How do you spend your time? I hope not in bad meetings!

YouTube-Video Empfehlung:

Auf Snapchat verfolge ich u.a. CHMAGNUSSEN (Snapcode), der mir schon seit längerem

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Screenshot: SnapChat-Kanal von CHMAGNUSSEN

durch die Art seiner Erzählungen und Gestaltung der Stories (storytelling) aufgefallen ist. In der aktuellen Snapchat-Story fasst Christoph Magnussen (Twitter: @cmagnussen) in kurzer und sehr verständlichen Art und Weise verschiedene Aspekte unserer Kommunikation und deren Auswirkung auf Büro-Meetings zusammen. Büro-Meetings interessieren mich jetzt zugegebenermaßen weniger, aber um so mehr bin ich am Kommunikationsverhalten interessiert.

 

Für YouTube hat er die Inhalte nocheinmal professioneller zusammengefasst. Aber seht selbst:

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PiratePad im Seminareinsatz

In meinen letzten beiden Kursen „Medienqualifizierung für Erzieherinnen und Erzieher“ organisiert über Bits 21 habe ich den Versuch gestartet, PiratePads zur Seminardokumentation einzusetzen. Die TeilnehmerInnen des Seminares waren Mitte 20 und sind selbst im Web unterwegs.
Allerdings beruhen ihre Internetaktivitäten vorwiegend auf facebook (social network) und Google als Suchmaschinendienst. E-Mails werden nur auf der Arbeit eingesetzt, da sich ihre Kommunikation ansonsten über verschiedene Chat-Kanäle bewegt. (Lisa Rosa hat ihre Umfrage zur Mediennutzung bei ihren SeminarteilnehmerInnen auf ihrem Blog festgehalten.)
Daher war ich sehr gespannt, ob und wie die SeminarteilnehmerInnen auf den Einsatz des PiratePads reagieren würden. Zu meiner Freude waren sie neugierig.
Der Vorteil des PiratePads gegenüber anderen Diensten, wie bspw. Google Documents, ist, dass es keines Anmeldeprozederes bedarf. (Lernwolke: Neue Medien im Schulunterricht „Google Docs ist das bessere Etherpad – Schreibkonferenz die Vierte„)  Am PiratePad kann jeder gleichzeitig arbeiten, der die genaue Webadresse in den Browser eingibt. Daraufhin kann sich jede/r TeilnehmerIn selbst benennen und sich eine Farbe, an der er im Dokument erkannt wird, zuordnen.
In einem Editor (simpel) kann jede/r TeilnehmerIn seine Mitschriften / Gedanken / etc. gleichzeitig nieder schreiben.
Ein paralleler Chat ergänzt die kollaborative Arbeit.
Im Blog von endspurtmaster berichtet Florentina Sauerbach in dem Artikel „Unterrichtsversuch mit etherpad oder die Lernumgebung, die ich meinen Schülern gestalte“ von ihren Erfahrungen. Sie schreibt, dass die SchüerInnen auf diese Unterrichtsgestaltung mit Überforderung reagierten:
[Die SchülerInnen hatten die Gruppenarbeit], ohne dass die Gruppenmitglieder nebeneinandersitzen müssen, […] so überfordert, das ich immer noch das ‚Häh, das geht doch nicht!‘ in meinen Ohren nachklingen höre. So unruhig und aufgeregt war meine Schüler selten, sie waren zwar beim Thema, aber nicht mehr in der Lage zuzuhören.
Ich selbst finde den Schritt, den sie gegangen ist, das Etherpad im Unterricht einzusetzen, sehr mutig. Genau dahin sollten wir uns aber entwickeln, dazu den Mut zu haben, ab und zu aus dem klassischen Unterricht auszubrechen.
Vielleicht lag es am fortgeschrittenem Alter, dass meine Seminargruppen nur kurzzeitig überfordert waren. Nach ein paar Minuten hatten sie die Logik dahinter verstanden. Nach ein paar weiteren Minuten erfuhren sie auch an sich selbst, den Vorteil des kollaborativen Arbeitens, als sie mit Verwunderungsrufen sich über die Rechtschreibfehler anderer lustig machten, die sie selbst ausbessern konnten oder im Editor nach unten geschoben wurden, weil jemand anderes noch einen Kommentar weiter oben einfügen wollte.
Die Dokumentation und Kollaboration in Arbeitsgruppen und Diskussionen können mit dem Einsatz des PiratePads qualitativ hochwertig, schnell und vorteilig für jeden sein. Jede/r TeilnehmerIn profitiert von den Gedanken des/der anderen. Gemeinsam wird ein umfangreiches und qualitätsvolles Dokument erarbeitet.
Auf dem Blog von Medienpädagogik-Praxis wird in dem Artikel „Social Media im Unterricht“ genauer auf die kollaborative Zusammenarbeit, als besondere Eigenschaft von Social Media eingegangen.

