FernUniCamp (das Zweite)

Vom 08. bis 09. September wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto „Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking. Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktische Fernlehre diskutiert werden.

Das Motto findet sich jedoch zusätzlich im Format selbst wieder. So können Interessierte am 09. September das FernUniCamp über die Regionalzentren Berlin und Hamburg mit gestalten. An diesem Tag werden verschiedene hybride Formate zur Beteiligung und zum Austausch angeboten.

Weitere Informationen werden demnächst im Blog des FernUniCamps veröffentlicht.

re:publica 2017 und ich

Was ist die re:publica?

Auf der re:publica treffen sich jedes Jahr die Personen in Berlin, die über den gegenwärtigen und zukünftigen digitalen Einfluss auf Gesellschaft diskutieren wollen. Da das Netz ein weiterer Diskussions- und Anregungsraum für aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse ist, spiegeln sich auch hier die Emotionen wieder, die den Umgangston und Verhaltensweisen beeinflussen. Unser Umgangston im Netz, die Wertschätzung Andersdenkender und Handelnder  im Netz (sogenannte Filterbubbles) steht dieses Jahr im Zentrum der elften re:publica mit dem Motto „Love out Loud“. Das Motto ist ein Aufruf zur digitalen Zivilcourage, um im Netzwerk Betroffenen solidarisch beiseite zu stehen gegen Mobbing, Hatespeech, Fakenews, Trollen, Zensur und für Pressefreiheit, Kommunikationsfreiheit, etc…

Ich empfinde das Motto weiterhin als Aufruf, den Mut aufzubringen, sich Ausprobieren zu können, ja gar zu müssen egal in welchem Alter man sich selbst befindet, wie Gunter Dueck (YouTube-Aufzeichnung ab 11. Minute) in seinem Vortrag fast nebenbei erwähnte. Dasselbe hatte ich bei Tanja Haeusler in der Eröffnungsrede gehört, als sie meinte, dass viele von uns im Herzen immer (Teenager-)Rebellen bleiben werden, egal wie alt wir tatsächlich sind, weil wir uns nie mit den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignissen abfinden wollen, an diesen gar verzweifeln und wütend werden.

Eine ganze Zeit lang habe ich mich gefragt, wie die Entstehungsgeschichte zum „Love out Loud“ sein könnte? Woher kommt der Ursprung dieser Begrifflichkeit? Im Kontext des Corporate Learning 2025 MOOCathons, der parallel zur re:publica startete, bin ich auf die Methode des „Working Out Loud“ (über den Blogartikel von Harald Schirmer, Twitter: @haraldschirmer) gestoßen. Bei „Working Out Loud“ handelt es sich um eine Methode, bei der nachhaltiges Lernen im digitalen Zeitalter im Fokus steht. In öffentlicher (transparenter) einer privaten Umgebung teilt eine Personengruppe ihr Wissen/Informationen und Erfahrungen zu einem konkreten Ziel miteinander (Danke für den Hinweis Harald Schirmer). Der Grundgedanke dabei ist, die digitale Vernetzung und soziale Netzwerke als Chance zu nutzen: Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen, Inspiration zu finden und eigene Arbeitsergebnisse breiter zugänglich zu machen mit dem Ziel, die Resonanz des Netzwerks zu nutzen und (Zwischen-)Ergebnisse durch Diskussionen kontinuierlich zu verbessern. Die Eingrenzung auf fünf Personen, die Schirmer in seinem Blog vornimmt, verstehe ich eher als Hinweis, dass diese intensive Zusammenarbeit für kleinere Gruppen ideal ist. „Love out Loud“ ist in diesem Sinne ein Statement für Neugiere, Respekt, positives Nach vorne Denken, Offenheit und der Wunsch nach Vielfalt.

Zahlen:

Um die 9.000 Teilnehmende aus 71 Ländern, über 1.000 Sprecher (47% davon waren weiblich, verkündete Johnny Häusler beim „Welcome“ (YouTube-Aufzeichnung ab der 9.Min)  auf der elften re:publica) auf 20 Bühnen, 500 Stunden Programm.

Etwa 96k Tweets von etwa 30k Twitter-Usern wurden auf Twitter gezählt. Eine Übersicht von talkwalker zeigt deutlich, dass die re:publica international auf Twitter Beachtung fand.

