heute auf der Spielwiese „mobiles Lernen“: interaktive Touren über GeoSurfen

Im Rahmen des Edunautennetzwerks, haben sich  Guido und GeoSurfen (Jana) vor einigen Tagen über einige Aspekte des mobilen Lernens unterhalten und wie deren Umsetzung konkret über GeoSurfen gestaltet werden könnte.

Vielen Dank für das sehr sympathische Gespräch und für die Umsetzung des Interviews, Guido 🙂

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  • 00:00 Begrüßung
  • 1:47 Vorstellung Jana
  • 07:53 Was ist mobiles Lernen?
  • 09:43 Museen und mobiles Lernen
  • 22:56 Didaktik der Kreativität
  • 27:2 mobiles Lernen auf Kindergeburtstagen
  • 29:03 Janas akademischer Backround
  • 30:25 Anatalien
  • 38:49 Die Anfänge von geosurfen
  • 50:19 Begriffsklärung
  • 56:29 Eine Tour erstellen
  • 01:03:40Spielmechanik
  • 01:09:59 Konkrete Beispiele
  • 01:35:12Abschied

Shownotes

Actionen

Danksagung

Welche Kriterien können eine virtuelle Tour für den Spieler interessant gestalten?

In diesem Artikel halte ich die für mich wichtigen Kriterien für die Umsetzung einer mobilen Tour fest. Egal, ob es sich dabei um eine klassische Geocaching-Tour (Die Dosenfischer) oder eine virtuelle Tour handelt, die mit aufwendigen weiteren digitalen Informationen aufbereitet wurde und über eine App gespielt werden kann. Eine solche App-Tour sind bspw. die Berufsrouten in Leipzig (Daniel Seitzmediale Pfade; Danilo DietschQ3 Quarter für Medien, Bildung, Abenteuer) oder auch geosurfen, in der Spieler ihre eigenen Touren erstellen können.

Eine kleine Geschichte führt in die Möglichkeiten und Kriterien von mobilen Touren ein. Danach werden in dem Absatz “mobile learning” kurz Potenziale dieses spielerischen Lernens vorgestellt, um dann im letzten Absatz die Kriterien, welche ich aus meinen Erfahrungen und Beobachtungen entwickelt habe, vorzustellen.

Szenario

Durch die nächtlichen Straßen der Innenstadt streift eine Gruppe Jugendlicher. Eine ältere Frau, die gerade am Fenster steht, wird neugierig. Lachend und überschwänglich kamen die Jugendlichen ihrem Haus immer näher, so dass sich die ältere Frau tief in ihre schweren Gardienen zurück zog. Mit einem Mal blieben sie in der Nähe des abgedunkelten Fensters stehen. Ein leichtes Schaudern lief ihren Rücken hinab, als sie einen der jungen Männer sagen hörte, dass ihre Gruppe von hier aus beobachtet wurde. Eine tiefe und blechernde Stimme forderte die jungen Männer auf nach dieser Person zu suchen.

“Hier” die Stimme war nun direkt vor ihrem Fenster. Die anderen jungen Männer wurden durch den Ausruf herbeigelockt. “Na die traut sich was”, hört sie einen anderen sagen. “Und was sollen wir nun mit ihr anfangen?” Der älteren Dame verschlug es die Sprache, bis sie mit einem Mal den Klang eines ihr sehr vertrauten Klavierstückes vor dem Fenster vernahm. Ihre Neugier siegte über die Angst und sie sah zum Fenster hinaus. Dort erkannte sie, wie einer der jungen Männer auf seinem Smartphone Klaviertasten bediente und das Stück von Clara Schumann in Ansätzen nachspielte. Ein trauriges Kopfschütteln konnte sie durch die Gruppe gehen sehen. Sie schöpfte Mut und öffnete das Fenster und die jungen Männer sahen erschrocken zu ihr auf, bis einer von ihnen wohl die Worte wiederfand. Er bat die ältere Dame um Rat, indem er ihr die Noten vorspielte und sie nach dem Namen dieses Klavierstückes befragte. Als er ihre Antwort in das Smartphone eingegeben hatte, leuchteten seine Augen auf und bedankte sich freudestrahlend bei ihr, allerdings müssten sie nun weiter ziehen.

