“Follow me!” – Facebookmarketing

Follow me! (Link zum Blog)

Das Buch über erfolgreiches Social Media Marketing (Link zu Amazon) von Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour war in den letzten Wochen, wenn ich mal wieder mit Bahn zwischen den verschiedenen Orten hin- und herpendelte, mein Begleiter. Es war ein erhabenes und schon lange nicht mehr gekannte Gefühl das dicke und schwere Buch in meiner Tasche zu spüren. “Follow me!” kann zwar auch als Online-Buch erworben werden! Dabei schmilzt dann das Gewicht auf das minimalste ein, und zwar in Form des eh schon gewohnten und immer begleitenden Gewichts des Rechners., Smartphones, Pad, etc…., dann jedoch hätte ich das Buch nicht als Kontrast zu den ganzen laptopklappernden Menschen  geräuschvoll im Zug auf den Tisch werfen oder die Seiten umblättern können. Zudem mochte ich das Entsetzen in dem Gesichtern des Gegenübers, dass ich in einem Buch unterstrich und Anmerkungen an den Rand schrieb.

Voller Stolz hatte ich “Follow me!” immerhin auf der re:publica (#rp12) von Anne erhalten :) Danke nochmals.

Allgemeiner Eindruck von “Follow me!”

Mir gefällt an “Follow me!”die klare Strukturierung und der Anspruch der Autoren, den Leser mit einer einfachen und verständlichen Sprache abzuholen.

Die Autoren führen den Leser Schritt für Schritt über die historische Entwicklung der einzelnen Bereiche von Social Media behutsam in das jeweilige Thema ein. Für Leser, die die Entwicklung bereits kennen bzw. sogar an sich erlebt haben, ist diese Einführung nicht zu lang und eher als komprimierter historischer Abriss zu verstehen.

Ebenso ansprechend finde ich die gelungene Darstellung (textlich, wie auch bildlich) einzelner Social Media Funktionen, die in der Praxis oft nur komplex und verzahnt mit anderen Diensten anzutreffen bzw. in ihren Abgrenzungen schwer erkennbar sind. In diesem Zusammenhang werden von den Autoren wertneutral mögliche Auswirkungen bei dem Einsatz einzelner Dienste / Tools aufgeführt, die dem unerfahrenen Social Media Anwender bei seiner Entscheidung über den Einsatz einzelner Dienste weiterhelfen. Herausragend finde ich jedoch den Mut und die Ausdauer der Autoren rechtliche Aspekte und Hinweise in ihrem Buch mit aufzunehmen, wie auch auf einzelne hilfreiche Links innerhalb des Buches zu verweisen. Inhalte von Links werden in der Regel öfters überarbeitet, ebenso ist die Gesetzgebung dynamischer als der Inhalt eines Buches, so dass ich die Entscheidung beider Autoren auf Links und Gesetzgebung einzugehen zwar notwendig, aber mutig empfinde.

An dieser Stelle will ich einen kleinen detaillierten Einblick in das Facebook-Marketing ermöglichen, wie es in dem Buch zusammengefasst wird. In “Follow me!” ist dieser Aspekt wesentlich detaillierter und umfangreicher beschrieben.

Facebook-Marketing:

Mein besonderes Interesse lag in der Neuauflage auf den Abschnitt über Facebook-Marketing, da Facebook seit seinem Auftritt im deutschsprachigen Bereich innerhalb kürzester Zeit eine unglaubliche Marktposition und Medienpräsenz erreicht hat. Mitte Mai hat das Unternehmen sogar den Weg an die Börse umgesetzt. Die Börsenblogger berichteten davon. Interessant ist facebook für mich, weil der Facebook-Nutzer überdurchschnittlich viel Zeit auf der Plattform verbringt. Hierbei handelt es sich um einen Raum, der seinen Usern viel Interaktivität und Dynamik ermöglicht.

Im Mobile-Marketing liegt bei Facebook noch viel Potenzial und wurde bisher noch wenig realisiert, dabei sind die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Neunetz.com berichtet beispielsweise vom unausgereizten Potenzial des Facebook-Phones.

Die Frage, welches sich das Marketing stellen muss, wenn ein Produkt / Dienstleistung etc. auf Facebook präsentiert werden soll, ist: “Wie schaffe ich es für die Zielgruppe interessant oder / und relevant zu sein und zu bleiben?” Klickt ein User auf “Gefällt mir”, wird dieser User an das Unternehmen gebunden, aber auch seine Friends werden auf das Unternehmen aufmerksam.

