Buch „DNAdigital – Wenn Kapuzenpullis auf Anzugträger treffen“ geht in den Druck

Das Buch „DNAdigital – Wenn Kapuzenpullis auf Anzugträger treffen“ geht in den Druck (nach einigen Überarbeitungen) 🙂 und erscheint damit, wie geplant rechtzeitig zur CEBIT . (online-Version)

Es ist erstaunlich, dass in kurzer Zeit ein solches Buch erscheinen konnte. Der Prozess der Entstehung ist geprägt von Open Innovation, Crowd Sourcing, Digitale Produktion, … von den Möglichkeiten die uns heute Dank des Webs zur Verfügung stehen.

Description

Wie aus Kopfschütteln positive Energie wurde. Oder Kapuzenpulli trifft Anzugträger – wie das CIO-Magazin über unsere Initiative DNAdigital titelte.
Das Ziel ist anspruchsvoll. Wie schafft man einen konstruktiven Dialog zwischen der Generation Internet und Top-Managern der deutschen Wirtschaft?
Und was kommt dabei heraus?
In diesem Buch wurden die meisten Artikel im Dialog zwischen diesen beiden Gruppen geschrieben. Beteiligt sind die Avantgarde der Internetgeneration sowie Vorstände und Top-Manager von Unternehmen wie Alcatel-
Lucent, Best Buy, Cisco, Deutsche Telekom, IDS Scheer und Vordenker wie John Seely Brown, John Hagel III, Dirigent Itay Talgam, dieHarvardprofessoren Urs Gasser und David Weinberger, Don Tapscott, Gartner-Analystenchef
Peter Sondergaard und Netzwerk-Guru Peter Kruse.
Dabei trifft inhaltliche Erfahrung auf das technisches Know-how der vernetzten Generation und beschäftigt sich mit Themen des Enterprise 2.0: der Arbeitswelt der Zukunft, kundengetriebene Produktentwicklung, Führung
basierend auf Kompetenzen sowie Fragen der Unternehmenskultur.
Eines verbindet alle Beiträge: Es geht um unsere Zukunft!

Es war mir eine große Freude, meinen Artikel „20 h Begegnung – Aus dem Tagebuch eines Digital Natives“ zu schreiben. Da ich mich viel mit wissenschaftlichen Texten auseinandersetze, bin ich es gewohnt, dass diese Texte bestimmten, eben wissenschaftlichen Kritertien entsprechen. In diesem Artikel hatte ich die Gelegenheit meiner Kreativität nachzugehen und einen eher litarischen Artikel zu schreiben, der den Leser lediglich in die Atmosphäre des Buches hineingeleiten soll. Diese Aufgabe erfüllt andere Kriterien. Die Wortwahl darf mehrdeutig sein und die Stimmung unter anderem atmosphärisch beschrieben werden. In der Wissenschaft sollten Modalitäten, wie Klarheit, Eindeutigkeit und strukturiertes Schreiben den Artikel bestimmen.

Weiterführende Links:

Umair Haque, der ein Harvard-Blog als discussion leader schreibt und „new DNA“ zu seinem Schlüsselbegriff gemacht hat:

That’s the third, simplest, and most fundamental step in building next-generation businesses: understanding that next-generation businesses are built on new DNA, or new ways to organize and manage economic activities.

– Plattform “DNA-Digital”

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Überarbeitete Fassung von „20 h Begegnung“

Der Unterschied zur ersten Version besteht darin, das ich in der überarbeiteten Fassung versucht habe, die verschwimmende Grenze zwischen den Feldern: Privat – Beruf, zu integrieren.

20 h Begegnung

Schüchtern drangen warme Sonnenstrahlen bis zu Patrick vor und wärmten ihm seit vielen winterlichen Tagen zum ersten Mal wieder das Gesicht. Patrick stand an der Kai im Hafen von Kiel und schloss die Augen, um den zaghaften Tanz der Wärme auf seinem Gesicht intensiver wahrzunehmen.