Sie sah der Gruppe Jugendlicher lächelnd nach und wollte gerade das Fenster wieder schließen, als sie die Büste Clara Schumanns direkt neben ihrem Fenster erblickte. Sie wusste, dass unter der Büste ein paar Noten abgebildet waren. Nun musste sie über ihre eigene Fantasie lachen und griff dabei nach ihrem Schlüssel, um ihr Büro in diesem Museum für heute zu verschließen.

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mobile learning

“Ziel ist es, alltägliches Erleben und Bildung miteinander zu verweben. Wenn die Bezüge zum Gelernten im Alltag fehlen, entspricht dies zwar dem alten pädagogischen Paradigma, auf Vorrat zu lernen, jedoch nicht den im Alltag zu bewältigenden Problemstellungen. Ein Problem muss gelöst werden, wenn es vor einem liegt. Ein wesentliches Charakteristikum unseres Lebens ist, dass sich ad hoc Schwierigkeiten ergeben, die überwunden werden müssen.” schreibt Guido Brombach in seinem Artikel “Vom Geo- zum Educaching

Im Alltag stehen wir vor der täglichen Herausforderung neue Situationen / Sachverhalte einzuschätzen, um darauf reagieren zu können. Zudem hat sich das Smartphone in unserem Alltag als treuer Begleiter bewährt, um mit seiner Hilfe schnell einen Überblick oder Orientierung zu gewinnen. Die digitalen Inhalte unterschiedlichster Plattformen sind über das Smartphone fast rund um die Uhr zugänglich. Als embedded learning, also Informationen im Kontext zu erschließen, wird dieser Prozess bezeichnet, weil Orientierung ein Bestandteil des Lebens ist.

Aus diesem Grund, finde ich sind mobile Games ein idealer Ansatz diesen Lernprozess spielerisch zu unterstützen. Über mobile games werden Orte unaufdringlich zum Lerngegenstand, indem sie beispielsweise verwobene (historische, reale, fiktive etc.) Geschichten erzählen. Digitale Daten in Form von Bildern, Quellen, Audio- und Video Dateien begleiten diesen Lernprozess auf attraktive Weise.

Kriterien für eine mobile Tour:

Für jede Tour, die entworfen werden soll, bestimmen die Zielgruppe (Wer soll diese Tour spielen?) und das Ziel (Inhalt der Tour) über die Konzeption einer Tour. Das Konzept für die Tour wird dementsprechend bei der Weiterentwicklung auf folgende Kriterien abgestimmt:

(Erzählung) Soll meine Tour storytelling enthalten?

  • Eine grobe Storylinie kann im Rohentwurf der Tour erstellt werden. Die einzelnen Stationen ermöglichen dieser Storylinie einen sehr individuellen und an die Örtlichkeit angepassten Inhalt wiederzugeben. (vgl. Geschichten hinter vergessenen Mauern aus der Dokumentarfilmreihe von Enno Seifried)
  • Benötige ich einen Avatar, der den Spieler begleitet, in die Geschichte einführt, zu Orten führt, Höhepunkte , Auflösungen anbietet oder etc.?  (vgl. Artikel zu: 5 Tipps zum visuellen storytelling, PR-Blogger, Pia Kleine Wieskamp, 21.Mai 2013)
  • Nicht jede Tour bedarf jedoch einer Geschichte um die Stationen. Der Inhalt einiger Touren lässt sich manchmal klarer vermitteln, wenn direkt und klar zu den Stationen geführt wird..

(Weg) Was sind die Hauptstationen meiner Tour?

