Sree Sreenivasan: Interviewreihe (Hochschulen der Zukunft)

In den letzten Wochen und den nächsten Wochen, habe ich und werde ich sehr interessante Persönlichkeiten zum Thema, wie könnten Hochschulen zukünftig aufgestellt sein, interviewen. Erste Eindrücke der Interviews gehen in ihrer Vielfalt mit dem Verlauf der Zeit gerne verloren. Um diesem entgegen zu wirken, versuche ich diese über meinen persönlichen Blog zu bewahren.

Erinnerung: Abenteuer bei der Locationsuche

Eine gute halbe Stunde standen wir vor dem Lower East Side Tenement Museum in Manhattan/New York und versuchten einen Raum für das später anstehende Interview zu organisieren. Ganz spontan! Trotz aller Gastfreundlichkeit war dieser Ansatz dann

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Interview mit Sree Sreenivasan am 15.12.2017 / New York

doch zu spontan! Gerne hätte man uns unterstützt, zumal unser nächster Interviewpartner hier einen Mittagstermin mit der Geschäftsführung hatte. Jedoch war in diesem Museum jedes Büro; jede freie Räumlichkeit an diesem Morgen vergeben. Mehrere Schulklassen wurden erwartet. Laute und entdeckende Kinderstimmen waren dann im Museum nicht mehr zu überhören. Eine ruhige Ecke für unser Interview schien es in diesem Museum nicht mehr zu geben. Darüber war ich erstaunt und freute mich auf der anderen Seite. Erstaunt war ich, weil man in diesem Museum laut sein durfte. Ich beneidete ein wenig die kleinen Besucher. Ich hatte Museen in meiner Kindheit oft als Orte der Stille wahrgenommen.

 

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Sreenshot / Google Maps

Einen Tag vorher waren wir schon einmal vor Ort gewesen und hatten uns die Umgebung angesehen. Unser Interviewpartner hatte uns wenige Tage vorher gebeten nach einer geeigneten Location für das Interview Ausschau zu halten. Ich fand diese Bitte abenteuerlich und herausfordernd! Uns blieb aber keine andere Wahl! Einem von uns fiel auf, dass sich in der Nähe das Goethe Institut befand. Normalerweise unterstützte das Goethe Institut Anliegen der FernUni in Hagen, wenn da nicht die Kooperation nur wenige Wochen vorher aufgelöst worden wäre und wenn das Interview nicht an einem Morgen stattgefunden hätte!

 

So blieben uns nur noch die Kaffees. In Deutschland hatte ich mit diesen Orten gute Erfahrungen gemacht, hier in New York hatte ich den Eindruck, waren alle (guten) Kaffees eng, laut und immer sehr gut gefüllt! Glücklicherweise befand sich noch ein Hotel vor dem Museum. Die Lobby war ruhig und hätte sich für unser Interview eignen können. Ein kurzes Gespräch mit dem Geschäftsführer offenbarte jedoch, dass er keine Videoaufnahmen von diesem Ort wünschte, dennoch bot er uns an das Interview per Audio aufzunehmen. Immerhin, wir freuten uns doch irgendwie darüber.

Denn die winterliche New York Kälte fraß sich langsam durch meine Stiefel und den zwei Paar Socken hindurch.

Begegnung:

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Interview mit Sree Sreenivasan im „New York Street Style“ am 15.12.2017

Unser Interviewpartner, Sree Sreenivasan, erzählte uns bei seiner Ankunft, dass er sich ein wenig verfahren hatte. Ich war überrascht und schmunzelte, als er seine Geschichte erzählte. Lebte er doch schon viele Jahre in New York und auch er stieg in die falsche Subway ein und bemerkte es dank Kopfhörer und dem Blick auf dem Handy erst, als das Tageslicht für ihn gefühlt zu früh auf der Fahrt auftauchte (ähnliche Situationen kennen wohl einige ;)).  Auch hierbei handelt es sich um ein Aspekt der Digitalisierung und genau darum sollte unser Interview gehen. Wir wollen/wollten von Personen wissen, welche Erfahrung sie mit der Digitalisierung in der Hochschulbildung gemacht haben.