In der Praxis Umsetzung haben sich aber auch bei mir ein paar Probleme herausgestellt. Beispielsweise waren die Computer nicht immer fähig einen beständigen Kontakt zum Internet zu halten. Warum weiß ich nicht! So lernten meine SeminarteilnehmerInnen gleich, dass ein Computer als Werkzeug 1. nicht immer schneller im Einsatz ist und 2. werden kollaborative Arbeiten mit zunehmenden Anforderungsvoraussetzungen komplexer, was für die Teilnehmer wiederum bedeutet, dass sie sich immer wieder mal in der Fähigkeit der Gelassenheit „üben“ konnten. Wurde die Internetverbindung wieder einmal unterbrochen, konnte es vorkommen, dass der so eben geschriebene Text nicht gespeichert werden konnte. Ab und zu gingen einzelne Flüche durch den Raum 😉 und die TeilnehmerInnen lernten schnell sich mit dem Computer eigenen Editor zu behelfen und den Text dann nur in das PiratePad rüber zu kopieren, bzw. lernten sie den Wert von Zwischenspeicherungen schätzen.

Ein wenig unsicher bin ich mir noch über die Abschlusshandhabung. Gerne würden sich die TeilnehmerInnen den geschriebenen Text zum Seminarende ausdrucken lassen. Das an sich ist kein Problem, da sich der geschriebene Text in verschiedenen Formaten abspeichern und später leicht weiter bearbeiten lässt. Aber ist das Sinn und Zweck der Sache so mit einem digitalen Dokument umzugehen?


Dritte Generation Ostdeutschland

Heute ist mir auf Facebook die Fan-Seite „3te Generation Ostdeutschland“ „wieder“ aufgefallen, die einige meiner Gedanken und Beobachtungen sehr treffend zusammenfasst.

Geboren wurde ich in der DDR, aufgewachsen bin ich in der Bundesrepublik Deutschland. Meine Identität beschrieb ich in den letzten Jahren immer als Gesamtdeutschen. Ich wollte nicht mehr unterscheiden, zwischen Ost und West. Dennoch wurde ich in fast jeder Stadt, die ich besuchte, in der ich lebte, etc. mit diesem Thema konfrontiert. Auch ich selbst beobachte, dass ich meinen älteren Verwandten immer wieder bohrende Fragen zu ihren Erlebnissen stelle. Ich bin hungrig nach Wissen und bin noch lange nicht zu befriedigenden Antworten gelangt …

(Hierbei handelt es sich um wunderbares Material für Schüler

diese Thematikaus unterschiedlichen Perspektiven aufzugreifen und sich dieser zu nähern)

Mit der „Dritten Generation Ostdeutschland“ sind die zwischen 1975 und 1985 in der DDR Geborenen, die mittlerweile die längste Zeit ihres Lebens in einem vereinigten Deutschland zugebracht haben. Insgesamt sind es etwa 2,4 Millionen.

Als junge Menschen konnte diese Generation die Umstrukturierung des Ostens nach der Wende vorwiegend nur erleben, diese aber nicht umfangreich oder ansatzweise reflektieren. Sie waren noch zu jung für eine umfassende Reflektion der Transformationserfahrungen. Fragen, wie „Was passiert hier eigentlich?“ oder „Was passiert mit unseren Eltern?“ fanden zu diesen Zeiten keine Antworten.

Der Wandel, der für mich als Kind über Nacht hereinbrach, löste einen biographischen Umbruch aus.

