What’s wrong with this picture?

Left: Assembled school children in the Rijksmuseum, Amsterdam. Right: Assembled adults in the Louvre, Paris (Photography: Bonnie SIegler)

Left: Assembled school children in the Rijksmuseum, Amsterdam. Right: Assembled adults in the Louvre, Paris (Photography: Bonnie Siegler)

Auf dem linken Bild sind Jugendliche Besucher in dem Museum „Rijksmuseum“ in Amsterdam abgebildet. Die Jugendlichen sitzen vor Rembrandts berühmten Bild „Die Nachtwache“ (Link zur Wikipedia), aus dem Jahr 1642 und sehen in ihre Smartphones.

(Auf dem Niederlandeblog ist ein sehr schön umgesetzter Marketingflashmob zur Wiedereröffnung des Museums zu finden: Amsterdam ganz im Zeichen des Rijksmuseum, 06.04.2013)

Auf Twitter habe ich folgenden Kommentar dazu gefunden:

Vielleicht war der Kommentar nur als Aufmerksamkeitsimpuls gedacht? Sinngemäß übersetzt lautet er: „Westliche Jugendliche und ihre Bewunderung für Rembrandt“. Die Botschaft ist klar? Jugendliche spielen auf ihren Handys, während hinter ihnen eines der großen Meisterwerke der abendländischen Kunstgeschichte hängt.

In diesem Kontext ist es gut zu wissen, dass das Rijksmuseum ein modernes Museum ist, das sich an den Bedürfnissen seiner Besucher ausrichtet. Beispielsweise bietet das Museum eTickets und kostenloses WLAN an, um die Wartezeit zu verringern. „Dazu gibt es auf der sehr gut gestalteten Webseite auch noch Bilder der Sammlungen in wirklich feiner Auflösung. Nicht nur das – mit dem Rijksstudio lassen sich die Bilder auch noch herunterladen, als Reproduktion bestellen, eigene Sammlungen erstellen und es gibt sogar einen jährlichen „Remix-Wettbewerb„. (Besucherbericht auf dem Blog von Schmalenstroer im Artikel: Handys im Museum, (22.03.2015).“

Auf dem rechten Foto sind Erwachsene im Louvre vor dem berühmten Bild der „Mona Lisa“ (Link zur Wikipedia) mit ihrem Entschluss abgebildet, wie sie diesen besonderen Moment wahrnehmen wollen. Es ist fraglich, ob sie den Blick auf die Mona Lisa nur durch ihre Smartphonekamera in Form einer Dokumentation wahrgenommen haben.

Fotos lassen durchaus Rückschlüsse über den Fotografen zu, wie bspw. über ihren wirtschaftlichen und sozialen Status. Ein gutes Beispiel dafür ist auch das nachfolgende Bild, das zur Papstwahl 2013 um die Welt gegangen ist. Die Personen, die das Ereignis in diesem Moment mit ihrer Kamera festhalten, zeigen, dass sie sich einen Aufenthalt in Rom zur Papstwahl leisten konnten. Vielleicht zeigen sie zudem auch, dass sie sich mittels des „Beweisfotos“ (sofern es öffentlich von ihnen gepostet wurde), dass sie zu diesem Moment in Rom dabei waren, ihr eigenes Ego vor dieses bedeutende Ereignis stellten? Ich bin mir nicht sicher, ob Katholiken diese Umdrehung, in Form des EGOS vor Gott sogar als Gotteslästerung ansehen könnte?

papstwahl

Michael Sohn /AP (St. Peter’s Basilica at the Vatican, on March 13, 2013)

Bevor wir unseren Kindern das nächste Mal wieder in ihrem Handykonsum zurechtweisen, sollten wir uns vielleicht auch einmal selbst in unserer Vorbildsrolle kritisch überprüfen.

 

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