Nur wenige Meter von ihm entfernt, stand ein Mann im gleichen Alter, der ebenfalls auf die ankommende Fähre wartete, die ihn nach Oslo bringen sollte. Er war soeben aus dem Bus ausgestiegen. Wäre er aus dem nachfolgenden Bus ausgestiegen, hätte er die Fähre verpasst. Abgekämpft sah er aus, dennoch spiegelte sich ein tiefes rätselhaftes Lächeln in seinen Augen wieder. Ob er, der seit seiner Ankunft unentwegt auf seinem Handy herumtippte, auch nach Norwegen wollte? Patrick hatte wenig Lust diesen Fremden danach zu fragen. 20 Stunden Fahrzeit würde die Fähre nach dem Prospekt für diese Reise benötigen, die Patrick als Sonderangebot an dem schwarzen Brett seiner Uni entdeckt hatte. Er sollte in den nächsten Tagen sein Praktikum in Oslo beginnen. Alle Flüge waren ausgebucht, so dass ihm nur noch die Fähre als Transport zur Verfügung gestanden hatte. Um Geld zu sparen, ließ er sich auf einen Kompromiss ein, mit einem Fremden eine Kabine zu teilen. Er hoffte, dass wenige Passagiere an Bord sein werden, um seine Kabine nicht teilen zu müssen. Vom Fernseher hatte er gelernt, dass Unbekannte, sich schnell als gefährlich oder nervend entpuppten. Einen vorsichtigen Blick warf er dem neben ihm stehenden Mann entgegen, der gerade lachte und daraufhin sein Handy wegsteckte.

Beide Blicke trafen sich. Während Patrick hastig zu den sich wellenwiegenden Möwen herübersah, lächelte ihn der Unbekannte an und kam bedrohlich nahe auf ihn zu. Mit den Worten: „Ich bin Chris“ stellte er sich unverblümt und mit warmer Stimme vor. Patrick lächelte ihm qualvoll entgegen. Doch bevor er sich eine Antwort überlegen konnte, kam ihm der Fremde zuvor. „Ein wunderbarer Tag ist heute. Die Sonne beginnt langsam wieder unser Land zu wärmen. Und wir beide fahren nach Norwegen, um der Sonne zu entkommen.“ Chris lachte schelmisch. Patrick lächelte zaghaft mit. Er wunderte sich darüber, wie vertraut Chris mit Fremden sprach. Berührungsängste schien er nicht zu haben und gleichzeitig strahlte er eine kindlich Naivität und Neugier aus. „Meine Freunde haben gerade ein Foto erhalten, sie wissen jetzt um die Schönheit dieses Ortes zu dieser Tageszeit und freuen sich für mich mit.“ Unverständlich schaute Patrick Chris an. Wie konnte er in dieser kurzen Zeit mehrere Freunde informieren?

Chris hatte die unausgesprochene Frage in Patricks Gesicht erkannt. Mit unverhoffter Schnelligkeit öffnete er sein Handy. Patrick war überrascht, dass Chris keine Gedanken daran hegte, dass er vielleicht etwas „Geheimes“ lesen konnte. Er würde seinen Handyinhalt vielleicht seiner Freundin zeigen, sonst aber niemanden. Chris schienen diese Gedanken fremd zu sein. Noch mehr staunte er, dass Chris mittels seines Handys auf das Internet zugriff. Davon hatte Patrick schon etwas im Fernsehen gehört, selber hatte er es sich noch nicht daran gewagt. Eine Webseite kam zum Vorschein, in der sich viele Menschen über alles zu unterhalten schienen. Heilloses durcheinander sah Patrick, dem er nicht folgen konnte. Erst mit der Hilfe von Chris kam Struktur in das Chaos und jetzt sah er das Bild des Hafens und die Reaktionen darauf. Chris nannte die Kommentare zum Foto von anderen Menschen, die nicht vor Ort anwesend waren, liebevoll seine Follower.

Für einen Moment beneidete er Chris. Er schien niemals allein zu sein. Patrick hingegen war allein. Mit niemandem hatte er seine Gedanken ausgetauscht. Patrick bekam eine Ahnung davon, dass Teilen Mehrwert und Freude bedeuten konnte.

Nachdenklich ging er auf die ankommende Fähre, wo ihm mitgeteilt wurde, seine Kabine teilen zu müssen. Gerne hätte sich Patrick seinen Mitbewohner auf Zeit selber ausgesucht.

