Jöran ruft an: WAS IST DAS FERNUNICAMP UND GIBT ES IRGENDEINEN ZUSAMMENHANG ZUM EDUCAMP?

screenshot-2016-09-14-14-48-19

FOTO VON MARKUS DEIMAN PRIVAT UND JANA HOCHBERG CC BY 4.0

In ein paar Tagen wird das #FernUniCamp16 an der FernUniversität in Hagen stattfinden. Als Organisatoren wurden Markus und ich von Jöran in seiner kleinen PodCast-Reihe zu „Jöran ruft an“ dazu befragt:

  1. was sich hinter dem FernUniCamp verbirgt und
  2. in welchem Zusammenhang die Organisatoren oder auch das FernUniCamp zu den EduCamps stehen.

Jöran ruft an“ ist kurz, schnell und greift aktuelle Bildungsinhalte auf. Eingeleitet wird diese Folge von Jöran auf seinem Blog Jöran und Konsorten mit:

Weiterlesen

Der Anker im Kopf – Sketchnotes

Das EduCamp wird von einer intrinsisch motivierten und eigenständigen Community getragen, welche sich mit Bildungsthemen im jeweils aktuellen gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzt.

Auf dem vor wenigen Tagen stattgefundenem EduCamp in Ilmenau habe ich unter anderem die Session über Sketchnotes besucht. Hierbei kann es sich um Notizen oder Mitschriften, einer Veranstaltung oder eigener Ideen handeln. Die Besonderheit von Sketchnotes liegt in der Visualisierung. Ralf Appelt, der Sketchnotes vorstellt, redet gar von einem Anker. Über einfache Symbole lassen sich oftmals komplexe Strukturen und Prozesse erklären. Eine Hierarchisierung der Inhalte wird durch die Art der Visualisierung bestimmt. Mit Sketchnotes können Inhalte verständlicher werden und prägen sich beim Gestalter viel leichter ein, als herkömmliche Mitschriften.
Das folgende Video soll ein wenig in diese Technik einführen:

Bei Sketchnotes handelt es sich um eine mnemotechnische Technik, also eine Technik mit derer Hilfe wir uns leichter an etwas erinnern können. Eine Kombination aus Strukturen, Texten und Bildern ergibt die optimale Sketchnote und trägt dazu bei, sich zu einem späteren Zeitpunkt, viel besser an den Inhalt erinnern zu können.

Sketchnote zum Thema Podcasting auf dem #ecil12 (cc by Ralfa)

 

 

 

 

 

 

Die Vorteile der Visualisierung in Form von Sketchnotes liegen für mich in:

  • im Gegensatz zu Texten sind Sketchnotes nur selten linear strukturiert
  • unterstützen die Entwicklung neuer Ideen und Inhalte
  • eigenes Wissen kann in der Visualisierung mit dem Gehörten leichter verknüpft werden
  • wenn eine Veranstaltung doch mal wieder langweilig werden sollte, dann kann ich mich über Sketchnotes dennoch aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und somit Interesse signalisieren. Meine Aufmerksamkeit schweift nicht offensichtlich vom Vortragenden ab, sondern ich vertiefe mich durch verstärkte Visualisierungsbemühungen (wegen Langeweile) dennoch in dem Thema.
  • Sketchnotes können mittels moderner Medien, wie Tablets leicht umgesetzt werden, so dass die Verwendung von Tablets währen einer Besprechung / Workshop / Seminar nicht so ganz befremdlich beim Gegenüber ankommt und sogar deren Interesse geweckt werden kann.
  • Sketchnotes können über Papier oder Tablets umgesetzt werden.