  • Wie gestaltet sich der Weg zwischen den Stationen und wie ist er zu bewältigen? Sind die Wege zwischen den Stationen zu lang, beginnt der Spieler sich zu langweilen. Weiterhin sollte der Ersteller einer Tour berücksichtigen,welche Wege sein Spieler gehen kann, um die Station zu erreichen, bzw. welche Hindernisse er zu überwinden hat. Befindet sich zwischen zwei Stationen ein Fluss, eine riesige Baustelle, eine heruntergekommene Gegend, kann es gut sein, dass der Spieler diese Tour aus Frust abbricht.
  • weg1
  • Des Weiteren beobachte ich auch immer wieder, dass Spieler ungern denselben Weg noch einmal gehen. Ergibt sich aus dem Spiel heraus keine sinnvolle Begründung, wird der Spieler an dieser stelle der Tour etwa (gefühlt) die Hälfte seiner Spielfreude verlieren.
  • weg
  • Stationen auf Fähigkeiten (Wegstrecke, Orte der Stationen) abstimmen. Sind die Wege beispielsweise zwischen zwei aufeinander folgenden Stationen zu lang, könnte man überlegen eine Art Überbrückungststation anzulegen.

(Vielfältigkeit) Wie kann ich Abwechslung in meine Tour bringen?

  • Durch das Einfügen weiterer medialer Inhalte, wie bspw. Bebilderungen oder andere Medieninhalte (Film / Audiobeitrag ), der den Inhalt an der jeweiligen Station nochmals wiedergibt, werden die Stationen abwechslungsreich und lockern das Spiel auf.  (Achtung auf Urberrechte etc.)
  • Ebenso kann eine Tour auch durch unterschiedliche Rätsel / Spiele abwechslungsreich gestaltet werden. Beobachtet habe ich auch immer wieder, dass der Ort, wo gerade hingeführt wurde, tatsächliche eine Rolle im Inhalt / Rätsel / Spiel einnehmen sollte. Aufgaben, die der Spieler leicht im Web recherchieren kann, werden bei dem Spieler nicht den Spielspaß entfalten lassen.

 (Form) Wie kann der Inhalt zusätzlich zur Vielfältigkeit ansprechend aufbereitet werden?

  • Textlänge beachten, da zu viel Text oft nicht gelesen und dann übersprungen wird.

EduCamp 2014 in Berlin, was will ich mitbringen?

Am Wochenende öffnet das EduCamp wieder seine Türe.

educamp-berlin

Diesmal wird dem EduCamp ein spannendes Format in Form eines LernLabs voran gestellt. Einen ganzen Tag will die Heinrich von Stephan Gemeinschaftsschule  nicht nur über mobiles Lernen sprechen, sondern auch mobiles Lernen in Form von webbasierten kollaborativen Plattformen und Tablets praktisch anwenden.

Die Integration einer ganzen Schule mit ihren Lehrern und Schülern, wobei auch Lehrer von außerhalb willkommen sind, finde ich großartig. Gleichzeitig bin ich darauf gespannt, welche Ergebnisse und Vorstellungen von diesem Tag mitgenommen und ins EduCamp hinein getragen werden.

Zum EduCamp selbst, möchte ich verschiedene Themen anbieten:

  • Oft rutscht man ja am früheren Nachmittag in eine kleine Phase der Müdigkeit / Erschlappung an diesen Tagen hinein. Gerne möchte ich diese Zeit für ein wenig Bewegung an der „frischen Luft“ nutzen. Dazu nutze ich ein mobile game „geosurfen„, mit dem in einer digitalen Tour (virtuelle Schnitzeljagd oder Rallye) Inhalte, wie bspw. Unterrichtseinheiten, spielerisch (verschiedene Gamification-Elemente) vermittelt werden können. Anschließend möchte ich mit euch über diese und auch weitere Anwendungsmöglichkeiten diskutieren.
  • Als zweite Session am sogenannten Qualitätssonntag, wie er in barcamp-Kreisen gern genannt wird (Bsp.: barcamp cologne 2009), will ich der Frage nachgehen, wie das Storytelling in einer virtuellen Tour (Rallye / educaching / virtuelle Schnitzeljagd) angepasst werden sollte, um begeistern zu können. Wie sollte der Aufbau sein? / Welche Elemente können integriert werden? etc…

Ich freu mich auf viele bekannte und neue Gesichter in Berlin.