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Die Infografik von MonitorinMatcher zeigt auf, dass neben Twitter weitere Kanäle während der re:publica intensiv genutzt wurden.  Stefan Evertz weist in dieser Infografik aber auch darauf hin, dass einige Kanäle aktuell statistisch gar nicht erfasst werden können, wie bspw. Insta-Stories, Snapchat, etc.. Weitere Social-Insights können in dem Artikel von brandwatch nachgelesen werden.

infografik

  1. Tag: Anreise zur re:publica

2. Tag: Eröffnung der re:publica

3. Folgetag: re:publica

Mit welcher Motivation war ich angereist und was nehme ich mit?

Das Programm der re:publica war umfangreich, 500 Stunden Programm, zusätzlich angebotene Meetups, diverse Treffen, verschiedene Ausstellungen an Ständen und zusätzliche Aktivitäten hier und da, rund um die re:publica stellten mich schon vor der Anreise vor eine riesige Herausforderung. Ohne einen konkreten Plan wäre meine Teilnahme an der re:publica nicht zu meiner Zufriedenheit abgelaufen. Ich wollte mich nicht, wie ein Blättchen im Wind vom Zufall treiben lassen, sondern mit einer konkreten Vorstellung das Event besuchen. Räume für Zufälle haben sich dennoch ergeben, da ich an meiner eigenen Programmplanung sehr flexibel festhielt.

Dennoch habe ich mir die Mühe gemacht, mir über mehrere Stunden (wozu sollte man sonst lange Bahnfahrten nutzen ;)) das Programm durchzulesen. Über eine von der re:publica angebotenen App wurden interessante Vorträge, Workshops etc. festgehalten.

Vor allem die persönlichen Treffen und Gespräche waren jedoch der treibende Motor meines Entschlusses eines Besuchs der re:publica. Mit dem ersten Atemzug meiner Ankunft in Berlin, tauchte ich in dieses einzigartige Flair, welches Gedanken und Emotionen anregen und beschleunigen kann, ein.

Die Schwerpunkte meines Besuches der re:publica lagen auf:

1. Zukunft der Arbeit, Bildung und Gesellschaft

Am Sonntag traf ich ein paar der Personen, die sich mit zukünftigen Gesellschaftsveränderungen  (Inkl. Bildung und Arbeit) bedingt durch den ständigen und schnellen Wandel der Arbeits- und Lebenswelt, der mit der Digitalisierung einhergeht, die u. a. durch disruptive Veränderungen ausgelöst werden, auseinandersetzen. Über den kürzlich zu Ende gegangene MOOC „Leuchtfeuer 4.0“ habe ich einige kennengelernt und war neugierig auf sie geworden (weitere Infos zum Inhalt des MOOCs sind im Blogartikel von Johannes Schmidt-Mosig zusammengefasst).

Ellen Euler (Twitter: @EllenEuler) Diskussionsbeitrag auf der re:publica stellte ich diesen Zusammenhang. Sie vertrat die Deutschen Digitalen Bibliothek und diskutierte den Stellenwert des kulturellen digitalen Gedächtnisses (YouTube). Das kulturelle Gedächtnis wird als generationsübergreifende, interaktionslose Kommunikation über aufgezeichnete kulturelle Äußerungen verstanden. Die Frage wie kulturelle Artefakte in die Zukunft transportiert, kommuniziert und anschlussfähig gehalten werden können, umreißt viele Herausforderungen bzgl. politischer Unklarheiten, rechtlicher Zwänge und Großprojekten mächtiger Konzerne (Google).

2. 360°-Videoproduktion!

Susanne Dickels (auf Twitter: @Flight_1) Workshop (der aufgrund der Größe eher einem (sehr gut gehaltenen) Vortrag) zu „Extend your vision – die DOS and Don’ts der 360° – Videoproduktion“ glich, traf mich bei einem meiner großen Interessen. Als sie dann auch noch die für mich wichtigste Unterscheidung zwischen Virtual Reality und 360° einging, war ich davon überzeugt, mich auf ihren Vortrag einlassen zu können. Auf der Facebookseite von Kreative Kommunikations Konzepte, einer Firma in Essen, die ich für ihren qualitativen Content zu Virtual Reality und 360° schätzen gelernt habe, habe ich die Unterscheidung zwischen den beiden Medienarten sehr anschaulich begriffen.