Im zugewiesenen Quartier begegnete er Chris wieder. Chris lachte laut auf und zückte sein Handy, während er Patrick überschwänglich begrüßte: „Wer immer kommt, er ist genau der Richtige!“ Wieder sah ihn Patrick irritiert an. Chris zeigte ihm seinen Eintrag. Nun wurde Patrick selbst von den Followern überschwänglich empfangen. Patrick fühlte sich dazugehörig und war stolz darauf. Im Anflug des Zutrauens fragte er Chris, ob er sich ebenfalls das Geld für ein einzelnes Quartier sparen wollte? Diesmal war Chris derjenige, der ihn verwundert ansah und in Patricks Magen schlich ein unwohles Gefühl. Er ärgerte sich über seine leichtsinnige Frage im Anflug einer Woge des Vertrauens. Chris schüttelte mit dem Kopf und berichtete ihm, dass es seiner Lebenshaltung entspricht, anderen zu begegnen und dass er bewusst nach Andockmöglichkeiten suche. Daraufhin verließ Chris mit einem Laptop die Kabine. Er murmelte noch etwas davon, dass er in der Kantine auf der Suche nach Kaffee und Strom etwas für einen seiner besten Kunden, der im Krankenhaus lag, erledigen wollte.

Patrick legte sich auf sein Bett und starrte an die Decke. Was konnte man auf einer Fähre Geschäftliches aufarbeiten? Die Kabine war ohne Fernseher, weswegen er ein Buch aus der Tasche zog, das er aber noch kurzer Zeit weglegte. Seine Gedanken kreisten um Chris und liebend gern hätte er sich mittels eines Fernsehers davon abgelenkt. Stattdessen zog er sein Handy hervor und beschäftigte sich die nächsten Minuten mit einem Spiel. Dann, auf einmal war das Signal weg. Sie mussten sich außerhalb des Funknetzes befinden und Patrick beschlich die neugierige Frage, ob sich sein Mitbewohner nun genauso allein und verlassen vorkam?

Er huschte aus der Kabine und fand Chris, wie er sich angeregt mit einem Fremden unterhielt. Chris Handy lag neben dem ausgeklappten Laptop und suchte ebenfalls nach einem Signal. Neugierig legte sich Patricks Blick auf den Bildschirm des Laptops. Sein Gesicht offenbarte den Anwesenden, dass Patrick mit dieser Entdeckung nicht gerechnet hatte. Auf dem Bildschirm war ein Versandservice abgebildet, der dem Besitzer des Laptops freundlich auf die Lieferzeiten hinwies. Das bestellte Buch konnte erst in drei Tagen an die gewünschte Adresse geliefert werden. Daneben war ein abgebrochener Chat zu erkennen. Einer der vielen Kontakte von Chris hatte sich bereit erklärt, das gewünschte Buch noch heute an die Adresse zu liefern. Als Dank würde Patrick an der Universität in Berlin in dessen Vorlesungsreihe einen Vortrag über mögliche soziale Interaktionen halten, die mit den neuen Anforderungen mobilen Internetzugangs einhergehen können. Patrick staunte und Chris ergriff das Wort. „Ich bin selbständig. Ich bin Autor, Werber, Berater, Gesellschaftsführer und führe ein paar andere ausgedachte Berufe aus. Einer meiner größten Auftraggeber hatte gestern Nachmittag einen Unfall, ganz in der Nähe von Kiel. Heute Morgen habe ich ihn besucht und ihm versprochen, zur Aufheiterung etwas vorbei zu senden. Das Buch fand ich passend.“ Patricks Zeigefinger wies auf den Bildschirm seines Laptops. „Es gibt einen humorvollen Blick auf aktuelle Entwicklungen wieder. Kann ich Dir empfehlen, Patrick, wenn Du Lust und Zeit hast Dich mit neuen technischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.“ Patricks Gesprächspartner hatte bis eben geschwiegen. Nachdem die letzte Silbe verklungen war, kicherte der Unbekannte vor sich hin, während er in seine Tasche griff und das eben beschriebene Buch auf den Tisch legte. Patrick kam gar nicht weiter dazu über die Frage nachzudenken, ob er dasselbe für seinen Chef getan hätte. Wahrscheinlich würde sein Chef dieses Geschenk als Eingriff in seinen persönlichen und privaten Raum empfinden. Der Unbekannte begann schon einige Passagen aus dem Buch vorzulesen. Nach nur wenigen Momenten war auch Patrick von der heiteren Stimmung seiner beiden neuen Wegbegleiter angesteckt. Zusammen lachten sie die nächsten Stunden über absurde Übertreibungen medialer Interaktionen. Dennoch begriff Patrick mit jeder Zeile mehr, welcher Welt des Artenreichtums und der Möglichkeiten er sich bisher aus Passivität und Uninformiertheit selbst entsagt hatte.