Wir berichteten ihm hingegen von unserem Abenteuer nach der Suche einer ruhigen Location. Erstaunlich gelassen nahm er die Umstände an und meinte, dass er eine kurze Zusammenfassung im „New York Street Style“ auf der Straße einsprechen konnte. Ich fand den Begriff „New York Street Style“ auf der Stelle sympathisch. Für mich bedeutete er in diesem Moment Flexibilität, Spontanität und Unkompliziertheit.

zur Person:

Sree Sreenivasan arbeitet heute freiberuflich als Digital & social strategist in der ganzen Welt.

Er verfügt über Erfahrungen als Chief Digital Officer (CDO) beim New York Governement, dem Metropolitan Museum of Art und der Columbia University. Zudem lehrte er an der Columbia University Graduate School of Journalism.

Er ist auf vielen Social Media Kanälen sehr präsent und es war spannend für mich, ihm bereits vor dem Interview zu folgen und von ihm zu lernen.

aus dem Interview nehme ich mit:

Sree Sreenivasan stellt eindringlich und deutlich heraus, dass Hochschulen ihrer Zielgruppe zuhören müssen, indem, was diese benötigen. Er prangert an, dass die Studierenden Inhalte lernen, die sie nur selten bis nie gebrauchen können. Oft befinden sich diese auf einer hohen abstrakten und theoretischen Ebene, welche aber nur ein Bruchteil von Studierenden jemals einsetzen wird.

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Selfie mit Sree Sreenivasan am 15.12.2017 / New York

Er fordert, dass Hochschulen bzw. Ausbildungsinstitutionen dazu auf, die bestgeeignesten Personen in das Lehrkonzept zu integrieren. Als Befürworter von blended learning Konzepten wäre dies für ihn bspw. folgendermaßen möglich. Die besten Personen können durch online Elemente von jedem Ort aus ihre Inhalte transportieren und in einer kleineren Runde vor Ort kann sich der Lernende mit den Inhalten konkret mit einer kleineren Anzahl von Interessierten auseinandersetzen. Sree Sreenivasan bezeichnete dies als magischen Moment, in dem etwas eigenes und vorher nicht Geplantes ausgelöst werden kann. Interessant fand ich seinen Vergleich mit einem Gemälde, das man sich über Internet und/oder in einem Museum mit anderen Besuchern ansehen kann. Den Austausch mit anderen vor Ort bezeichnete er als einen Moment, in dem „magic happen“.

 

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„Follow me!“ – Facebookmarketing

Follow me! (Link zum Blog)

Das Buch über erfolgreiches Social Media Marketing (Link zu Amazon) von Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour war in den letzten Wochen, wenn ich mal wieder mit Bahn zwischen den verschiedenen Orten hin- und herpendelte, mein Begleiter. Es war ein erhabenes und schon lange nicht mehr gekannte Gefühl das dicke und schwere Buch in meiner Tasche zu spüren. „Follow me!“ kann zwar auch als Online-Buch erworben werden! Dabei schmilzt dann das Gewicht auf das minimalste ein, und zwar in Form des eh schon gewohnten und immer begleitenden Gewichts des Rechners., Smartphones, Pad, etc…., dann jedoch hätte ich das Buch nicht als Kontrast zu den ganzen laptopklappernden Menschen  geräuschvoll im Zug auf den Tisch werfen oder die Seiten umblättern können. Zudem mochte ich das Entsetzen in dem Gesichtern des Gegenübers, dass ich in einem Buch unterstrich und Anmerkungen an den Rand schrieb.

Voller Stolz hatte ich „Follow me!“ immerhin auf der re:publica (#rp12) von Anne erhalten 🙂 Danke nochmals.

Allgemeiner Eindruck von „Follow me!“

Mir gefällt an „Follow me!“die klare Strukturierung und der Anspruch der Autoren, den Leser mit einer einfachen und verständlichen Sprache abzuholen.

Die Autoren führen den Leser Schritt für Schritt über die historische Entwicklung der einzelnen Bereiche von Social Media behutsam in das jeweilige Thema ein. Für Leser, die die Entwicklung bereits kennen bzw. sogar an sich erlebt haben, ist diese Einführung nicht zu lang und eher als komprimierter historischer Abriss zu verstehen.