Susanne Dieckels holte mich bei meinen Vorerfahrungen ab (passend dazu der Slot von Elisabeth Wehling (Twitter: @E_Wehling) : „Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing“, ein sehr zu empfehlender Vortrag).

3. Szenario-Methode

Die Hans Böckler Stiftung traf ich an einem Ausstellungsstand. Aufmerksam wurde ich auf sie, da an diesem Stand eine Methode vorgestellt wurde, mit der die Stiftung sich dem Zukunftsfeld der Arbeit, über vier entwickelte Szenarien, genähert hatte. Diese können im PDF „Mitbestimmung 2035“ nachgelesen werden.

Grundlage der Entwicklung der vier Szenarien ist der Begriff der Mitbestimmung. Im Laufe der industriellen Entwicklung Deutschlands hat sich ein gesellschaftlicher Konsens herausgebildet, dass die Modernisierungsfähigkeit der industriellen Wirtschaft auf einer langfristigen Bindung von Fachkräften ans Unternehmen beruht, und zwar durch Mitbestimmung, so die Begründung der Grundlagenbegriffs. Daraufhin wurden mehrere mögliche Zukunftszenarien für Mitbestimmung entworfen. Diese sind jedoch nicht allgemeingültig, sondern für die Hans Böckler Stiftung aus der aktuellen Entwicklung heraus, plausible Szenarien für kommenden zwei Jahrzehnte.

Folgende vier Szenarien werden kommuniziert: Wettbewerb, Verantwortung, Fairness und Kampf.

ZUKUNFT BEGINNT HEUTE

Das Kernteam der Szenarienentwicklung bestand aus sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung. Die Szenarien wurden aus einer onlinegestützten Befragung abgeleitet und mit 8 einstündige qualitative Interviews ergänzt. Nach einer Verdichtung der Materialen auf wesentliche Begriffe (durch das Kernteam) wurden in drei Workshops mit allen Mitarbeitern der Stiftung, Schlüsselmotive, Übereinstimmungen, sowie Unterschiede in den Zukunftserwartungen entworfen und diskutiert.

4. Wissenschaftskommunikation!

Aktuell ist eine Durchdringung verschiedener bisher klar abgegrenzter Bereiche in allen gesellschaftlichen Ebenen, so auch bspw. im Feld der Wissenschaftskommunikation zu beobachten. War der Elfenbeinturm, in dem angeblich die Wissenschaftler wohnen und arbeiten vor einigen Jahren noch eine Auszeichnung, so wandelt sich der Begriff in meiner Wahrnehmung eher ins negative, elitäre und arrogante. Mit den digitalen Partizipationsmöglichkeiten können Forschende ihre Inhalte auf verschiedenen Wegen erzählen, so Patrick Breitenbach (Twitter: @breitenbach). Sie können Einblicke in Forschungsprozesse geben, erzählen von Fehlern oder Misserfolgen, beteiligen sich an aktuellen Diskussionen und werden greifbarer und authentischer. Der Wissenschaftspodcast ist ein solcher Ansatz, genauso, wie die Science Slams, etc..

5. Braindate!

Die Idee dieser Plattform  hat mich sehr angesprochen, bei der man sein Expertenwissen zum Teilen anbieten könnte oder für vorab formulierte Fragen den passenden Wissenskommunikator fand, der einem an seinem Wissen teilhaben ließ. Sobald das Inserat oder Angebot  abgegeben und der/die passende Gegenüber gefunden wurde, vereinbarten beide eine Uhrzeit des Braindates. Martina Pumpat (Twitter: @martinapp2 ) hatte es ausprobiert und mir mit begeisterten Augen davon berichtet. Leider hatte ich diese Möglichkeit der Partizipation zu spät entdeckt.

Es war wunderbar sich mit Nicole Bauch, abseits der großen Fragen auch mit kleinen, fast banal wirkenden Fragen austauschen zu können, wie bspw. ob Bilder auf Instagram mit pinkem Anteil mehr geliked werden als andere Bilder oder dem Erfahrungsaustausch zu Instagramstories.

Der Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit allen Begegnungen war sehr bereichernd. Vielen lieben Dank euch allen!

Welche Erkenntnisse die ITB 2014 für GeoSurfen ermöglichte …

Die ITB ist eine der größten und somit führenden Messen der internationalen Tourismus-Wirtschaft, auf der die ganze Vielfalt des Reisens  zu finden ist. Udo bezeichne sie auf seinem Blog Jo-Igele Reiseblog sogar als Weltmesse.

