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Kulturimpuls Grundeinkommen

Der Film von Daniel Häni und Enno Schmidt: Kulturimpuls Grundeinkommen –> Auszug von der Webseite:

„Ein Einkommen ist wie Luft unter den Flügeln!“ so beginnt der Film. Sollte das für jeden bedingungslos sein? Kann es das geben: ein wirtschaftliches Bürgerrecht?

Der Film ist packend, bewegt, berührt und kommt gerade da auf den Punkt, wo es um reine Vernunft geht. Er lässt die Verhältnisse – und die Aufgabe des Geldes – unter einem neuen Licht sehen. Ein brandaktuelles Thema:“

http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

Toller Podcast über Wirtschaftsethik, Umweltschutz und unsere Beziehung zu unserer Natur – vom Deutschlandfunk! Absolut hörenswert!!! via Ole Seidenberg http://socialaction20.wordpress.com/

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/11/16/dlf_20081116_0932_2d4ea708.mp3

Es ist der letzte Tag der E-Learning Konferenz. Die Atmosphäre vor Ort interpretiere ich als aufbruchfreudig. Die vergangenen Tage und Stunden wurden bestimmt von persönlichen Gesprächen, in denen neue Ideen gemeinsam ergründet wurden. Es ist die Erfahrung einer inneren Dynamik und kreativen Kraft der engen Zusammenarbeit, die ich aus dieser Konferenz in meine eigene Kammer des Forschens hinüber retten will. Aber halt! Meine Kammer des Forschens ist schon lange nicht mehr abgeschlossen. Zahlreiche Kanäle nach außen können zur Vertiefung, der auf der Konferenz angefangenen Diskussionen nachhaltig verwendet werden.

Ich freue mich auf die abschließende Podiumsdiskussion und sitze gespannt im Publikum. Mein Laptop ist diesmal in der Tasche verstaut, was auch daran liegt, dass ich ein wenig Energie für später aufbewahren wollte. Die Moderatorin eröffnet vielversprechend die Podiumsdiskussion. Ich lausche ihr gespannt. Nach weiteren zwanzig Minuten lausche ich ihr immer noch, aber diesmal angestrengt. Meine positive Erwartung hat sich in Enttäuschung verwandelt. Die Podiumsteilnehmer werfen Keywörter in das Publikum, welches sich mittlerweile in großen Teilen mit sich selbst diskutiert. Ich fühle mich ausgeschlossen, aus zwei stattfindenden Diskussionen. Ab und zu sehe ich ein paar Diskussionsstränge auf der Twitterwall aufblitzen. Sie machen mich neugierig und laden mich zur Teilnahme ein. Von der Podiumsdiskussion erwarte ich mir keine weitere Einladung. Hier ist man bemüht zu präsentieren. Ich beschließe der Einladung zur Diskussion über Twitter zu folgen.

Als die Podiumspräsentation, die eigentlich als Diskussion angekündigt war, zu Ende ist, bin ich verwirrt. Ich spüre, dass hier etwas passiert ist.

Anders, als noch am Tagesanfang erwartet, wird mein Enthusiasmus von Enttäuschung und Unzufriedenheit nach Hause begleitet. Was war passiert?

Christian Spannagel twittert dazu am 25.09.2009: „cspannagel @jeanpol Ja genau – das ist meines Wissens die erste „traditionelle“ Konferenz, die sich für solche Entwicklungen öffnet! #bel09

Aus seinem Blog chrisp’s virtual comments mit dem Artikel „Gemeinsamer Gedankenaustausch – E-Learning 2009 Nachlese“ vom 20.09.2009, hat die bereits vor Ort begonnene Diskussion um den Einsatz von Twitter auf traditionellen Konferenzformaten noch einmal neu angestoßen. Die Erfahrungen mit Twitter als zusätzliches Werkzeug auf Konferenzen, das die Diskussionen anregen und bereichern soll, werden als Erörterungsansatz herangeführt. Die Inhalte der E-Learning Konferenz 2009 in Berlin sind in den Hintergrund gerückt (Wikiversity-eigene Konferenznotizen). Gabi Reinmann greift als eine der Wenigen den Inhalt der Konferenz auf, um dann auf die entflammte Diskussion überzuleiten.