 

 

 

 

 

Edunauten Netzwerktreffen

Eindrücke:
Berge türmen sich in der Umgebung auf, die ersten Vorläufer der Alpen. Die Sonne strahlt die ganze Zeit über und färbt das Laub langsam bunt. Ein Bach murmelt leise in der Nähe und lässt nichts davon erahnen, unter welchem Getöse, er nur wenige hundert Meter weiter den Bergvorsprung heruntergefallen ist.
Plötzlich kommt eine Gruppe junger Menschen um die Ecke des Gebäudes gerannt. Sie rennen mit leuchtenden Augen und wildgestikulierenden Gesten auf die zwei Personen zu, welche so eben noch die herbstliche Ruhe der Umgebung genossen haben.

Wir haben fast alles gefunden! Sogar die Zusatzaufgabe konnten wir noch lösen!“ Danach überreichen sie den beiden Wartenden ein Pad. Nur wenige Sekunden später kommt eine weitere Gruppe die Straße herauf gerannt und will auch ihr Pad dem Spielleiter überreichen. „Habt ihr denn auch die Zusatzaufgabe erfüllt?“ werden sie noch kurz vor der Abgabe gefragt. Nein, jetzt muss es schnell gehen – es sind nur noch 30 Sekunden Zeit, eh das Spielende offiziell ist. In den letzten Zentelsekunden gelingt es ihnen ein Bild abzusenden …

Hintergrund:

Das Spiel ist ein Teil der Fachtagung „Lernen mit mobilen Medien“, welche Ende September im Josefstal stattgefunden hat. Organisiert wurde die Tagung von den Edunauten. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland. geosurfen und cache4kids ist ebenso dabei, denn hier kommen die Menschen, Organisationen und Firmen zusammen, die sich aktiv mit der Weiterentwicklung mobiler Anwendungen im Bildungsbereich auseinandersetzen wollen. Eine Vernetzung der Teilnehmer wird angestrebt, um zukünftig effektiv an Projekten arbeiten zu können und um sich gegenseitig zu unterstützen. Ein sogenanntes Edunautennetzwerk, das aktuelle Themen um mobiles Lernen aufgreift, ausprobiert und reflektiert, um sie dann unter anderem im Bildungsbereich anzuwenden, soll entstehen und wachsen.

 

Themen:

Edunauten:
Ein Ziel der Edunauten, welches sie auf der Tagung vorstellen, ist die Optimierung ihres Webauftritts. Oft verstehen Besucher der Seite den Hintergrund der Edunauten nicht. Allerdings ist das, was die Edunauten anbieten können für viele Einrichtungen hilfreich, welche GPS basiertes Lernen zum Einsatz einsetzen. So sammeln sie auf der einen Seite den Inhalt, um ihn auch anderen Regionen und Interessierten zugänglich zu machen. Andererseits stellen sie auch die notwendige Technik bildungsinteressierten Einrichtungen zu kostengünstigeren Preisen zur Verfügung.

Großes und erklärtes Ziel ist die Sammlung aller Bildungsrouten Deutschlands auf einer zentralen Karte. Es existieren bereits einige liebevoll umgesetzte Bildungsrouten zu den verschiedensten Themen, wie Wasser, über Soziales Lernen  bis hin zur Geschichte von Martin Luther King, etc. Leider sind diese oftmals von öffentlichen Geldern geförderten Touren von anderen Interessierten nicht leicht auffindbar, obwohl diese Touren in den Unterricht oder anderen informellen Bildungsinhalten integriert werden könnten.