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Ich bin für GeoSurfen ebenso dem Ruf nach Reisen und Fernweh in das sonnige Berlin gefolgt. Denn nirgendwo anders konnten wir in so kurzer Zeit mit Hotels in Kontakt kommen, um mit ihnen das Potenzial unserer Idee die Struktur von GeoSurfen in einer branded App (How to Build the Perfect Branded App  auf txt4ever) für Hotels zu erörtern. Viele hilfreiche Tipps, Ratschläge und großes Interesse haben wir erhalten. Von den Hotels wird eine Kombination folgender Kriterien gewünscht:

  • Hotels wollen ihren Gästen in einer App beispielsweise einen 24 h / 7 Tage Service ermöglichen.
  • Dieser Service soll den Hotelgast in verschiedenen Sprachen erreichen, von denen er sich die passende aussuchen kann.
  • Aktuelle Informationen sollen den Gast über den Ort informieren und ihm bei der Gestaltung seines Aufenthaltes unterstützen.
  • Die Integration eines Booking Systems soll dem Hotel nicht nur höheren Umsatz ermöglichen, sondern auch die Abwicklung vereinfachen.
  • Die Einbindung von Entertainment soll bei dem Gast die Zufriedenheit seines Besuchs steigern.
  • Zudem soll der Rückfluss an Feedback vereinfacht werden. Hotels stehen oft vor der Herausforderung, dieses Feedback so interessant aufzubereiten, so dass diese Möglichkeit auch genutzt wird. Ich kenne es von mir selbst, dass ich den Feedback-Fragebogen in einem Hotelzimmer oft unbeschrieben liegen lasse.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hotels ermöglicht eine mannigfache Varianzenbreite an Apps. Einige der möglichen Varianzen habe ich auf der ITB entdecken können:

I-Frontdesk versucht sich diesen Herausforderungen zu stellen. Hierbei handelt es sich um einen mehrsprachigen mobilen Concierge für Tablets, der den Hotelgästen zu jeder Tageszeit zahlreiche Informationen zur Verfügung stellt. Allerdings konnte ich nicht erkennen, ob der Hotelgast Feedback hinterlassen kann.

Der TravelaAPPetizer hat eine interaktive multimediale Broschüre mit Gamification Elementen entwickelt. Grafisch besonders hochwertig können hier Destinationen die Oberfläche nutzen, um ihre Dienstleistungen und Besonderheiten vorzustellen. Die Tourismusbroschüre eignet sich besonders gut für Tablets. Die Gamification Elemente beinhalten Gesten, wie Freirubeln, 360-Grad-Drehungen, Schreiben oder Zeichnen, Hin- und Herschieben bzw. Antippen.

GeoSurfen nimmt aus den vielen Gesprächen mit, dass wir eine sehr interessante Alternative sind. Gerade unsere Touren, die zu den eingebunden Orten direkt hinführen und den integrierten Aufgaben, die nur an diesem Ort gelöst werden können, sowie die Interaktionen / Austausch der Gäste untereinander macht GeoSurfen recht attraktiv. Allerdings haben wir auch den Wunsch nach einer allgemeineren Rubrik für aktuelle Informationen herausgehört. Der Wunsch nach einem Bookingsystem ist hingegen bei uns nicht so vordergründig gewesen. Das liegt aber wohl eher daran, dass wir im Gegensatz zu den anderen Apps keine App sind, mit der sich der Besucher im Vorhinein informieren kann, sondern als Begleiter vor Ort verstanden werden.

„Mobile zu sein“ ist für die Reisebranche wichtig. Die Zahl der mobilen Internetnutzer ist laut statistica um 43 % von 2012 nach 2013 gestiegen:

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(Quelle: http://de.statista.com/infografik/1984/mobile-internetnutzer-in-deutschland/)

Die Tourismusbranche muss daher nach mobilen Lösungen und Services suchen, um ihre Kunden weiterhin zu erreichen und ansprechend für sich zu werben. Travelnext berichtet, dass 94 % der Reisenden nach Vor-Ort-Aktivitäten auf ihren mobilen Endgeräten suchen. Davon suchen 75 % nach Restaurants und Gaststätten während ihres Aufenthalts.