Herausforderungen von Sketchnotes liegen für mich in:

  • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“: Wer mit zu perfektionistischen Ansprüchen an seine Sketchnotes geht, wird wohl gerade in der Anfangszeit sehr entmutigt. Wie bei einer Schrift müssen auch bei Sketchnotes erst gewisse Symbole und Zeichnungen erlernt werden. Eine eigene Handschrift muss ebenso eingeübt werden. Dafür bedarf es Geduld und die Gelassenheit, dass eigene Mit- und Aufzeichnungen nicht den Ansprüchen eines Meisterwerkes genügen müssen.
      • Wer sich über eigene Zeichnungen gar nicht an Sketchnotes herantraut, diese aber gern ausprobieren möchte, findet unter dem Verlag Neuland Aufkleber und Ähnliches, die einen bei der Erstellung unterstützen.
      • Eine Einleitung und Tutorials lassen sich zudem auf folgender Seite finden: http://www.sketchofrenzy.com/ In einfachen Schritten werden die wichtigsten Elemente zusammenfasst und geübt.
  • Um Sketchnotes anschaulich zu gestalten, sollte man sich vielleicht wieder das Mittragen einer Federtasche angewöhnen, die mit verschiedenen Dicken und Farben von Stiften gefüllt ist. Ein einfacher Kuli reicht für eine Sketchnote zwar auch aus, ist aber gerade für mich als Anfänger weniger attraktiv und die Sketchnote am Ende auch nicht immer verständlich. Ein linienfreies Zeichenbuch ist ebenfalls unterstützend.
  • Anstatt dem Vortragenden weiter zuzuhören, schweifen meine Gedanken ab. Still und leise frage ich mich, wie kann ich wohl genau diesen gerade besprochenen Prozess visualisieren? … und schwupps ist meine Aufmerksamkeit dahin

Weitere Sketchnote-Beispiele können im Flickr-Stream gefunden werden.

EduCamp – vom Aufspüren der Brüche

Stimmungsbild:

Im strahlenden Sonnenschein, jedoch fernab gut zugänglicher Infrastruktur (damit sich, wer sich auf den Campus verirren sollte, nicht so leicht davon laufen konnte ;)) wurde dieses Jahr das 10. EduCamp in seiner Geburtsstadt Ilmenau ausgetragen. Das Motto hieß „back to the roots – into the learning future!“ und ich fand diesen Ansatz der Dreiteilung „gründen.lernen.wissen“ sehr interessant und ambitioniert (bei Twitter zu finden unter: #glw12 / Webpräsenz).

  1.      Im VC-Campus trafen Investoren und Gründer zusammen,
  2.      bei dem EduCamp handelt es sich um eine Mitmachkonferenz zum Thema Bildung (barcamp) und 
  3. das Yerk ist ein Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler im Bereich Entrepreneurship.
Dieser Rollenwechsel / -tausch war für mich an diesen Tagen symptomatisch. Mit einer der letzten Sessions des EduCamps in Köln (auf Twitter zu finden unter: #ecco12) begann quasi meine Reise zu dem EduCamp in Ilmenau (auf Twitter zu finden unter: #ecil12). In dieser Session auf dem #ecco12 diskutierten die Teilgebenden über „Identität 2.0“ (Dokumentation im Piratenpad) So war ich unterwegs als:
  1.       Gründerin: geosurfen
  2.      „Alt“ – EduCamperin
  3.      Vereinsmitglied des EduCamp e.V.
  4.      Mitarbeiterin des Landesfilmdienst Sachsen e.V.
  5.      habe die Betreuung so gut es ging, von zwei Erstbesuchern übernommen
  6.      und wer weiß, was noch für Rollen ….
Es war nicht immer leicht, zwischen diesen Rollen zu wechseln. Als „Alt“ Educamperin und Vereinsmitglied wollte ich beispielsweise die Begeisterung und Leichtigkeit eines barcamps bei den „Erstis“ vermitteln. Manchmal gelang mir genau das jedoch nicht, da ich mich selbst in Diskussionen befand, die von EduCampern, welche bereits tief in einen Diskurs zur Ausgestaltung eines barcamps vorgedrungen waren, geführt wurden. Dann musste ich auch gegenüber den „Erstis“ die wahrgenommen, scheinbar aggressiven und auf jeden Fall emotionalen Stimmungen auf der Twitterwall erklären oder zurecht rücken.

