Neudefinition – Was bleibt? Die Neugier auf diese Welt, aber die Standorte ändern sich!

persönliches Lernnetzwerk

persönliches Lernnetzwerk

Der letzte Blogeintrag ist nun schon eine Weile (mehrere Monate) her.Nicht ohne Grund, denn in dieser Zeit hat sich bei mir einiges getan!

Diese Veränderungen haben aufgrund ihrer Größe zwingendermaßen große und schnelle Auswirkungen auf die Gestaltung meines Selbst. Aus diesem Grunde fiel es mir schwer Artikel zu schreiben, da ich nicht mehr wusste, von welchem Standpunkt ich ausgehen sollte. Auch jetzt nutze ich diesen Blogeintrag dazu mit der neuen Standortbestimmung endlich anzufangen.

Was hat sich getan?

1. Entscheidung: Ich habe mich dazu entschieden, meine Dissertationsvorhaben vorerst „auf Eis zu legen“. Der Entschluss fiel mir schwer, aber ich musste einsehen, dass der Aufbau eines Unternehmens, sich nicht mit diesem Vorhaben vereinbaren ließ. Ich hoffe auf später, wenn das Unternehmen von selbst läuft (;)), mein Dissertationsvorhaben neu aufnehmen zu können.

2. Entscheidung: Den Schwerpunkt meiner Selbständigkeit habe ich verlagert. War ich vorher noch viel als Medienpädagogin an Schulen, Vereinen, zu Kindergeburtstagen und anderen Jugend- und Kindereinrichtungen unterwegs, so stecke ich jetzt meine Kraft in den Aufbau eines Startups. Durch die Streuung meiner Tätigkeiten (educaching, Elternabende zu sozialen Netzwerken, Workshops zu Cybermobbing, Weiterbildungen in der Anwendung von Suchmaschinen etc. , also fast klassische medienpädagogische Arbeit) hatte ich gehofft, schlechte Tage mit anderen Aufträgen ausgleichen zu können. Von daher hoffe ich, dass es die richtige Entscheidung ist, sich auf ein Projekt zu konzentrieren. Wichtig ist diese Konzentration daher, um gezielter und effektiver das Startup umsetzen zu können. Denn aufgrund anderer Aufträge kleckerte das Startup in den letzten Wochen eher vor sich hin.

3. Entscheidung: Der geografische Standort hat sich um mehrere hundert Kilometer verlagert.

4. Entscheidung: Meine Haarfarbe hat sich geändert, aber das war eher Zufall😉

bildungstheoretischer Hintergrund

Mit diesen Veränderungen, schweifen meine Gedanken um die Auswirkungen dieser Änderungen auf mich selbst. Lothar Krappmann  (Philosoph und Soziologe) stellt fest, dass sich die eigene Identität durch Interaktionen mit seiner Umwelt, in jeder Situation verändert.
Bei meinem Besuch auf der diesjährigen re:publica  (#rp13) werde ich durch die Session von @lisarosa  „Lernen lernen lernen mit dem persönlichen Lernnetzwerk. Wie im digitalen Zeitalter eigensinnig und gemeinsam gelernt wird.“ (Eine Zusammenfassung der Session findet man auf ihrem Blog: shiftingschool) ermutigt, mich nach meinem neuen Lernnetzwerk zu fragen. Lisa Rosas Vortrag setzt sich allgemein mit den Veränderungen des Lernens auseinander. Unser Lernen heute orientiert sich an Netzprinzipien (offen, überall, immer, verknüpft, multiperspektivisch-intersubjektiv, selbstgesteuert, personalisiert).