Um den Bedürfnissen der Reisenden gerecht zu werden, muss nicht die „eierlegende Wollmilchsau“, also die ultimative App angeboten werden. Oft kann ein Hotel, Sehenswürdigkeit etc, bei seinen Gästen einen sehr zufriedenen Eindruck hinterlassen, wenn sie in einer kleinen App den Bedürfnissen ihrer Gäste  entgegenkommen. Wichtig, dass diese App für die Gäste sichtbar ist und relevante Informationen über eine leichte Navigationsführungen in der App den Gästen angeboten wird. Reise-Apps bedeuten zudem Spaß. Die meisten Menschen gehen auf eine Reise, um eine tolle Zeit zu haben.

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Spannend fand ich zudem die Reiseblogger bei ihren Tätigkeiten auf der ITB zu beobachten.

Auch sie nutzten die ITB  in mehrfacher Hinsicht zu Marketingzwecken. Auf der einen Seite haben sie sich ins Gespräch mit potenziellen Kunden, Sponsoren, etc. gebracht, auf der anderen Seite und das fand ich viel interessanter, haben sie ihre Aktivitäten im Mainstream (Besuchertage) vorgestellt. Nicht jeder Besucher konnte ihre Aktivitäten nachvollziehen, bzw. waren einige über diese Art der Lebensgestaltung doch sehr überrascht. Ich fand es toll, dass den Reisebloggern seitens der ITB ermöglicht wurde, den Kontakt zu den Besuchern zu suchen.

Über 300 Reiseblogger sollen in den vier Tagen auf der ITB dabei gewesen sein. Sie haben ihre Kontakte gepflegt und neue Reise-Ideen gesammelt. Die ITB eröffnet Reisebloggern eine gute Plattform und scheint sie als Teil der Familie anzuerkennen. Beispielsweise hielt Anja (@travelontoast) einen Vortrag überBlogger Relations, welche als Methode eines gezielten Kommunikationsmanagments (Görs Communications) von Unternehmen für Reiseblogger eingesetzt werden kann.  Das es sich bei Touistikern um eine riesige Familie handelt durfte ich schon auf meinem TourismusCamp in Eichstätt (Blogbeitrag) erfahren, welches die Vertrautheit und Herzlichkeit, aber auch die Vielfalt der unterschiedlichen Familienmitglieder wiederspiegelte. Auf der ITB scheinen sich, nach dem Blogbericht von Monika Fuchs (TravelWorldOnline), Reiseblogger  und Touristiker zu suchen und zu finden.  Dabei handelt es sich jedoch um die Suche nach den zueinander beidseitig passenden Kooperationen. Auf ihrem Reiseblog  berichtet Monika von den spannenden und für Außenstehende interessanten Vorbereitungsprozess. Äußert unterhaltsam fand ich, dass auch in diesem Kennenlernprozess auf der ITB das Werkzeug des Speeddatings eingesetzt wurde.

Ebenso finde ich folgende Wendung beachtenswert:

Das Content Marketing Unternehmen Boomads hat Reiseblogger zu einem SEO Workshop in einem Oldtimerbus eingeladen, damit sie lernen, wie sie das SEO ihres Blogs verbessern können. Wolfgang berichtet auf seinem Reiseblog über eine Einladung von Boomads zu einem SEO-Workshop. „Willkommen im Blogger-Express zur ITB Berlin. Bitte steigen Sie ein.“, so begrüßte das Travelbook Blogstars Team von Boomads, geladene Blogger (Bericht von Boomads). Bloomads ermöglicht Bloggern mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Dabei bildet das Unternehmen so ganz nebenbei ein Blognetzwerk. Ein kleinen Ausblick in das riesige Netzwerk der Reiseblogger gibt Mandy von „Movin’n’Grovin“ in ihrem Blogbeitrag zur ITB.

Rückblick zu der Session: “LBS Potenziale am POS”

Rückblick zu der Session (auf dem CommunityCamp 2013 in Berlin): “LBS Potenziale am POS

Angeboten wurde die Session von Nastasja Heuer und Christian Schwinden, zu der sich sich zahlreiche Interessierte eingefunden hatten. Beide Session-Ideengeber haben versucht die barcamp Regeln in dieser Session zu integrieren und nicht so sehr vor den Interessierten einen Vortrag zu halten, sondern mit den Anwesenden in einen regen Austausch zu gelangen. Durch gezielte Fragen zu gegenwärtigen und zukünftigen Services von LBS versuchten sie die Zuhörer zu Teilgebern zu transformieren. Ideal finde ich eine Session auf einem barcamp, wenn die Frontaktivität bei wenigen Prozenten liegt. Karl Heinz Pape erklärt in seinem Blogbeitrag zum CommunityCamp, dass diese Frontaktivität bei etwa 10 % liegen sollte.