Lutz Berger benannte diese auch von ihm eigens wahrgenommene Beobachtung, treffend als Brüche.

Vorbild an diesen Tagen für mich waren die Organisatoren und Helferlein des EduCamps in Ilmenau. Jederzeit reagierten sie auch Nachfragen freundlich und zeigten sich ansprechbereit. Auch für einen kleinen Plausch zwischendurch konnten sie immer wieder mal gewonnen werden.

Weiter geht es mit den Brüchen …

Was bedeutet es ein barcamp umzusetzen?

„Barcamps werden von Enthusiasten für Enthusiasten organisiert, die in einer offenen Umgebung lernen und Wissen weitergeben möchten. Es sind sehr intensive und anstrengende Veranstaltungen, alleine schon durch die Menge an Informationen die zu bewältigen ist.“ (franztoo – next generation anything: „Was ist eigentlich ein BarCamp„; 13.02.2007, by Franz Patzig,)

Die Teilnehmer strukturieren ein BarCamp mit ihren Inhalten und werden aufgrund dessen zu Teilgebern. Die Organisatoren eines BarCamps versuchen den Rahmen eines solchen Treffens zu gestalten. Gewöhnlich wurden die vergangenen EduCamps vorwiegend von Sponsoren unterstützt, das beinhaltet das zur Verfügung stellen von Räumen, Internetzugang, Mahlzeiten etc.

In diesem Zusammenhang finde ich die Regeln, die Guido in seinem Blog in die Diskussion gebracht hat, spannend:

  1. Reduziertes Drumherum. Es geht ja nur um mich und die Anderen. Komplexe Konzepte sind überflüssig. Dazu gehört auch die verwirrte Idee, das Format weiterentwickeln zu wollen. Ein Barcamp ist ein Barcamp. Die Regeln hat Felix (Link) noch einmal ins Gedächtnis gerufen.
  2. Keine thematischen Vorgaben. Die Vergabe eines Mottos bei einem Educamp ist überflüssig, es ist meist eh nicht mehr als eine leere Hülse, denn niemand will mehr einschränken, als es ein Educamp eh schon tut.
  3. Jeder Einzelne ist für das Gelingen der Veranstaltung zuständig. Meiner Meinung nach ist das Orgateam für Bereitstellung des Rahmens zuständig. Der Rahmen ist nichts anderes, als die Zeit und der Ort. Es hat sich eingebürgert mit Hilfe von Sponsoren auch noch Essen und Getränke bereit zu stellen. Das müßte aber nicht sein.
  4. Wer nicht da ist, kann auch nicht mitmachen. Klingt logisch, ist es aber nicht. Twitter, zunehmend auch Google Hangout, haben dazu geführt, das die f2f Veranstaltungen durchlässiger geworden sind und vorgaukeln, es gäbe einen Rahmen zur Partizipation von aussen. Den kann es aber nur für die Anwesenden geben, siehe Punkt 4. Tweets sind vor allem für die Teilnehmenden selbst relevant. Es sind Gesprächsanlässe.
  5. Wenn ich’s nicht mache, macht’s keiner. Wenn mir etwas nicht passt oder mir etwas fehlt, muss ich dafür sorgen, es zu ändern. Das Barcamp, und das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen des Formats, zwingt zur Übernahme der Verantwortung für den eigenen Lernprozess. Wer zu Hause vor Twitter sitzt, macht sich nur den Mund wässrig. Selbst wenn man Verantwortung für seinen Lernprozess übernehmen will, kann man das vor dem heimischen Bildschirm nur begrenzt tun, weil man auf die Hilfe der Anderen vor Ort angewiesen ist. Schnell wird da aus Beteiligung meckern.
  6. Nicht nur Antworten geben, sondern auch Fragen stellen. Wer also wissen will, wie ein Barcamp organisiert wird oder warum auf Veranstaltungen mehr gemeckert als gewertschätzt wird, kann auch dazu eine Session anbieten. Also weniger meckern und mehr fragen.
  7. Ergebnisse gibt es genauso wenig wie Lernziele. Der Konstruktivismus geht davon aus, dass nur dann gelernt wird, wenn es in die eigenen Konstrukte passt. Frei nach einer alten Heimwerkerregel möchte ich ergänzen: Und was nicht passt wird passend gemacht. Deshalb finde ich die Dokumentation in Etherpads auf einem Barcamp zwar gut, aber die anschließenden Blogbeiträge deutlich gehaltvoller. Sie erzählen von der Einpassung und weniger von gemeinsam getragenen Ergebnissen.
Allerdings warum sollte sich ein Format nicht innerhalb seiner Grenzen verändern dürfen? Warum und ab wann wird ein Format mit einigen Regeln, Verhaltenskodexen etc. belegt?

