Ivy: Warum bist du nach San Francisco ausgewandert?

Während meines Urlaubs in San Francisco interessierte ich mich für die verschiedenen biografischen Hintergründe, warum in Deutschland Geborene nach San Francisco bzw. Umgebung zeitweise oder sogar für immer auswandern. Dazu traf ich mich mit fünf verschiedenen Personen und fragte sie nach ihren Motivationen, Wünschen und Vorbereitungen bezüglich ihrer Auswanderungsvorhaben, nach den Erfahrungen im Umgang mit der Auswanderung über die Zeit, aber auch nach den aktuellen Vorhaben.

Ich bin über jede Begegnung sehr dankbar. Ich finde es großartig, dass ich in einige Leben ein bisschen „reinsehen“ durfte. Ebenso fand ich es beeindruckend, wie spontan im doch hektischen Leben San Franciscos, sich von jeder Begegnung die Zeit für ein Treffen genommen wurde. Vielen lieben Dank.

Der nachfolgende Bericht entspricht einer subjektiven Zusammenfassung der Begegnung. Die Namen wurden abgeändert, einige Details verallgemeinert und einige Stellen etwas verzerrt, um eine Wiedererkennung mit einer realen Person zu verhindern. Ziel des Berichts besteht lediglich darin, die vielfältigen Hintergründe einer Auswanderung für mich festzuhalten und meine Leser, die an dieser Gegend „Bay Area und Silicon Valley“ interessiert sind, ein wenig daran teilhaben zu lassen. Vielleicht entstehen auf diese Weise weiterführende Impulse.


Über den UCSF-Camus wandernd, hielt ich nach einer jungen Frau Ausschau. Im Nachhinein hatte ich mir gewünscht, dass ich etwas eher losgegangen wäre, um den eindrucksvollen neu gebauten Campus länger zu bestaunen. Die Gebäude erschienen mir modern und offen gestaltet und nur wenige Meter neben dem Campus entdeckte ich einen „Urban Garden“ und einen Platz mit Foodtrucks, den ich ich mit einem kalifornischen sonnigen Lebensgefühl assoziere.

 

Dann entdeckte ich Ivy. Über den Campus schlendernd erzählte sie mir, dass sie vor etwa zwei Jahren nach San Francisco gekommen war. Nach dem Abschluss ihres PHD’s wollte sie die Chance ergreifen in einem Team unter einem Nobelpreisträger zu arbeiten und zu lernen. Auf einer Konferenz hatte sie ihn kennengelernt und sich mit ihm über eine mögliche Zusammenarbeit ausgetauscht.

Von der Zusammenarbeit in diesem Team berichtete sie voller Begeisterung. In Deutschland hatte sie eine solche Zusammenarbeit und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten noch nicht kennen gelernt. Die Begegnungen und der Gedankenaustausch seien auf „Augenhöhe“ und sind von einem wertschätzenden und kooperativen Umgang geprägt. In den letzten Monaten hatte sie konzentriert an ihren Projekten gearbeitet und sich mit einigen ihrer Kollegen angefreundet. Fragte sie sich noch mit dem Antritt ihrer Stelle  am UCSF, wann die Menschen in San Francisco arbeiteten, da sie diese ständig im Fitness Studio, auf Meetups, auf Networking Veranstaltungen, im Café, etc. sah, erkannte sie recht schnell, dass diese eigentlich rund um die Uhr arbeiteten. Sie bezeichnete ihre Beobachtung als „work life blending“, also der Bemühung so entspannt, wie möglich zu erscheinen, während sie eigentlich die ganze Zeit arbeiteten. In der Pause wird schnell ins Fitness Studio gegangen, im Café selbst wird gearbeitet, etc…

Doch als wissenschaftlicher Mitarbeiter verdient sie nicht genug, um sich ein Leben in San Francisco dauerhaft finanzieren zu können, auch wenn ihr Institut an dem sie arbeitet, zu den weltweit führenden gehört. Dennoch werden die Mitarbeiter nach staatlichen Vorgaben bezahlt und da wird es schon im nächsten Jahr schwierig für sie, wenn sie zum Einen aus dem vergünstigten Wohnheim ausziehen muss und zum anderen eine Steuererleichterung seitens des Staates Kalifornien für sie wegfallen wird.