Überblick über Mobile Gaming Werkzeuge:
Weiterhin wurden auf der Tagung verschiedene Mobile Gaming Werkzeuge über ein App Casting vorgestellt und deren unterschiedlichen Ansatz- und Einsatzmöglichkeiten erörtert:

GPS Mission (Ludergosum GmbH / ehemals Orbster)
Questor (Tarent)
MIT App Inventor  (MIT / Google, Boston)
Tripventure  (sprylab, Berlin)
Stadtspielapp (Kaiserdomapp)  (Schülerprojekt)
Whereigo (Groundspeak Inc.)
Arisgames  (Kurt Squire / University of Wisconsin)
iAdventure
Totem.designer  (Fraunhofer FIT)
TidyCity  (Fraunhofer FIT)

Exot: Waldritter e.V. – Alternate Reality Game:
Alternate Reality Games (Kurform: ARG) ist ein Spiel, welches ganz bewusst zwischen den verschiedenen Realitäten wechselt. Der Spieler soll dabei konkret in gewisse Situationen gebracht werden, in denen er sich unter der Annahme, dass es sich dabei um Realität handelt, mit erlebten Ereignissen auseinandersetzt. Die Ereignisse, die in die reale Welt der Spieler hineinreichen, soll die Spielgruppe zu einem gemeinschaftlichen Handeln bewegen. Die Spieler lernen sich kennen, lösen gemeinschaftlich Rätsel und setzen sich somit mit dem Thema des Spiels sehr konkret und intensiv auseinander.
Um die fiktive mit der realen Welt so gut, wie möglich zu verschmelzen, bewirbt sich ein ARG nur selten als ein solches.
Der Waldritter e.V. kommt aus der Rollenspielszene  und organisiert solche Spiele mit wechselnden Realitäten. Die Spiele desWaldritter e.V.s sind urban. Sie verbinden Elemente einer traditionellen Stadtrallye mit Rollenspielelementen in einer dramaturgisch aufgebauten, dicht gewebten, fiktiven Geschichte / Thema.
Diese Spielart sorgte für heftige Diskussionen: Wie weit sollten Spiele betrieben werden? Wie geht der Spieler damit um, wenn Realität und Fiktionalität ineinander untrennbar verwischen? Können Spieler im Verlauf des Spiels zwischen Realität und Spiel unterscheiden? Wo liegen die moralischen Grenzen?
Interessant werden solche Projekte beispielsweise in Verbindung mit politischer Aufklärung, wie in dem Projekttitel: „Neue Wege gegen Rechts

Ausblick:

Storytelling wird immer mehr im Vordergrund stehen. Allerdings lässt sich der Spieler nicht auf jeden Inhalt ein. Versucht ein Konzern über Storytelling seine eigenen Produkte zu vermarken, kann das Spiel schnell zum Flop werden. Ein Spieler lässt sich ungern instrumentalisieren, so wie es Tchibo Ideas in dem Spiel: „den schrecklichen Plan eines Dr. Grau verhindern, der drohte alle Farben zu zerstören„.
Die Technik sollte in den Hintergrund verschwinden, gerade im Bildungsbereich sind unter anderem selbsterklärende und intuitive Anwendungen notwendig.
Menschen lernen durch praktische Erfahrungen leichter als durch theoretische Argumente. Zudem werden die Erkenntnisse viel anschaulicher, wenn diese mit einer Geschichte verbunden werden.

Die Struktur einer guter Geschichte, setzt  sich nach Jochen Mai aus mehreren Elementen zusammen:

„1. eine emotional bedeutende Ausgangssituation
2. eine (sympathische) Hauptfigur
3. einen Spannungsbogen durch Ziele und Hindernisse, die die Hauptfigur überwinden muss
4. eine erkennbare Entwicklung (Vorher-Nachher-Effekt)
5. ein auf das eigene Leben anwendbares Fazit – die Moral von der Geschichte
Gerade für den Plot am Ende gibt es noch ein paar zusätzliche Tricks. Denn der muss sitzen: Er wird am besten erinnert und ist natürlich der Höhepunkt jeder Geschichte – die Pointe:

* Verwenden Sie den Puzzle-Plot. Beschreiben Sie zunächst viele miteinander verwobene Rätsel, die Sie mit der Zeit eins ums andere auflösen, um so ein stimmiges Ganzes zu entwickeln. Für das Publikum entsteht so der größtmögliche Aha-Effekt. Denken Sie etwa an den DaVinci Code.
* Nutzen Sie den Netzwerk-Plot. Auch wenn ihre Akteure in der Geschichte zunächst scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben – mindestens eine Verbindung gibt es dennoch. Diese arbeiten Sie sukzessive heraus, und die Spannung steigt kontinuierlich.
* Arbeiten Sie mit dem Triumph-Plot. Schildern Sie, wie Sie selbst oder Ihr Protagonist zig Widerstände, Skeptiker, Widersacher, Intriganten, Feinde überwinden musste – und am Ende doch Recht und Erfolg behielt. Den späten Triumph lieben alle, weil er so gerecht wirkt.“

act!on auf der #rp12

Atmosphäre auf der #rp12:

Eine alte Industriehalle (genannt Station) sollte dieses Jahr die Gäste der re:publica begrüßen, mitten in Berlin in fußläufiger Nähe zum Technikmuseum, dem Kanal und dem Mendelssohn-Bartholdy Park gelegen.

Einen weiteren Bonus erwies uns das Wetter. Warme Sonnenstrahlen heizten den Hof der Station sommerlich auf. Zu den Gesprächen drängten die Besucher zu einem kühlen Bier und Bratwurst in den Hof.

Als Leipzigerin mit einer Affinität zum Geocachen, bin ich eine stille Bewunderin solcher Örtlichkeiten mit Geschichte, die zu einem kommunikativen und sozialen Austausch anregen. Erst vor ein paar Wochen durfte ich den Film „Geschichten hinter vergessenen Mauern“ von Enno Seifried in Leipzig in dem ehemaligen russischen Pavillon erleben.

Die Ankunft auf dem diesjährigen Gelände der re:publica zog somit von Anfang an, meine Faszination auf sich.

Bei der Station handelt es sich um einen ehemaligen Bahnhof, der 1875 für den Personalverkehr eingeweiht und 1887 aufgrund von Spannungen zwischen der Preußischen und Sächsischen Eisenbahnverwaltung  wieder eingestellt wurde.

Erst im Zuge der weiter voranschreitenden Industrialisierung in Deutschland wurde hier eine Kaiserliche Oberpostdirektion eröffnet. Nach den Angriffen im 2. Weltkrieg erreicht der Postbahnhof in Leipzig seine Blütezeit als Paketumschlagplatz.

act!on:

act!on, das Motto unter der die re:publia ausgerichtet wurde, sollte mein selbstgewählter Schwerpunkt werden, wie bspw. die Standbetreuung der @edunauten. Unter der Perspektive des Transmedia Manifestes – The Future of Storytelling versuchte ich mich durch die Hallen der re:publica zu bewegen.

Bei den Edunauten handelt es sich um ein „interdisziplinäres Netzwerk, die GPS gestützte Bildung konzipieren und sowohl in der Kinder- und Jugendarbeit, als auch in der Erwachsenenbildung durchführen. Das Ziel der Medien- und Sozialpädagogen, Informatiker und Erziehungswissenschaftler ist es, ganzheitliche Bildungsszenarien zu entwickeln, bei denen die Technik eingebettet ist und der Mensch und seine Umwelt im Mittelpunkt stehen. Dabei beraten die edunauten, vermitteln, schulen, verleihen Technik und entwickeln gerne auch für Sie GPS-Bildungsprogramme und führen diese durch.“

Netzwerk-Initiaoren der Edunauten ist unter anderem auch die Hamburger Firma geobound. Neben dem Schwerpunkt von Teambuildings und Trainings sowie Events im Rahmen von GPS- und iPad-basierten digitalen Schatzsuchen mit Firmen, bildet die Bildungsarbeit einen Schwerpunkt von GEO°BOUND. Ich hatte das Glück einen kleinen Einblick in die Konzeption und Erstellung einer iPad-basierten Tour durch Berlin beizuwohnen.

Die Möglichkeiten, welche die App bietet, fand ich beeindruckend. Die Erstellung einer solchen Tour wurde durch die App um ein wesentliches vereinfacht. Vor Ort konnte sich das Team nach passenden Stationen umsehen und diese zugleich in ihrer App festhalten. Allerdings wurden diese Stationen später noch einmal über einen Editor konkretisiert bzw. nachgearbeitet.