Ebenso ansprechend finde ich die gelungene Darstellung (textlich, wie auch bildlich) einzelner Social Media Funktionen, die in der Praxis oft nur komplex und verzahnt mit anderen Diensten anzutreffen bzw. in ihren Abgrenzungen schwer erkennbar sind. In diesem Zusammenhang werden von den Autoren wertneutral mögliche Auswirkungen bei dem Einsatz einzelner Dienste / Tools aufgeführt, die dem unerfahrenen Social Media Anwender bei seiner Entscheidung über den Einsatz einzelner Dienste weiterhelfen. Herausragend finde ich jedoch den Mut und die Ausdauer der Autoren rechtliche Aspekte und Hinweise in ihrem Buch mit aufzunehmen, wie auch auf einzelne hilfreiche Links innerhalb des Buches zu verweisen. Inhalte von Links werden in der Regel öfters überarbeitet, ebenso ist die Gesetzgebung dynamischer als der Inhalt eines Buches, so dass ich die Entscheidung beider Autoren auf Links und Gesetzgebung einzugehen zwar notwendig, aber mutig empfinde.

An dieser Stelle will ich einen kleinen detaillierten Einblick in das Facebook-Marketing ermöglichen, wie es in dem Buch zusammengefasst wird. In „Follow me!“ ist dieser Aspekt wesentlich detaillierter und umfangreicher beschrieben.

Facebook-Marketing:

Mein besonderes Interesse lag in der Neuauflage auf den Abschnitt über Facebook-Marketing, da Facebook seit seinem Auftritt im deutschsprachigen Bereich innerhalb kürzester Zeit eine unglaubliche Marktposition und Medienpräsenz erreicht hat. Mitte Mai hat das Unternehmen sogar den Weg an die Börse umgesetzt. Die Börsenblogger berichteten davon. Interessant ist facebook für mich, weil der Facebook-Nutzer überdurchschnittlich viel Zeit auf der Plattform verbringt. Hierbei handelt es sich um einen Raum, der seinen Usern viel Interaktivität und Dynamik ermöglicht.

Im Mobile-Marketing liegt bei Facebook noch viel Potenzial und wurde bisher noch wenig realisiert, dabei sind die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Neunetz.com berichtet beispielsweise vom unausgereizten Potenzial des Facebook-Phones.

Die Frage, welches sich das Marketing stellen muss, wenn ein Produkt / Dienstleistung etc. auf Facebook präsentiert werden soll, ist: „Wie schaffe ich es für die Zielgruppe interessant oder / und relevant zu sein und zu bleiben?“ Klickt ein User auf „Gefällt mir“, wird dieser User an das Unternehmen gebunden, aber auch seine Friends werden auf das Unternehmen aufmerksam.

Facebook-Seiten für Unternehmen sind offen für Suchmaschinen und nicht angemeldete User. Die Reichweite geht somit weit über die Facebook-Nutzer hinaus. Verstärkt wird die Suchmaschinenrelevanz der Seite noch dadurch, dass einige Suchmaschinen soziale Netzwerke in ihre Realtime Search aufgenommen haben.

  • Grundlagen:

Um eine Seite für ein Unternehmen anzulegen kann man entweder von einem Facebookprofil ausgehen oder ein Unternehmenskonto umsetzen. Bei dem Unternehmenskonto handelt es sich um eine abgespeckte Version eines Profils, welches an eine reale Person gebunden ist. Das persönliche Facebookprofil als Start für die Erstellung einer Unternehmensseite zu nehmen, darin verstehen die Autoren die bessere Wahl.  Ein Facebookprofil ist notwendig, um in Facebook aktiv zu werden und eigene Beiträge zu teilen, zu kommentieren, „Gefällt mir“ zu sagen, Gruppen zu gründen, etc… UND um erst einmal als Mensch und nicht gleich als Unternehmen aufzutreten. In Facebook-Gruppen sammeln sich User mit gemeinsamen Interesse. Hier kann man als Unternehmen seinen Kunden zuhören und etwas über deren Bedürfnisse und Motivationen erfahren. Sofern man als Unternehmen nicht zu werblich auftritt, können auch Fragen in den Gruppen seitens des Unternehmens gestellt werden.