Sie wird ihre Zeit in San Francisco vermissen. Doch von Beginn an war ihr klar, dass sie nur temporär, für wenige Jahre nach San Francisco auswandern wird. Mit ihrer Rückkehr wird sie sich neue Herausforderungen suchen, wobei sie sich sehr gerne in der Wissenschaftskommunikation sehen würde.  Auch, dass die Bay Area als Erdbeben gefährdet gilt und das nächste große Erdbeben mit 100%iger Wahrscheinlichkeit kommen wird, beunruhigt sie.

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San Francisco: Eine Perspektive, verschiedene Tageszeiten

Micro-Klima:

San Francisco ist eine Stadt mit verschiedenen Micro-Klimazonen und Sub-Micro-Klima-Zonen. Durch die vielfältige Topographie können die Wetterbedingungen bis zu 5 Grad Celsius von Block zu Block variieren. So ist beispielsweise die San Franciso Seite der Golden Gate Bridge kälter als die Seite auf der Sausalito liegt. Die Interaktionen von unterschiedlichen Oberflächentemperaturen, Wasserströmungen und Winde, Wolkendecken, des nah gelegenen Ozeans, die verschiedenen Buchten, Parks und Hügel, etc. verursachen lokal variierende Wetterverhältnisse, Sonne, Regen, Wind, Temperaturabweichungen, etc.

Beispiel des Aufeinandertreffens verschiedener Wetterzonen

Ich bin oft auf der Market Street in der Nähe des Twitter Hauptquartiers mit Jacke auf die Straße gegangen und wurde von einem kühlen Wind in der Häuserschlucht empfangen. Ein paar Blocks die Straße zum Hafen bis zum Ferry Building hinunter, wechselte das Wetter hinüber zu einem sehr sonnigen, fast heißen Sommertag.

Perspektiven:

Ausgelöst wurde mein Interesse durch folgende Fotos, die entstanden, weil ich wissen wollte, mit welcher Geschwindigkeit sich die Schiffe im Hafen von San Francisco fort bewegen.

Ich bin aktuell so sehr an eine schnelle Abfolge von Bewegungen (Scannen von Inhalten in Texten, „immer währender“ Blick auf das Smartphone, schnell von hier nach dort kommen, …) gewöhnt, so dass ich mir nicht sicher war, ob die Schiffe im Hafen an dem Abend vorher auch schon an derselben Stelle standen oder ob sie sich etwas bewegt hatten. Ich kann mir den Zeitablauf, der einem Hafen inne wohnt, nicht vorstellen und ich habe meinem Gedächtnis nicht getraut, so dass ich mit Fotos als Dokumentationsmittel den Bewegungen des Hafens auf die Spur kommen wollte.

Ich war letztendlich über die vielfältigen Aussichten aus dem Fenster heraus, erstaunt. Anstatt etwas über den Hafen zu lernen, habe ich etwas über die schnellen Wetterveränderungen und Mikroklimate innerhalb der Stadt San Francisco gelernt.

Auf dem Weg zur Arbeit (Homeoffice in San Francisco)

Leicht nebelig ist es heute wieder vor dem Fenster. Die obersten Etagen der Hochhäuser der Umgebung liegen noch im Frühnebel. Unter mir pulsiert die Stadt mit ihren morgendlichen Geräuschen. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob die Stadt unter mir überhaupt jemals zum Schlafen kommt. Die Geräusche auf den Straßen und Wegen verändern sich lediglich mit der Tageszeit, so erscheint es mir.