Regeln – und Verhaltenskodexe sind die Grundlage auf der sich soziale Kommunikation / Interaktion bewegen sollten. Die Regeln eines BarCamps wurden bereits 2007 von Franz Patzig vorgestellt und sind mittlerweile die Ausgangsbasis eines jeden BarCamps, egal, ob es sich dabei um ein thematisches oder allgemeines BarCamp handelt. Da sich Gesellschaft glücklicherweise mit der Zeit verändert, werden Diskussionanstösse zu Weiterentwicklungen der einstigen Regeln und Verhaltenskodexe angestoßen.

Dazu zähle ich auch das Format eines BarCamps. Vielleicht ist der Begriff der „Weiterentwicklung“ an dieser Stelle nicht der beste Begriff. Über Twitter werden mir gerade Tweet, wie von @thbernhard angezeigt:

„RT @hirnrinde Jedesmal, wenn jemand „BarCamp-Format“ und „weiterentwickeln“ in einem Satz sagt, stirbt irgendwo ein Kätzchen. #ecil12″

Die Frage ist dann tatsächlich, ob wir noch von einem BarCamp sprechen können oder dem einen anderen Namen geben müssen.

Tatsächlich werden in der Diskussion neue mögliche inhaltliche Ausgestaltungen formuliert.

  • Soll es Sponsoren geben? Wenn ja, wie ist deren Einfluss?
  • Kann ein BarCamp allein mit Spenden oder crowdfunding umgesetzt werden?
  • Sollen sich auf einem BarCamp nur Erwachsene bewegen dürfen (wegen der medialen Dokumentation)?
  • etc…
Als Bsp.:

Unser Verständnis von Schule entspricht heute auch nicht mehr den Vorstellungen des 18. Jahrhunderts. Der Rahmen und die Inhalte haben sich über die Jahrhunderte geändert. Dennoch reden wir heute immer noch von Schule. Zu viele unnötige Begrifflichkeiten können vielleicht besser auf den Inhalt und den Veränderungsprozess des Begriffs verweisen, aber auch unnötig vom eigentlichen Inhalt ablenken. Unser Vorstellung einer Schule im 21. Jh. ist auch dem dargestellten Bild des 18. Jh. längst gewichen.

Vielleicht hat auch jeder ein anderes Verständnis von einem BarCamp und auch das finde ich zulassungswürdig und total spannend, denn nur dadurch entstehen Experimente und Veränderungen, bzw. Anpassungen an aktuelle Bedürfnisse.

Ein Austausch, wie ich ihn mir wünsche ist von respektvollem Umgang und einer aktiven Wahrnehmung anderer Emotions- und Bedürfnislagen gekennzeichnet. Vielleicht ist das barcamp-Format mittlerweile schon so etabliert in einigen Kreisen, dass sich auch hier verschiedene Gruppen heraus kristallisieren, wie bspw. die Traditionalisten. Einige andere versuchen radikaler zu werden und das Konzept mit seinen Grundwerten zu verstärken, wie bspw. Birgit Rydlewski  in ihrem Blog die Gedanken um ein freies Format verstärkt herausbilden will: „Educamp. Und weiter?