Beeindruckend fand ich, mit welcher Begeisterung und Neugierde die iPad-App bei den Besuchern der re:publica angekommen war.

Insgesamt wurden durch uns etwa 15 iChallenges auf der re:publica angeboten. Zurück kamen leuchtende Augen und begeisterte Berichte. Es sind diese Momente, die den eigenen Job zu etwas Besonderem gestalten! Über eine webbasierte und zugangsbeschränkte Auswertung konnten die einzelnen Teams ihre Tour noch einmal nachverfolgen. Der Weg ihres Laufs und die Art der Lösungen, mit denen sie unterschiedliche Punktzahlen an den einzelnen Stationen erreichen konnten, wurden aufgezeichnet. Dabei ging es bei den iChallenges auf der re:publica um einen Wettkampf verschiedener Teams. Die erworbenen Punkte richteten sich nach der Zeit und den Lösungen. War ein Team zuerst an einem gesuchten Ort erhielt es mehr Punkte, als das nachfolgende Team. Wurde eine Frage falsch beantwortet oder ein falscher Weg wurde eingeschlagen, konnten sogar Punkte abgezogen werden.

Durch die iChallenges wurden viele an location based learning – Interessierte auf die Edunauten aufmerksam und ich selbst erhielt eine Ahnung davon, dass das Netzwerk weit über die deutschen Grenzen hinausgehen könnte.

Natürlich ist die re:publica ein idealer Raum, um sich über parallele Entwicklungsansätze zu informieren und nach Kooperationen Ausschau zu halten, wie beispielsweise das Mobile Game Lab. Das Mobile Game Lab ist eine Gemeinschaft von Spielern, Forschern und Entwicklern Mobiler Spiele mit Sitz in Bremen. Cubodo  ist wohl eines der bekannteren Spiele, welches auf dem iPhone gespielt werden kann und von dem unter anderem schon auf dem Blog: „Master Thesis“, berichtet wurde. In diesem Spiel können virtuelle Pakete mit ihren unterschiedlichsten Inhalten (Fotos) geschaffen und transportiert werden.

Neugierig bin ich während der re:publica auch auf eyeQuest geworden. EyeQuest ist ein Location Based Service, der User in aller Welt durch die Kamera ihres Smartphones in Echtzeit miteinander verbindet. Unter dem Motto: „Was willst du sehen?“ entwickelte ein Startup eine App, die es den Benutzern ermöglicht, ortsunabhängige Anfragen nach Fotos und Videos zu stellen. Ein anderer Nutzer von eyeQuest, der sich in der Nähe des gewünschten Objektes befindet, teilt dann diese Fotos und Videos. Finanzieren soll sich das Ganze dann über ortsbasierte Werbung und kostenpflichtige Premium Accounts, die insbesondere Medienschaffenden noch weitere Möglichkeiten bieten wird.

Was ist eyeQuest?:

Interview mit den Gründern von Eyequest:

Besonders beeindruckt hat mich allerdings die App (die noch nicht im App-Store zu kaufen ist ;)) tripventure des Berliner Start-Ups sprylab (aktuell präsentieren sie sich auch nur auf facebook), eine mobile gaming engine für augmented adventure games. Diese App (AppleMarket) wurde erstmals für das iPhone, Wi-Fi und das iPad entwickelt. Der Clou an der App ist, dass virtuelle Personen über augmented reality Technik in die Geschichte integriert werden. Die nachgespielten Geschichten sollen im Levelmodus gestaltet sein. Ebenso soll das Spiel später um den Multiplayermodus und einen Communitygedanken erweitert werden.

Auch hier finde ich die Entwicklung eines webbasierten Editors spannend. Über diesen können Geschichten kreiert und später verkauft werden. Zudem soll über Lizenzsystem der Zugang zu dem Editor die bisherigen Kosten wieder einbringen. Allerdings bin ich an diesem Punkt skeptisch

der leise und ständige Hintergrund(themen)begleiter des Geocachens

Am 28.03.2012 war ich im Rahmen einer Kooperation aus *betourt und dem Mentoriat für Medienbildung zum 175. Tourismusfrühstück eingeladen. Dieses Jubiläumsfrühstück stand unter dem Motto:  „Geocaching, Bouncen, Crossgolf, Videotour…“; Leipzig auf ungewöhnlichen Wegen kennen zu lernen.

