Sketchnote: #FernUniCamp

Der Versuch mit einer Sketchnote, die wesentlichen Elemente des FernUniCamps in diesem Jahr zu erfassen 🙂

 

FernUniCamp (das Zweite)

Vom 08. bis 09. September wird an der FernUniversität in Hagen unter dem Motto „Gleichschaltung oder Vielfalt? Digitalisierung in der (Fern)Lehre“ das zweite FernUniCamp stattfinden, ein offenes Format für Wissensaustausch und Networking. Im Rahmen des FernUniCamps 2017 sollen Diversity und Digitalität mit Fokus auf die hochschuldidaktische Fernlehre diskutiert werden.

Das Motto findet sich jedoch zusätzlich im Format selbst wieder. So können Interessierte am 09. September das FernUniCamp über die Regionalzentren Berlin und Hamburg mit gestalten. An diesem Tag werden verschiedene hybride Formate zur Beteiligung und zum Austausch angeboten.

Weitere Informationen werden demnächst im Blog des FernUniCamps veröffentlicht.

Jöran ruft an: WAS IST DAS FERNUNICAMP UND GIBT ES IRGENDEINEN ZUSAMMENHANG ZUM EDUCAMP?

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FOTO VON MARKUS DEIMAN PRIVAT UND JANA HOCHBERG CC BY 4.0

In ein paar Tagen wird das #FernUniCamp16 an der FernUniversität in Hagen stattfinden. Als Organisatoren wurden Markus und ich von Jöran in seiner kleinen PodCast-Reihe zu „Jöran ruft an“ dazu befragt:

  1. was sich hinter dem FernUniCamp verbirgt und
  2. in welchem Zusammenhang die Organisatoren oder auch das FernUniCamp zu den EduCamps stehen.

Jöran ruft an“ ist kurz, schnell und greift aktuelle Bildungsinhalte auf. Eingeleitet wird diese Folge von Jöran auf seinem Blog Jöran und Konsorten mit:

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Warum fahre ich gerne auf BarCamps?

Wie bei jedem BarCamp gilt auch beim FernUniCamp (23.09./24.09.2016), rede über das BarCamp, welches du besuchen möchtest – beispielsweise auf Twitter & Co. mit dem Hashtag #FernUniCamp16.

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Ich besuche BarCamps schon seit vielen Jahren und möchte jedem diese Erfahrung empfehlen. Wenn sich die Möglichkeit anbietet, dass in der Nähe ein BarCamp besucht werden kann, ist zumindestend mein Interesse geweckt, so wie bei dem FernUniCamp, dass das Thema „Bildung und Fernlehre im digitalen Zeitalter“ in den Mittelpunkt stellt. Doch warum fahre ich gerne auf BarCamps?

  1. Ich lerne leichter Leute kennen.

Auf meinem ersten BarCamp war ich sehr überrascht wie schnell und einfach ich auf dem BarCamp Kontakt zu anderen Teilnehmern gefunden habe. Durch die typische Vorstellungsrunde am Anfang, bei der jeder zwei Sätze zu sich selbst ins Mikrofon sagen musste, war die Stimmung von Anfang an sehr locker. Außerdem steht das Netzwerken bei BarCamps im Vordergrund, während es auf Konferenzen, Tagungen und Messen eher „nebenbei“ stattfindet. Wenn dir das Knüpfen von Kontakten face to face eher schwer fällt, solltest du also mal zu einem BarCamp gehen.

  1. Ich erhalte einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in meinem Thema.

In den Sessions werden relevante und vor allem aktuelle Inhalte zu meinem Thema angesprochen. Besonders interessant finde ich zudem Best Practices, also besonders gelungene Anwendungsbeispiele anderer kennenzulernen. Auf diesem Wege erhalte ich Anregungen für eigene Projekte und zudem gleich Ansprechpartner, die mich vielleicht in einem dieser Projekte mit ihren Erfahrungen unterstützen können.