Facebook-Seiten für Unternehmen sind offen für Suchmaschinen und nicht angemeldete User. Die Reichweite geht somit weit über die Facebook-Nutzer hinaus. Verstärkt wird die Suchmaschinenrelevanz der Seite noch dadurch, dass einige Suchmaschinen soziale Netzwerke in ihre Realtime Search aufgenommen haben.

  • Grundlagen:

Um eine Seite für ein Unternehmen anzulegen kann man entweder von einem Facebookprofil ausgehen oder ein Unternehmenskonto umsetzen. Bei dem Unternehmenskonto handelt es sich um eine abgespeckte Version eines Profils, welches an eine reale Person gebunden ist. Das persönliche Facebookprofil als Start für die Erstellung einer Unternehmensseite zu nehmen, darin verstehen die Autoren die bessere Wahl.  Ein Facebookprofil ist notwendig, um in Facebook aktiv zu werden und eigene Beiträge zu teilen, zu kommentieren, “Gefällt mir” zu sagen, Gruppen zu gründen, etc… UND um erst einmal als Mensch und nicht gleich als Unternehmen aufzutreten. In Facebook-Gruppen sammeln sich User mit gemeinsamen Interesse. Hier kann man als Unternehmen seinen Kunden zuhören und etwas über deren Bedürfnisse und Motivationen erfahren. Sofern man als Unternehmen nicht zu werblich auftritt, können auch Fragen in den Gruppen seitens des Unternehmens gestellt werden.

Weiterhin weisen die Autoren daraufhin, dass ein Unternehmen “auf der Facebook-Seite [...] seine Ziele definieren [sollte], die sie mit der Facebook-Seite erreichen wollen.” (S.284) Ebenso sollte ein Unternehmen eigene bereits auf Facebook registrierte Mitarbeiter und Kollegen mit einbinden. Diese besitzen oft bereits schon Erfahrung im Umgang und Auftreten in Facebook, so dass die eigene Unternehmens-Seite von diesem Erfahrungswert profitieren kann und zudem ihren Mitarbeitern / Kollegen wahrnimmt und ihre Erfahrungen wertschätzt. Allerdings so verstehe ich und auch die Autoren nehmen die Position in ihrem Buch ein, sollte diese Mitarbeit immer auf Freiwilligkeit beruhen! In einem sogenannten Redaktionsteam können die einzelnen Mitarbeiter in einem eigenem Reiter vorgestellt werden. “Das wertet diese Person auf und nimmt sie in die Verantwortung.” (S.284) In internen Unternehmenssitzungen sollten vorher die Regeln und die Inhalte miteinander besprochen werden. Auch Guidlines helfen beiden Seiten in der Kommunikation. Euroweb Blog hat ein mögliches Muster einer solchen Guideline zur Verfügung gestellt. PR-Blogger verweist ebenso auf diese Notwendigkeit. Das Blog von Michael Ehlers hat ein paar Social Media Richtlinien gesammelt. Besonders wertvoll finde ich Thomas Hutters Blog, in dem die rechtlichen und moralischen Hintergrundgedanken, wie bspw. über Social Media Richtlinien mit aufgenommen werden.  In dem Artikel “Formate von Social Media Guidelines” und “Welche Konflikte können bei einer Nutzung eines Social Media Accounts von Firmen und Mitarbeitern entstehen?” habe ich einzelne Aspekte schon einmal aufgearbeitet.

Wesentlichste Grundlage für ein erfolgreiches Social Media Marketing auf Facebook definieren beide Autoren in der Eigenschaft des Zuhörens. Dadurch erfährt das Unternehmen, wie die potenzielle Zielgruppe miteinander kommuniziert, was sie begeistert und was sie verstört.

  • Apps:

Ein weiterer Vorteil für Unternehmen ist die große Auswahl von Applikationen und Widgets, welche der eigenen Unternehmensseite zugefügt werden können. Allerdings warnen die Autoren Unternehmen davor, nur auf Applikationen zu setzen. Applikationen können zwar kurzzeitig die Interaktivität einer Facebook-Seite steigern, jedoch sollte Hauptaugenmerk auf die Qualität der Inhalte auf der Pinnwand liegen.

