Social Learning Summit 08: Keynote: „Spielend lernen – zukunftsweisende Wissensvermittlung“

In die zweite Keynote des Social Learning Summit 08 leitet Marc Prensky mit der Ausrichtung „Spielend lernen – zukunftsweisende Wissensvermittlung“ ein.
In diesen Blog soll das Video “A Vision of Students Today” in das Thema einleiten, in dem Marc Prenskys Ansatz übertragen wird.

Marc Prensky setzt dort an, wo die Diskussion um die Keynote von Benjamin Jörissen aufgehört hat. Die in meinem Verständnis für mich wichtigsten Stichpunkte waren:

– Medien unterschiedlichster Art werden in alltäglichen Handlungspraxen integriert
– Medienkonvergenz
– immersives Lernen

Spiele sind Marc Prenskys Hintergrund, an denen exemplarisch die allgemeiner gehaltene Keynote 1 veranschaulicht wird. Unsere Umwelt hat sich medial in den letzten Jahren sehr gewandelt, sowie deren medialen Nutzung. Das folgende Video macht darauf aufmerksam, dass der Alltag eines Studenten von den neuen Medien (Handy, Internet, …) stark gerahmt wird und viele Stunden des Tages bestimmen. Mit diesem Video versucht Michael Welsch auf neue Lehransätze aufmerksam zu machen, die notwendig sind, damit der Mensch (Student) seinen Alltag mit den Medien sinnvoll, in Form von Werkzeugen, strukturiert.

This Video „A Vision of Students Today“ was created by Prof. Michael Welsch and his cultural anthroplogy students (200) at Kansas State University about our need for educational reform. “It began as a brainstorming exercise, thinking about how students learn, what they need to learn for their future, and how our current educational system fits in.” (Mediaculture 12.10.2007)

Das Video versucht einen Anstoß zur Veränderung von Lehre zu geben. Der Anspruch an die medial geprägte Umwelt des Menschen ist heute höher, denn je. „Learning to Change“ und „Changing to Learn“ können als Motive von Lernenden und Lehrenden einer neuen Ära von Lern-/und Lehrkonzeption verstanden werden und zwar nicht als eine einmalige Situation, sondern immer wieder.

Marc Prensky bezieht sich in seiner Keynote „Spielend lernen – zukunftsweisende Wissensvermittlung“ auf Lernprozesse. Seiner Unterscheidung von „digital natives“ und „digital immigrants“ vollführt er an Computerspielen.
Interactive Digital Storytelling ist eine methodische Spezialform von Wissensvermittlung. Die Vermittlung von umfangreichen Inhalten erfordert komplexe Handlungsmöglichkeiten in Spielen. Der Spieler lernt mit höherer Konzentration, Leidenschaft und Motivation (Prensky nennt es Engagement). „Games make better doctors, better sport players and better managers, better workers …“ Spiele lehren dem Spieler zu kooperiere, Situationen zu analysieren, Risiken abzuschätzen, die beste Entscheidung zu finden, etc.. Spiele sind nach Prensky somit immer „educational games“.

Abschließend stellt Prensky zwei Paradigmen der Lehre gegenüber. In dem alten Paradigma wird den Lernenden etwas gelehrt (These:, woher auch die Unterscheidung des Rollenverständnis „Lehrer und Lerner“ herrührt) und es droht bei dem Lernenden Langeweile. Für das neue Paradigma der Lehre fordert Prensky, das die Lernenden sich selbst unterrichten und der Lehrer die Rolle der Coach übernehmen sollte. In diesem Fall lernen die Lernenden mit „Engagement“. Christian Spannagel formulierte diese Forderung auf dem Edu-Camp 2008 in Berlin noch weiter, indem er darauf verwies, dass er seine Lehre auf Projekte anwendet, mit denen seine Studenten direkt erfahren, welche Veränderungen sie in der Lernsituation bewirken können. Studenten, die Informationen / Wissen übermittelt bekommen, die sie in ihrer Umwelt nicht integrieren können und dessen Nutzen sie dementsprechend erkennen, fördern das Desinteresse seiner Studenten. Jedoch erfordert dieser Wandel in der Lehre Courage.

“It is not about games. It is abut angagement. It is about 21st century learning. We have to engage with students.
Feel the fear and do it anyway. That is the definition of courage. I hope we have the courage.”

(PPT von Marc Prensky, nicht identisch mit dem Vortrag bei dem social Learning Summit 2008, inhaltlich identisch bis etwa Folie 70)

Ich möchte an dieser Stelle den Organisatoren des Social Learning Summit 2008 für die Erfahrung dieses Nachmittags meinen Dank aussprechen, dass sie diese Zusammenkunft im anregenden Ambiente ermöglicht haben.

Anschließend setzt das Edu-Camp in Berlin 2008 an den nächsten beiden Tagen am inhaltlichen Thema dieses Nachmittages dort an, wo der Abend aufhörte.

(Lutz Berger)

Quellen:

Mediacultures “A Vision of Students Today” (12.10.2007)

Scope 08 “The Future of Learning + Working

5 thoughts on “Social Learning Summit 08: Keynote: „Spielend lernen – zukunftsweisende Wissensvermittlung“

  1. Hallo gophi,

    vielen Dank für die Erwähnung!🙂

    Ich möchte noch hervorheben, dass die Art und Weise, Studierende in Projekte mit hohem Engagement zu involvieren, genau das ist, was im LdL-Ansatz verfolgt wird („Weltverbesserung“).

    Meiner Ansicht nach ist Motivation die am meisten unterschätzte psychische Größe im Lehr-/Lernprozess, zumindest in der Praxis. Wir müssen versuchen, Lernsituationen zu schaffen, in denen Lernende motiviert sind. Was hilft es, 90 Minuten vorzutanzen, wenn niemand mitdenkt?

  2. Nur wissen wir doch nicht erst seit heute um die Auswirkung der Motivation?

    Deswegen frage ich mich in regelmäßigen Abständen immer mal wieder, warum wir das erst heute so betonen? Oder betonen wir nur anders und auch schon andere haben den Faktor der Motivation erkannt?

    Die Menschheit ist doch alt und dennoch kommt mir das momentan gar nicht so vor?

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