Ist für diese Generation eine bestimmte Weltsicht daraus entstanden? Hat diese Generation durch historische Erfahrung gelernt, sich mit Unsicherheiten kreativ auseinanderzusetzen und sie als Teil dieser Welt zu akzeptieren? Zeichnet Wendekinder eine gewisse „Erschütterungs-Sicherheit“ aus? Wissen sie, dass sich die Gegebenheiten immer wieder ändern könnten? Sind sie deshalb offener als andere, über Alternativen nachzudenken?

Die Politikwissenschaftlerin Adriana Lettrari hat mit Gleichgesinnten eine Konferenz am 8. bis 10. Juli in Berlin ins Leben gerufen (Bericht im Berliner Tagesspiegel), auf der Wendekinder in einer Gruppe von Menschen mit gleichen Erfahrungen über ihre Erlebnisse und Gedanken diskutieren konnten. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Bundesstiftung Aufarbeitung. Ein junger Verleger weist auf dieser Konferenz darauf hin, dass viele Wendekinder gelernt hätten, kreativ mit Hindernissen umzugehen und bei Problemen einen speziellen Humor zu behalten.

Ich selbst kenne diese Methode aus meinem Studium zu interkulturellen Pädagogik (an der Uni Magdeburg: internationale und interkulturelle Bildungsforschung). Als Gruppe diskutiert man über seine eigenen Wurzeln und Fähigkeiten und geht dann mit den in dieser Gruppe gewonnenen Erkenntnissen in die Welt.

Ein paar weiterführende Diskurse:

Neuland denken

Kinder auf der Suche nach Zeitzeugen des Mauerfalls

Learning networks – online und offline

In dieser Session dient die Neuronenmetapher als Grundlage. Die Kernaussage der Neuronenmetapher geht davon aus, dass wir gemeinsam Probleme lösen können. Das Grundgerüst gemeinsamer Problemlösung beschreibt Jean-Pol Martin in seinem Blog als eine Architektur der anwesenden Gehirne. „Insofern können wir, wenn ein Problem gelöst werden soll, eine Gruppe als Gehirn strukturieren und zur fruchtbaren Interaktion müssen die einzelnen Menschen sich dann wie Neuronen verhalten.“
In dem „Erich Hammer Bericht“ auf Christan Spannagels Blog wird sehr deutlich, dass die Gesamtheit einer Klasse durchaus in der Lage ist von selbst bestimmte Fehler zu erkennen und gemeinsam zu korrigieren, bzw. der anwesende Lehrer die Klasse auf den entsprechenden Weg lenken kann.
Peter Nieschmidt (siehe mein Blogeintrag vom 17.03.2009: Unterschiedliche Formen der Sozialisationserfahrungen während der Kindheit: Ausschaltungskonkurrenz – Entfaltungskonkurrenz) weist als einer von vielen Lehrenden darauf hin, dass Fehler in einem Lehrprozess sogar erwünscht sein können. Falsches darf gesagt werden! Die bisherige Fehlerkultur, also der Umgang mit Fehlern, löst bei Kindern und Jugendlichen Versagensängste und somit Blockaden aus. Um sich dieser Blöße nicht freizugeben, lernen Kinder sehr früh lieber nichts zu tun, als sich dem Risiko einer Niederlage auszusetzen. Dabei wiesen schon Albert Schweizer mit Aussagen, wie „Unsere Fehler sind lehrreicher als unsere Erfolge“ und James Joyce mit „Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen.“ auf den Mehrwert von Fehlern hin. Interessant finde ich dazu den Einsatz eines Klassenblogs „Elefantenklasse.de“, da in diesem Blog sogar der Schritt an die Öffentlichkeit außerhalb der eigenen geschützten Gruppe gewagt wird.

Soziale Netzwerke helfen zu lernen. Dabei spielt die soziale Motivation eine herausragende Rolle. Durch soziale Eingebundenheit in Form von Rückmeldungen und Austausch fühlt sich der Einzelne aufgehoben und fängt an sich ‚Dinge’ zu wagen, die er sich sonst nicht selbst zugetraut hätte. Durch die Erfahrung eines sozialen Rückhaltes wird er aufgefangen.