Weiterhin weisen die Autoren daraufhin, dass ein Unternehmen „auf der Facebook-Seite […] seine Ziele definieren [sollte], die sie mit der Facebook-Seite erreichen wollen.“ (S.284) Ebenso sollte ein Unternehmen eigene bereits auf Facebook registrierte Mitarbeiter und Kollegen mit einbinden. Diese besitzen oft bereits schon Erfahrung im Umgang und Auftreten in Facebook, so dass die eigene Unternehmens-Seite von diesem Erfahrungswert profitieren kann und zudem ihren Mitarbeitern / Kollegen wahrnimmt und ihre Erfahrungen wertschätzt. Allerdings so verstehe ich und auch die Autoren nehmen die Position in ihrem Buch ein, sollte diese Mitarbeit immer auf Freiwilligkeit beruhen! In einem sogenannten Redaktionsteam können die einzelnen Mitarbeiter in einem eigenem Reiter vorgestellt werden. „Das wertet diese Person auf und nimmt sie in die Verantwortung.“ (S.284) In internen Unternehmenssitzungen sollten vorher die Regeln und die Inhalte miteinander besprochen werden. Auch Guidlines helfen beiden Seiten in der Kommunikation. Euroweb Blog hat ein mögliches Muster einer solchen Guideline zur Verfügung gestellt. PR-Blogger verweist ebenso auf diese Notwendigkeit. Das Blog von Michael Ehlers hat ein paar Social Media Richtlinien gesammelt. Besonders wertvoll finde ich Thomas Hutters Blog, in dem die rechtlichen und moralischen Hintergrundgedanken, wie bspw. über Social Media Richtlinien mit aufgenommen werden.  In dem Artikel „Formate von Social Media Guidelines“ und „Welche Konflikte können bei einer Nutzung eines Social Media Accounts von Firmen und Mitarbeitern entstehen?“ habe ich einzelne Aspekte schon einmal aufgearbeitet.

Wesentlichste Grundlage für ein erfolgreiches Social Media Marketing auf Facebook definieren beide Autoren in der Eigenschaft des Zuhörens. Dadurch erfährt das Unternehmen, wie die potenzielle Zielgruppe miteinander kommuniziert, was sie begeistert und was sie verstört.

  • Apps:

Ein weiterer Vorteil für Unternehmen ist die große Auswahl von Applikationen und Widgets, welche der eigenen Unternehmensseite zugefügt werden können. Allerdings warnen die Autoren Unternehmen davor, nur auf Applikationen zu setzen. Applikationen können zwar kurzzeitig die Interaktivität einer Facebook-Seite steigern, jedoch sollte Hauptaugenmerk auf die Qualität der Inhalte auf der Pinnwand liegen.

  • Fans:

Die Autoren greifen auch meine Erfahrung auf, dass die Fananzahlen allein kein Maßstab für den Social Media Erfolg bei Facebook eines Unternehmens eine Rolle spielen. Relevante Fans teilen den Inhalt der Facebook-Seite mit ihren Freunden. Um diesen Prozess zu unterstützen, sollten alle in Facebook aktiven Mitarbeiter / Kollegen Fans der Seite werden. Des Weiteren sollte die Facebook-Seite auch offline bekannt gemacht werden. Viele Kunden sind mittlerweile au Facebook vertreten. Wichtige Faktoren für die Weiterempfehlung einer Seite sind die laufend aktualisierten Inhalte und Neuigkeiten, eine lebendige Community und die persönliche Ansprache. (Quelle) Begegnen Unternehmen ihren Fans mit Werbung und Ignoranz ihrer Fragen wird die Seite schnell wieder verlassen. Eine Community erwartet Inhalte, die die Fans in irgendeiner Art und Weise anspricht, so beide Autoren. Mit der Mention-Funktion (Klammeraffen – @) innerhalb eines Pinnwandeintrages und direkt angehängten Namen, kann zu der entsprechenden Seite verlinkt und somit potenzielle neue Fans gefunden werden.

Online sollte die Facebook- Seite ebenso bekannt werden, in Form der E-Mail Signatur, Newsletter, Blogs, Websites etc… Vorteilhaft ist dann der Besitz einer sogenannten Vanity-URL, einer individuellen URL, wie wir es bspw. für https://www.facebook.com/geosurfenhttps://www.facebook.com/cache4kids und https://www.facebook.com/CityCache umgesetzt haben.

