Wieder ein wenig Regung und Streben (frei nach Goethe) …

Für einen Augenblick hatte ich meine Augen geschlossen und in diesem Moment änderte sich die Welt um mich herum.

Hatte ich die letzten Tage die fröhlichen Stimmen der Vögel wahrgenommen, die die wärmenden Strahlen des Jahres umgarnend begrüßten? Durcheinander, laut und überschwänglich stimmt jeder Vogel in meiner Umgebung seinen bezirzenden Klang an, als ob er vom Besuch des Sonnenstrahls angeberisch seinem Nachbarn mitteilen muss. Der Spatz verrät sein Versteck frech tschilpend, während die Amsel mit ihrem harmonischen Lied jeden Morgen von neuem die einzig wahre Sonne begrüßt.

Hatte ich die letzten Tage das Spiel von Licht und Schatten so stark wie in diesem Moment empfunden? Die Menschen gehen vor dem Cafe, indem ich sitze vorbei. Einige sind hektisch. Vielleicht leben sie so, wie auch ich in einer anderen Zeit. Rasend bin ich die letzten Tage und Wochen durch die Welt gegangen. Mein Blick war ständig auf einkommende Informationen gerichtet, die schnell verarbeitet werden mussten. Ein Schatten schiebt sich langsam zwischen mir und der Sonne. Er unterbricht den wärmenden Sonnenstrahl ungewöhnlich lange. Befinde ich mich in diesem Moment in seiner Zeit?

Hatte ich die letzten Tage den feinen Geruch jenseits elektronischer Geräte und Kaffee bemerkt? Bildlich stellt sich mein inneres Auge diese feine Duftspur vor, die sich zu mir vorkämpft, um mich für einen Moment in ihre Welt mitzunehmen. Mit einem überraschten, aber zufriedenem Schmunzeln folge ich ihr und finde mich in einem zarten und überwältigenden Duft zahlreicher Blütenmeere vor.

Schlagartig öffne ich meine Augen. Die Welt um mich hat sich verändert! Bis eben war ich mit großen Schritten vorangestürmt und übersah dabei die kleinen Hinweise des Lebens. Glücklich lächelnd nehme ich meinen Laptop zur Hand und bin gespannt, mit welchem Tempo die anderen an mir vorbeigezogen sind. Ich stürme hinterher, denn ich will, dass die Welt von morgen genauso wundervoll ist, wie die von heute.

2 thoughts on “Wieder ein wenig Regung und Streben (frei nach Goethe) …

  1. Ja, Ilmenau… da war auch Goethe sehr häufig… und hinterlässt seine Spuren bis heute ;-))

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