Ina: Warum bist du nach Oakland ausgewandert?

Während meines Urlaubs in San Francisco interessierte ich mich für die verschiedenen biografischen Hintergründe, warum in Deutschland Geborene nach San Francisco bzw. Umgebung zeitweise oder sogar für immer auswandern. Dazu traf ich mich mit fünf verschiedenen Personen und fragte sie nach ihren Motivationen, Wünschen und Vorbereitungen bezüglich ihrer Auswanderungsvorhaben, nach den Erfahrungen im Umgang mit der Auswanderung über die Zeit, aber auch nach den aktuellen Vorhaben.

Ich bin über jede Begegnung sehr dankbar. Ich finde es großartig, dass ich in einige Leben ein bisschen „reinsehen“ durfte. Ebenso fand ich es beeindruckend, wie spontan im doch hektischen Leben San Franciscos, sich von jeder Begegnung die Zeit für ein Treffen genommen wurde. Vielen lieben Dank.

Der nachfolgende Bericht entspricht einer subjektiven Zusammenfassung der Begegnung. Die Namen wurden abgeändert, einige Details verallgemeinert und einige Stellen etwas verzerrt, um eine Wiedererkennung mit einer realen Person zu verhindern. Ziel des Berichts besteht lediglich darin, die vielfältigen Hintergründe einer Auswanderung für mich festzuhalten und meine Leser, die an dieser Gegend „Bayarea und Silicon Valley“ interessiert sind, ein wenig daran teilhaben zu lassen. Vielleicht entstehen auf diese Weise weiterführende Impulse.


Gegen Abend fuhr ich raus, nach Oakland. Dort traf ich mich mit einer 28jährigen Frau, die erst vor sechs Wochen nach San Francisco eingewandert war. Ich war sehr neugierig, auf das, was sie mir erzählen würde. Im Gespräch erfuhr ich, dass sie bereits viele ihrer Urlaube in den USA und speziell in Kalifornien verbracht hatte. Sie hatte bereits mehrere Bundestaaten kennengelernt und findet, dass Kalifornien zu den relaxesten Gegenden in den USA gehört. Die Leute sind sehr offen und kommunikationsbereit in dieser Gegend und es fällt ihr leicht Anschluss zu finden. Dazu benutzt sie überwiegend Facebook, hier findet sie Meetups und andere Unternehmungen, denen sie sich anschließen kann.

ticketing

Weiterhin berichtete sie, dass ihre Familie von ihren Auswanderungsplänen nicht sonderlich begeistert waren. Allerdings reagierte ihre Familie schon nicht glücklich darüber, als sie in nur 45 km Entfernung zum Wohnort der Familie ein Studium aufnahm. Später, nach ihrem Abschluss des Studiums, zog es sie erst nach Stuttgart und dann weiter nach

Frankfurt/Main. Mit dem Argument, dass ihre Großeltern bald sterben könnten und sie diese dann nicht mehr ausreichend sehen könnte, versuchte die Familie sie in Deutschland zurück zuhalten. Sie selbst ließ sich von diesem Argument nicht abhalten, da sie befürchtet mit dieser Basis nie auswandern zu können, zudem bestehe auch kein entsprechender Anlass. Der Kontakt zur Familie wird über wöchentliche Telefonate (Facetime)  aufrecht erhalten und zudem hat sie in Oakland eine Unterkunft bei einem Paar gefunden, welches entfernt ein Teil der Familie ist.

Über ihren Arbeitgeber in Frankfurt war sie auf eine interne Stelle in der Nähe von San Francisco aufmerksam geworden. Sie arbeitet in einem amerikanischen Unternehmen, welches einen Ableger in Frankfurt und die Hauptbasis in Kalifornien hat. Mit der Versetzung nach Kalifornien veränderte sich somit nur ihr Team und ein kleiner Teil ihrer Aufgaben. Ihr Arbeitgeber ermöglichte ihr sogar letztes Jahr einen zweimonatigen Test-Aufenthalt in der Hauptbasis. Danach half ihr der Arbeitgeber bei der Beschaffung des Visums und er hätte ihr, wenn es notwendig gewesen wäre, vier Wochen bei der Suche nach einer Unterkunft in der Gegend unterstützt.

waiting line before an arriving train

 

Überhaupt bin ich bei ihren Schilderungen ihres Arbeitsgebers sehr neugierig geworden. Ich bin beeindruckt, welche Unterstützungen seinerseits für die eigenen Mitarbeiter*innen angeboten werden. Er beteiligt sich mit einem Viertel an der Monatskarte für ein Fitnesscenter, mit drei Viertel an der Monatskarte für den öffentlichen Verkehr, er zahlt einen Beitrag in eine Art betriebliche Rentenversicherung ein und er finanziert eine Krankenversicherung. Nur die Art der Krankenversicherung mit den unterschiedlichen Beteiligungsarten des Versicherten, bleibt ihr zur Auswahl.

