Wie können kindgerechte Geocaches gestaltet werden?

Geocaching kann für Kinder ein Spaß sein, der auf spielerische Weise Erfahrungen des medialen Umgangs mit der Natur verbindet.

In diesem Artikel beschreibe ich, wie eine Geocachingtour mit Kindern in einer einzigen Gruppe geplant und durchgeführt werden kann. Natürlich könnten Kinder, die nicht zum ersten Mal Geocaching betreiben oder zuvor ausführlich eingewiesen wurden auch in Gruppen gegeneinander antreten. Hierzu bedarf es jedoch ein paar andere Organisationsmaßnahmen.

Mögliche Hintergrundgestaltung:

Ein mysteriöser Brief, der die Gruppe der Kinder erreicht, erzählt ihnen etwas von einer geheimen Mission und einem verschwundenen Agenten, denen sie in dunkler Nacht nachspüren können. Angebrachte Reflektoren weisen die Kinder auf den richtigen Weg, auf dem sie Rätsel lüften, Geheimsprachen entziffern oder Mutproben nachgehen können, indem sie beispielsweise in ein kleines dunkles Loch, in dem eine wichtige Information liegen soll, fassen.

An einem anderen Tag, an einem anderen Ort, erfährt eine Gruppe bestehend aus Kindern, von einem entführten Naturforscher, der die Wunder der Natur schützen wollte. Indem sie auf Baumstämmen balancieren oder Seile hochklettern, überwinden sie natürliche Hindernisse. Genaue Beobachtungen der Natur, bewachsene Moosbaumseiten, Baumarten erkennen, Spuren- und Fährtenlesen und Experimente auf dem Lauf eines kleinen Bachbettes weisen den Kindern den richtigen Weg.

Ob sie nach einem Phantom suchen oder den Geheimnissen der Physik auf die Spur kommen wollen, ob es sich um eine Wissens- Nacht- oder Rätseltour handelt oder ein Schatz- oder Räuber gefunden werden soll, besonders spannend wird es für Kinder wenn eine Geschichte nachgespielt wird oder ein Gegenstand gefunden werden muss, der einen weiterbringt. (Auch ältere Kinder können solche Touren sehr spannend finden😉.)

Grundsätzliche Gedanken:

Vom Umgang mit der Angst:

Wichtig ist, dass die Kinder nie allein losgeschickt werden. Sollen die Kinder Mutproben bestehen oder einen Teil der Strecke ohne einen erwachsenen Begleiter zurücklegen, empfinde ich es als wichtig, Kinder zu zweit loszuschicken. Bei der Umsetzung eines Nachtcaches, wie im ersten Teil beschrieben, lege ich zudem sehr viel Wert darauf, dass die Kinder im Dunklen der Nacht durch die Hintergrundgeschichte nicht zusätzlich zum Gruseln angeregt werden. Das Dunkel der Nacht ist für viele Kinder schon gruselig genug. Sogar Erwachsene, die überwiegend in Städten aufgewachsen sind, wird auf einer Waldlichtung mitten in der Nacht auf einmal ganz anders😉. Mit der passenden Hintergrundgeschichte können sich die Kinder als Agenten verstehen, und ihren Mut stärken. Ein eingestecktes Nachtsichtgerät, mit dem die Kinder nächtliche Vorgänge in der Natur beobachten können, lenken sie zusätzlich von ihrer Angst ab und machen den Ausflug zu einem spannenden Erlebnis.

Alter und Technik:

Bevor es losgeht, erhalten die Kinder eine entsprechende Einweisung in die zu verwendende Technik (GPS-Gerät, Karte, Kompass etc.). Hilfreich ist es, wenn kleinere Kinder (5‑8/9 Jahren) die Touren auch ohne die entsprechende Technik lösen können. Mit Hilfe einer entsprechend vorbereiteten und beigelegten Schatz- oder Tourenkarte könnten Kinder auch gänzlich ohne GPS-Gerät die Tour lösen.

Für Ältere hingegen ist die Notwendigkeit auf technische Hilfsmittel zurückzugreifen, Voraussetzung für den abenteuerlichen Spaß. Mit Hilfe eines internetfähigen Handys werden dementsprechend notwendige Informationen recherchiert, um die Tour erfolgreich erledigen zu können.

Minimalste Ausstattung:

Um den Spaß zusätzlich zu forcieren, kann es bei kleineren Kindern ganz interessant sein, im entsprechenden Outfit, beispielsweise als Pirat, Agent oder Naturforscher etc. bei der Tour zu erscheinen. Kann der Organisator der Tour die Kinder durch ihre Erscheinungsform mit der Hintergrundgeschichte identifizieren (Kinder haben viel Phantasie) ist der Spaß fast schon garantiert. Auf feste Schuhe und Regenjacke sollte auch im Rahmen der Verkleidung nicht verzichtet werden.Natürlich ist auch die technische bzw. organisatorische Grundausstattung ein Muss für ein solches Erlebnis. Für diese ist ausschließlich der Organisator verantwortlich.

Dennoch kann auch dieser ganz schnell im Keim ersticken, wenn eine Situation auftritt, die etwas bedrohlich wirkt. Um dieser vorbereitet begegnen zu können, sollte stets ein Rucksack oder eine Tasche mitgetragen werden, indem sich Erste-Hilfe Utensilien und ein Handy befinden. Ein aufgeschlagenes Knie kann so schnell mit einem Pflaster und ein paar tröstender Worte begegnet werden.

Eine kleine Urkunde oder ein erbeutetes Piratenabzeichen etc. kann die Tour zu einem erfolgreichen Ende verhelfen.

weiterführende Informationen:

3 thoughts on “Wie können kindgerechte Geocaches gestaltet werden?

  1. Pingback: Wie können kindgerechte Geocaches gestaltet werden? | Welle: Geocache

  2. Hallo,

    vielen Dank für den schönen Artikel.
    In diesem Zusammenhang auch nochmal die Empfehlung des tollen Geocaching-Buchs von Manuel Andrack: „Cache – wir finden ihn“ vom Mixtvision-Verlag – die sich unserer Erfahrung nach auch stets über Kooperationen aus dem Bildungs-/pädagogischen Bereich freuen!
    Weitere Spielideen auch auf geocachingspiel.de und http://www.medialepfade.de – wir freuen uns über Austausch!

    Viele Grüße
    Daniel Seitz

  3. Pingback: Cache! Wir finden ihn! von Manuel Andrack « gophi’s Versuch einer Methexis

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