Der Anker im Kopf – Sketchnotes

Das EduCamp wird von einer intrinsisch motivierten und eigenständigen Community getragen, welche sich mit Bildungsthemen im jeweils aktuellen gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzt.

Auf dem vor wenigen Tagen stattgefundenem EduCamp in Ilmenau habe ich unter anderem die Session über Sketchnotes besucht. Hierbei kann es sich um Notizen oder Mitschriften, einer Veranstaltung oder eigener Ideen handeln. Die Besonderheit von Sketchnotes liegt in der Visualisierung. Ralf Appelt, der Sketchnotes vorstellt, redet gar von einem Anker. Über einfache Symbole lassen sich oftmals komplexe Strukturen und Prozesse erklären. Eine Hierarchisierung der Inhalte wird durch die Art der Visualisierung bestimmt. Mit Sketchnotes können Inhalte verständlicher werden und prägen sich beim Gestalter viel leichter ein, als herkömmliche Mitschriften.
Das folgende Video soll ein wenig in diese Technik einführen:

Bei Sketchnotes handelt es sich um eine mnemotechnische Technik, also eine Technik mit derer Hilfe wir uns leichter an etwas erinnern können. Eine Kombination aus Strukturen, Texten und Bildern ergibt die optimale Sketchnote und trägt dazu bei, sich zu einem späteren Zeitpunkt, viel besser an den Inhalt erinnern zu können.

Sketchnote zum Thema Podcasting auf dem #ecil12 (cc by Ralfa)

 

 

 

 

 

 

Die Vorteile der Visualisierung in Form von Sketchnotes liegen für mich in:

  • im Gegensatz zu Texten sind Sketchnotes nur selten linear strukturiert
  • unterstützen die Entwicklung neuer Ideen und Inhalte
  • eigenes Wissen kann in der Visualisierung mit dem Gehörten leichter verknüpft werden
  • wenn eine Veranstaltung doch mal wieder langweilig werden sollte, dann kann ich mich über Sketchnotes dennoch aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und somit Interesse signalisieren. Meine Aufmerksamkeit schweift nicht offensichtlich vom Vortragenden ab, sondern ich vertiefe mich durch verstärkte Visualisierungsbemühungen (wegen Langeweile) dennoch in dem Thema.
  • Sketchnotes können mittels moderner Medien, wie Tablets leicht umgesetzt werden, so dass die Verwendung von Tablets währen einer Besprechung / Workshop / Seminar nicht so ganz befremdlich beim Gegenüber ankommt und sogar deren Interesse geweckt werden kann.
  • Sketchnotes können über Papier oder Tablets umgesetzt werden.

Herausforderungen von Sketchnotes liegen für mich in:

  • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“: Wer mit zu perfektionistischen Ansprüchen an seine Sketchnotes geht, wird wohl gerade in der Anfangszeit sehr entmutigt. Wie bei einer Schrift müssen auch bei Sketchnotes erst gewisse Symbole und Zeichnungen erlernt werden. Eine eigene Handschrift muss ebenso eingeübt werden. Dafür bedarf es Geduld und die Gelassenheit, dass eigene Mit- und Aufzeichnungen nicht den Ansprüchen eines Meisterwerkes genügen müssen.
      • Wer sich über eigene Zeichnungen gar nicht an Sketchnotes herantraut, diese aber gern ausprobieren möchte, findet unter dem Verlag Neuland Aufkleber und Ähnliches, die einen bei der Erstellung unterstützen.
      • Eine Einleitung und Tutorials lassen sich zudem auf folgender Seite finden: http://www.sketchofrenzy.com/ In einfachen Schritten werden die wichtigsten Elemente zusammenfasst und geübt.
  • Um Sketchnotes anschaulich zu gestalten, sollte man sich vielleicht wieder das Mittragen einer Federtasche angewöhnen, die mit verschiedenen Dicken und Farben von Stiften gefüllt ist. Ein einfacher Kuli reicht für eine Sketchnote zwar auch aus, ist aber gerade für mich als Anfänger weniger attraktiv und die Sketchnote am Ende auch nicht immer verständlich. Ein linienfreies Zeichenbuch ist ebenfalls unterstützend.
  • Anstatt dem Vortragenden weiter zuzuhören, schweifen meine Gedanken ab. Still und leise frage ich mich, wie kann ich wohl genau diesen gerade besprochenen Prozess visualisieren? … und schwupps ist meine Aufmerksamkeit dahin

Weitere Sketchnote-Beispiele können im Flickr-Stream gefunden werden.