Market Street

Market Street

In wenigen Tagen werde ich meinen Arbeitsplatz wieder verlagern und mich überkommt jetzt schon eine stille Sehnsucht zurück zu dieser Aussicht, in eine Welt, die so viele Extreme und vielfältige Ausprägungen dazwischen zulässt. Eine Welt, die einen dauernd mit neuen Impulsen anregt und aus der man sich, um diese Impulse zu verarbeiten, auch einmal bewusst zurück ziehen muss.

Nach etwa zwei Wochen sucht mein Blick noch immer fragend die einzelnen Häuserblöcke ab. Die Frage hinter diesem Blick ist mir nicht völlig bewusst, vielleicht ist es die nach der Entstehung oder nach dem Sinn (für wen?) oder was ich davon lernen kann, von dem was da vor mir liegt.

Mein Blick geht die Market Street bis zum Financial District hinunter. Auf der Straße ist erstaunlich wenig Verkehr. Das Verhältnis zwischen den Straßenbahnen, den Bussen, den Autos und den Fahrrädern nehme ich als ausgewogen war. Ich bin erstaunt, wie viele Fahrradfahrer sich auf ihr bewegen. Viel befahrende Seitenstraßen kreuzen jedoch die Market Street. Im Hintergrund erhebt sich zwischen den einzelnen Hochhäusern die Oakland Bay Bridge, deren Straßen ebenfalls zu fast jeder Tageszeit mit Autos verstopft scheinen. Rechts von mir wird der Blick vom Industriehafen fast meditativ aufgefangen. Die Containerschiffe bewegen sich langsam, kaum erkennbar in Millimetern. Der Hafen besänftigt die Augen vom ruhelosen Hin- und Herhuschen der Beobachtungen auf den Straßen und Wegen. Oasen der Entspannung entdecke ich auch hier und da auf den einzelnen Dächern vor mir.

Bevor ich heute mit der Arbeit beginne, starte ich mit einem kleinen Arbeitsweg(Spaziergang), inspiriert von Wibke Ladwigs rituellen frühmorgendlichen Arbeitsweg zum Homeoffice. Nur wird mein Weg, wohl kein Ritual werden.

Es ist 7:45 Uhr morgens und es geht mit dem Fahrstuhl 28 Stockwerke nach unten. Der Service (Empfang und Sicherheitsservice) begrüßt uns freundlich. Wieder wird der Eindruck bestätigt, dass die Bewohner San Franciscos früh aufstehen. Das Fitnesscenter ist voll und die ersten verlassen es schon wieder, um sich auf dem Weg zur Arbeit zu machen. Fitnesscenter scheint es hier in jedem Apartment Townhouse zu geben. Da diese nicht auszureichen scheinen, werden noch einzelne externe angeboten. Alle sind früh morgens sehr gut besucht (In den Instagramstories, die mit dem Ort San Francisco vertagt sind, kann man gefühlt 60 % der Stories aus Fitnesscentern entdecken).

Noch sind wenige Touristen auf der Straße zu sehen, lediglich eine große Reisegruppe wartet mit riesigen Koffern auf der Straße. Ich begegne Unmengen von Menschen mit einem Kaffeebecher in der Hand, die wohl auf ihrem Weg zur Arbeit sind. In den Cafés an denen ich vorbei gehe, bilden sich lange Schlangen. Während ich sie beobachte fällt mir ein, dass sich zwei Kaffeeketten hier in den Straßen von San Francisco versuchen nicht nur sich gegenseitig auszubooten, sondern auch den kleinen lokalen Kaffeegeschäften ihre Kundschaft wegzunehmen. Philz Coffee, San Francisco’s Startup Antwort auf Starbucks soll überall dort zu finden sein, wo sich Startup Unternehmen niederlassen. Peet’s Coffee versucht diesen Status anzugreifen und stellt sich gerne mit mobilen Kaffeestationen gegenüber von Philz Coffee auf.

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Ein paar Schritte weiter, entdecke ich eine Absperrung von fünf Quadratmetern, die von drei Leuten betreut wird. Wieder staune ich über den Einsatz von Servicepersonal in dieser Gegend. Mein Blick nach oben verrät, dass der Teil des Weges gesperrt ist, weil zwei weitere Personen auf einem Gerüst die Fenster des Hochhauses säubern. Meine Gedanken wandern weiter zur Digitalisierung und ich höre mich leise fragen, ob das die Jobs sind, die von Robotern zukünftig ausgeübt werden sollen?