Nastasja und Christian arbeiten beide an der Integration und Potenzialentdeckung- bzw. -verwirklichung von Location Based Services (kurz: LBS genannt) bei Rossmann. Rossmann war zugleich einer der zahlreichen Sponsoren auf dem CommunityCamp.

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Was für LBS Plattformen waren den Anwesenden bekannt?

  • Gowalla (wurde 2011 von Facebook übernommen, wobei mit der Übernahme die Marktführung angestrebt wurde, letztendlich aber gescheitert ist (Social Media Marketing Blog))
  • Latitude (Funktion: Freunde zu in Echtzeit zu orten – wurde im August 2013 eingestellt (Cashys Blog))
  • Yelp (vor Kurzem noch Qype, welches dann mit Yelp zu einem Dienst unter dem Dach von Google verband (netzwertig.com))
  • Dailyplaces (hat Insolvenz angemeldet (netzwertig.com))
  • Fousquare (Marktführer! Schon oft wurde der Einbruch für Foursquare vorausgesagt, gerade in Bezug zur Einstellung von Gowalla und Latitude, doch entgegen aller Prognosen behauptet sich Foursquare weiterhin am Markt. Mit seinen Badges und Punktesystemen, die der User bei Check Ins erhält, bindet der Dienst seine User durch Gamification Elemente)
  • Google (über Google Maps kann der User gleichzeitig nach Orten suchen und erfährt die Bewertungen anderer Besucher zu diesen Orten. Während der Session höre ich immer wieder, dass es sich bei Google um ein unterschätztes LBS handelt.)
  • Golocal (Bewertungsplattform und Partner von Das Örtliche, Das Telefonbuch und Gelbe Seiten)
  • Tripadvisor (Bewertungsplattform auf der individuelle Reiseberichte und Bewertungen zu Hotels abgegeben werden können)

Welche Marketingpotenziale bieten LBS Plattformen?

Christian bezeichne in seinem Blogbeitrag zur Session digitales Marketing am Point of Sale als ein spannendes Feld, das bislang aber weder durch entsprechende Technik, noch durch angelerntes Userverhalten zufriedenstellend gelöst ist. Gerade deswegen sieht er im ortsbasierten Marketing eine goldene Zukunft. Dabei bezeichnet er Foursquare als eine Plattform mit dem größten Potenzial aus der Unternehmensperspektive. Entscheidend im effektiven Marketing ist die  technologische Entwicklung und Öffnung verschiedener Dienste und die Smartphonenutzung durch die User. Aktuell besitzen laut der aktuellen Studie des BVDM und der TNS Infratest 62 % aller Einwohner Deutschlands ein Smartphone. Die Tendenz ist steigend, wenn man sich die Smartphoneverbreitung und -akzeptanz bei Jugendlichen anschaut.lbs

Allerdings steht die Nutzung von Foursquare mit seinen Rabatt-Aktionen und Hinweismöglichkeiten auf Aktionen im Vordergrund. Dennoch ist Foursquare noch nicht im Mainstream angekommen.

Christians Fazit war: LBS werden immer als Satellit neben den großen Netzwerken existieren.

Die heutige Nutzung von LBS basiert auf drei verschiedenen Nutzungsmotivationen:

  1. Service
  2. Entertainment
  3. Informationen

Kann LBS ein soziales Netzwerk sein?

In der Session wird diese Frage lebhaft diskutiert. Konsens findet die Gruppe darüber, dass LBS sich allein von ihrer Veranlagung nicht als soziale Netzwerke eignen. Mostafa Akbari hat sich über Twitter an der Diskussion aus Aachen beteiligt und wies darauf hin, dass Foursquare eher eine lokale Suchmaschine sei. Im Laufe der Zeit hat Foursquare allerdings sein Produkt basierend auf dem Verhalten der Nutzer verändert und mit sozialen und kommunikativen Elementen erweitert.

Welche Rolle kommt LBS in der Tourismusbranche zu?