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EduCamp – vom Aufspüren der Brüche

Stimmungsbild:

Im strahlenden Sonnenschein, jedoch fernab gut zugänglicher Infrastruktur (damit sich, wer sich auf den Campus verirren sollte, nicht so leicht davon laufen konnte ;)) wurde dieses Jahr das 10. EduCamp in seiner Geburtsstadt Ilmenau ausgetragen. Das Motto hieß „back to the roots – into the learning future!“ und ich fand diesen Ansatz der Dreiteilung „gründen.lernen.wissen“ sehr interessant und ambitioniert (bei Twitter zu finden unter: #glw12 / Webpräsenz).

  1.      Im VC-Campus trafen Investoren und Gründer zusammen,
  2.      bei dem EduCamp handelt es sich um eine Mitmachkonferenz zum Thema Bildung (barcamp) und 
  3. das Yerk ist ein Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler im Bereich Entrepreneurship.
Dieser Rollenwechsel / -tausch war für mich an diesen Tagen symptomatisch. Mit einer der letzten Sessions des EduCamps in Köln (auf Twitter zu finden unter: #ecco12) begann quasi meine Reise zu dem EduCamp in Ilmenau (auf Twitter zu finden unter: #ecil12). In dieser Session auf dem #ecco12 diskutierten die Teilgebenden über „Identität 2.0“ (Dokumentation im Piratenpad) So war ich unterwegs als:
  1.       Gründerin: geosurfen
  2.      „Alt“ – EduCamperin
  3.      Vereinsmitglied des EduCamp e.V.
  4.      Mitarbeiterin des Landesfilmdienst Sachsen e.V.
  5.      habe die Betreuung so gut es ging, von zwei Erstbesuchern übernommen
  6.      und wer weiß, was noch für Rollen ….
Es war nicht immer leicht, zwischen diesen Rollen zu wechseln. Als „Alt“ Educamperin und Vereinsmitglied wollte ich beispielsweise die Begeisterung und Leichtigkeit eines barcamps bei den „Erstis“ vermitteln. Manchmal gelang mir genau das jedoch nicht, da ich mich selbst in Diskussionen befand, die von EduCampern, welche bereits tief in einen Diskurs zur Ausgestaltung eines barcamps vorgedrungen waren, geführt wurden. Dann musste ich auch gegenüber den „Erstis“ die wahrgenommen, scheinbar aggressiven und auf jeden Fall emotionalen Stimmungen auf der Twitterwall erklären oder zurecht rücken.

Lutz Berger benannte diese auch von ihm eigens wahrgenommene Beobachtung, treffend als Brüche.

Vorbild an diesen Tagen für mich waren die Organisatoren und Helferlein des EduCamps in Ilmenau. Jederzeit reagierten sie auch Nachfragen freundlich und zeigten sich ansprechbereit. Auch für einen kleinen Plausch zwischendurch konnten sie immer wieder mal gewonnen werden.

Weiter geht es mit den Brüchen …

Was bedeutet es ein barcamp umzusetzen?

„Barcamps werden von Enthusiasten für Enthusiasten organisiert, die in einer offenen Umgebung lernen und Wissen weitergeben möchten. Es sind sehr intensive und anstrengende Veranstaltungen, alleine schon durch die Menge an Informationen die zu bewältigen ist.“ (franztoo – next generation anything: „Was ist eigentlich ein BarCamp„; 13.02.2007, by Franz Patzig,)

Die Teilnehmer strukturieren ein BarCamp mit ihren Inhalten und werden aufgrund dessen zu Teilgebern. Die Organisatoren eines BarCamps versuchen den Rahmen eines solchen Treffens zu gestalten. Gewöhnlich wurden die vergangenen EduCamps vorwiegend von Sponsoren unterstützt, das beinhaltet das zur Verfügung stellen von Räumen, Internetzugang, Mahlzeiten etc.