Die Gedanken werden vom ausgelösten Feueralarm im Hotel nebenan erstickt. Zuerst

Fahrrad

verstehe ich nicht, dass es sich bei dem Lärm um einen Feueralarm handelt, ich bemerke lediglich die Menschen, die um das Haus beobachtend herumstehen. Daraufhin erscheint die Feuerwehr mit mehreren Autos. Bemerkenswert in welcher Geschwindigkeit die Feuerwehr vor Ort anwesend ist und wiederum bemerkenswert ist, mit wie viel Personal sie anrückt. Sekunden später ist der Feueralarm verstummt.

Mein Blick verfängt sich noch an einer Säule bevor es zu meinem Arbeitsplatz geht. Digital wird die Anzahl der Fahrradfahrer gezählt, die täglich vor dem Headquarter von Twitter vorbeifahren. Daneben ist eine der vielen Fahrradstationen in San Francisco aufgebaut. Ich frage mich, ob die bei meinem letzten Besuch in SF vor zwei Jahren schon da war oder ob San Francisco auch hier anfängt, sich zu ändern.

Weiterhin entdecke ich auf meinem Weg zur Arbeit wundervolle Graffiti an vielen Wänden. Ich bemerke eine Tai Chi Gruppe unter den Bäumen des Platzes vor der City Hall, vorbei hastende Jugendliche mit Radiokoffern auf den Schultern, aber auch vielen Obdachlosen.

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anonymisierte Bewerbung

Wie ungewohnt und irritierend erschien mir der Gedanke, ein Bewerbungsanschreiben ohne ein Bewerbungsfoto, ohne die Angabe des Namens, des Alters, der Herkunft, des Familienstandes und des Geschlechts in den Händen zu halten.

In einem kurzen Austausch mit Freunden erfuhr ich, dass in den USA diese Art der Bewerbung gängig ist. Ursache dafür sind die strengen US-amerikanischen Gesetze gegen Diskriminierung und die Angst vor Klagen abgelehnter Bewerber. In Deutschland wird auf dieses Phänomen der (unbewussten und bewussten) Diskriminierung gegen Ältere, Frauen mit Kindern und Bewerber mit Migrationshintergrund durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) (Pressemitteilung vom 26.03.2014 zur Ausbildungsstudie des SVR-Forschungsbereichs) und des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hingewiesen.

Im nachfolgenden Text gehe ich zuerst auf eigene Gedanken und Erfahrungen zu unterbewussten Vorurteilen in Bewerbungsunterlagen ein. Daraufhin greife ich einen formulierten Nachteil für Berufsanfänger in anonymisierten Bewerbungen auf. Weiterhin folgt eine Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen einer anonymisierten Bewerbung. Abschließend wird kurz eine Studie aus dem Jahr 2011 erwähnt, in der große Unternehmen für ein Jahr neue Mitarbeitende über ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren einstellten.

unterbewusste Vorurteile – am Beispiel des Bewerbungsfotos

img_20160909_195138Beim weiteren Nachdenken, fand ich das Weglassen des Bewerbungsfotos, sogar sehr pragmatisch.

Wie oft wusste ich nicht, was ich darauf anziehen sollte und wurde so manches Mal von dem Fotografen dazu aufgefordert mehrere Outfits mitzubringen. Weitere Fragen quälten mich: Wie offen darf man auf Bewerbungsfotos lächeln, um überhaupt noch als kompetent wahrgenommen zu werden? Sollte ich meine Haare lieber zu einem Zopf zusammenbinden, zu einer Hochsteckfrisur drapieren oder sie doch lieber offen tragen? Für jedes neue Bewerbungsschreiben hätte ich erneut zum Fotografen rennen können und jede der offenen Frage anders beantworten.