  1. Ich kann verschiedene Meinungen einholen.

Dadurch, dass die Sessions sehr frei gestaltet werden und Rückfragen und Diskussionen nicht nur erwünscht, sondern sogar oft Gegenstand der Sessions sind, ist es sehr einfach viele verschiedene Meinungen zu einem Thema einzuholen. Du kannst sogar eine eigene Session veranstalten und als Thema das Einsammeln verschiedener Meinungen zum Thema abc auswählen.

  1. Ich kann Fragen loswerden.

Ich kann ganz viele Fragen auf einem BarCamp loswerden – sei es in den Sessions, sei es in persönlichen Gesprächen mit anderen Teilnehmern. Wenn du also von einem Thema nicht so viel Ahnung hast, such dir auf dem BarCamp einen Mitstreiter!

  1. Ich kann Ideen mitnehmen.

Ein BarCamp ist ein sprudelnder Quell für Ideen. Ich verlasse ein BarCamp sehr oft mit Anregungen und Impulsen, die in meine eigenen Projekte einfliessen.

  1. Jeder kann beitragen.

Selbst eine Session abzuhalten ist die ideale Gelegenheit um

  • Meinungen einzuholen
  • Ideen einzusammeln
  • Fragen zu beantworten (Positionierung als Experte!)
  • etwas erklärt zu bekommen (kostenlos!!!)
  • eigene Produkte/Services zu vermarkten (bitte nicht zu offensiv, i.d.R. geschieht das von allein)
  • (eigene) Best Practices vorzustellen
  • Leute kennenzulernen

Sicher gibt’s noch weitere gute Gründe eine Session abzuhalten.

#FernUniCamp16: Digitalisierung und FernLehre

Am 23.09. und am 24.09.2016 will die FernUni in Hagen ein FernUniCamp anbieten. Schwerpunkt ist die Frage nach dem Einfluss der Digitalisierung in der Fernlehre. Hinter den Kulissen darf ich diese Veranstaltung mit organisieren. Zwei dieser Organisationstage habe ich über SnapChat dokumentiert und mit Hilfe von YouTube aufgezeichnet.

Und so sieht es manchmal hinter den Kulissen aus ;). Am 02.05.2016 haben wir den Trailer zum #FernUniCamp16 aufgenommen, der am Ende des Blogs bewundert!! werden kann. (Alles andere wird ignoriert ;P)

Am 02.05.2016 haben wir den Trailer zum #FernUniCamp16 aufgenommen, der am Ende des Blogs bewundert!! werden kann. (Alles andere wird ignoriert ;P).

Am 20.06.2016 habe die von der FernUniversität zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten begutachtet.

Idee des #FernUniCamp16

Bei einem BarCamp können je nach Bedarf digitale und analoge Anteile miteinander kombiniert. Die Struktur eines BarCamps greift Elemente der Digitalisierung auf. Das Besondere an einem Barcamp ist:

  1. Zentraler Bestandteil von Barcamps ist der Einsatz digitaler Elemente. Die Diskussion der Inhalte findet sowohl vor Ort als auch digital im Netz (bspw. über Twitter) statt. Ebenso erfolgt die Dokumentation (z.B. mit Etherpads) durch die Teilnehmenden digital.
  2. Den Teilnehmenden, die zu Teilgebenden eines BarCamps werden, wird Verantwortung übertragen, indem sie ihre eigenen gewünschten Inhalte auf dem BarCamp diskutieren. Deswegen wird auch von „Teilgebenden“ gesprochen.
  3. Es entspricht der Grundphilosophie eines Barcamps, alle Informationen im Internet frei zur Verfügung zu stellen.
  4. Das Konzept „Barcamp“ sieht vor alle Teilgebenden auf gleiche „Augenhöhe“ zu stellen, weswegen sich in der Regel alle auf einem Barcamp „Duzen“. Zusammen mit dem aktiven Einbinden aller Personen, entsteht auf diesem Weg ein intensiver Wissensaustausch, es werden neue Ideen generiert, gemeinsame Projekte angestoßen und Kontakte geknüpft.