In diesem Zusammenhang finde ich die Regeln, die Guido in seinem Blog in die Diskussion gebracht hat, spannend:

  1. Reduziertes Drumherum. Es geht ja nur um mich und die Anderen. Komplexe Konzepte sind überflüssig. Dazu gehört auch die verwirrte Idee, das Format weiterentwickeln zu wollen. Ein Barcamp ist ein Barcamp. Die Regeln hat Felix (Link) noch einmal ins Gedächtnis gerufen.
  2. Keine thematischen Vorgaben. Die Vergabe eines Mottos bei einem Educamp ist überflüssig, es ist meist eh nicht mehr als eine leere Hülse, denn niemand will mehr einschränken, als es ein Educamp eh schon tut.
  3. Jeder Einzelne ist für das Gelingen der Veranstaltung zuständig. Meiner Meinung nach ist das Orgateam für Bereitstellung des Rahmens zuständig. Der Rahmen ist nichts anderes, als die Zeit und der Ort. Es hat sich eingebürgert mit Hilfe von Sponsoren auch noch Essen und Getränke bereit zu stellen. Das müßte aber nicht sein.
  4. Wer nicht da ist, kann auch nicht mitmachen. Klingt logisch, ist es aber nicht. Twitter, zunehmend auch Google Hangout, haben dazu geführt, das die f2f Veranstaltungen durchlässiger geworden sind und vorgaukeln, es gäbe einen Rahmen zur Partizipation von aussen. Den kann es aber nur für die Anwesenden geben, siehe Punkt 4. Tweets sind vor allem für die Teilnehmenden selbst relevant. Es sind Gesprächsanlässe.
  5. Wenn ich’s nicht mache, macht’s keiner. Wenn mir etwas nicht passt oder mir etwas fehlt, muss ich dafür sorgen, es zu ändern. Das Barcamp, und das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen des Formats, zwingt zur Übernahme der Verantwortung für den eigenen Lernprozess. Wer zu Hause vor Twitter sitzt, macht sich nur den Mund wässrig. Selbst wenn man Verantwortung für seinen Lernprozess übernehmen will, kann man das vor dem heimischen Bildschirm nur begrenzt tun, weil man auf die Hilfe der Anderen vor Ort angewiesen ist. Schnell wird da aus Beteiligung meckern.
  6. Nicht nur Antworten geben, sondern auch Fragen stellen. Wer also wissen will, wie ein Barcamp organisiert wird oder warum auf Veranstaltungen mehr gemeckert als gewertschätzt wird, kann auch dazu eine Session anbieten. Also weniger meckern und mehr fragen.
  7. Ergebnisse gibt es genauso wenig wie Lernziele. Der Konstruktivismus geht davon aus, dass nur dann gelernt wird, wenn es in die eigenen Konstrukte passt. Frei nach einer alten Heimwerkerregel möchte ich ergänzen: Und was nicht passt wird passend gemacht. Deshalb finde ich die Dokumentation in Etherpads auf einem Barcamp zwar gut, aber die anschließenden Blogbeiträge deutlich gehaltvoller. Sie erzählen von der Einpassung und weniger von gemeinsam getragenen Ergebnissen.
Allerdings warum sollte sich ein Format nicht innerhalb seiner Grenzen verändern dürfen? Warum und ab wann wird ein Format mit einigen Regeln, Verhaltenskodexen etc. belegt?

Regeln – und Verhaltenskodexe sind die Grundlage auf der sich soziale Kommunikation / Interaktion bewegen sollten. Die Regeln eines BarCamps wurden bereits 2007 von Franz Patzig vorgestellt und sind mittlerweile die Ausgangsbasis eines jeden BarCamps, egal, ob es sich dabei um ein thematisches oder allgemeines BarCamp handelt. Da sich Gesellschaft glücklicherweise mit der Zeit verändert, werden Diskussionanstösse zu Weiterentwicklungen der einstigen Regeln und Verhaltenskodexe angestoßen.