Meines Erachtens ist es wichtig, dass die verschiedenen Bedürfnisse weiterhin miteinander im Gespräch bleiben, die Leistungen des Gegenüber anerkennen und den Diskurs aktiv suchen.

Ich selbst war in einer meiner vielen fluiden Teilidentitäten (Giddens, 2002) als Gründerin von geosurfen unterwegs und hatte mir bis dahin gedacht, in naher Zukunft etwas an die Community zurückzugeben, in denen ich mithelfe, dass so ein EduCamp umgesetzt werden kann. Immerhin hat mich die Community bisher schon mehrere Jahre „ertragen“ ;). Weiterhin finde ich den Gedanken spannend, einen Teil unseres Adventures dem Bildungsbereich kostenlos zukommen zu lassen, um Lernstoff spielerisch und informell vermitteln zu können. In Gesprächen mit dieser Zielgruppe auf dem EduCamp hätte ich speziell nach deren Bedürfnissen gefragt und diskutiert. Allerdings wäre wohl einer der Effekte, dass das Adventure über den Unterricht hinaus angewendet werden könnte und die Schüler_innen früher oder später zu Kunden werden. Mit der Diskussion im Hintergrund, dass sich geosurfen an der EduCamp Community bereichern will, halte ich diese Idee nicht mehr für sinnvoll. Allerdings finde ich aus der Medienbildungs-Perspektive diese Chance sehr reizvoll ….

Weiterhin schrecken wir mit destruktiven Diskussionen tatsächlich bereitwillige Spender_innen ab.

#opco11 – offenes und vernetztes Lernen

Ich rühre an dieser Stelle mal sehr heftig die Werbetrommel! Das Konzept der #opco11 und die Idee finde ich sehr spannend und immer noch mitreißend. Anhand einiger kurzer Fragen soll die Idee von OpenCourse vorgestellt werden.

 

Worum geht es? #opco11

Was ist das? Jeder wird herzlich zum OpenCourse „Zukunft des Lernens!“ eingeladen.  OpenCourse ist vernetztes Lernen, weswegen eine offene und dezentral ausgerichtete Infrastruktur angestrebt wird. Der Kurs lädt zu einem gemeinsamen Austausch von Experten, Teilnehmern und Interessierten ein.

Wer sind die Initiatoren? Dr. Jochen Robes, www.weiterbildungsblog.de, Claudia Bremer, Prof. Detlef Krömker, Ralph Müller, David Weiss, studiumdigitale, der zentralen eLearning-Einrichtung, Goethe-Universität Frankfurt/M, in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung und Schul- und Unterrichtsforschung der Goethe-Universität Frankfurt/M, Prof. Bernd Trocholepczy, und der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW)

Was ist der thematische Inhalt? Inhalte des Kurses sind aktuelle und zukünftige Trends im Bildungsbereich, die durch den Einsatz neuer Medien ermöglicht, unterstützt und vorangetrieben werden wie auch die Herausforderungen, die sich durch die Mediennutzung in unserer Gesellschaft ergeben.

Wo kann ich mich beteiligen? Die Initiatoren bieten eine Art Organisationszentrum und eine Agenda an, Sie organisieren Live-Sessions mit Experten und fassen die Diskussionen mit den Teilnehmern zusammen. Zusätzlich können die Teilnehmer noch andere kommunikative Kanäle verwenden, um ihre Gedanken und Ideen mitzuteilen. Tags und RSS-Feeds sammeln diese Beitragsschnipsel.

Wie findet die Umsetzung statt? Montags soll das Thema der Woche auf dem Blog von OpenCourse eingeleitet werden. Über Twitter werden regelmäßig Anregungen zum Thema ausgesandt. Mittwoch kann man mit dem Experten bzw. anderen Teilnehmern zum Thema per Online-Live-Session  diskutieren. Freitags wird ein Newsletter die Beiträge der zurückliegenden Woche zusammenfassen.

