Der Versuch eines Einstiegs in die Politik

„Ich wollte ein Eisbär sein, im kalten Polar, dann müsste ich nicht mehr schrei`n, alles wär so klar.“ (Grauzone – Musiktitel:Eisbär)

In diesem Sinne hab ich mich an die CDU-Mitte (Ortsverband) in Leipzig gewandt. Wie gern hätte ich ein wenig hinter die Kulissen der Politik geschaut. Sagt man doch immer, wenn man etwas verstehen will, soll man Teil von dem, was man verstehen will, werden.
Doch, was soll man tun, wenn der „Schrei“ des kleinen unwissenden Bürgers ignoriert wird?
Er, der sich die Mühe gemacht hat, sich einen ganzen Abend in die kritische Runde wildfremder Kreaturen zu wagen und dann auch noch dazu aufgefordert wird, dass er sich zur Geschäftsstelle vorkämpfen sollte, um dort seine Adresse zu hinterlassen.
Wenn man es sich recht bedenkt, der Eisbär in der Natur, muss sich auch seine Nahrung erkämpfen. Warum sollte ich mir also nicht auch den Weg der mühevollen Erarbeitung des Zutrittes zum Verständnis selbst erarbeiten müssen? Doch, was, wenn monatelang vergebens auf Antwort gewartet wird?
Man versucht es noch mal. *zwinker*
Kann ja sein, dass menschliches Versagen oder einfach nur menschliche Schwäche oder vielleicht auch nur die der Technik, sich dem Verstehensversuch wiedersetzen wollen. Schon René Desacartes hatte erkannt, dass jeglicher Erkenntnisgewinn mit einer hohen Bürde der Überwindung verbunden ist. Vielleicht sollte aber auch nur die Ernsthaftigkeit meines Verstehensgesuchs überprüft werden? Dabei hatte ich es wirklich ernst gemeint, ich hätte mich für mein ganzes Leben als CDU Mitglied stigmatisiert. Zutritte zu anderen Parteien oder einfach nur die Möglichkeit seinen Blick in der Perspektive anderer Parteien zu verschieben, hätte ich mir für immer verwehrt.

Mit dem festen Grundsatz mich nicht nocheinmal abwimmeln zu lassen und neu erstarkten Mutes betrat ich wieder die Höhle der CDU. Mein Vorsatz Kritik zu äußern, schwand in dem Augenblick, als ich den Raum betrat. Das Fernsehen war anwesend! So groß war mein Unmut nun doch nicht, um die CDU in aller Öffentlichkeit zu kritisieren. Vor ihren Mitgliedern ja, aber von Fehlern, musste die Öffentlichkeit nicht gleich etwas erfahren.
Langsam und vorsichtig hatte ich mir den Weg zur Verantwortlichen vorgekämpft. Ob sie mir nun den Wunsch um Erkenntnis erfüllen würde. Großzügig wurde ich angeschaut und der Groll der letzten Monate vergessen. So kurz vor dem Ziel wähnte ich mich und jetzt durfte ich sogar meine E-maildresse bei ihr direkt hinterlassen.

Ja, mit Zuvertrauen, dass die Politiker nicht nur davon reden, dass andere an der Politik teilhaben dürfen, sondern sie auch großzügig eingeladen werden, mit diesem Gefühl ging ich, der kleine Bürger nach Hause … und wartete … und wartete und warte bis heute.

Was verlangt der Ortsverband? Eine großzügige Spende oder gar Huldigung? Hab ich mich unverständlich ausgedrückt? Aber ein zweimaliger Versuch, spricht doch deutlich für meine Motivation … dachte ich.

Nun will ich nicht mehr. Sie scheint genügend Mitglieder zu haben. Als ich da war, haben ganze sechs Personen den Ortsteil Mitte in der CDU vertreten. Kann sich die Politik in den Zeiten der schwindenden Mitgliederanzahl so etwas leisten? Ein einmaliges Versehen kann jedem passieren, allerdings eine hundertprozentige Fehlerquote an dem, was ich mitbekommen habe? Bei meinen Freunden ernte ich neckische Sticheleien, allein für den Versuch der kleinsten Politik beiwohnen zu wollen. Was soll ich da sagen, als:

„Ich möchte kein Eisbär mehr sein, im kalten Polar, dann muss ich auch nicht mehr schrei`n, alles ist so klar.“ (nach Grauzone)

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