  • Fans:

Die Autoren greifen auch meine Erfahrung auf, dass die Fananzahlen allein kein Maßstab für den Social Media Erfolg bei Facebook eines Unternehmens eine Rolle spielen. Relevante Fans teilen den Inhalt der Facebook-Seite mit ihren Freunden. Um diesen Prozess zu unterstützen, sollten alle in Facebook aktiven Mitarbeiter / Kollegen Fans der Seite werden. Des Weiteren sollte die Facebook-Seite auch offline bekannt gemacht werden. Viele Kunden sind mittlerweile au Facebook vertreten. Wichtige Faktoren für die Weiterempfehlung einer Seite sind die laufend aktualisierten Inhalte und Neuigkeiten, eine lebendige Community und die persönliche Ansprache. (Quelle) Begegnen Unternehmen ihren Fans mit Werbung und Ignoranz ihrer Fragen wird die Seite schnell wieder verlassen. Eine Community erwartet Inhalte, die die Fans in irgendeiner Art und Weise anspricht, so beide Autoren. Mit der Mention-Funktion (Klammeraffen – @) innerhalb eines Pinnwandeintrages und direkt angehängten Namen, kann zu der entsprechenden Seite verlinkt und somit potenzielle neue Fans gefunden werden.

Online sollte die Facebook- Seite ebenso bekannt werden, in Form der E-Mail Signatur, Newsletter, Blogs, Websites etc… Vorteilhaft ist dann der Besitz einer sogenannten Vanity-URL, einer individuellen URL, wie wir es bspw. für https://www.facebook.com/geosurfenhttps://www.facebook.com/cache4kids und https://www.facebook.com/CityCache umgesetzt haben.

(mehr Hinweise in “Follow me!”) ;)

interessante Links:

- Marketing-Take-away: Zahlen: www.socialbakers.com

- Applikation Twitter: www.facebook.com/twitter

- Auswahl an Facebook-Apps: www.applosive.de 

- Social-Media-Guidelines: www.social-media-guidelines.com

- Vinity-URL: www.facebook.com/username

 

Wie sollte sich Firmen / Vereine etc. (nicht natürliche „Personen“) auf Facebook präsentieren? (#fb #webmontag #leipzig)

Mein erster Webmontag in Leipzig ist mit einem interessanten Vortrag in den Abend gestartet. Thomas Wagner eröffnete seinen Vortrag (PDF) mit der Frage danach, wie sich Firmen und Vereine auf Facebook optimal präsentieren könnten.

Das dies notwendig erscheint, zeigen die Statistiken. Die Fachhochschule Salzburg gibt einige Zahlen wieder, aus denen das Nutzerverhalten auf Facebook ein wenig deutlicher wird.

Laut Statistik sind mehr als 30 Prozent der Anwender über 35 Jahre alt, während bei 18- bis 24-Jährigen innerhalb der vergangenen 12 Monate das größte Wachstum verzeichnet wurde.

Auf dem „Meinungs-Blog“ von Matthias Bachor berichtet er darüber, dass vor allem der App Store über Weihnachten von Facebook rasant gewachsen ist (Artikel).

Worauf sollten Firmen, Vereine etc. bei ihrer Präsentation auf Facebook achten?

Facebook gibt seine Mitgliederprofile nicht für eine kommerzielle Nutzung frei. D.h. hinter jeder Anmeldung sollte eine natürliche Person stehen. Leider kenne ich viele Beispiele, wo das nicht der Fall ist. Aufzählen möchte ich an dieser Selle aber keine. Es ist leicht auf das Fehlverhalten anderer zu zeigen ;). Eine natürliche Person kann bspw. eine Fanpage, bestehend aus einer Pinnwand, Info-Seite, Fotos, Links, Rezessionen und Diskussionen anlegen, die dann für die Darstellung der Firma, des Vereins etc. genutzt werden kann.

Das Anlegen einer Fanpage ermöglicht mehrere Administratoren. Zudem können Statistiken eingesehen werden, Fanzahlen werden nicht begrenzt und die Seite kann von Fans weiter empfohlen werden. Die Fanpage ist immer öffentlich und somit von Suchmaschinen erfassbar. Ebenso können Apps mit eingebunden werden.

Gelungen finde ich diese Umsetzung von Horst Sievert, der auf seine Fanpage zu  Senioren-Lernen-Online verweist.

Natürlich muss so ein Profil regelmäßig gepflegt werden.