Wie wird die Auseinandersetzung mit dem Thema unterstützt? Für jede Woche werden Lektürevorschläge angeboten. Ziel ist es nicht alles zu lesen, sondern eine Auswahl bezüglich eigener Interessen zu treffen (aggregate). Nach der ersten thematischen Auseinandersetzung ist es vorteilhaft nach eigenen Anknüpfungspunkten und Verbindungen zu suchen und seine eigenen Beobachtungen dabei zu dokumentieren (remix). In gemeinsamen Gesprächen (feed forward) über unterschiedliche Kanäle können diese Gedanken reflektiert werden (repurpose).

#Tag-Cloud zum #echb11

Erläuterung:

Zum EduCamp in Bremen Anfang des Jahres (#echb11) wurden 1.745 Tweets mit dem Tag #echb11 verknüpft. (Im Vergleich zu Aachen waren es 1.148 Tweets (#ecac10). Der Erhebungszeitraum erstreckt sich vom 19.03.2011 – 28.03.2011. Darin enthalten sind folgende meistwiederholten Meme: (Quelle)

  • educamp (150)
  • ipad (33)
  • mlcb (30)
  • kbom11 (17)
  • larbig (17)
  • Bremen (15)
  • drmem (15)
  • ipadklasse (14)
  • lehrerbeifacebook (14)
  • hirnrinde (13)
  • vinyl (13)
  • Geniestreich (12)
  • knut (12)
  • ARG (11)
  • ff (11)
  • lernen (11)
  • medien (11)
  • Googlequiz (10)
  • ksd2011 (10)
  • LRS (10)

Dinge, die die Welt nicht braucht !? #educamp.e.V.

Das hört sich auf dem ersten Blick ein bisschen merkwürdig an.

Wo liegt das Potenzial von barcamps?

Das EduCamp ist aus der barcamp – Szene hervorgegangen. Der eigentliche Wert eines barcamps definiert sich über den Inhalt, den die Teilnehmer von sich aus mit einbringen. Das bedeutet für mich, dass zu Anfang eines jeden barcamps besonders hohe Gestaltungsmöglichkeiten für den Organisator, aber auch für die Teilnehmer vorhanden sind. Vorerst sind die Grenzen nur im eigenem Denken zu finden. Erst nach und nach werden diese Vorstellungen in ihrer Umsetzung der Realität angepasst.

Für mich besteht die herausragende Eigenschaft eines barcamps in seiner Offenheit. Am Anfang ist alles an dieser Veranstaltung offen und diejenigen, die sich einbringen wollen, geben dem jeweiligen barcamp nach und nach ein eigenes oft unverwechselbares Gesicht, wie beispielsweise die Personen des barcamps „Kirche 2.0“, welche den zweiten Tag des BarCamps mit einer Andacht begonnen haben.

Um sich nicht all` zu sehr den Zwängen der Realität anpassen zu müssen und das Potenzial eines barcamps hoch zu halten, werden in jeglicher Form offene und hierarchiefreie Formate bevorzugt. Hierbei handelt es sich um Formate, die die Teilnehmer aus den strukturalen Vorgaben ihrer Alltagswelt, die oft durch Hierarchien und anderen strukturalen Einschränkungen geprägt sind, herausholen. Natürlich sind diese Formate in der Praxis, bzw. gesellschaftlichen Realität nicht in dieser reinen Form vorzufinden. Die praktischen Umsetzungen werden vielmehr bestimmt durch feine Abstufungen dieser idealen Form.

Aus diesem Grunde bewundere ich immer wieder die Teilnehmer eines barcamps, die sich darauf einlassen, die für sich die ideale offene Form eines solchen konspirativen Zusammentreffens experimentell entdecken zu wollen. So werden neue Formate, die speziell für und von der anwesenden Ziel- und Gestaltungsgruppe entwickelt werden ausprobiert, für gut befunden und weiterhin integriert oder für nicht passend deklariert und wieder zur Seite geschoben.