Dazu zähle ich auch das Format eines BarCamps. Vielleicht ist der Begriff der „Weiterentwicklung“ an dieser Stelle nicht der beste Begriff. Über Twitter werden mir gerade Tweet, wie von @thbernhard angezeigt:

„RT @hirnrinde Jedesmal, wenn jemand „BarCamp-Format“ und „weiterentwickeln“ in einem Satz sagt, stirbt irgendwo ein Kätzchen. #ecil12″

Die Frage ist dann tatsächlich, ob wir noch von einem BarCamp sprechen können oder dem einen anderen Namen geben müssen.

Tatsächlich werden in der Diskussion neue mögliche inhaltliche Ausgestaltungen formuliert.

  • Soll es Sponsoren geben? Wenn ja, wie ist deren Einfluss?
  • Kann ein BarCamp allein mit Spenden oder crowdfunding umgesetzt werden?
  • Sollen sich auf einem BarCamp nur Erwachsene bewegen dürfen (wegen der medialen Dokumentation)?
  • etc…
Als Bsp.:

Unser Verständnis von Schule entspricht heute auch nicht mehr den Vorstellungen des 18. Jahrhunderts. Der Rahmen und die Inhalte haben sich über die Jahrhunderte geändert. Dennoch reden wir heute immer noch von Schule. Zu viele unnötige Begrifflichkeiten können vielleicht besser auf den Inhalt und den Veränderungsprozess des Begriffs verweisen, aber auch unnötig vom eigentlichen Inhalt ablenken. Unser Vorstellung einer Schule im 21. Jh. ist auch dem dargestellten Bild des 18. Jh. längst gewichen.

Vielleicht hat auch jeder ein anderes Verständnis von einem BarCamp und auch das finde ich zulassungswürdig und total spannend, denn nur dadurch entstehen Experimente und Veränderungen, bzw. Anpassungen an aktuelle Bedürfnisse.

Ein Austausch, wie ich ihn mir wünsche ist von respektvollem Umgang und einer aktiven Wahrnehmung anderer Emotions- und Bedürfnislagen gekennzeichnet. Vielleicht ist das barcamp-Format mittlerweile schon so etabliert in einigen Kreisen, dass sich auch hier verschiedene Gruppen heraus kristallisieren, wie bspw. die Traditionalisten. Einige andere versuchen radikaler zu werden und das Konzept mit seinen Grundwerten zu verstärken, wie bspw. Birgit Rydlewski  in ihrem Blog die Gedanken um ein freies Format verstärkt herausbilden will: „Educamp. Und weiter?

Meines Erachtens ist es wichtig, dass die verschiedenen Bedürfnisse weiterhin miteinander im Gespräch bleiben, die Leistungen des Gegenüber anerkennen und den Diskurs aktiv suchen.

Ich selbst war in einer meiner vielen fluiden Teilidentitäten (Giddens, 2002) als Gründerin von geosurfen unterwegs und hatte mir bis dahin gedacht, in naher Zukunft etwas an die Community zurückzugeben, in denen ich mithelfe, dass so ein EduCamp umgesetzt werden kann. Immerhin hat mich die Community bisher schon mehrere Jahre „ertragen“ ;). Weiterhin finde ich den Gedanken spannend, einen Teil unseres Adventures dem Bildungsbereich kostenlos zukommen zu lassen, um Lernstoff spielerisch und informell vermitteln zu können. In Gesprächen mit dieser Zielgruppe auf dem EduCamp hätte ich speziell nach deren Bedürfnissen gefragt und diskutiert. Allerdings wäre wohl einer der Effekte, dass das Adventure über den Unterricht hinaus angewendet werden könnte und die Schüler_innen früher oder später zu Kunden werden. Mit der Diskussion im Hintergrund, dass sich geosurfen an der EduCamp Community bereichern will, halte ich diese Idee nicht mehr für sinnvoll. Allerdings finde ich aus der Medienbildungs-Perspektive diese Chance sehr reizvoll ….