Als sie Chris und Patrick in Oslo ankamen, standen sie im Hafen und wussten nicht wohin. Die Umgebung wirkte fremdartig. Mitten in dieser Stille der Orientierung schallte Lachen zweier Personen an Patricks Ohr. Patrick drehte sich zu Chris um, der eine weitere Person herzlich grüßte. „Ich spiele für Euch Taxi und helfe Euch in dieser Stadt.“ Patrick war über diese Geste der Freundlichkeit überrascht. „Ich bin Follower von Chris und lese seinen Blog mit Begeisterung. Er würde mir ebenso in einer Situation der Hilfe beistehen.“ Leise fragte Patrick die Beiden, ob sie sich früher schon mal gegenüberstanden. „Nein, wir sehen uns heute zum ersten Mal.“

verwandte Blogartikel:

weiterführende Quellen:


Entwurf eines Artikels für das Buch „DNAdigital – Die Kunst aufeinander zuzugehen“

Danke für die Gelegenheit , mich einmal jenseits der wissenschaftlichen Sprache und dennoch mit diesem Hintergrund, spielerisch einen Artikel gestalten zu dürfen.

20 h Begegnung


Schüchtern drangen warme Sonnenstrahlen bis zu Patrick vor und wärmten ihm seit vielen winterlichen Tagen zum ersten Mal wieder das Gesicht. Patrick stand an der Reling im Hafen von Kiel und schloss die Augen, um den zaghaften Tanz der Wärme auf seinem Gesicht intensiver wahrzunehmen.

Nur wenige Meter von ihm entfernt, stand ein Mann im gleichen Alter, der ebenfalls auf die ankommende Fähre wartete, die ihn nach Oslo bringen sollte. Ob er, der unentwegt auf seinem Handy herumtippte, auch bis nach Norwegen wollte? Er hatte wenig Lust diesen Fremden danach zu fragen. 20 Stunden Fahrzeit würde die Fähre nach Prospekt für diese Reise benötigen, die Patrick als Sonderangebot an dem schwarzen Brett seiner Uni entdeckt hatte. Er sollte in den nächsten Tagen sein Praktikum in Oslo beginnen. Alle Flüge waren ausgebucht, so dass ihm nur noch die Fähre als Transport zur Verfügung gestanden hatte. Um Geld zu sparen, ließ er sich auf einen Kompromiss ein, mit einem Fremden eine Kabine zu teilen. Er hoffte, dass wenige Passagiere an Bord sein werden, um seine Kabine nicht teilen zu müssen. Vom Fernseher hatte er gelernt, dass Unbekannte, sich schnell als gefährlich oder nervend entpuppten. Einen vorsichtigen Blick warf er dem neben ihm stehenden Mann entgegen, der gerade lachte und daraufhin sein Handy wegsteckte.

Beide Blicke trafen sich. Während Patrick hastig zu den sich wellenwiegenden Möwen herübersah, lächelte ihn der Unbekannte an und kam bedrohlich nahe auf ihn zu. Mit den Worten: „Ich bin Chris“ stellte er sich unverblümt und mit warmer Stimme vor. Patrick lächelte ihm qualvoll entgegen. Doch bevor er sich eine Antwort überlegen konnte, kam ihm der Fremde zuvor. „Ein wunderbarer Tag ist heute. Die Sonne beginnt langsam wieder unser Land zu wärmen. Und wir beide fahren nach Norwegen, um der Sonne zu entkommen.“ Chris lachte schelmisch. Patrick lächelte zaghaft mit. Er wunderte sich darüber, wie vertraut Chris mit Fremden sprach. Berührungsängste schien er nicht zu haben und gleichzeitig strahlte er eine kindlich Naivität und Neugier aus. „Meine Freunde haben gerade ein Foto erhalten, sie wissen jetzt um die Schönheit dieses Ortes zu dieser Tageszeit und freuen sich für mich mit.“ Unverständlich schaute Patrick Chris an. Wie konnte er in dieser kurzen Zeit mehrere Freunde informieren?

