Snapchat in der Bildung und Wissenschaft?

Kurz zusammengefasst:

Snapchat ist ein Instant-Messaging-Dienst und ist nur über die App zu verwenden (nachzulesen ist die mobile only Strategie bei Frank Tentler oder in der Session Dokumentation von der 19. BarSession in Dortmund). Darüber hinaus  ist Snapchat in einigen Punkten radikal anders als andere soziale Medien. Es gibt keine Kommentare, keine Likes und keine Timeline. Inhalte werden nicht länger als 24 h gespeichert.

Wer einem Sender Feedback geben will, schreibt ihm – privat! Inhalte bestehen aus maximal zehn Sekunden langen Filmen und Bildern, die sich mit einer Textzeile, eigenen Zeichnungen, Emojis und anderen Filter ergänzen lassen. In der Regel kann der Empfänger sie nur einmal anschauen, dann verschwinden sie.

Snapchatter übermitteln eher weniger Informationen als aktuelle Stimmungen, Eindrücke und Erlebnisse. Deshalb der hohe Stellenwert von Emojis und Zeichnungen!

… und was was kann man damit in der Bildung und Wissenschaft machen?

Snapchat in der Bildung und Wissenschaft?

Im Gespräch mit meiner Kollegin  wurde die Frage eröffnet, die mich seit dem immer wieder beschäftigt. Kann Snapchat für uns in der Bildung an der FernUni (und vielleicht allgemein für Hochschulen) interessante Ansätze bieten?

Unser aktuelles Zwischenergebnis besteht darin, dass sich die Hochschule aktuell keine Gedanken machen muss, ob sie auf Snapchat vertreten sein sollte, so wie es mit Twitter und Instagram durchaus spannend sein kann. (In ein paar Monaten könnte die Lage schon wieder anders aussehen.)

Dennoch könnte man mit Snapchat in einigen Veranstaltungen experimentieren. Mehr als andere Social Networks lädt Snapchat zum Experimentieren ein und eignet sich für Versuche.

Einige spannende Projekte laden bereits zum Beobachten ein:

  • Im Snap-Science-Tumblr werden Beispiele für Snapchat in der Wissenschaft gesammelt.
  • This Is a Science Expedition to the Rainforest… On Snapchat

  • SNPCHT WSSN #01: Der Pygmalion-Effekt

  • Snapchat Story: University of Florida’s Gator Outreach Program: Eindrücke einer Studienreise wird in wenigen Minuten wiedergegeben.

  • Miami University Snapchat Takeover: Travel Writing and Italian Film

  • Smartcities: Wir schippern in die Zukunftsstadt! (Snapchat Story)

Mehre Ansätze, Snapchat in der Kommunikation zu nutzen, scheinen durchaus interessant zu sein. Ein paar Ansätze habe ich aus den unterschiedlichen Kanälen, wie zum Beispiel dem Medienpädagogik Praxis Blog, zusammen getragen:

  • Events: Auf Snapchat könnten Studierende  aus ihren eigenen unterschiedlichen Perspektiven über eine Veranstaltung berichten.
  • Botschafter: Folgende Szenarien finde ich durchaus spannend weiter zudenken: Erstsemester berichten über ihre ersten Studienerfahrungen, Exkursionsteilnehmer von ihren Reisen. Studierende, die sich schon länger im Studium befinden, zeigen den „Neuen“ ihre Empfehlungen.
  • Transformer: Lerninhalte können kreativ in einer eigenen Snapchat Story für Kommilitonen zusammengefasst werden. Als Orientierung, wie Inhalte kreativ dargestellt werden können, ist ein Blick in Shonduras Kanal lohnenswert.
  • Feedback: Durch Chat-Kommentare sowie den Rückkanal mittels Screenshots lassen Feedback Varianten gestalten. (Hintergrund: Snapchatter einer Story erhalten einen Einblick, wie viele andere User, Screenshots von ihren Snaps gemacht haben.) So können z.B. Abstimmungen herbei geführt werden, bei denen sich die Option als gewählt herausstellt, von der die meisten Screenshots gemacht wurden.
  • Spieler: In Snaps können Elemente / Gegenstände etc. versteckt werden mit denen der Snapchatter Suchspiele und Rätsel aufbauen möchten. Eine Auflösung sollte zum Schluss gegeben werden.
  • Rollenspieler: Die täglich variierenden Filter, die sich via Selfie-Kamera direkt auf das eigene Gesicht projizieren lassen, eröffnen spielerische Freiräume für Rollenspiele. Bei intensiverer Auseinandersetzung mit den Filtern lassen sich auch komplexere Stories erzählen.
  • storytelling: Daniel Bröckerhoff arbeitet als Journalist und moderiert derzeit die Nachrichtensendung “heute+”, er gewährt bei Snapchat regelmäßig Einblicke in seinen Arbeitsalltag und nimmt seine Zuschauer mit hinter die Kulissen.

Diese Ansätze sind nicht neu und vielleicht lassen sich gerade aus diesem Grund, einige davon inspirieren? Snapchat lädt zum Experimentieren ein und die Formate sind bekannt.

„Vielleicht wird Snapchat unsere Video-Sehgewohnheiten verändern, wie das zuvor MTV und später YouTube getan haben. Neue Medienportale kreieren einen neuen Look, der sich etabliert und später als wegweisend und stilbildend wahrgenommen wird“ (aus Medienpädagogik Praxis Blog, wo am 05.04.2016 ein weiterer Artikel zu Snapchat veröffentlicht wurde).

3 thoughts on “Snapchat in der Bildung und Wissenschaft?

  1. Pingback: Geht das? SnapChat in der Bildung? | gophis mobile Rund-Reise

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