(mehr Hinweise in „Follow me!“) 😉

interessante Links:

– Marketing-Take-away: Zahlen: www.socialbakers.com

– Applikation Twitter: www.facebook.com/twitter

– Auswahl an Facebook-Apps: www.applosive.de 

– Social-Media-Guidelines: www.social-media-guidelines.com

– Vinity-URL: www.facebook.com/username

 

Wie sollte sich Firmen / Vereine etc. (nicht natürliche „Personen“) auf Facebook präsentieren? (#fb #webmontag #leipzig)

Mein erster Webmontag in Leipzig ist mit einem interessanten Vortrag in den Abend gestartet. Thomas Wagner eröffnete seinen Vortrag (PDF) mit der Frage danach, wie sich Firmen und Vereine auf Facebook optimal präsentieren könnten.

Das dies notwendig erscheint, zeigen die Statistiken. Die Fachhochschule Salzburg gibt einige Zahlen wieder, aus denen das Nutzerverhalten auf Facebook ein wenig deutlicher wird.

Laut Statistik sind mehr als 30 Prozent der Anwender über 35 Jahre alt, während bei 18- bis 24-Jährigen innerhalb der vergangenen 12 Monate das größte Wachstum verzeichnet wurde.

Auf dem „Meinungs-Blog“ von Matthias Bachor berichtet er darüber, dass vor allem der App Store über Weihnachten von Facebook rasant gewachsen ist (Artikel).

Worauf sollten Firmen, Vereine etc. bei ihrer Präsentation auf Facebook achten?

Facebook gibt seine Mitgliederprofile nicht für eine kommerzielle Nutzung frei. D.h. hinter jeder Anmeldung sollte eine natürliche Person stehen. Leider kenne ich viele Beispiele, wo das nicht der Fall ist. Aufzählen möchte ich an dieser Selle aber keine. Es ist leicht auf das Fehlverhalten anderer zu zeigen ;). Eine natürliche Person kann bspw. eine Fanpage, bestehend aus einer Pinnwand, Info-Seite, Fotos, Links, Rezessionen und Diskussionen anlegen, die dann für die Darstellung der Firma, des Vereins etc. genutzt werden kann.

Das Anlegen einer Fanpage ermöglicht mehrere Administratoren. Zudem können Statistiken eingesehen werden, Fanzahlen werden nicht begrenzt und die Seite kann von Fans weiter empfohlen werden. Die Fanpage ist immer öffentlich und somit von Suchmaschinen erfassbar. Ebenso können Apps mit eingebunden werden.

Gelungen finde ich diese Umsetzung von Horst Sievert, der auf seine Fanpage zu  Senioren-Lernen-Online verweist.

Natürlich muss so ein Profil regelmäßig gepflegt werden.

Fazit:

Wieder einmal erscheint es mir intelligenter, wenn sich Firmen konstruktiv mit Neuerungen, wie bspw. Facebook (auch wenn Facebook jetzt schon 7 Jahre alt ist), auseinandersetzen, statt den Umgang zu verbieten. Doch inwieweit können sich Firmen, Vereine etc. Social Media Anwendungen entziehen / verbieten, um für ihre Zielgruppe attraktiv zu bleiben? Sicher sind Social Media Anwendungen nicht für jede Firma / Verein etc. gleichermaßen anzuwenden, sondern an das Konzept der jeweiligen Firma / Verein etc. anzupassen. Social Media Marketing und Social Media Optimization werden unabdingbarer Teil des Marketingmixes. Aus Broadcast-Marketing (Firmenbotschaften richteten sich an Gruppen) wird zunehmend Diskurs-Marketing. In den Gesprächskreisen der Kunden – in den sozialen Netzen – müssen Unternehmen präsent sein. Denn auch Nicht-Kommunikation ist eine Form der Kommunikation: Nämlich eine für die Marke negative.

 

ähnliche Artikel:  „Spielchen für Statistiker auf fanpages“ (20.10.2011)

„Edupunk – Befreit das Bildungssystem!”

Immer wieder hallen die Begriffe “altes Paradigma” und “neues Paradigma” durch die Flure. Getragen werden diese Gespräche von zutraulichem Gelächter, Neugierde auf unbekannte Gesichter und allgemeiner Aufgeschloßenheit. Suchend und wissbegierig versucht man gegenseitig die Perspektive des anderen zu verstehen. Hier und da finden Berührungen in den Gesprächen statt und urplötzlich öffnet sich ein gemeinsamer Austragungsort in bisher als einsam angenommenen Arenen.