Um zum gänzlich offenen Format eines BarCamps hinzuleiten, soll am 23.09.2016 mit einem bekannteren Format des Workshops und eines Kolloquiums, mit digitalen Themen, begonnen werden.

  1. Workshop, angeboten vom Digitalen Medien Service (Alexander Reinshagen): „Blick hinter die Kulissen des Audiovisuelle Zentrums an der FernUni (Studioführung) und Stop Motion Workshop mit der eigenen Smartphone-Kamera!“

Jeder am Workshop Teilgebende erhält die Chance für wenige Sekunden Erfahrungen mit der professionellen Kameraaufnahme zu sammeln, indem der über den Teleprompter angezeigten Text gesprochen wird. Des Weiteren erhalten die Teilgebenden die Möglichkeit über die Stop Motion-Technik eigene kleine einminütige Filme (150 Bilder sind das in etwa ;)) umzusetzen und dabei etwas über den Aufbau, den Aufwand und den Spaß der Produktion solcher kleinen Filme zu erfahren.

  1. Workshop, angeboten von der FernUniBibliothek (Sandra Caviola und Felix Stenert): „’Geht da noch was?’ Status Quo, Perspektiven und Grenzen der wissenschaftlichen Informationsversorgung im Kontext Fernlehre.“

Im Laufe der letzten Jahre musste sich das Profil der FernUniBibliothek im Zuge der Digitalisierung verändern. Die ersten Etappen dieses Wandels sind genommen! Welche stehen noch an? Was würdet Ihr Euch von einer wissenschaftlichen FernBibliothek erwarten? Wie würde diese aussehen, wenn ihr diese mitgestalten könntet? Mit diesen Anregungen wollen wir uns in dem Workshop nach einer kurzen Bestandsaufnahme der aktuellen Situation, mit euch austauschen.

  1. Workshop, angeboten von Eric Steinhauer: „Urheberrecht und Open Access: eine kritische Diskussion der Themen zum Wissenschaftsurheberrecht mit gesellschaftl. Folgen“

Der Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen ist für wissenschaftliche Projekte die Grundlage. Wissenschaftliche Publikationen sind jedoch kostenintensiv. Aus diesem Grunde können sich viele (Fern)Universitätsbibliotheken nicht alle gewünschten Artikel leisten. Ausschließlichkeitsrechte von Verlagen an wissenschaftlichen Inhalten sind problematisch, und durch die Möglichkeiten des Internets ist die Herstellung einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit kein verlegerisches Monopol mehr. Der Workshop versucht die Spannbreite der Problematik aufzuzeigen und mit euch zu diskutieren.

Des Weiteren wollen wir für Interessierte am 23.09.2016 ein Kolloquium anbieten, in dem Ihr Masterarbeiten oder auch Dissertationen vorstellen könnt. Im offenen Peer-Review Verfahren werden diese dann diskutiert.

Der 24.09.2016 steht unter dem Prinzip eines offenen BarCamps.

 

360° Aufnahmen in der Bildung

Seit einiger Zeit bin ich von den 360° Grad Aufnahmen fasziniert. Was sich genau hinter dieser Faszination verbirgt, habe ich allerdings noch nicht verstanden. Vielleicht liegt aber auch genau darin mein Interesse für das Thema, an dem Gefühl das Potenzial, die Reichweite oder die Tiefe dieses Themas noch nicht ganz erfasst zu haben.

Was ist das: 360° Aufnahmen?

 Bilder in der Welt

Ein Bild, ein Foto, ein Ausschnitt aus der Welt verstehe ich gut (wenn auch das Abgebildete manchmal nicht). Der Erschaffer dieses Ausschnittes hat eine bestimmte Intention, ein Gefühl, einen Sinn, die Absicht unsere Aufmerksamkeit bewusst auf einen Kern zu lenken.