Empfehlungen im Internet haben in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Klassische Sehenswürdigkeiten verlieren im Netz ihre Strahlkraft. Bewertungsportale verändern den Tourismus, da sich hier viele Hobbykritiker mit ihren eigenen Erfahrungen und Insidertipps austauschen. Somit verändern sich touristische Attraktionspunkte und Orte abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten rücken für netzaffine Besucher immer mehr in das Blickfeld.

Fazit:

  1. Qype Gründer Stephan Uhrenbacher warnt vor der so genannten Mainstream-Falle. Auf den so genannten Bewertungsportalen wollen alle zusammen individuell sein und würden gerade deswegen einen digitalen Einheitsbrei schaffen. Hierbei handelt es sich um das Grundproblem von Bewertungsportalen.
  2. Für eine positive Entwicklung von LBS Services in Deutschland bedarf es kostenfreie W-LAN-Netze, welche vor allem für Besucher aus dem Ausland wichtig sind.

Berlin ist immer wieder eine Reise wert. #ccb13

Berlin ist immer wieder eine Reise wert!

Wahrscheinlich sind meine Wahrnehmungen nachfolgend extrem subjektiv gefärbt, dennoch meine Maske der Wahrnehmung hat auch dieses mal wieder das gehalten, was sie mir die letzten Jahre immer wieder vorgespielt hat.

In Berlin traf ich auch dieses Wochenende auf sehr interessante, sehr sympathische und sehr vielfältige Menschen. Wahrscheinlich wirkt eine ganz spezielle Mischung daraus, die es so nur in Berlin gibt, extrem attraktiv auf mich.

Dieses Mal zog mich das CommunityCamp nach Berlin. Da an diesem barcamp überwiegend Social- und Communitymanager teilnahmen, war ich mit großer Hoffnung angereist. Denn dieser “Menschenschlag” verbreitet aus seiner Veranlagung heraus, oft gute Laune, die andere motiviert sich ihnen anzuschließen.

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Nur sehr vereinzelt nahm ich Kritik wahr, meist auch in den Momenten, in denen ich Unsicherheit zu erkennen glaubte.

Zwei Beispiele bringe ich dafür an:

1. Eine Person äußerte seine Idee oder brachte einen Vorschlag für eine mögliche Anwendung eines Location based Services, nach der die Sessionorganisator (LBS Potentiale am POS) gerade gefragt hatten. Aufgrund seines Vorschlages lachten einige Personen im Raum auf, weil sie erkannten, dass derjenige der diese Idee äußerte noch nicht alle Aspekte verstanden hatte und diese Idee aufgrund dessen für absurd hielten. Hierbei handelte es sich jedoch um kein herzliches, sondern eher abwertendes Lachen.

2. In einer anderen Session (Social Media Strategy) habe ich jemanden sagen hören, dass ein anderer Sessionteilgeber erst einmal eine gewisse Ausbildung machen soll, um etwas anwenden zu können … blöd nur, dass derjenige bereits über diese Ausbildung verfügte. Schnell erkannte der Erste die unvorteilhafte Situation und ruderte zurück, bzw. gab demjenigen die Chance für ein längeres Gespräch nach der Session.

Mit diesen Beispielen will ich nicht kritisieren. Das CommunityCamp 2013 war großartig, vielfältig, super organisiert und durch jeden einzelnen Anwesenden auf einzigartige Weise bereichert worden. Wie leicht fällt es einem im Eifer des Wortgefechts den Pfad der Höflichkeit, hin zur direkten Wortäußerung zu verlassen. Dennoch will ich an dieser Stelle an die Grundsätze der “der gleichen Ebene” eines barcamps erinnern, damit keine unnötigen Hierarchien und Barrieren aufgebaut werden. Sinn und Verstand hat das in einem Artikel: Experimentierkasten Barcamp: Forschen und Entdecken treffend zusammengefasst: Ein barcamp schafft eine “basisdemokratische, offene und hierarchienübergreifende Atmosphäre”.

An diesem Wochenende konnte jeder Teilgeber diese einmalige barcamp Atmosphäre miterleben. Besonders in den von mir besuchten Sessions von Oliver Berger zu „Lego im Marketingeinsatz“ und Vivian Pein zu „Social Media Manager“ gelang es beiden meiner Meinung nach diese offene und motivierende Atmosphäre zu erzeugen. Über interessierte Fragen, wurden die Anwesenden unterstützt nach eigenen Beispielen aus ihrem Erfahrungsumfeld einzubringen. Mit ihren eigenen Erfahrungen und eigenen Lernprozessen konnten sie ihre Zuhörer mitnehmen und in ihren eigenen Handlungen ermutigen.  Vielen Dank.

