GeoSurfen im Einsatz des MediaJuniorCampus Leipzig im Rahmen der Visionale

(Den Originalartikel findest du auf dem GeoSurfen-Blog)

Jugendliche entwickelten im MediaJuniorCampus in Leipzig, in der vergangenen Woche eine eigene interaktive Tour im Rahmen der Visionale. Diese interaktive Tour wurde auf unserer Location based Game- Plattform “GeoSurfen” umgesetzt.

cc by MedienJuniorCampus in Leipzig

cc by MedienJuniorCampus in Leipzig

Die Tour greift das Thema “Herzlich Willkommen” in Leipzig auf. Das Thema hat sich in Leipzig die letzten Jahre aus mehreren Perspektiven in den Vordergrund gedrängt, bspw.:

(CC-BY-SA-EN 2.0|Herzlich Willkommen|Jana Hochberg)

(CC-BY-SA-EN 2.0|Herzlich Willkommen|Jana Hochberg)

Immer mehr Flüchtlinge nimmt Leipzig auf, denen die Orientierung in der Stadt zunächst schwer fällt. Zusammen mit Jugendlichen aus Asylbewerberunterkünften wurde eine Tour erstellt, die ein paar Anlaufstationen aufgreift, die den Neuankömmlingen in der Stadt Leipzig helfen können. Aber auch aus anderen Gründen suchen Menschen in Leipzig ein neue Zuhause. Die Jugendlichen haben dies in ihrer allgemeinen Tourenbeschreibung folgendermaßen zusammengefasst:

In der Tour schlüpfst du in die Rolle eines Touristen, einer Arbeitssuchenden, eines Geliebten, einer Freundin und eines Flüchtlings und lernst unterschiedliche Orte kennen, die beim Ankommen wichtig oder interessant sein könnten.

Innerhalb einer Woche erarbeiteten die Jugendlichen sehr motiviert an der Realisierung dieser Tour. In verschiedenen Gruppen gingen sie einzelnen Aufgaben nach und bereiteten jeweils ein oder zwei Stationen für die sogenannte “Overhead-Gruppe” vor. Dabei entstanden Hörbeiträge, die den Spieler lauschen lassen, sie führten Video-Interviews mit Studierenden durch, schrieben Texte, erkundeten Orte, etc.. Doch dabei blieb es nicht. Sie erstellten auch einen Trailer, Flyer und gaben sogar ein Interview auf mephisto 97.6 (Studentenradio). (Link Interview)

Ich selbst bin von der Qualität der Beiträge sehr beeindruckt.  Auch mit der sogenannten Freiheit, dass Thema bestand zum Projektbeginn lediglich aus der Überschrift “Herzlich Willkommen”, kommen die Jugendlichen scheinbar mühelos zurecht. Treten Probleme auf, findet sich garantiert ein windiger Kopf, der das Problem technisch, wie auch inhaltlich lösen konnte.

Am letzten Tag ging es dann auf zum Testlauf mit ein paar eingeladenen Eltern. Die Jugendlichen waren stolz, aber erkannten auch, dass am Computer einiges viel leichter theoretisch umzusetzen war.

Ich finde ihr habt eine tolle Tour kreiert. :D, die als Vorzeigebeispiel dienen kann!

P.S.

Der TV-Spot ist schon in den Straßenbahnen von Leipzig zu sehen. (nur etwa sechs Wochen online)

P.S.S.

Die Tour ist in englisch und deutsch spielbar.

 

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Klassik airleben in Leipzig

Klassik airleben - LeipzigAm Nachmittag wurden schon die Sandwiches für den Picknickkorb vorbereitet. Salate werden mitgebracht. Jetzt fehlen nur noch die Käsewürfel und der der Rosé-Wein muss noch aus dem Kühlschrank genommen werden.

Der Wetterbericht meint etwas von Unwetterwarnungen in Leipzig, sogar zwei werden gleich ausgegeben. Was soll’s, früher glaubte man auch an Hexen ;), heute an den Wetterbericht. Sicherheitshalber werden Regenschirme und Regenjacken mitgenommen.

Klassik airleben - LeipzigEs geht wieder los! Klassik airleben in Leipzig. Für mich ist diese Kombination aus Klassik, Picknick mit der Familie und Open Air ein großartiges Ereignis. Für das Gewandhaus ist es eine ideale Werbemöglichkeit, um andere und weitere Zielgruppen für die klassische Musik zu begeistern.