Da ich über einen sozial- und erziehungswissenschaftlichen Hintergrund verfüge, interessiert mich auf welche Weise Bilder Wirklichkeit präsentieren und konstruieren. Bilder verstehe ich als handlungsleitend. Besonders deutlich kann jeder an sich diesen Ansatz spüren, wenn man sich nach seinen inneren Bildern fragt. „Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor? Was willst Du erreichen?“ Bei diesen Fragen, so geht es mir jedenfalls, entstehen Bilder in meinem Kopf, die mich leiten und motivieren. Was ist nur, wenn dazu keine Bilder vor dem inneren Auge entstehen? Habe ich dann keine Ziele? Oder befinde ich mich im Moment dieser Frage in einem Zustand der Umbruches oder der Unsicherheit? Soziale Situationen und Szenarien werden in Form innerer Bilder gelernt.

Des Weiteren entstehen Bilder nicht einfach, sie werden absichtsvoll gemacht – und der Blick und die Intention des Bildproduzenten geht in sie ein. Abgebildete Details werden nur selten dem Zufall überlassen und der Produzent kontrolliert einen großen Teil der Abbildung (oder er entschließt sich absichtsvoll dazu, diese Kontrolle aufzugeben).

Bsp.: Fotografie einer Unterwasserwelt

Unterwasseraufnahme

Rundgänge in der Welt

360° Bilder verändern diese Lenkung (scheinbar oder vergrößern den Spielraum).  360° Bilder spielen mit dem Raum und sind als Bild fast unsichtbar. Ich erlebe eher den Raum, als das Bild an sich. Aus diesem Grund rede ich auch eher von „Umgebungen“. Oder ist es dasselbe?

360° Bilder werden wahrscheinlich, wie ihre Verwandten ebenso absichtsvoll umgesetzt. Dennoch glaube ich, dass sich an dieser Stelle der Prozess der Umsetzung verändert.

Screenshot aus einer 360° Umgebung:

Screenshot aus einer 360° Umgebung

App:

360° Umgebungen lassen sich mit entsprechenden Apps aufnehmen. Ich verwende sehr gerne abwechselnd die Panprama 360 App  und die in der Google Kamera enthaltende Panaroma-Funktion namens Photo Sphere.

Mit Photo Sphere lassen sich Kugelpanoramen aufnehmen, betrachten und veröffentlichen. Der Anwender macht eine Reihe von Aufnahmen, während er sich mit dem Smartphone oder Tablet um die eigene Achse dreht und das Gerät auch nach oben und unten hält, um Stück für Stück seine gesamte Umgebung abzulichten. Dabei zeigt das Interface an, welche Bereiche noch fehlen, damit der Nutzer diese leicht abfotografieren kann. Eingeblendete Hilfspunkte helfen, den überlappenden Bereich zu finden, den die App zwischen den einzelnen Aufnahmen benötigt, um die Anschlüsse zu berechnen.

Mit dem Touchscreen kann der Anwender in der erzeugten Fotoblase herum navigieren, sie von allen Winkeln aus von innen betrachten, online stellen und auch mit dem Aufnahmestandort zusammen auf Google Maps veröffentlichen. Hinweise auf Photo Sphere können auch online weitergegeben werden. Dazu stehen in der App Sharing-Funktionen für E-Mail, Google Plus, Twitter und Facebook zur Verfügung.

Es empfiehlt sich für gute Aufnahmen etwas mehr Zeit einzuplanen. Eine besondere Herausforderung finde ich, sind Abbildungen von Menschen, bzw. Aktionen, da diese über den gesamten Zeitraum einer Aufnahme (die mehrere Minuten dauern kann) nicht still halten und damit die Aufnahme verfremden.