Fazit:

Wieder einmal erscheint es mir intelligenter, wenn sich Firmen konstruktiv mit Neuerungen, wie bspw. Facebook (auch wenn Facebook jetzt schon 7 Jahre alt ist), auseinandersetzen, statt den Umgang zu verbieten. Doch inwieweit können sich Firmen, Vereine etc. Social Media Anwendungen entziehen / verbieten, um für ihre Zielgruppe attraktiv zu bleiben? Sicher sind Social Media Anwendungen nicht für jede Firma / Verein etc. gleichermaßen anzuwenden, sondern an das Konzept der jeweiligen Firma / Verein etc. anzupassen. Social Media Marketing und Social Media Optimization werden unabdingbarer Teil des Marketingmixes. Aus Broadcast-Marketing (Firmenbotschaften richteten sich an Gruppen) wird zunehmend Diskurs-Marketing. In den Gesprächskreisen der Kunden – in den sozialen Netzen – müssen Unternehmen präsent sein. Denn auch Nicht-Kommunikation ist eine Form der Kommunikation: Nämlich eine für die Marke negative.

 

ähnliche Artikel:  “Spielchen für Statistiker auf fanpages” (20.10.2011)

Social Games auf Facebook sind für Kinder nicht geeignet!

Einblick in meine Erfahrungen mit Social Games:

Über einen längeren Zeitraum setze ich mich im Zusammenhang mit meinem Forschungsprojekt mit den webbasierten Spielewelten auseinander. Woher dieses Interesse kommt? Wahrscheinlich wurde es von den vielen Hypes rund um die Social Games auf Facebook ausgelöst. Die ersten Monate hatte ich noch sehr aktiv mitgespielt. Langsam lässt das Interesse jedoch mehr und mehr nach. Für mich allein ist es nicht mehr interessant, ob ich meine Felder rechtzeitig ernte oder ob der zu erwartende Gewinn auf den virtuellen Feldern langsam aber stetig verrottet. Vor allem fällt mir immer auf, wie viel Zeit ich in das virtuelle Bewirtschaften stecke, die ich in andere Aktivitäten viel sinnvoller einsetzen könnte. Dabei geht es mir nicht darum, von einer produktiven Tätigkeit zur nächsten zu hasten. Mir ist der Wert des aktiven Entspannens durchaus bewusst (Aristoteles bezeichnet die Muße „scholḗ“ nicht als Untätigkeit, sondern als Bedingung all‘ derjenigen Tätigkeiten, die nicht in der Hast gelingen können, weil sie der Sammlung und Besinnung bedürfen, und um ihrer selbst vollzogen werden). Verlasse ich jedoch das Spiel mit einer negativen Emotion, kann ich für mich behaupten, dass  dieses Spiel für mich nicht die anstrebenswerte Freizeitgestaltung ist. Farmville zu verlassen, habe ich dennoch nicht vor, da ich den Aspekt des gemeinsamen Bewirtschaftens (des partizipativen Spielanteils) zum aktuellen Zeitpunkt zu mindestens faszinierend finde.

Social Games, wie sie auf Facebook zu finden sind, gehören nicht in Kinderhand:

Letztendlich hat mich der Artikel „Tipps zum sicheren Umgang mit Farmville & Co.- Kooperation mit saferinternet.at“ auf klicksafe.de zum Schreiben diesen Artikels motiviert (saferinternet.at). Da auch ich mich mittlerweile mit der „Brille: webbasierte  Perspektiven für die Förderung von Bildung bei Kindern und Jugendlichen“ durch das Web bewege, habe ich mich in den letzten Wochen mit den verschiedenen Social Games auseinander gesetzt.

Trotz langwieriger Recherche, habe ich dennoch seit ein paar Wochen keinen Artikel über die Social Games, die sich auf Facebook befinden, geschrieben. Der Gedanke, Social Games auf Facebook mit Kindern zu verbinden, war für mich letztendlich nicht logisch. Facebook sollte für Kinder (vor allem webunerfahrenen Kindern) tabu sein. Warum sollte ich also einen Artikel schreiben, indem ich zwei Themen zusammenbringe, die sich nicht so einfach miteinander verbinden dürfen? Umso überraschter war ich, als ich heute Morgen den bereits erwähnten Artikel auf Klicksafe.de entdeckt hatte, in dem Kindern Tipps zum sicheren Umgang mit Social Games auf Facebook gegeben werden. Für mich gehören beide Themenbereiche immer noch nicht zusammen und ich bin einerseits enttäuscht, dass Klicksafe.de nicht auf diesen Umstand hinweist, andererseits habe ich dennoch die Notwendigkeit dieser Verhaltensorientierung erkannt. Kinder richten in der Regel ihr Surfverhalten nicht danach aus, was für diese Zielgruppe verhältnismäßig ist und was nicht.