Die angeregte Diskussion zu diesem Zeitpunkt ist notwendig, gerade wenn man sich mit E-Learning auseinander setzen will. Das Organisationsteam um Nicolas Apostolopoulos hat die notwendige Auseinandersetzung erkannt und ein Blog für den Austausch den Teilnehmern der E-Learning Konferenz zur Verfügung gestellt. Diesen Schritt sollten sich mehrere traditionelle Organisationsformen wagen, wenn aneinander vorbeigehende Diskussionen verhindert werden sollen. Ich hoffe nur, dass den Organisatoren des Blogs auch bewusst ist, dass das zur Verfügung stellen dieses Werkzeuges nicht von sich selbst heraus lebt, sondern ständiger Impulse bedarf.

Michael Kerres greift folgenden Gedanken auf seinem Blog auf: „Eine Frage, die mich auf der Reise nach Hause beschäftigt: Wird da ein Bruch sichtbar zwischen den Erlebniswelten unterschiedlicher Gruppen (nur zum Teil beschreibbar als: eine „jüngere“ und „ältere“ Generation)? Manche nähern sich dem Thema Web 2.0 recht distanziert, während Andere weit in diese Welt eingetaucht sind. Dabei sind die „aktiven User“ keineswegs „unkritisch“, sie bewegen sich einfach selbstverständlich in der Welt. Durch Diskurse in der Blogosphäre, Barcamps und andere Formate hat sich in dieser Welt ein Diskussionsstand entwickelt, der für die mittlerweile etablierte E-Learning Szene, so mein Eindruck, in Teilen manchmal schwer nachvollziehbar ist. Dabei bewegt sich „diese Welt“ rasant, mit Implikationen, die weit über E-Learning hinausreichen. Und mir ist erneut klar geworden, wie unbeholfen sich manchmal Forschung hierzu verhält.

Ich nehme daraus mit, dass sich die E-Learning „Experten“ notwendigerweise mit diesem Phänomen konstruktiv auseinander setzen müssen.

Die Erörterung um den Einsatz von Twitter auf Konferenzformaten ist jedenfalls auf den Blogs entbrannt.

Merkmal Aufmerksamkeit der Zuhörer gegenüber dem Vortragenden:

Die einen verstehen einzelne Vorträge nur als Anregungen für eigene Gedanken. Dabei ist es nicht wichtig, jede Information zu erhaschen und man kann durchaus einen Teil der Aufmerksamkeit in „konkurrierende“ Medienformate, neben dem Vortrag“ lenken. Marcel Kirchner beschreibt das ganz treffend in dem von ihm mitgeführten E-Learning 2.0 Blog:

Wenn man auf dem Klassentreffen der Bildungsexperten alle Informationskanäle mitverfolgen wollte (Sessions, Face-to-Face-Gespräche, Twitter, Blogs und Streaming) musste man schon ziemlich multitasking-fähig sein. Ich für meinen Teil habe gerne zwischen den Kanälen gewechselt – mal getwittert, mal gebloggt, mal geredet und mal nur zugehört. Das hatte für mich einen tollen Reiz und ich war auch nicht unzufrieden, die eine oder andere Information zu verpassen (um so besser konnte ich mich auf die anderen konzentrieren)! Rausgekommen ist ein Sammelsurium an Informationsbausteinen in meinem Kopf und in zahlreichen Online-Dokumenten.

Andere wiederum verbinden diese Unaufmerksamkeit mit Respektlosigkeit dem Vortragenden gegenüber. Um auf dieses Argument näher einzugehen, habe ich mir das nächste Merkmal zur näheren Anschauung herausgegriffen.