Lisa Rosa greift auf den Kulturanthroplogen Michael Wesch zurück, der zu verstehen gab, dass in einer Welt mit unendlichen Informationen, der Mensch im Lernprozess immer erst nach dem „Warum“ fragen sollte. „Warum soll ich das lernen? “ Nachdem er sich darüber klar geworden ist und das Warum als Lernziel (Sinn) definiert hat, kann der Lernende nach dem „Wie“ fragen. „Wie kann ich das Lernziel erreichen?“, bevor er sich mit den konkreten Inhalten, dem „Was“ auseinandersetzt.
Drei Komponenten des Lernens sind nach Lisa Rosa heute notwendig. Ich habe diese Komponenten in der Abbildung meines eigenen persönlichen Lernnetzwerkes mitaufgegriffen:

1. Interiorisieren = sammeln und verarbeiten = verstehen

Um mein Wissen ständig in Frage und in neuen Kontexten zustellen, muss ich mein Wissen interiorisieren. Wissen bzw. Informationen verinnerliche ich mir, wenn ich mich in einem sich ständig wiederholendem Prozess mich mit ihnen in neuen Kontexten auseinandersetze. Hierbei helfen mir technische Tools, in denen ich Informationen und Wissen, wie in Feed-Reader, Videokanäle, Social Bookmarking, Dropbox, Evernote etc. sammeln und verarbeiten kann.

2. Exteriorisieren = produzieren und publizieren = konstruieren

Wissen immer wieder in neuen Kontexten zu stellen und daraus zu lernen ist von prozesshaften Charakter. Dabei kann die Wissensaneignung nie abgeschlossen sein. Neue Kontexte stellen erworbenes Wissen wieder neu in Frage und vor neuen Herausforderungen. Hierbei helfen mir Tools, ‚Momentaufnahmen‘ des eigenen Wissens in diesem prozesshaften Vorgehen für spätere weiterführende Reflektionen festzuhalten, wie bspw. in einem Blog, Wiki, YouTube, Flickr, Slidshare, Prezi, etc.

3. Dialog = teilen und zusammenfassen = vernetzen

In einem permanenten Austausch erfährt Wissen eine Öffnung nach außen. Wissen wird von anderen in neue Kontexte gestellt und geprüft. In einem Austausch wird Wissen erweitert. Mit der Auseinandersetzung der Erweiterung werden neue Kompetenzen in dem Prozess des Exteriorierens und Interiorisierens erlernt.

(P.S. Ich glaube während des Schreibens festzustellen, dass Lernen und Informationen / Wissen noch viel deutlicher voneinander getrennt werden müssten.)

Zusammenfassende Aussagen:

  • Lernplattformen werden sozial.
  • Lernen wird als sozialer Prozess betrachtet.
  • Im Lernprozess setzt man sich mit seiner Umwelt auseinander.
  • Ein Lernprozess besteht aus Interaktionen mit anderen Personen.
  • Die Lernumgebung ist nach außen geöffnet und selbstbestimmbar.

PLN / PLE

Vor 1 ½ Jahren entwarf ich schon einmal eine PLE. In der erneuten Auseinandersetzung mit ihr und in dem Zusammenhang der Reflexion, welche Auswirkungen die aufgeführten Veränderungen auf mein Blog haben, muss ich der Kritik von Jochen Robes (aufgeführt in seinem Weiterbildungsblog im Artikel vom 19.12.2012 „ Some Observations on PLE Diagrams„) zustimmen. Sein Artikel beruht auf den gleichnamigen Artikel des Blogs edtechpost.ca . Meine bisherige PLE war Toolorientiert. Es fehlten die Methoden bzw. Instrumente, sich dem gewünschtem Ziel zu nähern oder Lernpfade zu identifizieren.
Das Ziel definiere ich neu. Der Schwerpunkt meines Lernens sollen zukünftig Themen rund um die mobile Rundreise sein. Dazu zählen nicht nur Themen aus dem mobilen Entwicklungsbereich, sondern auch das eigene „Unterwegssein“. Ich kann mir vorstellen über diese Themen in Form von Fotos, Berichten, Anekdoten, Videos, Interviews und Netzwerken, mich mitzuteilen.

Ich bin gespannt🙂

Empfehlung: Veränderung der Gesellschaft (Lernansätze) nach Günther Dücks Vortrag auf der re:publica

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