1. Gefahr durch die Struktur von Social Games

Besonders aufgefallen ist mir, dass es sich bei den Social Games in der Regel um vordergründig kostenlose Spiele handelt. Schnell und fast unbemerkt wird dem Spieler dabei das Gefühl vermittelt, dass seine spielinternen Fortschritte zu langsam sind und er durch den Zukauf nur kommerziell erhältlicher Güter/Tiere etc. sein Spiel attraktiver gestalten kann und somit mehr in der Wahrnehmung seiner Freunde aufsteigt. Die Währung in diesen Spielen heißt ebenso wie in anderen Teilen des Social Webs: Aufmerksamkeit. Wer eine besonders große Spielfläche (bspw. in Form eines Grundstücks) oder seltene Tiere in seinem Zoo halten kann etc. ist sich der Aufmerksamkeit seiner Freunde sicher. Zudem sammeln Kinder gerne. Für die Spielehersteller handelt es sich um ein lukratives Geschäftsmodell mit kostenfreier Einstiegsoption.

Mit zunehmendem Alter lernen Kinder komplexe Emotionen. Die Entwicklung von selbst bezogenen und sozialen Emotionen setzen gewisse kognitive Entwicklungen und ein differenziertes Emotionsverständnis voraus (Wertfein, 2006). So sind Kinder ab etwa sieben Jahren stolz darauf, wenn sie gelobt werden. Ab etwa acht Jahren können Kinder bereits erste Vergleichsmaßstäbe, die das eigene Handeln und damit die Fähigkeit eigener Leistungen eigenständig einzuschätzen, entwickeln.  Erkennen Kinder, in welchen Situationen welche Gefühle in ihnen ausgelöst werden, entwickeln sie allmählich auch ein Verständnis für die Emotionen anderer. Beobachtet ein Kind Anerkennung durch andere Kinder, weil der eine Spieler ein seltenes (nur mit realem Geld zu kaufendes) Tier in eigenem virtuellem Zoo besitzt, so ist es bemüht dieselbe Aufmerksamkeit für sich heranzuziehen, um Anerkennung zu erfahren und Teil dieser Gruppe zu werden. Befinden sich Kinder in dieser Entwicklungsstufe ist die Gefahr groß, dass sie sich den kommerziellen Angeboten bedienen, die die Spielehersteller für die Spieler bereitstellen.

Begegnen könnte man dieser Gefahr durch strukturelle Veränderungen von Social Game–Formaten, allerdings mit dem Nachteil weniger Einnahmen durch den Spielehersteller. Im Sinne der Kinder ist es dennoch förderlich die quantitativen Merkmale durch qualitative zu ersetzen. Nicht die Masse der sogenannten Freunde bringt den einzelnen Spieler im Spiel voran, sondern die Qualität der Hilfe der Freunde bzw. Spielerverbänden. Beispielsweise können Spielerkooperationen besonders seltene Artefakte/Güter/Tiere für ihr Grundstück erhalten. Die kommerziellen Links müssten natürlich vollständig aus diesem Spiel verschwinden. Zudem müsste man sich Gedanken über den Spielfaktor “Zeit” machen. Kinder sollten nicht durch äußere Anreize, bspw. der Notwendigkeit ein Feld abzuernten, zu ständigem Internetkonsum angeregt werden.

2. Gefahr durch fehlerhafte Inhaltsvermittlung von Social Games

Interessant ist ebenso, dass die Vermittlung von Inhalten wenig bzw. gar nicht stattfinden. In der nachfolgenden Grafik (Zoo Paradise) wird beispielsweise eine nicht artgerechte Tierhaltung veranschaulicht. Zebras mit Pinguinen zusammen zu halten bzw. Eisbären mit Raubkatzen in ein Gehege zu sperren, entspricht nicht einer artgerechten Haltung.

Auch Tierarten, die der Fantasie und den Märchen entspringen, entsprechen keiner realistischen Abbildung eines Zoos, wie beispielsweise Dinosaurier, feuerspeiende Drachen und Einhörner (gesehen bei Zoo World).

Um dieser Herausforderung zielgruppengerecht zu begegnen, könnten sich die Inhalte an die natürlichen Lebensverhältnisse der Abbildung orientieren. Wobei die dargestellten Inhalte zielgruppengerecht adressiert werden sollten. Was passiert beispielsweise, wenn man einen Löwen und eine Gazelle in ein gemeinsames Gehege sperrt?