Merkmal Aufmerksamkeit der Vortragenden gegenüber dem Zuhörer:

Bei der sogenannten Aufmerksamkeit in Vorträgen handelt es sich um ein sogenanntes Wechselspiel zwischen den zwei verschiedenen Parteien. Auf dem Blog Studiumdigitale der Universität Frankfurt habe ich dazu geschrieben:

Meine aktuelle Meinung über Twitter auf Konferenzen ist: Wenn zu viele Zuhörer miteinander in einem Raum twittern, dann ist das nur ein Anzeichen dafür, dass die Präsentation den Zuhörer nicht erreicht und er beim nächsten Vortrag seine Präsentationstechnik überdenken sollte. Wann konnte ein Vortragender offensichtlicher erkennen, wie sein Vortrag beim Gegenüber ankommt, als heute? Früher haben die Zuhörer mit offenen Augen geschlafen.“

Merkmal Beteiligung an der konferenzbegleitenden Diskussion:

Hier kann wohl unterschieden werden in:

  1. Diskussionen zwischen den Vortragenden und Teilnehmenden vor Ort
  • über offline Diskussionsrunden (siehe die ersten beiden Merkmale)
  • Diskussionen über webgestützte Werkzeuge der vor Ort Teilnehmenden untereinander

Hier bedarf es neuer Vortragsweisen. Die Diskussionen (Vortrag/im Web stattfindende Diskussionen) sollten nicht aneinander vorbeigehen. Ist eine größere Teilnehmermenge anwesend, so könnten die häufigsten im Web wiedergegebenen Meinungen aufgegriffen und in die Diskussion gestellt werden. Christian Spannagel greift zurecht in der E-Learning Konferenz diesen Ansatz mit folgendem Tweet auf:

„Hier sitzen 200 Experten im Raum und dürfen sich nicht an der Diskussion beteiligen. Vielen Dank. #bel09

Die auf seinem Blog angestoßene Diskussion um überdachte Präsentations-Konferenzformate ist eine logische, weitergedachte Konsequenz.

2. nach außen geöffnete Diskussionen über webbasierte Werkzeuge:

Natürlich kann die Beteiligung von außen (nicht vor Ort anwesende Teilnehmer) durchaus kritisch wahrgenommen werden. Auf was reagieren diese Personen? Welchen Informationsschnipsel, der aus dem Zusammenhang gerissen im Web dargestellt wurde, reagiert er? Lenken diese nicht eher ab?

Natürlich lenken diese die Aufmerksamkeit der vor Ort anwesenden Zuhörer auf etwas anderes, als die Stimme des Vortragenden. Allerdings können die Teilnehmer erste Gedanken bereits verarbeiten und in diesem Zusammenhang selbst in die öffentliche Diskussion stellen. Ein mögliches Feedback kann wiederum in die Diskussion vor Ort eingebracht und vielleicht sogar angereichert werden.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die sich an dieser interessanten Auseinandersetzung auf den unterschiedlichsten Blogs teilgenommen haben.

Update:

Ein sehr lesenswerter Artikel von Wolfgang Neuheus, der den Lernprozess in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und die begleitenden Medien an den Rand dieser Aufmerksamkeit rückt:

Mit Lernen bezeichnen wir immer eine Verhaltensänderung des Menschen. Und genau diese, durch Beobachtung überprüfbare Verhaltensänderung, macht den Begriff des Lernens so wertvoll. [...]  Erst diese Möglichkeit, solche Prozesse beobachten zu können, eröffnet uns die Möglichkeit, Kompetenzen zu beschreiben und in der Unterrichtssituation mit diesen Kompetenzen umzugehen.