Hierbei handelt es sich um einen Prozess gemeinsamer Wissensgenerierung. Das einzelne NEURON (Individuum) bringt seine individuellen Erfahrungen und sein Wissen in die Gruppe durch Kommunikationskompetenz und Partizipationskompetenz ein. Individuelles Wissen wird somit für andere verfügbar und diese werden wiederum angeregt, ihr Wissen ebenso dem Gehirn (Gruppe) beizusteuern. Die Gruppe einigt sich daraufhin in einem gemeinsamen Diskurs auf grundlegende Begrifflichkeiten, Vorgehensweisen und Ziele (kollaborative Wissensgenerierung). Kollektives Wissen entsteht in einem kollaborativen Prozess und Vernetzung. Der Anteil kollaborativer und kollektiver Merkmale setzt sich in jeder Wissenskonstruktion unterschiedlich zusammen. Ein Phänomen, das während dieses kollaborativen Prozesses der Erzeugung von Wissen auftritt kann, ist die Emergenz. Kollektives Wissen zeichnet sich dadurch aus, dass es sich durch erfolgreiche Anwendung bewährt hat. Dann kann es von anderen Gruppen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, aufgegriffen und an deren spezifische Situation angepasst werden. Kollektives Wissen wird hierbei als Zustand verstanden, während kollaboratives Wissen stets einen Prozess des Wissenserwerbes beschreibt. (Quelle Neuron Wiki, )

Weiterführende Links:

Interne Verlinkung:

„Edupunk – Befreit das Bildungssystem!”

Immer wieder hallen die Begriffe “altes Paradigma” und “neues Paradigma” durch die Flure. Getragen werden diese Gespräche von zutraulichem Gelächter, Neugierde auf unbekannte Gesichter und allgemeiner Aufgeschloßenheit. Suchend und wissbegierig versucht man gegenseitig die Perspektive des anderen zu verstehen. Hier und da finden Berührungen in den Gesprächen statt und urplötzlich öffnet sich ein gemeinsamer Austragungsort in bisher als einsam angenommenen Arenen.

Die Räume wirken wenig offen. Das Mauerwerk der Universität Ilmenau schützt die sich austauschende Menge vor dem Wetter. Grau, nieselig und mit vereinzelten Nebelbänken versetzt, hat Ilmenau seine EduCamper in diesem Jahr empfangen. Fleißige Helfer haben jedoch die Eingrenzung der Räume mit der Infrastruktur des Webs durchbrochen. Eine Twitterwall und zahlreiche andere Kommunikations- und Vernetzungsdienste holen die virtuell anwesenden Personen hinein ins EduCamp und lässt sie teilhaben. Ein reger Interaktionsaustausch muss für die nächsten EduCamps allerdings noch eingeübt werden. Auch die EduCamper vor Ort lernen jederzeit in der Vielzahl der Möglichkeiten die qualitativ besten für sich herauszufiltern.

Aus den Flurdialogen, dem Begegnunszentrum des EduCamps zweigen kleine Verästellungen in angrenzende Räume hinaus. Aus einem der Räume lockt der Klang eines Didgeridoos. Ein australisches Instrument führt in das präsentierte Benin-Projekt ein. Selbst hier werden Grenzen durchbrochen. Alexander Rausch berichtet von seinen Erfahrungen auf dem afrikanischen Kontinent, obwohl er erst am Tag zuvor wieder in Deutschland gelandet war. Motivation und Begeisterung sind aus seinen Worten zu vernehmen. Dieser Enthusiasmus hat ihn die zusätzlichen Anstregungen auf sich nehmen lassen, mit dem er auch die Zuhörer zu eigenen Projekten anregen möchte. ‚Webenin’ hat das Ziel eine Internetleitung in die besuchte Stadt zu legen und den Zugang für ein Jahr zu bezahlen, damit die Bewohnern vor Ort ein Werkzeug verwenden können, mit dem sie sich innerhalb und außerhalb des Landes vernetzen und somit gegenseitig unterstützen können. Vertrauen in die eigene Person, egal ob in Benin oder vor Ort muss aufgebaut werden, damit die nächsten eigenen Schritte gestaltet werden können.

Das nächste EduCamp findet am 6. und 7. November in Graz statt. Wir sind wieder dabei und hoffentlich auch ihr!

