Fernstudium im digitalen Zeitalter – ein Bildungsformat im Wandel! Wie könnte sich dieser Wandel gestalten?

Viele Merkmale, die Kennzeichnen von Netzwerken sind, sind keine Folge der Digitalisierung. Jedoch beschleunigt die digitale Technologie einige Merkmale von Netzwerken. (Janowitz 2015, Stalder 2017, Weber 2012, Castells 2002) Teilweise empfinde ich es schwer Digitalisierung und Netzwerke unabhängig voneinander zu betrachten. Dennoch sollte auf den Entwicklungsstrang verwiesen werden, um die Unabhängigkeit und Beeinflussung zwischen diesen beiden Clustern besser verstehen zu können.

Auf beide Begrifflichkeiten, Netzwerk und Digitalisierung, wird in diesem Blogbeitrag eingegangen und konkret auf das FernUniCamp bezogen

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Poster vorgestellt auf DGWF: Jahrestagung der AG-F 2017 in Berlin 06/2017

 

Unter dem Begriff des #vernetzten Individualismus kann eine personalisierte Vergemeinschaftung verstanden werden. Für personalisierte Verbindungen wurde der Begriff #consociality gewählt. Über Erlebnisse, Interessen, Neigungen, bzw. allgemeine Merkmale teilen verschiedene Individuen Merkmale miteinander. Die Möglichkeit, sich darüber zu verbinden oder auch verbunden zu werden ergeben ganz neue Perspektiven. Die forcierten Vernetzungsoptionen erlaubt dem Einzelne komplexere Identitäten auszubilden, die abhängig von Leidenschaft, Überzeugungen, Lebensstile, berufliche Interessen sind. Vernetzte Individuen pflegen partielle Mitgliedschaften in vielen

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Vernetzung von Studierenden und Mitarbeitenden der FernUniversität in konkreten Projekten

Netzwerken oder sozialen Gruppen und sind weniger auf eine ständige Mitgliedschaft in einer etablierten Gruppe angewiesen. In vielen Lebensbereichen und sozialen Umgebungen verschwimmen die Grenzen untereinander. Damit einher gehen neue Erwartungen und Realitäten in Bezug auf Transparenz, Verfügbarkeit und Privatsphäre der Menschen.  Der Diversitätscharakter wird durch den vernetzten Individualismus ausgeprägter und betont.

„Moving among relationships and mileus, networked individuals can fashion their own complex identities depending on their passions, beliefs, lifestyles, professional associations, work interests, hobbies, or any number of other personal characteristics (Rainie & Wellmann, S. 15)“

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„space of flow“ – Kurz-Video Produktion für Instagram (Fotocommunity)

In den digitalen Medien wird beispielsweise das social tagging, einer freien Verschlagwortung mit „consocial“ verbunden. Die bei diesem Prozess erstellten Sammlungen von Schlagwörtern werden Folksonomien genannt. Eine solche Verschlagwortung entfaltet sich auf Twitter unter einem #hashtag.

Der vernetzte Individualismus ermöglicht es einzelnen Individuen eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. Durch Technologien wird der vernetzte Individualismus forciert und verbindet die Personen direkt miteinander, anstatt, wie bisher über Institutionen oder anderen statisch angelegten Orten (Wellmann 2002). Zudem erhöhen digitale Technologie die Zugangsmöglichkeiten und die Wahlmöglichkeit ganz

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360° Umgebung des Veranstaltungsortes (holobuilder.com)