Jahrelang war ich an einem Rollenspiel beteiligt. Diese Faszination in fremde Rollen schlüpfen zu können, interessierte mich. In Rollenspielen ergriff ich die Möglichkeit meine eigenen und fremde Vorstellungen durch die Handlungsweisen meines Charakters auszuprobieren und an mir selbst zu erfahren. Ich war anfangs selbst über diese Wirkung des „Fast-Erlebens“ überrascht. Dann aber ergriff ich nach und nach die Chance, die Grenzen meines Selbst durch den gespielten Charakter zu erfahren. Ich ließ ihn in unmöglichste Situationen hineingleiten, nur aufgrund meiner Neugierde, wie sich eine solche Situation wohl annähernd anfühlen würde. Für mich war es eine Möglichkeit Grenzsituationen annähernd zu erfahren, ohne diese jemals real erleben zu wollen, zu können oder zu müssen.

Erstaunliches hatte ich hier und da festgestellt.

Charakteristisch an diesem Rollenspiel war, dass es textbasiert gespielt wurde. Kein Avatar lief durch computergenerierte Landschaften, wie beispielsweise in World of Warcraft. Allein durch meine Vorstellungen und der Geschicklichkeit (ob die von Erfolg gekrönt waren, möchte ich an dieser Stelle gern hinten an stellen) meiner Formulierungen bzw. des Ausdruckes konnte ich, wie ein Autor, virtuelle Welten durch meinen Avatar erleben, der ebenso nur in dem geschriebenen Text bzw. in den eigenen oder fremder Gedanken wohnte. Als bildliche Darstellung war nur ein rothaariger statischer Schopf vorhanden, der kühl lächelnd den Besucher am Bildschirm entgegenblickte.

Diese Form des Rollenspiels hatte mich seit meinem ersten Tag eines Rollenspielers fasziniert. Auch heute noch finde ich diese inspirierend, leider fehlt mir die Zeit für neue Erfahrungen dieser Art. Der Nachteil eines solchen textbasierten Rollenspiels ist offenkundig. Es bedarf Zeit, sich durch die Texte der anderen Mitspieler zu lesen, um daraufhin mit seinen eigenen Vorstellungen die Handlung weiterzuschreiben. Wahrscheinlich ist in diesem Aufwand einer der wichtigsten Gründe zu finden, weswegen grafikbasierte Rollenspiele eine hohe Attraktivität verzeichnen, während textbasierte Rollenspiele sich mühsam jedes neue Mitglied erkämpfen müssen.

Ich bin heute noch von dem Potenzial dieser textbasierten Rollenspiele überzeugt. Spielerisch kann hier der Umgang mit unserer Sprache erlernt werden. Wie schreibt man etwas, damit es von den anderen Mitspielern mit Begeisterung gelesen wird? Wie schreibt man seine Gedanken für andere verständlich nieder, ohne dass vermehrt Missverständnisse auftreten? Wer möchte schon seinen Mitspieler durch den Text quälen? Kann diese Begeisterung für das Schreiben mit einem Inhalt sinnvoll verbunden werden, ist das Lernen dieses Inhaltes durch den spielerischen und kooperativen Effekt um so reizvoller.

Das Mitschreiben und Gestalten an einem Rollenspiel ist nur eine Möglichkeit, die das Web den Usern anbietet. Nur wenige Webbesucher wählen diese doch extreme Form der Auseinandersetzung mit unserer Sprache. Jedoch ist das Web mehrheitlich schriftbasiert und kann uns teilhaben lassen an Diskursen und Auseinandersetzungsprozessen. Grundvoraussetzung ist die Artikulation der eigenen Sichtweisen. Die mediale Form kann mit einem reflexiven Potential einhergehen.

Dieses Einzelbeispiel hochzurechnen wäre falsch und ist zudem ein extremer Einzelfall im Verhältnis der Webbesucher weltweit gesehen. Allerdings ist hier auch nicht der Ort für die Darlegung großangelegter Studien und Beweisführung. Deswegen möchte ich in diesem Zusammenhang nur auf die Studie „Stanford Study of Writing“ mit folgender Aussage aufmerksam machen. „Tatsächlich werde mehr geschrieben als je, weit mehr, und das liege vor allem daran, dass das Internet zu einem zentralen öffentlichen Ort geworden sei, der sich nur durch geschriebene Sprache erschließe.