Und dennoch, nach jedem Foto, welches ich der Bewerbungsmappe beifügte, beschlich mich das unwohle Gefühl, dass allein dieses Foto über Qualifikation oder Disqualifikation entschied. Ungerecht fand ich das! Aber es war doch nur meine Fantasie, beruhigte ich mich immer wieder. Bis meine Fantasie immer wieder bei dem folgenden Gedanken stecken blieb: Wenn ich (jung normal aussehende Frau) mich schon so unwohl gefühlt habe, wie musste es dann erst Menschen ergehen, denen man körperliche Beeinträchtigungen auf dem Foto ansah?

(Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Weglassen des Bewerbungsfotos für viele Fotografen erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten würde.)

Erfahrung als personalisiertes Aquivalent in dem Bewerbungsanschreiben ?

Bei meiner Recherche wurde ich bei fast jedem zu lesendem Artikel mit den einleitenden Worten begrüßt, dass sich Menschen im Bewerbungsprozess mit unterbewusst verankerten Vorurteilen begegnen. Diese unterbewussten Vorurteile werden durch personifizierte Angaben und deren Wirkung auf unsere Wertvorstellungen hervorgerufen. Aus diesem Grund wurde das anonymisierte Bewerbungsverfahren entwickelt, in dem die Leistung und die Eignung des Bewerbers im Vordergrund stehen sollte. Einer der Kritikpunkte am anonymisierten Bewerbungsverfahren verweist jedoch darauf, dass gerade Berufsanfänger Nachteile in diesem Bewerbungsprozess erfahren, da sie über wenige Qualifikationen verfügen.

Ich dachte an meinen Aufenthalt in San Francisco (Link zu einem früheren Blogbeitrag)

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Runway: Coworking Space in San Francisco

und meinen Besuchen in dieser Startup Welt zurück. Viele vorwiegend junge Menschen hatten sich über anonymisierte Bewerbungsverfahren für diverse Jobs in den einzelnen Startups beworben. Erinnerungen an Gespräche lenkten den Fokus meiner Aufmerksamkeit darauf, dass sich die Bewerbenden bereits früh, während ihrer Schul- und Studienzeit immer wieder um Praktikas, Qualifikationen und Jobs bemüht hatten, mit denen sie jetzt ihre Bewerbung aufwerteten. Ich war zuweilen sehr beeindruckt über die Anzahl der Erfahrungen. Bewerbungen, die wenig Erfahrungen aufwiesen, hatten es hingegen schwerer in die nächste Auswahlrunde zu gelangen. Allerdings wurde auch der Wert der Jugend, der mit einer solchen Bewerbung einhergehen kann, wertgeschätzt. Das bedeutet allerdings wiederum, dass indirekte Rückschlüsse auf individuelle Anteile in der Bewerbung durchaus möglich sind.

 

 Vor- und Nachteile anonymisierter Bewerbungsprozesse

In dem Blog karrierebiebel, das sich dem Bewerbungsprozess und der Jobfindung widmet, werden in dem Artikel vom 07.03.2017 „Anonyme Bewerbung“ Vor- und Nachteile anonymisierter Bewerbung aufgelistet. Eine kritische Betrachtung der aufgeführten Punkte zeigt auf, dass einzelne Vor- und Nachteile, je nach Unternehmens- und Ausschreibungsart mehr oder weniger zutreffend sind. Aufgefallen ist mir in den gesuchten Gesprächen, dass selbst in einer anonymisierten Bewerbung Rückschlüsse auf den zu Bewerbenden möglich sind. Dennoch bilden sie einen Anfang in der entsprechenden Diskussion.

Pro:

  • Chancengleichheit: Auch Bewerber, die mit Vorurteilen kämpfen, haben die Chance durch ihre Qualifikationen zu überzeugen.
  • Effizienzsteigerung: Durch das standardisierte Verfahren, erhalten die Personalchefs die Informationen zu den Bewerbern in komprimierter Form. Die Sichtung aller Kandidaten wird vereinfacht.
  • Vergleichbarkeit: Schlüsselinformationen sind besser ersichtlich und können leichter miteinander verglichen werden.
  • Vielfalt: Dadurch, dass keine personenbezogenen Daten bekannt sind, können neue Bewerbergruppen erschlossen werden.