Vier Jahre hat dieses Ereignis in Leipzig geruht. Umso mehr freuten wir uns, dass diese bei Leipzigern beliebte Aktion im Rosenthal wieder aufgegriffen wurde.

Unterstützt werden die Sommerkonzerte vom Autobauer Porsche (Leipzig), so dass – anders als zuletzt – ein freier Eintritt für alle auf einem nicht umzäunten Gelände möglich wurde. Verschiedene Porsche Modelle konnten abseits des Konzertes begutachtet werden.

Die Großen Concerte der beiden Abende leitet der Brite Alexander Shelley. Der Dirigent wird damit sein Debüt in Leipzig geben. Auf dem Spielplan stehen populäre Werke aus dem Abschusskonzert der Londoner „Proms“ und 20140711_205144Musical-Klassiker von den Bühnen des Londoner Westends.

Und dann regnet es doch .. aber nur kurz. Keiner der Anwesenden steht auf, ein buntes Meer aus Regenschirmen breitet sich aus. Die schönsten Fotos entstehen und ich sehe sogar ein Kind zur Musik nach dem Regen tanzen.

Wieder einmal ein schönes Ereignis 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

geosurfen auf den GeoGamesLE-2012, einem ganz besonderem Event

Euphorische Stimmen klingen von der Rückseite des Kleintransporters an unsere Ohren. Heute ist auch ein außergewöhnlicher Tag! Die GeoGames, ein Mega-Event von Geocachern für Geocachern, finden in Leipzig statt.

Enroute to Geogames 2012 from Die Leipziger on Vimeo.

Wir hingegen sitzen zusammengedrängt zu viert im engen und dunklen Raum des Busses, als ob wir vor der Welt, die uns außerhalb des Blechs erwartet, Schutz suchen müssen. Müssen wir ja auch! Unsere Augen wandern nach außen, es regnet nicht nur, das Wasser kommt uns entgegen, als ob es aus Eimern ausgeschüttet wird. Unsere Palmen werden von uns wohl die einzigen sein, die sich an dieser Erquickung laben.
Ein Geocacher lässt sich von solchen Wetterlaunen jedoch nicht die Stimmung verderben! Wie oft wurde er schon auf seiner Jagd nach Dosen von Regengüssen überrascht, von hartnäckigen Sonnenstrahlen bis zur Hautrötung umgarnt und vom Windböen geneckt, welche sein Gleichgewicht in der Nähe von Höhen und Tiefen besonders herausfordern.

 

Wir wagen uns raus! Das Surfbrett wird drapiert und darum herum unsere gesponserten Lipz-Schorlenden
Sonnenschirm, unsere Palmen und das von Vodafone ausgeliehene HTC. Die Sonne schiebt sich rechtzeitig zwischen den Wolken hervor und geosurfen erstrahlt in seinem ersten öffentlichen Auftritt.

 

 

 

Beeindruckt bin ich von der Organisation der GeoGames in Leipzig. Mit vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich im Spätsommer 2011 zum ersten Mal in großer Runde trafen, wurde ein aufregendes Event umgesetzt, welches mit vielen Höhepunkten gekrönt war. Leipziger Gäste der Geocacher-Szene sparten nicht mit Lob:

[…] ich[, so schreibt steinmann33, […] kann nur sagen dieses Megaevent war klasse. Die Organisatoren waren bestens aufgestellt, klein und groß hatten ihren spaß.

Einige Inhalte wurden zwar im Vorhinein in ihrer Umsetzung  kontrovers diskutiert wurden (vgl. Dosenfischer Blogeintrag: „Auf dem Weg zu den GeoGames 2012″, 24.06.2012), dennoch auch diese Heterogenität ist typisch für die Geocacher-Szene und hält sie spannend.

Am Messesee ließen wir im Kreise Gleichgesinnter die Abende ausklingen. Den einen Abend begleitete uns das Dosenfischerkonzert, welches besonders beliebt sind bei den Geocachern.

In humorvollen und ironischen Texten greifen sie den Alltag eines Geocachers auf.

Weitere Songs können unter dem Link angehört werden.

Ein Bericht dazu ist auf den Webseiten des MDR zu finden.

Vielen Dank, für dieses tolle Wochenende 😀


Was ist geosurfen?

Pünktlich zu unserem ersten wirklich „öffentlichem“ Auftreten auf den GeoGames in Leipzig sind nun auch die Registrierungen auf unserer Webseite freigeschaltet – wer will der darf!