Danke an alle für das wunderbare CommunityCamp. Besonderen Dank geht von mir an die Organisatoren und Sponsoren, die den Rahmen für dieses erlebnisreiche Wochenende geschaffen haben.

 

Sponsoren waren:

817953409

Was hat Wikipedia mit einer Stadt gemeinsam?

Pulsierend, atmend und schwitzend empfängt mich Berlin in der letzten Woche. Das Referenten-Treffen von Wikimedia lenkte meine Wege an diesen ersten sommerlich heißen Tagen in die flimmernde Hauptstadt – mitten hinein, nicht etwa an den abkühlenden Wannsee. Ein Seitenkanal der Spree befindet sich jedoch in der Nähe und lies die Hoffnung auf Abkühlung bestehen.

Wieder einmal wird bei meiner Ankunft in dieser bittersüßen Stadt Flexibilität und Querdenken gefordert. Eine gesperrte U-Bahn-Station durchbricht zaghaft entstandene Routinen vergangener Berlin Aufenthalte. Berlin ist eben anders und das ständig!

Genau der richtige Standort für Wikimedia, finde ich!

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung freien Wissens e.V. unterstützt verschiedene Projekte, welche gemeinsames Wissen kollaborativ aufarbeiten. Um den Umgang mit freiem Wissen zu fördern, steuern Wikimedia-Referenten immer wieder verschiedene Andockmöglichkeiten an. Wikimedia Deutschland-Referenten sind in vielen unterschiedlichen Städten zu Hause. Ab und zu ergibt es sich, dass sich die vielfältigen Wege der Referenten überschneiden oder zusammengeführt werden. So wie an diesen heißen Tagen.

Gekennzeichnet sind dann auch diese Treffen beispielsweise von Humor, Fröhlichkeit, dem Suchen nach neuen Ansatzmöglichkeiten und dem Aufbrechen von Routinen.

Das größte Projekt der Wikimedia Foundation ist die Wikipedia – die freie Online-Enzlyklopädie.

Angeregt durch die Teilnehmer stelle ich mir Wikipedia immer wieder in den nächsten Stunden als metaphorische Stadt vor, die für jeden Besucher einen ganz eigenen Spielplatz anbietet. Auf welchen Spielplatz ich mich wohl gern bewege?

Die Stadt als Projektionsfläche / Metaebene zu benutzen auf die man immer wieder zurückgehen und von dort aus neu starten kann, ist ein spannendes und aufregendes Stilmittel. Die Landingpage bildet dabei den Hauptbahnhof ab, von der aus jeder seinen eigenen individuellen Weg in die Wikipedia finden kann, egal, ob er als Tourist an der Oberfläche vorbeischaut oder in den Tiefen der Kanalisation hinabsteigt und an der Verbesserung des kollaborativen Riesenprojektes arbeitet.
In Wikipedia tummeln sich Techniker, Community-Interessierte, Enzyklopädisten, Kritiker und viele andere Varianten, die sich auch manchmal überschneiden.

Weiterhin befassen wir uns mit inhaltlichen Fragen zur Wikipedia, wie auch organisatorischen Fragen zu einem exemplarischen Aufbau eines solchen Seminars, wie bspw.:

      • Welche Regeln liegen der Wikipedia?
      • Wie weit kann man den Artikeln vertrauen?
      • Wie kann ich meine Zuhörer abholen?
      • Wie kann ich die komplexen Strukturen einfach darstellen?
      • Was für technische Probleme können sich in einem Seminar ergeben, wenn mehrere an der Wikipedia gleichzeitig editieren?
      • Wie funktionieren Wikis?

Link: WIKIS in verständlichem Deutsch

Die Zeit ist an diesem Tag nur so an einem vorbei geflogen. Mit vielen abkühlenden Getränken, frischem Obst und Eis, lies sich sogar die sommerliche Hitze in ein wohltuendes mittägliches Sonnenbad mit anregender Diskussion in einem der typischen vielfältigen Straßenrestaurants Berlins umwandeln.

Fast jeder kann seinen Platz in dieser Stadt finden 😀