Contra:

  • Berufsanfänger: Für Bewerber mit wenig Erfahrung ist das Verfahren ungeeignet, da sie noch nicht über genügend Qualifikationen und Stationen im Lebenslauf verfügen, um sich hervorzuheben.
  • Aufschub: Kritiker behaupten, dass sich an der Diskriminierung nichts ändere, da diese nur in die zweite Runde, in der die personenbezogenen Daten bekannt sind, verschoben würde. Bloß weil jemand zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, bedeutet das nicht, dass er auch den Job erhält.
  • Bürokratie: Der bürokratische Aufwand ein passendes Formular zu erstellen und eine detaillierte Stellenausschreibung zu entwickeln ist größer, als in einem normalen Bewerbungsverfahren.
  • Individualität: Der individuelle Berufsweg und die persönlichen Umstände finden keine Beachtung. Kritiker sind der Meinung, dass es nicht unbedingt aussagekräftig sei, allein die Leistungen zu bewerten.
  • spezifische Stellen: Das Verfahren eignet sich nicht, um jede Stelle zu besetzen. Bei der Besetzung von Führungspositionen und Kreativstellen ist die Anonymität des Kandidaten eher hinderlich.

Pilotprojekt mit Begleitstudie

2011 initiierte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein Pilotprojekt. Neun Arbeitgeber erklärten sich für die Dauer von einem Jahr bereits, neue Mitarbeitende über anonymisierte Bewerbungsverfahren zu finden. Zu diesen Arbeitgebern zählten u.a. die Deutsche Telekom, Deutsche Post und Procter & Gamble auch Mydays und die Stadtverwaltung Celle.

8.500 Bewerbungen wurden anonymisiert ausgewertet und 246 Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplätze besetzt. Mydays behält auch weiterhin das Verfahren für einige Stellen bei, während die Deutsche Telekom und die Deutsche Post nach dem Jahr Abstand davon genommen haben.

Das Ergebnis war, dass insbesondere die Chancen von Frauen und Migranten sich durch das Verfahren erheblich verbessert hatten. Kritik gab es vor allem daran, dass es keine Vergleichsgruppe gegeben hätte und dem ganzen Abschlussbericht konkrete Daten und Zahlen fehlen.

Noch einmal über die Golden Gate Bridge gehen? Hast du Lust mich dabei zu begleiten?

Danke an (cc) by Fabian Camenzind

Danke an (cc) by Fabian Camenzind

Einige bezeichnen San Francisco als die schönste Stadt der Welt. Mein Herz konnte diese Stadt bei meinem zweiwöchigen Aufenthalt im Mai ebenfalls erobern, auch wenn ich sie nur als Tourist wahrgenommen habe. Mittlerweile ist mein Besuch etwa drei Monate her und meine Gedanken wandern immer wieder zu ihr zurück.

Besonders einprägsam war für mich der Rundgang auf der Golden Gate Bridge (einmal hin und zurück macht für mich einen Rundgang aus ;)). Einprägsam war er für mich, da ich gar nicht so viel gesehen habe. Da ist man einmal um die Welt gereist und hat die Chance die Golden Gate Bridge zu besuchen, anstatt aber diese Aussicht zu genießen, beschließe ich mich bei meinem walk lieber die ganze Zeit zu unterhalten. Das lag daran, dass man unheimlich schnell mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommt. Später erzähle ich zu Hause: „In San Francisco hast du gar nicht die Möglichkeit, dich nicht zu unterhalten.“ Schon kurz bevor ich die Brücke betreten konnte, hatte meine Ricoh Theta mal wieder einen Flirt mit den technologieaufgeschlossenen und aufmerksamen Menschen um mich herum angefangen. Und wer durfte es ausbaden? Ich! Also erklärte ich die Funktionsweise der Ricoh Theta und wie leicht man damit 360° Bilder umsetzen kann.