In den nächsten Tagen wird sie ihren amerikanischen Führerschein nachholen, der in Kalifornien (USA?) besonders preiswert sei. Da in den USA vieles über den Führerschein abgewickelt wird, sei dies zudem sehr praktisch.

Aktuell weiß sie noch nicht, wie lange ihre Zeit in Kalifornien sein wird. Sie kann sich vorstellen für immer in die Bay Area auszuwandern, doch dazu will sie noch keine genauen Aussagen machen. Sie will die nächsten Monate abwarten und schauen, welche Erfahrungen sie hier sammelt. Dennoch weiß sie bereits jetzt, wenn in zwei Jahren ihr Arbeitsvisum verlängert werden muss wird sie zugleich eine Greencard beantragen und sei es auch nur, um den Prozess ständig neuer Visaanträge damit zukünftig abzukürzen.

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Dana: Warum bist du nach San Francisco ausgewandert?

,Während meines Urlaubs in San Francisco interessierte ich mich für die verschiedenen biografischen Hintergründe, warum in Deutschland Geborene nach San Francisco zeitweise oder sogar für immer auswandern. Dazu traf ich mich mit fünf verschiedenen Personen und fragte sie nach ihren Motivationen, Wünschen und Vorbereitungen bezüglich ihrer Auswanderungsvorhaben, nach den Erfahrungen im Umgang mit der Auswanderung über die Zeit, aber auch nach den aktuellen Vorhaben.

Ich bin über jede Begegnung sehr dankbar. Ich finde es großartig, dass ich in einige Leben ein bisschen „reinsehen“ durfte. Ebenso fand ich es beeindruckend, wie spontan im doch hektischen Leben San Franciscos, sich von jeder Begegnung die Zeit für ein Treffen genommen wurde. Vielen lieben Dank.

Der nachfolgende Bericht entspricht einer subjektiven Zusammenfassung der Begegnung. Die Namen wurden abgeändert, einige Details verallgemeinert und einige Stellen etwas verzerrt, um eine Wiedererkennung mit einer realen Person zu verhindern. Ziel des Berichts besteht lediglich darin, die vielfältigen Hintergründe einer Auswanderung für mich festzuhalten und meine Leser, die an dieser Gegend „Bay Area und Silicon Valley“ interessiert sind, ein wenig daran teilhaben zu lassen. Vielleicht entstehen auf diese Weise weiterführende Impulse.

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Next digitized profession: chef?

Erste Ideen spielen gerade damit, wie Digitalisierung im Restaurantbereich/Kochen aussehen könnten:

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1. In San Francisco gibt es ein Burgerrestaurant, wo der Burger durch digitalisierte Prozesse/Roboter gemacht wird: Bericht im SFEater

2. In Boston stellen digitalisierte Prozesse/Roboter „Bowls“ zusammen (und kochen)? Bericht in der Huffingtonpost

3. In San Franciso kocht ein Robotor Kaffee:

Natürlich spielt der Geschmack noch im mittleren Bereich und ich spürte in dem Café zweifelnde Fragen aufkommen. Schließlich wurde der Robotorarm durch zwei Mitarbeiterinnen ergänzt. Der Robotorarm holte den Kaffee und die Mitarbeiterinnen halfen den interessierten Kunden, sich mit der Bedienung zurecht zu finden und den „Erstkontakt“ zum Roboter herzustellen.
Vielleicht ist das ein interessanter Anfang 🙂

 

San Francisco: Eine Perspektive, verschiedene Tageszeiten

Micro-Klima:

San Francisco ist eine Stadt mit verschiedenen Micro-Klimazonen und Sub-Micro-Klima-Zonen. Durch die vielfältige Topographie können die Wetterbedingungen bis zu 5 Grad Celsius von Block zu Block variieren. So ist beispielsweise die San Franciso Seite der Golden Gate Bridge kälter als die Seite auf der Sausalito liegt. Die Interaktionen von unterschiedlichen Oberflächentemperaturen, Wasserströmungen und Winde, Wolkendecken, des nah gelegenen Ozeans, die verschiedenen Buchten, Parks und Hügel, etc. verursachen lokal variierende Wetterverhältnisse, Sonne, Regen, Wind, Temperaturabweichungen, etc.