Weiterhin schrecken wir mit destruktiven Diskussionen tatsächlich bereitwillige Spender_innen ab.

Learning networks – online und offline

In dieser Session dient die Neuronenmetapher als Grundlage. Die Kernaussage der Neuronenmetapher geht davon aus, dass wir gemeinsam Probleme lösen können. Das Grundgerüst gemeinsamer Problemlösung beschreibt Jean-Pol Martin in seinem Blog als eine Architektur der anwesenden Gehirne. „Insofern können wir, wenn ein Problem gelöst werden soll, eine Gruppe als Gehirn strukturieren und zur fruchtbaren Interaktion müssen die einzelnen Menschen sich dann wie Neuronen verhalten.“
In dem „Erich Hammer Bericht“ auf Christan Spannagels Blog wird sehr deutlich, dass die Gesamtheit einer Klasse durchaus in der Lage ist von selbst bestimmte Fehler zu erkennen und gemeinsam zu korrigieren, bzw. der anwesende Lehrer die Klasse auf den entsprechenden Weg lenken kann.
Peter Nieschmidt (siehe mein Blogeintrag vom 17.03.2009: Unterschiedliche Formen der Sozialisationserfahrungen während der Kindheit: Ausschaltungskonkurrenz – Entfaltungskonkurrenz) weist als einer von vielen Lehrenden darauf hin, dass Fehler in einem Lehrprozess sogar erwünscht sein können. Falsches darf gesagt werden! Die bisherige Fehlerkultur, also der Umgang mit Fehlern, löst bei Kindern und Jugendlichen Versagensängste und somit Blockaden aus. Um sich dieser Blöße nicht freizugeben, lernen Kinder sehr früh lieber nichts zu tun, als sich dem Risiko einer Niederlage auszusetzen. Dabei wiesen schon Albert Schweizer mit Aussagen, wie „Unsere Fehler sind lehrreicher als unsere Erfolge“ und James Joyce mit „Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen.“ auf den Mehrwert von Fehlern hin. Interessant finde ich dazu den Einsatz eines Klassenblogs „Elefantenklasse.de“, da in diesem Blog sogar der Schritt an die Öffentlichkeit außerhalb der eigenen geschützten Gruppe gewagt wird.

Soziale Netzwerke helfen zu lernen. Dabei spielt die soziale Motivation eine herausragende Rolle. Durch soziale Eingebundenheit in Form von Rückmeldungen und Austausch fühlt sich der Einzelne aufgehoben und fängt an sich ‚Dinge’ zu wagen, die er sich sonst nicht selbst zugetraut hätte. Durch die Erfahrung eines sozialen Rückhaltes wird er aufgefangen.

Hierbei handelt es sich um einen Prozess gemeinsamer Wissensgenerierung. Das einzelne NEURON (Individuum) bringt seine individuellen Erfahrungen und sein Wissen in die Gruppe durch Kommunikationskompetenz und Partizipationskompetenz ein. Individuelles Wissen wird somit für andere verfügbar und diese werden wiederum angeregt, ihr Wissen ebenso dem Gehirn (Gruppe) beizusteuern. Die Gruppe einigt sich daraufhin in einem gemeinsamen Diskurs auf grundlegende Begrifflichkeiten, Vorgehensweisen und Ziele (kollaborative Wissensgenerierung). Kollektives Wissen entsteht in einem kollaborativen Prozess und Vernetzung. Der Anteil kollaborativer und kollektiver Merkmale setzt sich in jeder Wissenskonstruktion unterschiedlich zusammen. Ein Phänomen, das während dieses kollaborativen Prozesses der Erzeugung von Wissen auftritt kann, ist die Emergenz. Kollektives Wissen zeichnet sich dadurch aus, dass es sich durch erfolgreiche Anwendung bewährt hat. Dann kann es von anderen Gruppen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, aufgegriffen und an deren spezifische Situation angepasst werden. Kollektives Wissen wird hierbei als Zustand verstanden, während kollaboratives Wissen stets einen Prozess des Wissenserwerbes beschreibt. (Quelle Neuron Wiki, )