Chris hatte die unausgesprochene Frage in Patricks Gesicht erkannt. Mit unverhoffter Schnelligkeit öffnete er sein Handy. Patrick war überrascht, dass Chris keine Gedanken daran hegte, dass er vielleicht etwas „Geheimes“ lesen konnte. Er würde seinen Handyinhalt vielleicht seiner Freundin zeigen, sonst aber niemanden. Chris schienen diese Gedanken fremd zu sein. Noch mehr staunte er, dass Chris mittels seines Handys auf das Internet zugriff. Davon hatte Patrick schon etwas im Fernsehen gehört, selber hatte er es sich noch nicht daran gewagt. Eine Webseite kam zum Vorschein, in der sich viele Menschen über alles zu unterhalten schienen. Heilloses durcheinander sah Patrick, dem er nicht folgen konnte. Erst mit der Hilfe von Chris kam Struktur in das Chaos und jetzt sah er das Bild des Hafens und die Reaktionen darauf. Chris nannte sie liebevoll seine Follower.

Für einen Moment beneidete er Chris. Er schien niemals allein zu sein. Patrick hingegen war allein. Mit niemandem hatte er seine Gedanken ausgetauscht. Patrick bekam eine Ahnung davon, dass Teilen Mehrwert und Freude bedeuten konnte.

Nachdenklich ging er auf die ankommende Fähre, wo ihm mitgeteilt wurde, seine Kabine teilen zu müssen. Gerne hätte sich Patrick seinen Mitbewohner auf Zeit selber ausgesucht.

Im zugewiesenen Quartier begegnete er Chris wieder. Chris lachte laut auf und zückte sein Handy, während er Patrick überschwänglich begrüßte: „Wer immer kommt, er ist genau der Richtige!“ Wieder sah ihn Patrick irritiert an. Chris zeigte ihm seinen Eintrag. Nun wurde Patrick selbst von den Followern überschwänglich empfangen. Patrick fühlte sich dazugehörig und war stolz darauf. Im Anflug des Zutrauens fragte er Chris, ob er sich ebenfalls das Geld für ein einzelnes Quartier sparen wollte? Diesmal war Chris derjenige, der ihn verwundert ansah und in Patricks Magen schlich ein unwohles Gefühl. Er ärgerte sich über seine leichtsinnige Frage im Anflug einer Woge des Vertrauens. Chris schüttelte mit dem Kopf und berichtete ihm, dass es seiner Lebenshaltung entspricht, anderen zu begegnen und dass er bewusst nach Andockmöglichkeiten suche. Daraufhin verließ Chris mit einem Laptop die Kabine. Er murmelte noch etwas davon, dass er in der Kantine auf der Suche nach Kaffee und Strom etwas arbeiten wollte.

Patrick legte sich auf sein Bett und starrte an die Decke. Die Kabine war ohne Fernseher, weswegen er ein Buch aus der Tasche zog, das er aber noch kurzer Zeit weglegte. Seine Gedanken kreisten um Chris und liebend gern hätte er sich mittels eines Fernsehers davon abgelenkt. Stattdessen zog er sein Handy hervor und beschäftigte sich die nächsten Minuten mit einem Spiel. Dann, auf einmal war das Signal weg. Sie mussten sich außerhalb des Funknetzes befinden und Patrick beschlich die neugierige Frage, ob sich sein Mitbewohner nun genauso allein und verlassen vorkam?

Er huschte aus der Kabine und fand Chris, wie er sich angeregt mit einem Fremden unterhielt.

Als sie beide in Oslo ankamen, standen sie im Hafen und wussten nicht wohin. Die Umgebung wirkte fremdartig. Mitten in dieser Stille der Orientierung schallte Lachen zweier Personen an Patricks Ohr. Patrick drehte sich zu Chris um, der eine weitere Person herzlich grüßte. „Ich spiele für Euch Taxi und helfe Euch in dieser Stadt.“ Patrick war über diese Geste der Freundlichkeit überrascht. „Ich bin Follower von Chris und lese seinen Blog mit Begeisterung. Er würde mir ebenso in einer Situation der Hilfe beistehen.“ Leise fragte Patrick die Beiden, ob sie sich früher schon mal gegenüberstanden. „Nein, wir sehen uns heute zum ersten Mal.“

  • Das Erscheinungsdatum des Buches „DNAdigital – Die Kunst aufeinander zuzugehen“ ist die CEBIT 2009.

verwandte Blogartikel:

weiterführende Quellen:

IT: Einladung mit der Möglichkeit auf gleicher Augenhöhe miteinander zu kommunizieren

Viele Meldungen über den IT-Gipfel gingen in den letzten Stunden und Tagen über die verschiedensten Kanäle. Interessiert habe ich diese und andere Botschaften mit meinen Erinnerungen abgeglichen und war fasziniert, wie einzelne Meldungen zusammengefasst, verpackt, bzw. adressiert wurden.