unterschiedlich ausgeprägter Netzwerke für den Einzelnen. Hierbei handelt es sich um Orte, zu Begegnungen und zum Austausch motivieren, sogenannte  #spaces of flow. Das Internet spielt dabei eine bedeutende Rolle. Vernetzte Individuen werden durch das Internet ermächtigt, ihre Vision und Stimme dem erweiterten Publikum vorzustellen und sie zu einem Teil ihrer sozialen Welt einzuladen. Die Linien zwischen Kommunikation, Information und Handlung verschwimmen dabei zunehmend, da vernetzte Personen das Internet, Mobiltelefone und soziale Netzwerke nutzen, um sofort Informationen zu erhalten und darauf zu reagieren. Weniger formal ausgeprägte Interaktionen, Peer-to-Peer Beziehungen und die Involvierung in konkrete Projekte (#Lernen an konkreten Projekten) unterstützen den Prozess des vernetzten Individualismus und ermöglichen auf diese Weise einen #kollaborativen und dezentralen Austausch. #Experimentell werden dafür immer mal wieder neue #Dienste und Plattformen, bzw. neue Technologien eingesetzt, wie bspw. die Einbindung von 360° Umgebungen zum FernUniCamp 2016, um den Veranstaltungsort bzgl. der Orientierung vorzustellen. Bewährte Konzepte, wie zum Beispiel der Blog zum FernUniCamp setzen sich über die Zeit in Form von #Educational User Experience durch.

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Mitbestimmung durch Sessiongestaltung

In einer vom vernetzten Individualismus geprägten Gesellschaft, die mit weniger Hierarchie verbunden ist, und mehr Information und lockerer Beziehungen die Netzwerke prägen, gibt es größere Unsicherheit als je zuvor (Lee Rainie und Barry Wellman, 2012). Vernetzter Individualismus bedeutet ein mehr an offenen sozialen Systemen und weniger geschlossene soziale Systeme. Teilnehmende vor Ort konnten über die Inhalte der Sessions mitbestimmen und Teilnehmende von Außen konnten diese Inhalte mitdiskutieren, womit eine #offene und partizipative Gestaltung unterstützt wurde. Unter Berücksichtigung von mobilen Formaten oder Impulsen aus dem Netzwerk bewegen sich die Teilnehmenden vorwiegend #spontan und allgegenwärtig.

 

Sketchnote: #FernUniCamp

Der Versuch mit einer Sketchnote, die wesentlichen Elemente des FernUniCamps in diesem Jahr zu erfassen 🙂

 

FernUniCamp (das Zweite)

Vom 08. bis 09. September wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto „Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking. Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktische Fernlehre diskutiert werden.

Das Motto findet sich jedoch zusätzlich im Format selbst wieder. So können Interessierte am 09. September das FernUniCamp über die Regionalzentren Berlin und Hamburg mit gestalten. An diesem Tag werden verschiedene hybride Formate zur Beteiligung und zum Austausch angeboten.

Weitere Informationen werden demnächst im Blog des FernUniCamps veröffentlicht.

Jöran ruft an: WAS IST DAS FERNUNICAMP UND GIBT ES IRGENDEINEN ZUSAMMENHANG ZUM EDUCAMP?

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FOTO VON MARKUS DEIMAN PRIVAT UND JANA HOCHBERG CC BY 4.0

In ein paar Tagen wird das #FernUniCamp16 an der FernUniversität in Hagen stattfinden. Als Organisatoren wurden Markus und ich von Jöran in seiner kleinen PodCast-Reihe zu „Jöran ruft an“ dazu befragt:

  1. was sich hinter dem FernUniCamp verbirgt und
  2. in welchem Zusammenhang die Organisatoren oder auch das FernUniCamp zu den EduCamps stehen.

Jöran ruft an“ ist kurz, schnell und greift aktuelle Bildungsinhalte auf. Eingeleitet wird diese Folge von Jöran auf seinem Blog Jöran und Konsorten mit:

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Warum fahre ich gerne auf BarCamps?

Wie bei jedem BarCamp gilt auch beim FernUniCamp (23.09./24.09.2016), rede über das BarCamp, welches du besuchen möchtest – beispielsweise auf Twitter & Co. mit dem Hashtag #FernUniCamp16.

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Ich besuche BarCamps schon seit vielen Jahren und möchte jedem diese Erfahrung empfehlen. Wenn sich die Möglichkeit anbietet, dass in der Nähe ein BarCamp besucht werden kann, ist zumindestend mein Interesse geweckt, so wie bei dem FernUniCamp, dass das Thema „Bildung und Fernlehre im digitalen Zeitalter“ in den Mittelpunkt stellt. Doch warum fahre ich gerne auf BarCamps?