Aus diesem Grund, habe ich mich heute über einen erneuten virtuellen Besuch gefreut. Mithilfe von 360° Bildern, die ich zu einer kurzen Tour zusammengefügt habe, bin ich den Weg von damals nachgegangen. Das typische Wetter und der Wind haben dabei leider gefehlt. Oft habe ich andere sagen hören: „San Francisco can be a cold city because of the winds and the fog, especially near the water.“ Mark Twain soll sich ebenso dazu geäußert haben: „The coldest winter I ever  (Quelle unbekannt). Ich gebe zu, ich habe die viel gepriesene kalifornische Wärme während meinen Aufenthaltes vermissst. Dennoch ist San Francisco beeindruckend.

In fünf 360° Bildern nehme ich euch mit auf den Spaziergang über die Golden Gate Bridge. In five 360 Degree Pictures we walk together cross the Golden Gate Bridge. Please click here on the screen:

Please click on the Screenshot to start our virtuel tour cross the Golden Gate Bridge.

Please click on the Screenshot to start our virtuel tour cross the Golden Gate Bridge.

On the first slide:

We start on the San Francisco side of the Golden Gate Bridge at the south vista point; it’s about 2 mile walk (40 min). Can you discover frome here:

  1. the skyline of San Francisco and
  2. Alcatraz?

Look around you!


On the second slide, you’ll find (click on the spheres):

  1. Intro-YouTube Video
  2. other exciting people visited this famous bridge
    1. Unge (YouTuber)
    2. stormtroopers

On the third slide: beautiful view


 

On the fourth slide:

„People from San Francisco are very interested in new technology, friendly and sociable. By entering the bridge, he accompanied me . Look at yourself from slide 2.“
 

Abenteuer Leben: Japanese Tea Garden in San Francisco

click here to start the holobuilder show

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Mein Leben ist seit einigen Jahren scheinbar unvorhersehbar geworden. Konkrete Pläne werden regelmäßig überworfen und neu angepasst, da das Leben scheinbar gerne mit meinen Erwartungen spielt.

Anderen scheint es ähnlich zu gehen, so beobachte ich beispielsweise mit viel Neugier, Interesse und vielen guten Wünschen, Mostafa Akbari, CEO von bitstars, der vor drei Monaten tatsächlich den Sprung ins Silicon Valley gewagt und dort wohl noch weitere Monate verweilen wird. Gespannt beobachte ich diesen Weg und durfte ihn vor ein paar Wochen sogar in San Francisco besuchen. Auch mit dem Produkt von bitstars, dem holobuilder experimentiere ich immer wieder. Beeindruckend, wie schnell er sich innerhalb der letzten drei Monate weiter entwickelt hat. Ich habe fast den Eindruck, dass sich der schnelle und kreative Austausch, für den das Silicon Valley berühmt ist, Spuren im holobuilder hinterlassen hat.

Diesmal versuche ich den holobuilder für private Erinnerung einzusetzen. Auf der ersten Ebene findet ein Rundgang durch den Japanese Tea Garden in SF statt, so wie ihn jeder Besucher erleben kann. Auf einer zweiten Ebene auf die man durch Klicks auf 3D Objekte gelangt, wurden in der virtuellen Tour private Erinnerungen/Fotos hinterlegt. Vielleicht eignet sich der holobuilder mit dieser Art des Rundgangs im Tourismusbereich, um Orte mit persönlichen Geschichten zu verbinden?

Allerdings ist es noch etwas knifflig, die eigenen privaten Fotos (vielleicht auch Geschichten, Geräusche durch Audiofiles?) auf der zweiten Ebene im holobuilder zu integrieren. Erst durch einen Kunstgriff über eine Verlinkung in meinen öffentlichen Dropbox-Ordner gelang es mir die Fotos in den Rundgang zu integrieren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

P.S. Wie macht man holobuilder eigentlich diese tollen Foto-3D Kugeln?