Eingeladen wurden wir in der Rolle des Digital natives, die in der Gruppe der DNAdigital die Chance hatte, mit Unternehmensführern, sich über die Arbeitsorganisation auszutauschen. Aus unternehmerischer Perspektive wurde deutlich signalisiert, dass sie daran interessiert sind, mit welchen Selbstverständnissen und Vorstellungen neue Mitarbeiter zukünftig in Firmen arbeiten wollen. Die neuen und vielfältigen Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten des Webs verändern die Vorstellungen von Arbeit.

Aufregend war die Erfahrung rund um und auf dem IT-Gipfel sein zu dürfen. Aufregend, weil viele „Top-Entscheider“ den Dialog mit uns nicht gescheut haben. Neugierige Blicke und die Erkenntnis, dass sich die Kommunikationsstrukturen in Unternehmen zukünftig gewaltig ändern werden und auch müssen, ebneten den Weg zu einem gemeinsamen Gespräch. Die ersten Einschüchterungen, die (noch; leise Hoffnung meinerseits) Bestandteil des flexiblen Kapitalismus (nach R. Sennett) sind, waren mit ihrer Hilfe schnell überwunden.

Auf der Vorabendveranstaltung suchte beispielsweise René Obermann das Gespräch mit jedem Einzelnen von uns. Als Gastgeber nahm er sich den Interessen des Einzelnen an und begleitete ihn für einen kurzen Augenblick mit in seine Welt der Telekom. Der Auftritt auf der Bühne hingegen ging hingegen leider etwas unter.

Am nächsten Tag auf dem eigentlichen IT-Gipfel konnten neue Gespräche initiiert werden. Einige suchten gezielt unseren Stand auf, andere nutzten die Chance im Forum mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir wurden ermuntert weiter zu machen, motiviert angebotene Kontakte als Unterstützung zu nutzen, eingeladen, etc… Genügend Gesprächsbedarf ist auf beiden Seiten vorhanden, ebenso der Wille gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten.

empfang1

Mathias Holzmann und Willms Buhse weisen unter anderem darauf hin, dass wir unsere Position nun bestätigen müssen, anhand konkreter Projekte.

Die Kommunikation und Interaktion im Web verläuft dezentral, auch wenn hier und dort notwendige hierarchische Formen aufgefunden werden können. Die Organisation und den „Mehrwert“ (unter anderem in der Bildung) eines solchen Austausches wird längst erkannt und dennoch nur ansatzweise umgesetzt. Pilotprojekte sind durchaus vorzufinden (siehe PH Ludwigsburg: Die Maschendraht-Community (1) / (2). Zahlreiche Projekte und Umsetzungen ähnlichen Ansatzes existieren bereits im Bildungsbereich, dennoch bilden Projekte dieser Art im Vergleich zur Bevölkerung Deutschlands noch immer die Ausnahme. Es fehlt an Medienbildung im Allgemeinen und Medienkompetenz im Speziellen. Die zahlreichen Werkzeuge, die für eine sinnvolle Verzahnung der bisher getrennter Welten notwendig sind, da sie sich nun gegenseitig bedingen, müssen in Bildung und Wirtschaft verstanden und umgesetzt, bzw. weiterentwickelt werden.

Wir haben die Chance dazu und werden bei diesem anspruchsvollen Vorhaben unterstützt.

weiterführende Verweise:

Gipfelblog

Interview: Dr. Willms Buhse und Sören Stamer


DNAdigital: öffnet den Raum zwischen Wirtschaft und den Digital Natives

Was erwartet der Einzelne, wenn Raum für ein Zusammentreffen beider Gruppen, Wirtschaft und den Digital Natives, geöffnet wird? Versucht die Wirtschaft den jungen Menschen mit seinen Ideen und der Lebensweise, die so sehr dem Ideal des Web 2.0 entspricht, zu verstehen?