  1. Ich lerne leichter Leute kennen.

Auf meinem ersten BarCamp war ich sehr überrascht wie schnell und einfach ich auf dem BarCamp Kontakt zu anderen Teilnehmern gefunden habe. Durch die typische Vorstellungsrunde am Anfang, bei der jeder zwei Sätze zu sich selbst ins Mikrofon sagen musste, war die Stimmung von Anfang an sehr locker. Außerdem steht das Netzwerken bei BarCamps im Vordergrund, während es auf Konferenzen, Tagungen und Messen eher „nebenbei“ stattfindet. Wenn dir das Knüpfen von Kontakten face to face eher schwer fällt, solltest du also mal zu einem BarCamp gehen.

  1. Ich erhalte einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in meinem Thema.

In den Sessions werden relevante und vor allem aktuelle Inhalte zu meinem Thema angesprochen. Besonders interessant finde ich zudem Best Practices, also besonders gelungene Anwendungsbeispiele anderer kennenzulernen. Auf diesem Wege erhalte ich Anregungen für eigene Projekte und zudem gleich Ansprechpartner, die mich vielleicht in einem dieser Projekte mit ihren Erfahrungen unterstützen können.

  1. Ich kann verschiedene Meinungen einholen.

Dadurch, dass die Sessions sehr frei gestaltet werden und Rückfragen und Diskussionen nicht nur erwünscht, sondern sogar oft Gegenstand der Sessions sind, ist es sehr einfach viele verschiedene Meinungen zu einem Thema einzuholen. Du kannst sogar eine eigene Session veranstalten und als Thema das Einsammeln verschiedener Meinungen zum Thema abc auswählen.

  1. Ich kann Fragen loswerden.

Ich kann ganz viele Fragen auf einem BarCamp loswerden – sei es in den Sessions, sei es in persönlichen Gesprächen mit anderen Teilnehmern. Wenn du also von einem Thema nicht so viel Ahnung hast, such dir auf dem BarCamp einen Mitstreiter!

  1. Ich kann Ideen mitnehmen.

Ein BarCamp ist ein sprudelnder Quell für Ideen. Ich verlasse ein BarCamp sehr oft mit Anregungen und Impulsen, die in meine eigenen Projekte einfliessen.

  1. Jeder kann beitragen.

Selbst eine Session abzuhalten ist die ideale Gelegenheit um

  • Meinungen einzuholen
  • Ideen einzusammeln
  • Fragen zu beantworten (Positionierung als Experte!)
  • etwas erklärt zu bekommen (kostenlos!!!)
  • eigene Produkte/Services zu vermarkten (bitte nicht zu offensiv, i.d.R. geschieht das von allein)
  • (eigene) Best Practices vorzustellen
  • Leute kennenzulernen

Sicher gibt’s noch weitere gute Gründe eine Session abzuhalten.

#FernUniCamp16: Digitalisierung und FernLehre

Am 23.09. und am 24.09.2016 will die FernUni in Hagen ein FernUniCamp anbieten. Schwerpunkt ist die Frage nach dem Einfluss der Digitalisierung in der Fernlehre. Hinter den Kulissen darf ich diese Veranstaltung mit organisieren. Zwei dieser Organisationstage habe ich über SnapChat dokumentiert und mit Hilfe von YouTube aufgezeichnet.

Und so sieht es manchmal hinter den Kulissen aus ;). Am 02.05.2016 haben wir den Trailer zum #FernUniCamp16 aufgenommen, der am Ende des Blogs bewundert!! werden kann. (Alles andere wird ignoriert ;P)

Am 02.05.2016 haben wir den Trailer zum #FernUniCamp16 aufgenommen, der am Ende des Blogs bewundert!! werden kann. (Alles andere wird ignoriert ;P).

Am 20.06.2016 habe die von der FernUniversität zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten begutachtet.