In den nächsten Tagen versuch ich Inhalte und nicht nur Atmosphäre zu veröffentlichen.

Weiterführende Links:

interne Links:

  1. Einführung in das EduCamp 2009 mit der Podiumsdiskussion „Information Overload
  2. Session: Micro-Learning
  3. Learning networks – online und offline

kritische Reflexion um Neuron! (Inhalte vs. Personenkult mit Transparenz)

In einem älteren Beitrag hatte ich schon einmal von der Gruppe der Neuronen geschrieben. Mittlerweile hat sich bei den Neuronen einiges weiter entwickelt. Vereinzelte „Weltverbesserungsprojekte“ sind bereits angelaufen. Die Neuronen sind virtuell und real aktiv und arbeiten auf beiden Ebenen engagiert zusammen.

Letzte Woche ist eine prekäre Situation entstanden, die anderen Neuronen nicht vorenthalten werden soll. Neuron! war durch kritische Beobachtung (vgl. Eröffnungs-eMail von Mo), aufgefordert, das eigene Verhalten zu reflektieren, das von den einzelnen Neuronen nicht gleich bewertet wurde.

Ausgangspunkt war ein Beitrag von Jean-Pol Martin, der eine vergleichende Metapher von der erfolgreichen Verbreitungsstruktur des Christentums auf die Neuronen übertragen hatte. So ergab sich eine kleine eMail-Diskussion unter ein paar Neuronen. Diese Diskussion will ich in diesem Beitrag darstellen, damit andere Neuronen oder Beobachter die Möglichkeit haben, ihre Meinung abzugeben. Mit dieser Veröffentlichung wird versucht Transparenz bei den Neuronen herzustellen. Also macht Euch selbst Euer Bild. Die Diskussion fing an mit einer eMail von mir.

Hallo liebe Heilige,

ich wende mich persönlich an Euch, da ich einige Dinge nicht im öffentlichen Raum diskutieren will, da dieses Kontraproduktiv sein kann.

Ich für mich persönlich befürchte, dass die Neuronen und die Projekte einen falschen Weg einschlagen. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die sinnvollen Projekte und Aktionen es zu einem Personenkult werden.

Es ist kein Problem der Kulturen, der Weltoffenheit, Mauern um Kulturen und Länder, das ich sehe. Viel mehr ist es das Gegenteil. Es ist nicht im Sinne der Aufklärung (leider muss ich Dir wiedersprechen JP an dieser Stelle). Es ist für mich ein großes Problem, wenn Inhalte nicht mehr im Mittelpunkt stehen bei den Neuronen, sonder die Personen die Sie vermitteln. Die Aufklärung habe ich so verstanden, dass es darum ging die Vernunft und die Wissenschaft in den Mittelpunkt zustellen, als die Personen, die von sich aus entschieden haben wie die Welt ist (kurz gesagt). Ich bin in einem Land aufgewachsen der ein Religionskult und Personenkult betreibt und finde solch ein Model nicht gut.[…]Ich kenne keine Sache die einen solchen Verbreitungsweg genommen hat und am Ende in etwas Gutes geendet ist.

Wir können auch sagen das dritte Reich war sehr Erfolgreich mit ihrer Propaganda und dieses als Beispiel her nehmen. Wir wissen aber des dieses auch nicht gut geendet ist.

Ich habe kein Muster oder Struktur gefunden die sich um Personen zentriert hat und Botschaften hatte, welches am Ende nicht in etwas Schlechtes geendet ist. Aus solchen Dinge sollten wir lernen. Die Botschaften all der Gruppen und Personen (Diktatoren usw.) hören sich immer gut an. Weltverbesserung ist da nicht anders.

Für mich sehe ich es nicht als richtig bei einem personenzentrierte Gruppe oder Idee mit zu schwimmen.