Weiterführend:

- Winfried Marotzki, Multimediale Kommunikationsarchitekturen: Herausforderungen und Weiterentwicklungen der Forschung im Kulturraum Internet, erschienen in der Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung; www.medienpaed.com (11.04.2008)

- „Revolution des Schreibens“ (28.08.2009)

abends an der Hotelbar

Neugierig betrete ich zum vorangeschrittenen abend die Hotelbar. Lediglich ein Gast ist anwesend. Einsam wirkt die Räumlichkeit auf mich. Dennoch lädt sich mich zum Verweilen ein.

Ein Gast sitzt an der Hotelbar. Er wirkt neugierig aber auch distanziert. Er hebt sich von den anderen Hotelgästen ab, die mir auf dem Weg begegnet waren. Kein Anzug schmückt ihn. Er begnügt sich mit einem einfachen T-Shirt zur Jeans. Ich halte ihn für einen Fischer des Ortes, der nach einem langen Arbeitstag entspannt. Vielleicht ist der Barkeeper ein Freund? Er nippt ab und zu an seinem Bier und schaut ab und zu herüber. Seine Anwesenheit ist unaufdringlich. Langsam kommt ein ehrliches Gespräch zustande.

Nach einer Weile betritt eine Gruppe von drei Personen die Hotelbar. Sie suchen nicht die Ruhe des abends um den Tag friedlich ausklingen zu lassen. Stattdessen wird Wahlkampf um diese späte Uhrzeit betrieben. Die Gespräche verlagern sich um den Kopf dieser Gruppe, der seine Begleiter erst nach einer Weile zögerlich vorstellt. Der „Ranghöchste“ der Gruppe verlangt die Aufmerksamkeit der anwesenden Gäste.

Ich überlege ob ich twittere. Der zweiten Person würde es recht sein das Publikum zu erweitern. Das Handy bleibt unbenutzt, da ich der ersten Person nicht ihrer angestrebten Ruhe berauben will. Ich gehe.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig ;) So könnte der Hotelgast an der Bar Klaus Lage sein und die Politikerin Claudia Roth verkörpern.

Sonne, Leipzig und die GCO

Die Stimmung war gut. Dennoch wusste keiner von uns (Online4family) was ihn in den nächsten drei Tagen erwarten würde. Auch wenn die Games Convention nach Köln gezogen ist, so verbinde ich Leipzig mit diesem Event. Ich hatte den Eindruck, dass mit der Umsetzung eines gänzlich neuen Messeformats, der Games Convention Online, Leipzig sich nicht abhängen lassen will.

Der Auftakt fand zugegebenermaßen im kleinen Rahmen statt. Zwei Hallen wurden großzügig mit Ständen ausgefüllt. Gleichwohl war ich gerne bei diesem ersten Auftakt dabei. 43.000 Besucher erfüllten die Hallen in der ersten Games Convention Online, genügend Besucher, um im nächsten Jahr weiterzumachen (Quelle). Ich freu mich darauf und bin entweder als Austeller oder Besucher wieder dabei.

Toll fand ich, dass sich als Nebenformat ein Barcamp zu der Games Convention Online formiert hat, in der in offenen Diskussionen miteinander geredet wurde. Ich selbst bin wegen fehlender rechtzeitiger Anmeldung nicht in die Räume hinen gelangt, die mich mit am meisten interessiet haben. Da ist so ein BarCamp Format die ideale Alternative, in der man sich mindestens genauso qualitativ austauschen und stets über aktuelle Veränderungen sofort informiert wird, weil jeder selbst zu dieser Qualität beiträgt.