Welche Strukturen könnten sich auf barcamps durchsetzen?

Das Tool „CoDaCo“ (auf „CoDaCo“ bin ich bereits in einem der letzten Artikel eingegangen) hat sich bspw. durchgesetzt, oder auch das gemeinschaftliche Festhalten der einzelnen Sessioninhalte über Openetherpad.  Nie besteht der Anspruch darin, dass alle Teilnehmer mit einer Neuerung einverstanden sein müssen. Bei barcamps ist vollkommen ausreichend, wenn sich nur eine kleine Gruppe für ein bestimmtes Format interessiert und dieses dann in ihrem Kreise umsetzt, getreu dem Motto: „Leben und Leben lassen“ Mehreres und auch unterschiedliches kann nebeneinander bestehen, solange die Grenzen und Möglichkeiten eines jeden einzelnen akzeptiert werden. Durch Zwänge allein, das erfahren wir im Alltag, werden keine Motivationen ausgelöst, durch die sich der Einzelne einbringen kann.

Warum die Bildung eines EduCamp e.V’s?

Das EduCamp ist ein spezielles barcamp, welches sich mit Themen rund um das Lernen in heutigen vorwiegend medial bestimmten Zeiten auseinandersetzt. Besonders inspirierend wirkten auf mich die bisherigen Veranstaltungsorte des EduCamps, weil sie an Universitäten bzw. Hochschulen angegliedert waren. Von diesen Orten geht für mich eine besondere Stimmung aus, die kreative Auseinandersetzungen ermöglichen. Veranstaltungsorte waren bisher:

  1. Ilmenau
  2. Berlin
  3. Ilmenau
  4. Graz
  5. Hamburg
  6. Aachen
  7. Bremen

Die Individualität der verschiedenen Austragungsorte wirkt zum einen attraktiv indem sie jeder Veranstaltung einen besonderen Charme verleiht und dabei gleichzeitig immer wieder verschiedene Zielgruppen (die sich oft in regionaler Nähe zum EduCamp befinden) anzieht, zum anderen stellt sie die Organisatoren immer wieder vor neue Herausforderungen. Ständig sich wechselnde Rahmenbedingungen auf beiden Seiten der Organisation erschweren die Durchführung eines EduCamps. Wie Thomas Bernhardt auf der mixxt-Seite des EduCamps erklärt kann mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins der organisatorische Ablauf um ein vielfaches erleichtert werden und würde zudem die Transparenz nach außen unterstützen.

„Grund war hierfür u.a. die hierdurch verbesserte organisatorische Abwicklung der EduCamps durch nicht von EduCamp zu EduCamp wechselnde Vorgaben von den ausrichtenden Universitäten und die damit auch ständig wechselnden Ansprechpartner. Dies ermöglicht nun auch die längerfristige Kooperation mit Sponsoren und Förderer und bietet somit mehr Handlungsspielraum sowohl für die beiden EduCamps pro Jahr als auch für weitere Initiativen. Für die EduCamp-Community bringt die Gründung darüberhinaus mehr Transparenz über die Aktivitäten des Vereins (z.B. über die geflossenen Gelder sowie die Ausrichtung der EduCamps selbst).“

Als EduCamp e.V. soll ein eine Seite der Organisation einen festen Orientierungspunkt für Veranstaltungsorte, Sponsoren und Förderer des EduCamps angeboten werden. Ich verstehe darunter nicht, dass jedes EduCamp nur mit dem EduCamp e.V. durchgeführt werden kann. Jeder kann, ganz im Verständnis eines barcamps, ein EduCamp auch selbständig organisieren.

Weitere Informationen:

–       Gründungsmitglieder des EduCamp e.V.`s

–       Satzung