Die Idee und die Projekte gehören im Zentrum und nicht die Menschen die sie verbreiten. Klar, geht dieses gegen dem Streben den einzelnen Ruhm zugeben, dass er Motiviert ist. Aber ich würde mich eher für den langsamen Weg mit wenig Wasser und Brot entscheiden, als den Pfad wo nicht klar ist was da raus wird. Ich bin sicher, wenn wir das richtige tun werden wir auch Voran kommen; vielleicht nicht so schnell wie es einige sich wünschen, aber mit einem guten Gewissen. Vor allem mit einer größeren Mengen an Leute die Mitmachen. Den die aktuelle Methode viel zu spammen kommt gerade bei den „Akademischen“ Teil den wir momentan ansprechen wollen nicht so gut an. Dieses sage ich durch die Gespräche die ich in den letzen Wochen auf den verschiedenen BarCamps hatte. Den Leuten waren mehr die Personen von Neuron bekannt, aber die Inhalte und worum es eigentlich geht war recht unbekannt.

Mir ist klar, dass momentan nichts schlimmes passiert. Ich bin aber dagegen jungen Menschen einen solchen Kult vorzuleben. Ihnen eine Personenzentrierung vorzumachen und sagen dass es gut ist. Die Aufgabe sollte genau das Gegenteil sein. Es ist ein Fehler Menschen zu Idealisieren, weil sie dann eine Macht bekommen die ihnen nicht zusteht und sie etwas darstellen was sie nicht sind. Wenn junge Menschen lernen in einem solche Schema zudenken und bestimmten Leuten an den Lippen hängen, weil sie sehr gut reden können, sind diese morgen auch bereit anderen hinter her zulaufen. Vor allem wenn diese Ihnen etwas geben mit dem sie sich gut fühlen. Kurzer Exkurs an dieser Stelle, die SA Jungs haben sich auch wohl gefühlt, auf gewertet gefühlt, Aufmerksamkeit bekommen und haben sich belohnt gefühlt. Durch ihre Vernetzung waren sie stark. Dasselbe ist es mit den Passdaran im Iran, eine Art SA im heutigen Iran. Einfach Blind Metaphern und Personen folgen, weil sie etwas Schönes sagen ist gefährlich und dieses sollte man den jungen Menschen bei bringen.

Der Rat der Heiligen sollte sich mal Besprechen und schauen welchen Weg es einschlagen will.

Ich hoffe Ihr versteht mich. Ich kann mir sehr wohl vorstelle, dass Ihr meine Bedenken nicht nachvollziehen könnt und diese als übertrieben erachtet.

Schöne Grüße aus AC mo

Hierauf hat dann Jana sehr schnell geantwortet mit:

Lieber Mo, Jean-Pol, Christian und Alexander,

Deine Befürchtungen, die Du ansprichst empfinde ich als nicht ganz unbegründet, auch mich beschleicht in regelmäßigen Abständen dieses Gefühl. Ausgelöst wird es oft mit der ständigen Hervorhebung einiger Personen. Einerseits finde ich es berechtigt, wenn jemand von uns ein gutes Projekt führt oder interessante Gedanken hat, kann man diese Person durchaus erwähnen. Andererseits stehen die Personen fast gleichberechtigt mit den Projekten auf einer Höhe. Das beide miteinander verkoppelt sind ist wohl logisch, dennoch sollten unsere oder Projekte überhaupt in den Vordergrund treten und nicht die Personen.

Jean-Pol hat jedoch Recht, wenn es darum geht, für andere auffindbar oder ansprechbar zu bleiben, dann wird eben eine Person als Ansprechpartner gesucht. Mit einem Projekt kann man sich mehr schlecht als recht unterhalten. Vielleicht ist dieses Dilemma zu lösen, wenn man einfach als Neuron unterschreibt (was dann aber ´nen Gruppenkult entspricht). Gibt es von jemanden einen Vorschlag, wie dies gelöst werden könnte?

Von meiner Seite her, werde ich (so weit es mir auffällt, wozu ich über Hinweise und Kontrolle durch andere sehr dankbar bin), keinen Personenkult um einen oder einige betreiben, da es meinem Charakter zum momentanen Zeitpunkt widerspricht. Wie andere das handhaben möchten, überlasse ich gerne ihnen. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass Jean-Pol ebenfalls keinen Personenkult betreibt, so hat er sich jedenfalls auf die Fahne geschrieben: „Pushen“. Nicht alles gefällt mir davon, dennoch kann ich es durchaus aus seiner Perspektive nachvollziehen und dementsprechend akzeptieren.

Es sind gerade auch die unterschiedlichen individuellen Vorgehensweisen, die unsere Gruppe interessant machen.