Ein tolles Souvenir gibts zum Spielstart in wenigen Wochen oben drauf!

GeoSurfen ist ein Community gestütztes GPS-Adventure Game und verbindet eine klassische Schnitzeljagd mit neuen, modernen Elementen. Über dein Smartphone kannst du durch andere Spieler angelegte Abenteuer (=Waves) spielen, auf deren Weg du Schätze suchen, Rätsel und Aufgaben lösen musst und dabei, je nachdem wie gut du bist, Punkte (=Surfies) erspielen kannst. Die erspielten Surfies werden dir im Laufe des Spiels noch von großer Nützlichkeit sein und man kann nie genug davon haben… 😉

…über unseren Wave-Generator kannst du eigene Abenteuer entwerfen und deiner Kreativität Raum geben! Zeige anderen Mitspielern deine Umgebung mit anderen Augen und Eindrücken, die sie nie vergessen werden! Es ist Enteneinfach!

Der letzte Schattenschnitzer (#Lesung #Leipzig @vonaster)

Einstimmung auf die Lesung:

Ein paar Minuten zu spät gelangten wir an den Eingang des Südfriedhofs in Leipzig, der im Schatten des Völkerschlachtdenkmals zu finden ist. Ich schluckte, als ich die merkwürdigen Gestalten erspähte, die am Eingang bereits auf uns warten. Die Gesichter waren in einer Mönchskutte nur schattenartig zu erspähen. Bei ihnen endlich angelangt, rief ich mir den Grund meines Besuches an diesem Ort in Erinnerung. Einer Lesung von Christian von Aster  „Der letzte Schattenschnitzer“ wollten wir an diesem Abend beiwohnen. So empfand ich den Empfang thematisch passend und der lange Weg hoch zur Kapelle stimmte uns in der Abenddämmerung  atmosphärisch auf die bevorstehende Veranstaltung ein. Der gewählte Ort war ungewöhnlich, worin auch ein großer Reiz der Veranstaltung lag, da sich die Organisatoren mit der beeindruckenden aber für eine Lesung herausfordernden Architektur einer Kapelle auseinandersetzen mussten.

Lesung:

„Als eine alte Magie wieder zum Leben erwacht, beginnen die Schatten sich gegen ihre Herren zu verbünden. Und während ein kleiner Junge die Schatten seiner Stofftiere vertauschen lernt, geschieht ein Wunder, das die  Welt in Verzückung setzt: Ein Mädchen ohne Schatten wird geboren, Carmen Maria Dolores Hidalgo…“, so wird auf der Website das Buch angepriesen.

Auch der Trailer, der anfangs eingespielt wurde, begleitete den Zuhörer in die Welt Christian von Asters

Mit Humor, einer bildhaften und poetischen Sprache, sowie bereits bekannter Elemente alter Legenden und Formulierungen konnte er das ausgewählte Publikum diesen Abend in die Welt der Schatten kurzzeitig mitnehmen.

allgemein:

Lesungen empfinde ich spannend, da eine Lesung dem direkten Austausch zwischen Autor und dem Publikum dienen kann. Wie aus der Beschreibung meiner Wahrnehmung dieser Lesung von Christian von Aster deutlich wird, stellt jeder Autor in einem anderen Stil seine Werke vor.

weiterführende Links:

Geocaching in 45 Min?

Kurzfristig kam heute gegen Mittag bei mir die Anfrage herein, ob ich nicht morgen bei einer schulischen Projektwoche Schüler der dritten und vierten Klasse Geocaching vermitteln möchte. Ein Yogalehrer sei ausgefallen und jetzt müsste kurzfristig Ersatz gesucht werden. Ich sagte zu und freue mich auf diese herausfordernde Aufgabe.
Yoga und Geocachen haben auf dem ersten Blick bis auf die Bewegung nur wenig miteinander gemeinsam. Da ich selbst schon einmal an einem Yoga-Kurs teilgenommen habe, könnte ich jetzt sicher Gemeinsamkeiten finden, glücklicherweise geht es in der Projektwoche um Musik. Dennoch die Herausforderung besteht in dem 45 Minuten Rhythmus der Klassenstunden. Geocachen in 45 Minuten umfänglich zu erklären ist schon möglich, aber nicht zielgruppengerecht. Daher habe ich mich entschlossen nur einen kleinen Einblick in diese Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen und diese so anschaulich und praktisch, wie möglich zu gestalten. Inhalt des Caches wird Musik sein.
Bei dieser Vorbereitung hilft mir die letzte private Cache-Suche „Geocaching hat mein Leben versaut“, der mit einem mp3-File anfing.
Für die praktische Übung in der Projektwoche lege ich einen einfachen Blind-Cache / Tradi auf dem Schulhof (ein Cache, der in keiner online Datenbank auftauchen wird) an.
Inhalt und Ablauf:
– Begrüßung / Vorstellung (5 min)
– Einleitung: Geocaching – eine moderne Schatzsuche (15 Min)

