Re:publia – eine Konferenz mit besonderen Herausforderungen

Fahre ich zu einer Konferenz, verfolge ich die Absicht, mich vor Ort von den entsprechenden Experten auf den aktuellsten Stand ihrer Forschungen und Ergebnisse gebracht zu werden. Oft bedauere ich  immer noch am selben Ort, dass die Vorbereitungen viel intensiver im Vorfeld hätten erfolgen müssen, um mich mit diesem Experten über seine aktuellen Ergebnisse auseinandersetzen zu können. Eine Vorbereitung ist manchmal jedoch unmöglich, da diese Experten selbst viel zu wenig über das Thema, das sie gerade bearbeiten publizieren oder erste Erkenntnisse etc… nur mit teurem Geld erworben werden kann.

Oft saß ich schon in den hellen, dunklen, luftigen und stickigen Räumen und habe während des Vortrages mich bei dem Gedanken ertappt, dass das Web neue Dynamiken in sich birgt, von dem so ein Experte durchaus profitieren könnte (aber auch ich).

Angenommen: der Experte stellt ein Handout (in welcher Form auch immer) ein paar Tage vorher im Netz zur Verfügung, dann könnte ich mich auf den Inhalt seines Vortrages vorbereiten. Wie oft saß ich in den Räumen und habe mich gefreut, dass zumindest ein paar wenige Experten, sich nicht mit einer täglich Angst durch das Leben tragen müssen, weil ihnen ihre Arbeit, gar ihre Forschungsergebnisse gestohlen werden könnten. Partizipation geht nicht umsonst mit dem Begriff des Mehrwertes einher. (Ich verallgemeinere an dieser Stelle! Auch ich bin der Meinung, dass man vorher abwägen muss, was man herausgibt und was nicht!) Die Initiative um OpenScientist geht mit guten Vorbild in dieser Problematik voran!

Ist die re:publica in diesem Sinne eine Konferenz? Die Redner und ihre Themen werden schon Wochen vorher im Web eindringlich diskutiert. Dann ist es für den Experten schwer, den Zuhörer mit neuen Erkenntnissen zu begeistern. In der Regel kennt er diese ja schon seit mehreren Wochen. Zudem wird mehr Kritik geäußert, immerhin konnte sich der Zuhörer wochenlang eindringlich mit dem Thema des Experten auseinandersetzen und ist vl. günstigstenfalls selbst auf dem besten Wege ein Experte für dieses Thema zu werden.

Für solche Konferenzen muss eine andere Motivation gefunden werden, warum man sich als Zuhörer vor Ort bewegt. Eine sehr schöne Motivation formuliert Sebastian Keil auf seinem Blog:

Für mich haben sich die zwei Tage Berlin voll gelohnt.[…] Vielleicht liegt das daran, dass ich meine eigene Agenda hatte und nicht gekommen war, um mich berieseln zu lassen.“ (Quelle: Blog von sebastiankeil.de )

Zum zweiten ist mir im Nachhinein eine Frage zum Medienwandel im Gedächtnis geblieben. Während der gleichnamigen Podiumsdiskussion am ersten Tag erregte eine Nachricht auf dem Twitterstream, der mit einem SMS Stream in Konkurrenz gegangen ist, meine Aufmerksamkeit:

„Medienwandel heißt Kooperation zwischen den Gattungen – horizontal und vertikal!“ (Quelle: Mäandertal)

Ich kann mich an daran erinnern, dass dieser oder ein ähnlicher kurzer Kommentar mich in der Runde der Zuhörer erreicht hatte. Nachdenklich saß ich in den Zuschauerrängen ein wenig verloren herum und musste mir gegenüber eingestehen, dass der Inhalt dieses Kommentars für mich an Bedeutung gewann je länger auf dem Podium diskutiert wurde.

Der größte Teil, der sich in der Sphäre von „Social Media“ aufzuhalten gedenkt, fordert fast im täglichen Rhythmus Integration und Vernetzung. Die Vielzahl der Widgets, die Mashups, etc… lassen sich in einen Webauftritt implementieren, was nichts anderes bedeutet als Integration.

Das diese Regel nur für „Hypes“ gilt, ahnte ich bisher nicht wirklich. Twitteraplikationen und andere Widgets kämpfen auf den verschiedenen Sites, um die bessere Platzierung und versuchen sich gegenseitig den Rang abzulaufen.

Kooperation und Integration bezieht sich aber auch auf das, was bereits existiert. Wenn ich dann Diskussionen verfolge, wo das Fernsehen gegen das Internet diskutiert wird, Journalisten gegen Blogger, etc … frage ich mich an welcher Wegeskreuzung wohl die Idee nach Kooperation und Integration verloren gegangen ist.

Ein schönes Schlusswort von Johnny Häusler:


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