammelt:

In Leipzig befinden sich zwei „Dead Drops“

1.    Rossplatz 8; 51.33610 N 12.38050 E

2.    Rennbahnsteg; 51.32770 N 12.35920 E

 

Dead Drops ‚How to‘ – NYC from aram bartholl on Vimeo.