  • Was ist das?
  • Geo-Erde
  • Cache-Versteck meist über Rätsel zu finden

– Wie funktioniert das?

  • Was sind Koordinaten?
  • In der Umlaufbahn befinden sich mehrere Satelliten, mit denen ein GPS-Gerät den genauen Standort ermittelt werden kann
  • grundlegendes Orientierungswissen in Form von Himmelsrichtungen und des geografischen Koordinatensystems

– Aufgabe: Musik (10 Min)

– Arbeit mit GPS-Empfänger (15 Min)

Ich bin auf Morgen gespannt 🙂 Sogar ein Arbeitsblatt ist ausgearbeitet. 😉

Geocachen mit einer Schulklasse durchzuführen, fördert verschiedene Kompetenzbereiche der Schüler: (Quelle: Kreismedienzentrum Reutlingen )
1. Sozial
i. Gemeinsames Lösen der Aufgaben
ii. Gemeinsame Suche
iii. Gegenseitige Hilfestellung
iv. Gemeinsame Erfolgserlebnisse

2. Personal
i. Stärkung des Selbstbewusstseins
ii. Verantwortung für die Gruppe
iii. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
iv. Kreativität beim Suchen und Verstecken
v. Schulung der Raumvorstellung
vi. Konzentration auf die Aufgaben

3. Fachlich
i. Erleben der Natur
ii. Geographische Kenntnisse
iii. Mathematische Anforderungen
iv. Sinnentnehmendes Lesen
v. Weitergabe von Bildungsinhalten

4. Methodisch
i. Umgang mit GPS-Geräten
ii. Technische Fertigkeiten

Will man einen Schulcache selbst erstellen, sollten folgende Punkte beachtet werden: (Checkliste für einen Cache mit mehreren Stationen)
– Geräteumgang
– Regelwerk zum Verhalten während des Cachens
o Naturschutz
o Privatgelände
o Verkehr
o Am Cache
– Gruppengröße und Begleitpersonen
– Behälter und Inhalt
– Verstecke, Spoilerfoto und Hinweise
– Aufgaben
– Final und Inhalt
– Laufzettel

weiterführende Links:
Unterrichtsbeispiel über längere Zeit der Geoinformatik
Lernen durch Lehren
Unterrichtsbeispiel „GPS-Navigation im Nahraum zur Herstellung von Google Maps“

Ziel der Stadt Leipzig: Charakter „kinder- und familienfreundlich“

Gestern fand im Leipziger Rathaus eine Podiumsdiskussion zu „Leipzig auf dem Weg zum Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz“ statt. Am 18. November hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Leipzigern über einen Stadtratsbeschluss mitgeteilt, dass Kinder und Familien in seiner Legislaturperiode Priorität haben. (Quelle: L-iz.de) Doch was kann sich der Leipziger unter so einer Aussage vorstellen? Der Stadtrat erklärt einen bis 2015 reichenden Aktionsplan (lange Version; kurze Version) , mit dem Kindergärten und Schulen vorrangig saniert werden und die Anzahl der Kita-Betreuungsplätze gesteigert werden sollen. Das ist auch dringend notwendig, wenn man sich die Entwicklungsprognosen der Stadt Leipzig anschaut. Das Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig geht in seinem statistischen Quartalsbericht von einer im Aufwind befindlichen Geburtenrate aus. Interessant ist, dass noch vor einem Jahr ein Kita-Streik in Leipzig organisiert wurde, der auf das Problem des Abbaus von Kitas in kommunaler Trägerschaft in den letzten Jahren hinwies. Mike Nagler verweist in seinem Blog auf den Streik. Radio Mephisto 97.6 nahm den Streik ebenso in das Programm auf.