Weiterführende Links:

Interne Verlinkung:

Micro – Learning

Auffällig auf BarCamps ist die immer wieder anzutreffende Twitterwall. Der Einsatz von Twitter befindet sich noch im experimentellen Status. Oftmals schimmert diese Twitterwand hinter dem Referenten, der mit krampfhaften Bewegungen ab und zu einen Blick auf diese Wand zu werfen versucht, um ein paar Rückkoppelungen zu seinem aktuellen Auftritt vor Ort zu erhaschen. Der Umgang mit einer Twitterwall an öffentlichen Orten erscheint noch krampfhaft und ungeübt. Nur wenige haben bereits erfolgreiche Konzepte entworfen, Twitter in größeren Gruppen einzubinden.
Ein Vorteil, der sich aus dem Einsatz von Twitter ergeben kann, ist dass Andere nicht vor Ort Anwesende, die aber den Mitschnitt verfolgen können, sich mit ihren eigenen Gedanken in die aktuelle Auseinandersetzung einbringen. Die Twitterwall, eingesetzt auf Podiumsdiskussionen oder anderen Vorträgen, bzw. Konferenzformaten, versucht die Trennungslinie zwischen den Zuhörern und den Rednern, den Anwesenden und den nicht vor Ort Anwesenden zu durchbrechen. Der Content ist zugegebenermaßen gering und auf wenige Zeichen begrenzt. Daher können nur Impulse versendet werden und haben die Chance hier und da anzudocken. Vielleicht wäre eine Idee, einen speziellen Moderator für die Twitterwand einzusetzen, der in der Lage ist, Impulse aufzugreifen und vor Ort einzubringen. Der Sprecher muss sich dann nicht einer zusätzlichen Anforderung von Verrenkungen stellen, sondern kann den Austausch vor Ort fokussieren. Diese Idee haben wir zusammen auf dem educamp 2009 in Ilmenau besprochen.

Andere mögliche Einsatzgebiete von Twitter in größeren Gruppen kann im Bildungsbereich sein. Ralf Appelt greift hier und da in dem Blog „Love it or Change it“ verschiedene Ansätze von einem eventuellen sinnvollen Einsatz im Bildungsbereich auf. Allerdings verweist er auch auf die noch vorherrschende Ratlosigkeit im Einsatz von Twitter. Besonders stellt er die Aspekte, Vernetzung: „Den Aspekt der Vernetzung halte ich ebenfalls für interessant.“ und der Präsenz: „Interessant finde ich auf jeden Fall das Phänomen, dass sie und andere Wissenschaftler, Lehrer, Studenten über diese Kanäle auch über die Inhalte ihrer Arbeit berichten.“, hervor.

Weiterführende Links:

  • Blog: Love it or Change it: Microblogging im Bildungsbereich, Ralf Appelt, 09.02.2009
  • Slideshare: Using microblogging in education. Case study: Cirip.ro von Carmen Holotescu Politehnica University of Timisoara Director Timsoft Gabriela Grosseck West University of Timisoara Romania 6th Conference on eLearning Applications, Cairo January, 10-12, 2009

Eindrücke vom educamp2008

Am Wochenende fand in Ilmenau das educamp statt.

Link: sevenload.com

Vielen lieben Dank für die sehr intensive Zusammenkunft am Wochenende. Ich habe viele interessante und kreative Menschen kennen lernen dürfen und neue „Freunde“ gefunden 😉

Weitere Eindrücke sind folgendermaßen festgehalten:
Youtube unter dem Tag: educamp 2008;
Flickr – educamp2008
educamp Plattform Präsentationen

Blog:
Chrisp’s virtual comments
Über Partizipationskompetenz und Weblogs in der Lehre
Über Lernspiele und Personalmanager