Web 2.0 ist die Lebenseinstellung junger vagabundierender und andockender Digital Natives. Was das bedeutet haben Wirtschaftler auf der DNAdigital selbst erfahren. Im Open Space Format sucht der Anwesende seine Andockstelle zu einem Thema oder stellt selbst einen Hafen der Begegnung bereit. „Digital Natives, so haben wir definiert, existieren nicht in der Einzahl“, wird in der Abschlussrunde bekannt gegeben. Jean-Pol Martin bezeichnet dies als neuronales Verhalten. Impulse werden abgefeuert und von anderen bei Interesse aufgegriffen.

Die Internet-Community und ihre Trends entwickeln sich in atemberaubender Geschwindigkeit weiter, wobei die Technologie das Kommunikationsverhalten ihrer Nutzer verändert. Diese Trends versucht die Wirtschaft in einem ersten Ansatz zu verstehen und in weiteren Ansätzen vielleicht aufzugreifen. Aus diesem Grund wird der Dialog beider Gruppen miteinander gesucht. In vielen Punkten wurden gestern verschiedene Ansichten ausgetauscht und ein erstes Verständnis füreinander gepflanzt.

Das Interesse scheint da zu sein, da sich der entstandene Raum mit Neuronen gefüllt hat. Neugierig auf diese Erfahrung ließ sich die Wirtschaft von den Digital Natives mitreißen. In Gesprächen haben sich beide Seiten angenähert. Was kann E-Commerce 2.0 seinen Mitarbeitern von dem neuen Lebensgefühl erzählen? Sind sie fasziniert von der Aufbruchstimmung, der unendlich scheinenden Dynamik dieses losen Netzwerkes vagabundierender Neuronen, die überall nach einem Hafen suchen? Wie kann ich meine Produkte nach dieser Gruppe ausrichten? Wie müssen sie gestaltet sein, damit sie von dieser Kundengruppe mit Begeisterung aufgenommen werden? Viel mehr ist sie aber von dieser Dynamik ergriffen, die sich Sozializing nennt. Verordnen können sie dies ihren Mitarbeitern, den Flächenbrand, der die Digital Natives auszeichnet, bleibt jedoch aus. Der Grund ist einfach und liegt auf der Hand: alte Firmenstrukturen, die wenig Vertrauen in lose und vagabundierende Netzwerke investieren.

Neue Formen der Wertschöpfung, Unternehmensmodelle und Kundenbeziehungen müssen jedoch entfaltet werden, wenn ein Unternehmen die wirtschaftliche Zukunft erreichen will, so mahnt Don Tapscott in seinem Buch „Wikinomics: How Mass Collaboration Changes Everything“ und schaltet sich später via Live-Übertragung über Skype in die Gespräche vor Ort ein. Revolutionen finden heutzutage vor allem in der Wirtschaftswelt statt. Und das junge Medium Internet ist ihr Treiber. „Wir treten in ein neues Zeitalter ein, wo die Menschen in einer Weise am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen wie nie zuvor. Noch nie hatten Einzelne die Macht und die Gelegenheit, in losen Netzwerken Gleichgestellter und Gleichgesinnter (‚Peers‘) zu kooperieren und Waren und Dienstleistungen kontinuierlich und in konkret fassbarer Form herzustellen.“

„Wichtig ist der Dialog zwischen oben und unten (Hierarchien) sowie rechts und links (Silos), damit Kreativität für das jeweilige Umfeld (Schule, Studium, Job) entsteht.“ (DNAdigital)

(weiterführender Link: Don Tapscott: »Unternehmen sind heute nackt« (E-Learning Blog, Tim Schlotfeldt, 19.09.2008)

Anmerkungen: DIE „Wirtschaft“ und DIE „digital nativs“ existieren an sich in dieser Form nicht und werden hier sehr oberflächlich zu einer Gruppe, deren Teilnehmer bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen, zusammengefasst.

(weiterführende Artikel: Digital Natives – Über die naiv-kompetenten Web Youngsters, von Simone Gerdesmeier, 16.10.2008 (Nicht alle Kinder sind automatisch Digital Natives. Es müssen Schulungsmöglichkeiten für Jugendliche angeboten werden))