Die höhere Geburtenrate kostet der Stadt allerdings auch Geld, weswegen Anfang des Jahres schon eine Erhöhung der Elternbeiträge für Kindertagesstätten beschlossen wurde, Juliane Nagel (Stadträtin für DIE LINKE) berichtete auf ihrem Blog. Deswegen war es den Vertretern der Stadt Leipzig gestern besonders wichtig darauf hinzuweisen, dass sich die Stadt Leipzig schon seit Jahren für den Ausbau der Betreuungsplätze energisch einsetzt. Besonders stolz ist Dr. Siegfried Haller (Leiter des Jugendamtes der Stadt Leipzig) darauf, dass sich der Etat für die Unterstützung dieser Leistungen in den letzten Jahren nicht verringert, sondern bei gleicher Höhe halten konnte, und das obwohl der Gesamtetat der Stadt Leipzig geschrumpft ist. Rein rechnerisch hat sich damit sogar der Anteil am Gesamtetat erhöht. Tatsache ist jedoch, dass Leipzig hilflos gegenüber den zukünftigen Ansprüchen der Leipziger Bevölkerung ist. Auch beschönigende Reden, dass im westlichen Teil Deutschlands die Betreuungssituation noch wesentlich dramatischer ist und Leipzig durch seine Ost-Vergangenheit hier einen wesentlichen Vorsprung hat, hilft der Stadt letztendlich nicht weiter. Weiterhin lässt auch die Aussage seinerseits nicht über zukünftige Probleme hinwegtäuschen, „dass bis jetzt noch jedes Kind unter gekommen ist und wenn er selbst dafür sorgen müsste ….“ Ich hatte eher den Eindruck, dass die Podiumsdiskutanten der Meinung waren, dass sie ihr bestmöglichstes Tun und eigentlich ja nur das Land dieses Missverhältnis von Betreuungsangeboten und Betreuungsnotwendigkeit lösen könne, in dem die Stadt Leipzig mehr Geld bekommen müsse. Auch diese Herangehensweise erschreckte mich.

Leipziger, die dieser Diskussion erst beiwohnten und dann ihre eigenen Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen einbringen durften, waren in erstaunlich kleiner Anzahl vorhanden. Zwei Beiträge haben mich besonders nachdenklich gestimmt. Ein junger Vater berichtete davon, dass er und seine Frau überlegen den wirtschaftlichen Standort der eigenen Firma aufzugeben, da die schlechte Betreuungssituation die Eltern in Zugzwänge bringe. Leider war die Antwort darauf, dass „man“ bisher noch von keinem solchen Fall gehört hätte und „man“ zur Not eigenhändig für einen Betreuungsplatz sorgen würde. Höhere Geburtenraten und eine hohe Betreuungsrate für Kinder gehören mittlerweile zu den Standortfaktoren, die darüber entscheiden, ob eine Stadt attraktiv für Unternehmensansiedlungen ist.

Auch die Reaktion auf einen weiteren Diskussionsbeitrag fand ich interessant. Hier berichtete ein Leipziger von der Eröffnung eines bilingualen (Englisch – Deutsch), aber privaten Kindergartens namens „Voices“ mit eigenem Bauernhof. Weiterhin fragte er, wenn die Stadt Leipzig Probleme in der Betreuungssituation hätten, dann könnte sie so einen Kindergarten mit einem gewissen Anteil unterstützen. Die Reaktion bestand erst einmal vorsichtig in der Gegenfrage „Warum sich dieser Kindergarten denn nicht in den Bedarfsplan der Stadt Leipzig integriere?“ Dann wurden die Geschoße um ein vielfaches härter. Die Stadt Leipzig ist dagegen Zugangskriterien für Kinder einzuführen. Zugangskriterien bestünden bei diesem Kindergarten, da der monatliche Beitrag der Eltern für ein Kind bei etwa 550,00 € liegt. Nicht jede Familie könnte sich dementsprechend einen solchen Kindergarten leisten. Daraufhin folgte der Vorwurf, dass private Einrichtungen die soziale Schieflage für eigene Gewinne ausnutzen. Die Erfahrung der Stadt Leipzig zeigt, dass die Qualität solcher Kindergärten durchschnittlich schlecht seien. Aus dieser Argumentationskette kann deutlich die Abneigung der Stadt gegen private Kindereinrichtungen gelesen werden.

Irritiert war ich von der Schlussaussage, dass wir uns in zwei bis zweieinhalb Jahren zum gleichen Thema wieder sehen könnten und ich dachte das Problem ist jetzt akut …