Beispiel einer Umgebung, aufgenommen mit der App „Photo Sphere“:

Screenshot aus einer 360° Aufnahme mit App

In: https://www.holobuilder.com/app/index.html#player/6225813934440448

Kamera:

Eine 360° Kamera bietet gegenüber der App, den Vorteil mit einem einzigen Klick in Sekundenbruchteilen die gesamte Szene aufzunehmen. Bei der Ricoh Theta erfassen die beiden Kameras auf der Vorder- und Rückseite das Bild mit jeweils 180 Grad Blickwinkel, die interne Software fügt die beiden Bilder zusammen. Mein Tipp: Ich versuche die Kamera auf einem Stativ in den Raum zustellen und die Kamera drahtlos per WLAN und Smartphone auszulösen. Andernfalls habe ich stets meinen Daumen mit im Bild. Mit den entsprechenden Apps, über die diese Kamera zusätzlich bedient werden kann, kannst ich zugleich die Qualität der Aufnahme überprüfen und einstellen.

Der etwa Kugelschreiber-lange und etwas mehr als 90 Gramm leichte Kasten zeichnet ausschließlich 360-Grad-Panoramen auf – und zwar vollsphärisch. Dadurch erscheinen Aufnahmen kugelförmig, bei denen der Betrachter in jede beliebige Richtung schauen kann.

Größtes Manko der Theta ist die Bildqualität. Selbst Aufnahmen bei Tageslicht erscheinen verrauscht, unscharf und detailarm.

Beispiel einer Umgebung, aufgenommen mit einer Ricoh Theta:

Screenshot aus einer 360° Aufnahme mit der Ricoh Theta

 

 

In: https://www.holobuilder.com/app/index.html#player/6225813934440448

Plattform:

Bilder können auf den verschiedenen Plattformen und mit den verschiedenen Programmen nachbearbeitet und erweitert werden. Für 360° Umgebungen wird dies dann schon schwieriger. Gute Erfahrungen habe ich mit dem HoloBuilder gesammelt. Hier kann ich 360° Umgebungen nachbearbeiten und sogar 3D Content und andere interaktive Elemente in die 360° Umgebung integrieren. So lassen sich relativ simpel augmented und virtuelle Umgebungen kreieren.

Eine weitere schöne Anwendung der Plattform ist, dass ich meine entworfenen 360° Umgebungen über eine App auf mein Smartphone laden kann.

Mit der Möglichkeit, sich die 360° Umgebung über eine Google Cardboard anzusehen oder dem Play-Modus des HoloBuilders, in der sich die 360° Umgebung an der eigenen Blickrichtung ausrichtet, unterstützt das Gefühl in die dargestellte Umgebung einzutauschen.

wissenschaftl. Ansatz:

In der Bildinterpretation haben sich mehrere methodische Herangehensweisen der Auswertung von Bildmaterial entwickelt:

  1. biographie- und bildungstheoretische Absicht am Modell Panofskys (Marotzki/Stoetzer 2006, 15ff.)
  2. dokumentarische Methode der Bildinterpretation, die Überlegungen von Panofsky und Imdahl kombiniert und sich auf die dokumentarische Methode des Soziologen Mannheim Bezug nimmt (Bohnsack 2006)
  3. strukturalen Medienbildung: Dieser Ansatz orientiert sich ebenso an Panofskys vierstufiges Bildinterpretationsverfahren (Jörissen/Marotzki 2009).

Der Ansatz der bildungstheorethisch-strukturalen Bildinterpretation, entwickelt von Marotzki und Jörissen (2009), scheint mir für meine Interessen geeignet zu sein. Hierbei steht die Frage nach dem Bildungspotenzial medialer Bilderwelten im Vordergrund. Gelingt es uns im Umgang mit digitalen Bildern, aus diesem Umgang heraus Wissen- und Orientierung in unserer modernen Gesellschaft zu finden (Fromme/Jörissen 2010)?

