Dinge, die die Welt nicht braucht !? #educamp.e.V.

Das hört sich auf dem ersten Blick ein bisschen merkwürdig an.

Wo liegt das Potenzial von barcamps?

Das EduCamp ist aus der barcamp – Szene hervorgegangen. Der eigentliche Wert eines barcamps definiert sich über den Inhalt, den die Teilnehmer von sich aus mit einbringen. Das bedeutet für mich, dass zu Anfang eines jeden barcamps besonders hohe Gestaltungsmöglichkeiten für den Organisator, aber auch für die Teilnehmer vorhanden sind. Vorerst sind die Grenzen nur im eigenem Denken zu finden. Erst nach und nach werden diese Vorstellungen in ihrer Umsetzung der Realität angepasst.

Für mich besteht die herausragende Eigenschaft eines barcamps in seiner Offenheit. Am Anfang ist alles an dieser Veranstaltung offen und diejenigen, die sich einbringen wollen, geben dem jeweiligen barcamp nach und nach ein eigenes oft unverwechselbares Gesicht, wie beispielsweise die Personen des barcamps „Kirche 2.0“, welche den zweiten Tag des BarCamps mit einer Andacht begonnen haben.

Um sich nicht all` zu sehr den Zwängen der Realität anpassen zu müssen und das Potenzial eines barcamps hoch zu halten, werden in jeglicher Form offene und hierarchiefreie Formate bevorzugt. Hierbei handelt es sich um Formate, die die Teilnehmer aus den strukturalen Vorgaben ihrer Alltagswelt, die oft durch Hierarchien und anderen strukturalen Einschränkungen geprägt sind, herausholen. Natürlich sind diese Formate in der Praxis, bzw. gesellschaftlichen Realität nicht in dieser reinen Form vorzufinden. Die praktischen Umsetzungen werden vielmehr bestimmt durch feine Abstufungen dieser idealen Form.

Aus diesem Grunde bewundere ich immer wieder die Teilnehmer eines barcamps, die sich darauf einlassen, die für sich die ideale offene Form eines solchen konspirativen Zusammentreffens experimentell entdecken zu wollen. So werden neue Formate, die speziell für und von der anwesenden Ziel- und Gestaltungsgruppe entwickelt werden ausprobiert, für gut befunden und weiterhin integriert oder für nicht passend deklariert und wieder zur Seite geschoben.

Welche Strukturen könnten sich auf barcamps durchsetzen?

Das Tool „CoDaCo“ (auf „CoDaCo“ bin ich bereits in einem der letzten Artikel eingegangen) hat sich bspw. durchgesetzt, oder auch das gemeinschaftliche Festhalten der einzelnen Sessioninhalte über Openetherpad.  Nie besteht der Anspruch darin, dass alle Teilnehmer mit einer Neuerung einverstanden sein müssen. Bei barcamps ist vollkommen ausreichend, wenn sich nur eine kleine Gruppe für ein bestimmtes Format interessiert und dieses dann in ihrem Kreise umsetzt, getreu dem Motto: „Leben und Leben lassen“ Mehreres und auch unterschiedliches kann nebeneinander bestehen, solange die Grenzen und Möglichkeiten eines jeden einzelnen akzeptiert werden. Durch Zwänge allein, das erfahren wir im Alltag, werden keine Motivationen ausgelöst, durch die sich der Einzelne einbringen kann.

Warum die Bildung eines EduCamp e.V’s?

Das EduCamp ist ein spezielles barcamp, welches sich mit Themen rund um das Lernen in heutigen vorwiegend medial bestimmten Zeiten auseinandersetzt. Besonders inspirierend wirkten auf mich die bisherigen Veranstaltungsorte des EduCamps, weil sie an Universitäten bzw. Hochschulen angegliedert waren. Von diesen Orten geht für mich eine besondere Stimmung aus, die kreative Auseinandersetzungen ermöglichen. Veranstaltungsorte waren bisher:

  1. Ilmenau
  2. Berlin
  3. Ilmenau
  4. Graz
  5. Hamburg
  6. Aachen
  7. Bremen

Die Individualität der verschiedenen Austragungsorte wirkt zum einen attraktiv indem sie jeder Veranstaltung einen besonderen Charme verleiht und dabei gleichzeitig immer wieder verschiedene Zielgruppen (die sich oft in regionaler Nähe zum EduCamp befinden) anzieht, zum anderen stellt sie die Organisatoren immer wieder vor neue Herausforderungen. Ständig sich wechselnde Rahmenbedingungen auf beiden Seiten der Organisation erschweren die Durchführung eines EduCamps. Wie Thomas Bernhardt auf der mixxt-Seite des EduCamps erklärt kann mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins der organisatorische Ablauf um ein vielfaches erleichtert werden und würde zudem die Transparenz nach außen unterstützen.

„Grund war hierfür u.a. die hierdurch verbesserte organisatorische Abwicklung der EduCamps durch nicht von EduCamp zu EduCamp wechselnde Vorgaben von den ausrichtenden Universitäten und die damit auch ständig wechselnden Ansprechpartner. Dies ermöglicht nun auch die längerfristige Kooperation mit Sponsoren und Förderer und bietet somit mehr Handlungsspielraum sowohl für die beiden EduCamps pro Jahr als auch für weitere Initiativen. Für die EduCamp-Community bringt die Gründung darüberhinaus mehr Transparenz über die Aktivitäten des Vereins (z.B. über die geflossenen Gelder sowie die Ausrichtung der EduCamps selbst).“

Als EduCamp e.V. soll ein eine Seite der Organisation einen festen Orientierungspunkt für Veranstaltungsorte, Sponsoren und Förderer des EduCamps angeboten werden. Ich verstehe darunter nicht, dass jedes EduCamp nur mit dem EduCamp e.V. durchgeführt werden kann. Jeder kann, ganz im Verständnis eines barcamps, ein EduCamp auch selbständig organisieren.

Weitere Informationen:

–       Gründungsmitglieder des EduCamp e.V.`s

–       Satzung

3 thoughts on “Dinge, die die Welt nicht braucht !? #educamp.e.V.

  1. Pingback: Tweets that mention Dinge, die die Welt nicht braucht !? #educam.e.V. « gophis Versuch einer Methexis -- Topsy.com

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  3. Pingback: Frühling lässt neue Lernräume gestalten auf dem Educamp in Bremen - Literatenmelu

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