Liebe Grüße […]:Jana

Chrisp schrieb:

Hi zusammen,

vielen Dank für deine Mail, Mo.

Mein Standpunkt dazu: Mir geht es um die Inhalte und darum, mit interessanten Menschen zusammenzukommen und interessante Projekte zu machen.

Ich will dabei auch nicht meine Person in irgendeiner Weise in den Mittelpunkt stellen – ganz neuronenartig. Ich erinnere an Punkt 2 der „Neuronenrichtlinien“:

„Neuronen geben ihr Wissen sofort weiter. Sie wollen nicht als Person bekannt werden und nehmen sich nicht wichtig.“

http://www.adz-netzwerk.de/wiki/index.php/Benutzer:Jeanpol/Folie_3

Jean-Pol geht es im Wesentlichen (wenn ich dich, Jean-Pol, richtig verstanden habe), auch nur darum, Perturbationen auszulösen. (Aber da kannst du dich ja dazu äußern) Das scheint ihm ja bei dir gelungen zu sein. ;-)))

Also, aus meiner Sicht alles im grünen Bereich: Ich will einfach Spaß dabei haben, das Netz für Projekte gemeinsam mit meinen Studenten zu nutzen…

Liebe Grüße, Christian

So ließ Alexander nicht lange auf sich warten und schrieb:

Lieber Mo,

ich kann deine Bedenken teilen. Natürlich ist die Grenze dessen, was noch zumutbar ist, schnell überschritten.

Der Personenkult macht auf keinem Fall Sinn, das widerspricht sich ja mit der Grundphilosophie der Neuronen….

Ich sehe das Ganze auch manchmal etwas mit gemischten Gefühlen, jedoch habe ich das Vertrauen, dass Grenzüberschreitungen von der Neuronen- Friedenstruppe kommentiert werden und somit wieder Frieden im Neuronenland hergestellt ist.

Ich verstehe das Ganze als ein Projekt, welches durch Provokation permanent Unruhe ins Gehirn bringt, die nur durch Eigenmotivation und Eigenverantwortung wieder ins Gleichgewicht kommen kann….

Es gibt im Coaching eine Interventionsmethode, die nennt sich provokatives Coaching.

Wenn du dir ein Video anschaust und Frank Farellys Methode live erlebst, dann denkst du, du musst sofort einschreiten den Mann von der Bühne holen, den Klienten schützen!!

Die Klienten erzählen durch die Bank, dass sie sich nie so verstanden gefühlt haben…

Was ich damit sagen will ist, dass Jean Pol für mich ein Farelly der Neuronen ist, der oft an der Grenze agiert – warum? Um zu verdeutlichen, um zu erreichen, um zu Eigenverantwortung anzuregen… nach dem Motto „Strick dir dein Neuronennetz“….

Im Coaching wendet man die Methode nur dann an, wenn man guten Rapport, Kontakt zum Klienten hat – d.h. das Vertrauen muß 100% da sein – ist es das nicht, dann geht die Sache nach hinten los und der Klient fühlt sich „verarscht“…

Im Internet diese „Martinelly“ Methode zu fahren ist absolut grenzwertig, da hier ohne jeglichen Rapport gearbeitet wird!

Damit das Ganze aber dennoch gemacht werden kann ist Netzsensibilität erforderlich, um sofort zu erkennen (so, wie du mit der Mail), was gerade passiert und dementsprechend agieren zu können.

Transparenz unterscheidet uns von den beschriebenen Beispielen… also wenn jemand ein Bedürfnis hat, dann kann er es benennen und dann kommt mit Sicherheit auch die Antwort…

Übertreiben finde ich deine Reaktion nicht, ich denke es gibt einige (die kennen uns noch nicht mal ;-)), die dir da nahe sind…. zielorientiert wie wir sind, greifen wir es auf…

Also ich meine mit Offenheit und Transparenz voran; Dadurch bekommen die Menschen die Möglichkeit, den wirklichen Unterschied zu verstehen…. eben nicht Parolen und Personenkult….