Jörissen und Marotzki formulieren vier grundlegende Dimensionen lebensweltlicher Orientierung, die sie an Kants Fragen ausrichten (vgl. Jörissen/Marotzki 2009: 31f.):

  1. Was kann ich wissen?
  2. Was soll ich tun?
  3. Was darf ich hoffen?
  4. Was ist der Mensch?

Im Jahre 1939 veröffentlicht der Kunsthistoriker Erwin Panofsky seine Abhandlung „Studien der Ikonologie“.  Es enthält vier Stufen der Bildauslegung (Panofsky, 1980):

 

  • 1. Beschreibung der Objekte (prä-ikonographische Beschreibung)

 

  • rein beschreibende Identifikation der unmittelbar sichtbaren Bildgegenstände (-objekte)
  • Benennung von Phänomenen, Gegenständen, Personen, Ereignissen
  • strikte reflexive Kontrolle der kulturellen Bedeutungsgehalte
  • 2. Ordnung der Objekte (ikonolographische Analyse)
    a. Erzeugung von Bedeutungshypothesen

    • Entschlüsselung der konventionellen Bedeutung von Bildgegenständen (erfolgt kulturvariant)
    • Herstellen von Zusammenhang und Ordnung der Dinge und Personen
    • Bestimmung des ikonographischen Themas (oft die Bildunterschrift)
    • Zuführung von historischen und kulturellen Wahrnehmungs- und Thematisierungsweisen zur Reflexion
    • Herausarbeitung der kulturellen Rahmung mit raum-zeitlicher Situierung des Bildes
      b. Konstruktion von Sinnzusammenhängen
    • narrative Generierung des Sinnzusammenhanges
    • Entstehung der Bildstory mittels Herstellen kultureller Bedeutungen und sinnhafter Zusammenhänge

 

  • 3. Inszenierung der Objekte (planimetrische Komposition)

 

  • Deutung des Bildsinns als innerbildlich, Ausklammerung allen außerbildlich Illustrierenden mittels folgender Analyseaspekte:
    • Setting (Landschaft, Räume, Hintergründe etc.)
    • Farbe und Licht
    • Staging (Einstellungsgrößen, Perspektive und Komposition)

 

  • 4. bildungstheoretische Analyse der Selbst- und Weltreferenzen

 

  • Herausarbeitung des gesellschaftlichen Gehalts
  • Entschlüsselung der Selbst- und Weltreferenz mit den zugrunde liegenden Koordinaten
  • Entschlüsselung der Art und Weise der Artikulation von Gesellschaftlichem und Kulturellem im Bild im Sinne einer Zeitdiagnose aus Sicht eines Einzelnen

Quellen:

  • Marotzki, Winfried / Stoetzer, Katja In: Marotzki, Winfried; Niesyto, Horst (Hrsg.): Bildinterpretation und Bildverstehen. Methodische Ansätze aus sozialwissenschaftlicher, kunst- und medienpädagogischer Perspektive. VS Verlag Sozialwissenschaft. S. 15-44.
  • Bohnsack, Ralf (2006): Qualitative Evaluation und Handlungspraxis – Grundlagen dokumentarischer Evaluationsforschung. In: Flick, Uwe (Hrsg.) Qualitative Evaluationsforschung. Konzepte, Methoden, Umsetzungen. Reinbek: Rowohlt, S. 135-155.
  • Jörissen, Benjamin / Marotzki, Winfried (2009): Medienbildung – Eine Einführung,  Bad Heilbrunn, UTB Verlag (Klinkhardt)
  • Fromme, J & Jörissen, B. (2010). Medienbildung und Medienkompetenz: Berührungspunkte und Differenzen zweier nicht ineinander überführbarer Konzepte. In:merz 54 (2010) 5, S. 46-54.
  • Studies in Iconology. Humanistic Themes in the Art of the Renaissance. Oxford University Press, New York 1939. (erweiterte Neuausgabe Harper Torch, New York u.a. 1962. Ins Deutsche übersetzt von Dieter Schwarz: Studien zur Ikonologie. Humanistische Themen in der Kunst der Renaissance. Dumont, Köln 1980