„Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich“

Aus aktuellem Anlass setze ich mich seit einigen Wochen mit der Idee des Carsharings mit der Nachbarschaft auseinander und scheine dabei ganz unbewusst einem aktuellen Trend zu folgen. Immer mehr Leute wollen private Autos einfach und sicher nutzen. Nach dem VCD – Blog (Verkehrsclub Deutschland e.V.)  werden die rund 40 Millionen privaten Autos bundesweit durchschnittlich nur etwa eine Stunde genutzt und stehen den Rest des Tages ungenutzt herum. Das eröffnet ein riesiges ungenutztes Potenzial an privaten Carsharing. Der Ansatz ist ökologisch, sozial und günstig. In Zeiten, wo jedem Menschen immer deutlicher seine Ressourcenverschwendung vor Augen geführt wird, sucht er nach Alternativen, die ihm zudem noch weiteren Nutzen versprechen. In Deutschland hat das Auto in den letzten Jahren seinen Statussymbol nach und nach eingebüßt und sich zu einem reinen Fortbewegungsmittel entwickelt (klima-wandel.com) . Die Kampagne „Status-Symptome“ mit dem dazugehörigen Magazin und anderen Werbevideos von Dacia greifen diese Entwicklung auf.

Der aktuelle Trend geht darin auf: Leihen, Tauschen, Schenken und Gebrauchtes verkaufen statt es wegzuwerfen. In diesem Umfang wird der Trend online organisiert, zugänglich mit mobiler Technologie, basierend auf Transparenz, gegenseitigem Vertrauen und auch noch ökologisch sinnvoll. Die Abwicklung von Leih- und Tauschgeschäften werden durch das Internet und mobile Technologien unterstützt. Vertrauen soll die neue Währung heißen. Erst das soziale Kapital, das wir mit jeder positiv bewerteten Aktion anhäufen, erlaubt uns dauerhaft den Zugang zu Waren und Dienstleistungen. Dieser Vernetzungsgedanke wird von einer spielerischen, pragmatischen und aufgeschlossenen Generation aufgegriffen, so Gerd Scholl.

Jeremy Rifkin, amerikanischer Soziologe, greift in seinem Buch “The Age of Access” die These bereits auf, das uns in 25 Jahren der Besitz von bestimmten Waren und Gebrauchsgütern völlig altmodisch erscheinen wird. 2006 beschrieben Don Tapscott und Anthony Williams in „Wikinomics“ den digitalen Siegeszug menschlicher Gemeinschaftsarbeit.

Auch Kinder werden spielerisch zum Thema des Tauschens hingeführt. Die Plattform „Tausch dich fit“ konfrontiert Kinder beispielsweise spielerisch mit dem Thema des Tauschens und der Wirtschaft. „Tausch dich fit“ ist eine Plattform, die Bildung & Information rund um das Thema des Handels sinnvoll mit einer Tauschbörse für Kinder kombiniert. In den Lehrplänen der Grundschulen fristet das Thema Wirtschaft und Handel eher ein Schattendasein. Ebenso wenig existieren im Internet Angebote  für Kinder, sich  über Wirtschaft und Handel zu informieren. Das ist erstaunlich, da unser Alltag von wirtschaftlichen Verhältnissen bestimmt wird.

Ist das alte Hippie-Ideal in Kombination mit der ökologischen Sensibilität und den Möglichkeiten des Internets Ausdruck eines neuen Konsumbewusstseins und Lebensgefühls? Oder versucht man den Konsumenten mit einer neuen kapitalistischen Lüge zu verführen? Bricht die soziale Norm tatsächlich auf, dass man nur mit Egoismus weiterkommt?

One thought on “„Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich“

  1. Ich kann mich mit dieser CarSharring-Methode zwar anfreunden, aber habe mich bisher noch nicht durchringen können.
    Fest steht, dass ich kein Auto haben möchte… Die meiste Zeit würde es eh auf dem Parkplatz stehen (wenn man in Berlin wohnt, ist man froh einen Parkplatz gefunden zu haben… den gibt man dann doch nicht mehr her).

    Ich beobachte die Modelle und bin gespannt was sich noch tut. Das Konzept ist für die Großstadt mit Sicherheit sehr interessant.

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