Idee des #FernUniCamp16

Bei einem BarCamp können je nach Bedarf digitale und analoge Anteile miteinander kombiniert. Die Struktur eines BarCamps greift Elemente der Digitalisierung auf. Das Besondere an einem Barcamp ist:

  1. Zentraler Bestandteil von Barcamps ist der Einsatz digitaler Elemente. Die Diskussion der Inhalte findet sowohl vor Ort als auch digital im Netz (bspw. über Twitter) statt. Ebenso erfolgt die Dokumentation (z.B. mit Etherpads) durch die Teilnehmenden digital.
  2. Den Teilnehmenden, die zu Teilgebenden eines BarCamps werden, wird Verantwortung übertragen, indem sie ihre eigenen gewünschten Inhalte auf dem BarCamp diskutieren. Deswegen wird auch von „Teilgebenden“ gesprochen.
  3. Es entspricht der Grundphilosophie eines Barcamps, alle Informationen im Internet frei zur Verfügung zu stellen.
  4. Das Konzept „Barcamp“ sieht vor alle Teilgebenden auf gleiche „Augenhöhe“ zu stellen, weswegen sich in der Regel alle auf einem Barcamp „Duzen“. Zusammen mit dem aktiven Einbinden aller Personen, entsteht auf diesem Weg ein intensiver Wissensaustausch, es werden neue Ideen generiert, gemeinsame Projekte angestoßen und Kontakte geknüpft.

Um zum gänzlich offenen Format eines BarCamps hinzuleiten, soll am 23.09.2016 mit einem bekannteren Format des Workshops und eines Kolloquiums, mit digitalen Themen, begonnen werden.

  1. Workshop, angeboten vom Digitalen Medien Service (Alexander Reinshagen): „Blick hinter die Kulissen des Audiovisuelle Zentrums an der FernUni (Studioführung) und Stop Motion Workshop mit der eigenen Smartphone-Kamera!“

Jeder am Workshop Teilgebende erhält die Chance für wenige Sekunden Erfahrungen mit der professionellen Kameraaufnahme zu sammeln, indem der über den Teleprompter angezeigten Text gesprochen wird. Des Weiteren erhalten die Teilgebenden die Möglichkeit über die Stop Motion-Technik eigene kleine einminütige Filme (150 Bilder sind das in etwa ;)) umzusetzen und dabei etwas über den Aufbau, den Aufwand und den Spaß der Produktion solcher kleinen Filme zu erfahren.

  1. Workshop, angeboten von der FernUniBibliothek (Sandra Caviola und Felix Stenert): „’Geht da noch was?’ Status Quo, Perspektiven und Grenzen der wissenschaftlichen Informationsversorgung im Kontext Fernlehre.“

Im Laufe der letzten Jahre musste sich das Profil der FernUniBibliothek im Zuge der Digitalisierung verändern. Die ersten Etappen dieses Wandels sind genommen! Welche stehen noch an? Was würdet Ihr Euch von einer wissenschaftlichen FernBibliothek erwarten? Wie würde diese aussehen, wenn ihr diese mitgestalten könntet? Mit diesen Anregungen wollen wir uns in dem Workshop nach einer kurzen Bestandsaufnahme der aktuellen Situation, mit euch austauschen.

  1. Workshop, angeboten von Eric Steinhauer: „Urheberrecht und Open Access: eine kritische Diskussion der Themen zum Wissenschaftsurheberrecht mit gesellschaftl. Folgen“

Der Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen ist für wissenschaftliche Projekte die Grundlage. Wissenschaftliche Publikationen sind jedoch kostenintensiv. Aus diesem Grunde können sich viele (Fern)Universitätsbibliotheken nicht alle gewünschten Artikel leisten. Ausschließlichkeitsrechte von Verlagen an wissenschaftlichen Inhalten sind problematisch, und durch die Möglichkeiten des Internets ist die Herstellung einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit kein verlegerisches Monopol mehr. Der Workshop versucht die Spannbreite der Problematik aufzuzeigen und mit euch zu diskutieren.

Des Weiteren wollen wir für Interessierte am 23.09.2016 ein Kolloquium anbieten, in dem Ihr Masterarbeiten oder auch Dissertationen vorstellen könnt. Im offenen Peer-Review Verfahren werden diese dann diskutiert.

Der 24.09.2016 steht unter dem Prinzip eines offenen BarCamps.