Pendelgeschichten: Wie beschäftige ich mich im Zug?

Meine Bahnfahrten mit sinnvollen Beschäftigungen anzureichern ist für mich gar nicht so einfach. Schon gar nicht, wenn ich früh morgens gegen sechs Uhr in den Zug steige. Dann bin ich bestenfalls eine halbe Stunde vorher aus dem Bett gefallen und bewege mich nun leicht automatisch in die Richtung des Bahnhofs. Meine Beine kennen den Weg und sie stolpern unausgeschlafen darauf los. OK, zugegebenermaßen kann ich es seit zwei Wochen kaum noch erwarten endlich morgens loszugehen, da ich entdeckt habe, dass ich auf dem Weg zum Bahnhof Ingress spielen kann. An manchen Tagen versuche ich sogar ein paar Minuten früher aus dem Haus zu kommen, da mein erster Blick frühmorgens in Ingress danach Ausschau hält, welche feindlichen oder neutralen Portale ich einnehmen könnte. Eher aufstehen werde ich deswegen nicht, eher werde ich Bewegungsabläufe optimieren. Schlaf ist mir dann doch wichtiger😉.

Spiele

Ingress

Screenshot-02-2015_Ingress

Screenshot-02-2015_Ingress

Seit dem ich allerdings weiß (und ja, liebe Ingress Spieler, ich musste erst auf Level vier kommen, um zu entdecken, dass ich fremde Tore auch attackieren und nicht nur hacken kann.), wie man gegnerische Tore attackiert, suche ich frühmorgens erst nach dem Portal über dem ich wohne und sehe nach ob es noch mir gehört. Das ist albern, aber meine verspielte Seele fühlt sich herausgefordert, diesen Eindringling zu bekämpfen. So habe ich doch gestern an die 60 Burster verbraucht, um dieses Level 8 Portal einzunehmen … und ich hab davon noch jede Menge😉.

Sitze ich dann endlich im Zug, kann ich mich nicht immer dazu motivieren, meine Fahrtzeit sinnvoll zu gestalten. Mittlerweile ist es ja auch erst kurz nach sechs Uhr und meine Gehirnzellen sind noch nicht alle wach geworden.

Oft entscheide ich mich dann erst einmal für ein (weiteres) Spiel. Die Wahl des Spieles ist abhängig von der Netzabdeckung meines Anbieters. Denn kurz vor der Grenze zu den Niederlanden hat Vodafone wohl keine Masten mehr stehen. Ich wundere mich jedes Mal, wieso ich in Deutschland auf niederländisches Netz zugreifen muss. Allerdings lohnt es sich nicht, sich darüber aufzuregen, so viel Adrenalin verkraftet meine Seele noch nicht zu dieser frühen Uhrzeit.

Allerdings finde ich dann mal Zeit den Geheimnissen der Spiele auf die Spur zu kommen, die Tausende von Spielern faszinieren.

Aktuell spiele ich, ich nenne es testen und weiß mit einem Augenzwinkern, dass ich mir damit selbst etwas vormache:

Clash of Clans

Screenshot-02-2015_Clash_of_Clans

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Insgesamt komme ich über den ganzen Tag verteilt, vielleicht auf eine Spielzeit von etwa 10 Minuten. Das liegt daran, dass man immer so lange warten muss, bis etwas fertiggestellt ist. Es sei denn man will sich für reales Geld die Zeitersparnis einkaufen. So weit ist dann aber doch nicht meine „Spielsucht“ ausgeufert.

Scrabble (Classic Word)

Screenshot-02-2015_Scrabble

Screenshot-02-2015_Scrabble

Mit Scrabble kann ich meine Gehirnzellen motivieren aufzuwachen. Auch verschiedene Sprachen kann ich mit dieser App immer wieder trainieren.

War der Arbeitstag jedoch sehr anstrengend, lasse ich das Spiel schon gerne „links liegen“.

Catan

Screenshot-02-2015-Catan

Screenshot-02-2015-Catan

Catan entspricht der digitalen APP Version des bekannten Spiels „Die Siedler von Catan“. Dieses Spiel hilft mir, mich auf die Kernthemen des Tages einzustellen bzw. den Tag zu reflektieren.

Welche Zusammenhänge zwischen dem Spielen dieses Spieles und der Fokussierung/Reflexion greifen, muss ich bei Gelegenheit recherchieren (wenn mein Datenvolumen wieder hochgestuft ist, denn das verbrauche ich seit dem ich pendle mehr als auf.)

Netzwerke

Mittlerweile bin ich wach geworden und habe neben dem Spielen auf den verschiedensten Plattformen nach den News gesehen, etwas weitergegeben, kurze Antworten geschrieben, neue Impulse hinein gegeben etc… Zu den Netzwerken zähle ich bspw.:

  • Twitter
  • Emails
  • WhatsApp
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Google+

Arbeiten

Eine ganz scharfe Trennung zwischen den hier in diesem Artikel aufgeführten Kategorien ist selten praktikabel. Gerade die Kategorie des Netzwerkes überschneidet sich zu großen Teilen mit der des Arbeitens. Aber auch aus den Spielen oder den andere Apps kann ich oft kleine Anregungen in meine Arbeit übernehmen.

Wie bspw. Junaio, Layar, Wikitude, etc…

Screenshot02-2015_Junaio

Screenshot02-2015_Junaio

Allerdings ist festzuhalten, dass konzentriertes und wertschöpfendes Arbeiten für mich im Zug nur selten möglich ist. Dazu ist der Zug zu voll und oft einfach auch zu laut. Ein paar Mal kam es schon vor, dass ich verschiedene Texte auf die Sitze vor mir (Vierersitz, kein ganzer Wagen ;)) ausbreiten konnte und mit aufgeklappten Laptop tatsächlich etwas erarbeiten konnte. Leider sitze ich den größten Teil meiner Pendelzeit in Wagen, in denen jeder Platz besetzt ist. Der Luxus, Texte auf freie Sitze vor mir zu legen, ergibt sich selten. Auch wenn Pendler kaum bis gar nicht miteinander reden (im Gegensatz zu schnatternden Nachmittags- und Wochenendreisenden) ist es für mich im Zug ungemütlich laut, um über einen längeren Zeitraum konzentriert arbeiten zu können. Das Klappern der Tastaturen einzelner Laptops, Schnarchgeräusche, ständiges Aus- und Anziehen zu den allen 5-10 minütigen Haltestellen, dumpf erklingende Musik aus den schlecht isolierten Kopfhörern, … Geräusche nehme ich früh morgens anscheinend intensiver wahr.

  • P.S. ich kenne bis heute nicht die Namen aller Stationen, an denen ich jeden Tag vorbei fahre😉
  • P.P.S. Die Idee, Grußkarten zum Versenden vorzubereiten, wie auf den Blog der Karrierebibel vorgeschlagen wird, muss ich demnächst mal ausprobieren und vl. in mein Repertoire mit einbauen.

– Aachen – Hagen (14x , 3.976 km)

– Aachen – Berlin (1x, 1240 km)

2 thoughts on “Pendelgeschichten: Wie beschäftige ich mich im Zug?

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