Was wäre deine Idee zu dem Thema? Bedarf sehe ich – wenn es nur deiner ist ;-))

Neuronale Grußtentakeln

Alexander

Kleine Reaktion von mir:

Hi zusammen,

noch einmal kurz: ich bin der Meinung mehr Inhalte, als mehr Inhalte wie wir die Inhalte doch am besten vertreiben. Denn die wirklichen Inhalte und der Spaß sollten im Vordergrundstehen. Die Leute sollten mit den Inhalten konfrontiert werden und nicht mit den Personen und wie wir Dinge darstellen wollen. Die Energie und Kluge Dinge in die richtigen Dinge investieren.

[…]

Grüße mo

So etwas später äußerte sich Jean-Pol:

Drei Gedanken:

1. Mein Verhalten hier ist für mich üblich. Ich pushe Beschreibungen und kognitive Muster in das System hinein, eins nach dem anderen ohne viel Rücksicht auf Verluste. So bin ich als Lehrer, so als Professor und Dozent.

Die, die mich kennen, meinen ich sei polarisierend. Für mich gesehen versuche ich die Erkenntnisse zu diffundieren, die ich in meiner langjährigen Forschung gewonnen habe: Jesus-Metapher, Kicks bei der Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeitsökonomie, usw.

2. Was die Aufstellung unserer Mann/Frauenschaft angeht: sie muss je nach Situation angepaßt werden: mal ist die Formation Fußballmannschaft angesagt mit einer Doppelspitze und einem Libero, mal ist die Formation Basisdemokratie, mal die Formation Parlamentarische Demokratie, mal die Formation Radfahrer im Tour de France, usw… Es wechselt sehr schnell, weil die Situationen sich sehr schnell ändern. Auch die jeweiligen Postionen der Akteure wechseln sehr schnell. Was die Personen angeht, mal fokussieren die Scheinwerfer auf die eine Person, mal auf die eine Gruppe, je nach gerade emergierende best-practice. Zur Zeit ist beispielsweis Christian oft in der Lage, bestpractice zu zeigen. Also Fokus auf Christian, dann wiederum auf Jana oder Alexander usw…

3. Schade, dass diese Diskussion nicht öffentlich geführt wird. Wir würden bestimmt viele Impulse von außen erhalten und wir würden weitere Denkfortschritte machen.

Jpol

Zur der Mail fragte Jean-Pol was es sich mit dem Spamen auf sich hat.

So meine letzte Antwort darauf war:

z.B. wird Twitter etwas überstrapaziert. Es hat nicht umsonst 140 Zeichen. Alles was darüber ist gehört in den Blog und der Link in Twitter.

Ich habe kein Problem mit Scheinwerfer und Formationen, aber das ist eine ganz andere Darstellung als das wie ich es gefühlt habe und in Diskussionen mitbekommen habe.

Mir war die Reichweite nicht so bekannt. Vor allem dass Leute mich mit JP und Chrisp in Verbindung bringen. Dieses war für mich eine Ehre, gerade weil ich so inaktiv war bei den Neuronen. Da ist mir halt auch Aufgefallen, dass die Leute unsere Gewohnheiten sehr gut kennen und wer wenn kennt, aber nicht Verstanden haben was der Inhalt ist. Die sehr bald darauf Folgende Diskussion um wie stellen wir weiter Personen auf, hätte diese nur verschärft.

Ich habe auch kein Problem der Transparenz halber, die eMails zu einem Blog Beitrag zusammen zufassen. Ich würde dann nur bei mir den persönlichen Teil kürzen. Ich würde bei Einverständnis aller die eMails zum größten Teil-Wörtlich zu einem Beitrag zusammen bringen.

Grüße mo

Fazit: Mit Personenkult hat Neuron! nichts gemeinsam. Nicht die Personen drängen ins Rampenlicht, sondern die Ideen und Projekte. Neuron! Hat den Wunsch, dass die Vernetzung mehr von unten getragen, als von oben gelenkt wird. Die verfolgte Strategie lautet: So vielen Menschen wie möglich die Möglichkeit anzubieten, ihre Fähigkeiten und Hoffnungen einzubringen und umzusetzen.

Wir sind gespannt auf neue Reaktionen (entweder hier im Blog, die ich dann in die Diskussionsplattform Neuron einbringe, oder ihr meldet Euch dort an und tauscht Euch mit den Betroffenen direkt aus).