Die Räume wirken wenig offen. Das Mauerwerk der Universität Ilmenau schützt die sich austauschende Menge vor dem Wetter. Grau, nieselig und mit vereinzelten Nebelbänken versetzt, hat Ilmenau seine EduCamper in diesem Jahr empfangen. Fleißige Helfer haben jedoch die Eingrenzung der Räume mit der Infrastruktur des Webs durchbrochen. Eine Twitterwall und zahlreiche andere Kommunikations- und Vernetzungsdienste holen die virtuell anwesenden Personen hinein ins EduCamp und lässt sie teilhaben. Ein reger Interaktionsaustausch muss für die nächsten EduCamps allerdings noch eingeübt werden. Auch die EduCamper vor Ort lernen jederzeit in der Vielzahl der Möglichkeiten die qualitativ besten für sich herauszufiltern.

Aus den Flurdialogen, dem Begegnunszentrum des EduCamps zweigen kleine Verästellungen in angrenzende Räume hinaus. Aus einem der Räume lockt der Klang eines Didgeridoos. Ein australisches Instrument führt in das präsentierte Benin-Projekt ein. Selbst hier werden Grenzen durchbrochen. Alexander Rausch berichtet von seinen Erfahrungen auf dem afrikanischen Kontinent, obwohl er erst am Tag zuvor wieder in Deutschland gelandet war. Motivation und Begeisterung sind aus seinen Worten zu vernehmen. Dieser Enthusiasmus hat ihn die zusätzlichen Anstregungen auf sich nehmen lassen, mit dem er auch die Zuhörer zu eigenen Projekten anregen möchte. ‚Webenin’ hat das Ziel eine Internetleitung in die besuchte Stadt zu legen und den Zugang für ein Jahr zu bezahlen, damit die Bewohnern vor Ort ein Werkzeug verwenden können, mit dem sie sich innerhalb und außerhalb des Landes vernetzen und somit gegenseitig unterstützen können. Vertrauen in die eigene Person, egal ob in Benin oder vor Ort muss aufgebaut werden, damit die nächsten eigenen Schritte gestaltet werden können.

Das nächste EduCamp findet am 6. und 7. November in Graz statt. Wir sind wieder dabei und hoffentlich auch ihr!

In den nächsten Tagen versuch ich Inhalte und nicht nur Atmosphäre zu veröffentlichen.

Weiterführende Links:

interne Links:

  1. Einführung in das EduCamp 2009 mit der Podiumsdiskussion „Information Overload
  2. Session: Micro-Learning
  3. Learning networks – online und offline

Motivation für die Entstehung von Communities

In Gesprächen werde ich immer wieder mit der Idee, eine eigene Community aufzubauen, konfrontiert. Die Idee ist reizvoll. Doch die Frage nach der Motivation ist nicht immer dieselbe. Einige versuchen echte Alternativen zu StudieVZ und anderen Plattformen zu bieten, in denen die Daten eigener Schülern und Kindern sensibler behandelt werden, andere glauben, dass das Anbieten einer entsprechenden Infrastruktur ausreiche, um eine lebendige Community zu initiieren, deren Aktivitäten sich positiv auf die eigene Person / Firma auswirkt.

Den Ansatz, den eigenen Schülern eine sichere Umgebung anzubieten, in der sie sich bewegen können, finde ich als Motiv herausragend, wie bspw. in einer der Xing-Gruppen „Kindermedien – Eine Investition in die Zukunft“ diskutiert wird. Mit Communitystrukturen wird jedoch ebenfalls versucht, den Kunden eines Produktes an die eigene Firma bzw. an ein Produkt zu binden. Einige Versuche find ich spannend und interessant, bei andere hingegen habe ich den Eindruck, dass die eigentliche soziale Funktion und der Sinn einer Comunity nur halbherzig verfolgt wird. Spannend sind beispielsweise Funktionen, die Google anbietet. Auf den Seiten der Computerwoche findet man folgende Erläuterungen zu der Funktion Friend Connect: „Friend Connect ist eine praxisorientierte Umsetzung der Programmierschnittstelle (API) OpenSocial. Betreiber einer Website, die per se kein trendiges Social Network ist, können damit ihre Web-Präsenz ohne Programmierkenntnisse um soziale Funktionen ergänzen. […] Google bietet über Friend Connect Dutzende sogenannter Gadgets (von Google und auch anderen OpenSocial-Entwicklern) an, die Site-Betreiber in ihr Angebot übernehmen können. Sie müssen dazu lediglich die von Google bereitgestellten Code-Schnipsel („snippets“) in den Quellcode ihrer Seiten einfügen.“ (Quelle: Friend Connect: Data Portability à la Google, 13.05.2008, Thomas Cloer)