Beispiel des Aufeinandertreffens verschiedener Wetterzonen

Ich bin oft auf der Market Street in der Nähe des Twitter Hauptquartiers mit Jacke auf die Straße gegangen und wurde von einem kühlen Wind in der Häuserschlucht empfangen. Ein paar Blocks die Straße zum Hafen bis zum Ferry Building hinunter, wechselte das Wetter hinüber zu einem sehr sonnigen, fast heißen Sommertag.

Perspektiven:

Ausgelöst wurde mein Interesse durch folgende Fotos, die entstanden, weil ich wissen wollte, mit welcher Geschwindigkeit sich die Schiffe im Hafen von San Francisco fort bewegen.

Ich bin aktuell so sehr an eine schnelle Abfolge von Bewegungen (Scannen von Inhalten in Texten, „immer währender“ Blick auf das Smartphone, schnell von hier nach dort kommen, …) gewöhnt, so dass ich mir nicht sicher war, ob die Schiffe im Hafen an dem Abend vorher auch schon an derselben Stelle standen oder ob sie sich etwas bewegt hatten. Ich kann mir den Zeitablauf, der einem Hafen inne wohnt, nicht vorstellen und ich habe meinem Gedächtnis nicht getraut, so dass ich mit Fotos als Dokumentationsmittel den Bewegungen des Hafens auf die Spur kommen wollte.

Ich war letztendlich über die vielfältigen Aussichten aus dem Fenster heraus, erstaunt. Anstatt etwas über den Hafen zu lernen, habe ich etwas über die schnellen Wetterveränderungen und Mikroklimate innerhalb der Stadt San Francisco gelernt.

Aachen leuchtet!

Meine neue Heimatstadt überrascht mich manchmal doch sehr. So, wie auch letztes Jahr im September!

Manchmal beklage ich ja, dass in Aachen kulturell nicht so viel angeboten wird, wie in Leipzig, die Stadt, die für alle Vergleiche herhalten muss (weil ich da herkomme) ;).

Dennoch erkenne ich immer mehr den besonderen Charakter Aachens und seiner Umgebung. Unter anderem finde ich es sehr schön, dass Aachen aufgrund der vielen Studenten über eine dynamische und moderne Seite verfügt. Die RWTH Aachen und die FH Aachen, University of Applied Science, beides Hochschulen mit technischem Schwerpunkt und sehr gutem (internationalen) Ruf, locken viele Studierende  in die Stadt (wenn auch noch (!) überwiegend männliche Studierende).

Aachen ist jedoch auch eine Stadt, deren Identitätskern bis weit in das 1. Jahrhundert zurückreicht. Bei einem meiner vielen Spaziergänge entdecke ich immer wieder Mosaiksteine dieser alten, schwertragenden und stolzen Geschichte. Da sind zum einem die alten Mauerreste  römischer Bäder, die ich in Geschäften, wie der Mayrischen Buchhandlung und DM (Drogerieladen) hinter Fussböden und Wänden aus Glas entdecke. Wie viele Menschen gehen ihren alltäglichen Einkäufen nach und können dabei „ganz nebenbei“ mit alter Geschichte in Kontakt treten?

Überall in der Stadt kann ich gerade im Winter dampfende Gullideckel entdecken, weil darunter die heißen Quellen, die Aachen ebenso als Kurort auszeichnen, entlang fließen. Es heißt, dass die Entscheidung von Karl dem Großen, Aachen als seine Residenzstadt zu wählen, unter anderem von diesen heißen Quellen beeinflußt worden ist.

Und dann … ist da natürlich das „Herz“ Aachens; in meinen Augen der Katschhof. Die mittelalterlich erscheinenden Straßen in seiner Umgebung, der an ihm grenzende Dom und das Rathaus geben dem Besucher noch heute einen ehrfürchtigen Einblick von der einstigen mächtigen Kaiserpfalz unter Karl dem Großen. Wie musste sie damals erst auf die Menschen jener Zeit gewirkt haben?

Wird Beides, Altes und Neues miteinander verbunden, kann etwas beeindruckendes entstehen, so wie letztes Jahr im September. Eine kreative und künstlerische Verbindung der schwertragenden Geschichte mit der scheinbaren Leichtigkeit aktuell entwickelter Technik. Seht aber einfach selbst, wie eine auf das Rathaus projektzierte Lichtshow die starre Oberfläche alter Gemäuer neues Leben einhaucht.

 

Weihnachten steht vor der Tür: #12von12 im Dezember

Gestern war der Zwölfte Tag im Dezember und ich wollte in diesem Monat wieder einmal an der mir sehr sympathisch erscheinenden Aktion #12von12 teilnehmen. Zwölf Bilder, die den Alltag des Zwölften des Monats wiedergeben.