Meine Aufgabe bestand darin, Geocaching zu erklären, deren Historie kurz darzustellen und wie einzelne Elemente des Geocachens in Touristenführungen oder auch anderen Formaten integriert, bzw. ausgebaut werden können – bis hin zum educaching.

Interessiert und mit dem Gefühl nicht zu wissen, was dort auf mich zukommen würde, nahm ich diese Einladung gerne an. Ich war neugierig! Was würde vor Ort geschehen? Welche Dynamik würde in diesem Kreis ausgelöst werden?

Interessant, irgendwo schade, aber auch verständlich finde ich immer wieder Reaktionen aus den unteschiedlichen Fronten. Auf der einen Seite sitzt die Front, ich bennene sie in diesem Artikel als „traditionelle Touristenführer“ und ihr gegenüber die „tradiotionellen Geocacher“. Beiden Fronten gemeinsam ist meiner Meinung nach, leider die Emotion der Angst, den vermeintlich gewonnenen  „Boden unter ihren Füßen“ zu verlieren. Leider vermitteln sie damit experimentierfreudigen Menschen, die gern sehen, welche Möglichkeiten sich durch Erweiterungen, Zulassen, Schwerpunktverlagerungen etc… ergeben, das sie sich gegen die Community stellen oder diese gar verraten.

Aus diese Grund war ich sehr dankbar an all die Zusprüche, die mir nach dem Vortrag persönlich entgegengebracht wurden.Vielen lieben Dank 😀

In dem Leipziger Geocaching-Forum habe ich folgenden Kommentar dazu hinterlassen:

„Ein liebes Hallo in die Runde,

durch mich wurde gestern das Thema Geocaching beim Tourismusfrühstück vertreten. Dabei ging es in erster Linie darum Leipziger Touristenführen, Geocachen zu erklären. In der Vorstellung gab es genügend Gegenwehr für den möglichen Einsatz von Geocaching als Touriführung, was wohl aber daran lag, dass es eben eine nicht in bisherigen Sinne verständliche Möglichkeit ist, Leipzig zu entdecken. Die Angst vor neuen Entwicklungen (auch wenn es gar nicht so neu ist) ist eben immer allgegenwärtig. (Link zur Präsentation) Auch das sensible Thema „Lost Places“ wurde gestern angesprochen und versucht den Geocachern illegales Verhalten zu unterstellen. (Link)

Ich selbst sehe in einigen Geocaching – Elementen (Führung über Koordinaten) die wunderbare Möglichkeit, Inhalte (Geschichte, Bildung etc.) ansprechend zu vermitteln. Aus meiner Sicht handelt es sich mehr um educaching (ein gemeinsames Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks). Auch das habe ich gestern deutlich gemacht. Hier steckt viel mehr dahinter, als einfaches geocachen.
Bei CityCache / betourt (nennen wir es doch beim Namen) werden Interaktionen mit der Leipziger Bevölkerung, Verkleidungsaktionen, Zusatzbetreuungen etc. integriert. Hier soll ein Netzwerk von Leipzigern entstehen, die sich in der Tourismusbranche gegenseitig unterstützen, aber dafür bedarf es einiges an Materialaufwand …

Es existiert mittlerweile auch ein von mir unterstütztes Netzwerk , die „Edunauten„. Die hier im Vordergrund stehende Idee, educaches auf einer Plattform zu sammeln / bündeln, ist absolut notwendig. Lehrer, Erzieher an Schulen, Heimen etc… brauchen hier dringend Unterstützung ansprechende EduCaCaches zu finden und diese ohne großen Aufwand in den Unterricht zu integrieren. Ein solches Projekt versucht bspw. auch die Leipziger Notenspur umzusetzen.

Liebe Grüße Jana“