Communities können erstklassigen Service und Informationen bieten, aber auch die Möglichkeit, Kritik zu üben oder sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Ein eigenes aktives Netzwerk aufzusetzen ist eine große Herausforderung und wahrscheinlich nur auf einen längeren Zeitraum erfolgreich, wenn es über den eigenen Bekanntenkreis hinauswachsen soll. Für Schulen kommt eine weitere Herausforderung hinzu. In den großen und erfolgreichen, teilweise auch fragwürdigen Netzwerkplattformen, in denen sich zahlreiche Mitglieder tummeln, sind die Schüler über die Schule hinaus mit Freunden verbunden. Setzt eine Schule eine Community auf, müsste sie diese Vernetzung berücksichtigen. In einem möglichen Netzwerk einer Schule würden sie sich im Rahmen der Schule bewegen. Freunde müssten eingeladen werden und sich (zusätzlich) anmelden, bzw. ist im Hintergrund ständig die Vorstellung, dass die Lehrer zu viel über sie mitbekommen.

Die erste Instanz eines medienkompetenten Umganges der Kinder mit Communities und den darin freigegebenen Daten, sollten erst einmal Gespräche mit den Schülern geführt werden, in denen auf Vorteile aber Nachteile verwiesen wird.
Zudem ist meine Erfahrung, dass eine Community nicht um seiner selbst willen existiert (wenn dann nur ab einer bestimmten Größe). D.h. eine Community benötigt Pflege und einen Sinn. Schritt für Schritt könnten an Projekten die an die Community gebunden werden, Schüler nachhaltig mit der Community vertraut gemacht werden. Dynamiken, die eine gemeinschaftliches Gefühl aufkommen lassen, können jedoch nur bis zu einem bestimmten Grad von Außen durch Anregungen beeinflusst werden. Den Mitgliedern muss Raum zur eigenen Entfaltung geschaffen werden, sowie die Community nach eigenen Bedürfnissen mitzugestalten. Zudem ist es nach meinen Erfahrungen wichtig, dass der Input von außerhalb oder von bestimmten Mitgliedern der Community nicht aufdringlich wird. Ideal wäre die Entwicklung einer Community, inder den Mitglieder immer wieder eine Anregung geschaffen wird, sich selbst nach eigenen Interessen mit einzubringen, ohne dass die Aktivsten penetrant wirken. Allerdings scheint mir dies eine schwierige Balance zu sein.

Die Community um Maschendraht scheint hierin einen guten Umgang gefunden zu haben. In regelmäßigen Zusammenfassungen teilen sie aktuell interessante Diskussionen und deren vorläufigen Ergebnisse mit oder lenken die Aufmerksamkeit auf laufende Aktionen.

Eine Community verstehe ich als einen Teil von einem Netzwerk. Während ein Netzwerk ausufernd ist und versucht nach allen Seiten zu greifen, in dem es nach neuen Andockstellen fahndet, verstehe ich eine Community als eine Gruppierung, die ihre Kräfte auf den Kern fokussiert. Durch Selbstreferenz und Abgrenzung heben sie sich aus dem Netzwerk hervor. Somit bezeichnet sich Maschendraht zwar als Community auf der Willkommensseite, es ist jedoch ein Trugschluß alle Mitglieder von Maschendraht (Maschen) in Form einer Community zu begreifen. Die Plattform ähnelt viel eher einem Netzwerk, dessen Teilnehmer / Interessierte etc… aus nur einer Perspektive beleuchtet werden, während andere Netzwerker von Maschendraht nicht auffallen.