Die Messe Online benötigt eine anderes Messeformat. Ein Ansatz ist die virtuelle Plattform Club Cooee, in der sich Besucher in einem speziellen Raum „GCO“ ebenso treffen und verabreden können. Wahrscheinlich ist solch ein Format erst dann wesentlich effizienter, wenn die GCO auf GC Dimension angewachsen ist und die Übersichtlichkeit der Aussteller langsam verloren geht.  Ebenso können verschiedene „vor Ort Ereignisse“ die Attraktivität der GCO steigern.

GCO 2009

weiterführende Links:

Twitterstream

Artikel zum GamesCamp (mixxt)

Der letzte Monat war sehr ereignisreich. Ein neuer Job hat meine vollste Aufmerksamkeit erfordert. Das Bloggen versuche ich daher langsam wieder aufzunehmen.

Mit der neuen Arbeit der Förderinitiative „Ein Netz für Kinder“ wird sich wohl auch der Inhalt des Blogs ändern. Meine Dissertation verfolge ich natürlich weiter, dennoch wage ich zu vermuten, dass auf dem Blog zukünftig einige Artikel bezüglich meiner Arbeit zu finden sind.

Ziel der Förderinitiative ist es einen attraktiven und sicheren Surfraum für Kinder im Web mit zu gestalten.

Die Notwendigkeit wurde heute bspw. in der Leipziger Volkszeitung aufgegriffen (115. Jahrgang, Nr.156). Der Artikel „Internet-Nutzer werden immer jünger“ wird berichtet, dass bereits 71 % der Grundschüler bereits im Web surfen. Die Kernzielgruppe der Initiative sind Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August Wilhelm Scheer, wird in der Zeitung mit folgendem Satz zitiert: „Ab elf Jahren benutzt es [Internet] praktisch jedes Kind“. Das Internet scheint im Alltag unserer Kinder angekommen zu sein.

Zusammen mit Guido Brombach und hoffentlich vielen anderen Helfern versuche ich an dem Projekt: „Geocaching: Vergessene Orte der Demokratie“ mitzuwirken. Die Idee finde ich klasse, da mit diesem Projekt auf spielerische Weise mehrere Elemente verbunden werden. „Vergessene Orte der Demokratie“ richtet sich speziell an Erwachsene. Auch Erwachsene sind immer wieder mal für spielerische Ansätze offen! Es geht um Wandern! Es geht um „Schnitzeljagd“! Es geht um versteckte Rätsel! Bei der Virtualität und Realität handelt es sich jetzt schon um zwei Wirklichkeitsbereiche, die kaum noch voneinander zu trennen sind. Mit dem Geocaching verschwimmen beide Wirklichkeiten mehr denn je. Das Web, präsentiert durch ein Portal, auf dem man sich interessante Routen heraussuchen und anderen von den erlebten Suchen berichten kann, bedingt die Suche in unserer gesellschaftlichen Realität. Die Geokoordinaten (geocaching.com) werden auf ein GPS fähiges Endgerät übertragen und führen den Wanderer durch zahlreiche und vielfältige Orte. Mitunter werden vergessene Orte neu entdeckt. Genau das ist das Ziel dieses Projektes. Vergessene Orte der Demokratie bzw. außergewöhnliche und perspektivische Erinnerungen sollen aufgespürt werden. Vielleicht führen diese Pfade zu Personen mit besonderen Erfahrungen oder Denkmälern? Ideen von Euch sind gerne Willkommen!

Link der Präsentation des Projektes: http://prezi.com/69780/

An einem Ort, wo Medien gemacht und gedacht werden, fand  in der letzten Woche (04.05.09 -06.05.09) der Medientreffpunkt Mitteldeutschland statt. Diese Worte formulierte Jochen Fasco als Abschlussworte dreier sehr ereignisreicher Tage. Kurz, knapp und treffend fängt er die Stimmung des Medientreffpunktes Mitteldeutschland in wenigen Sekunden ein, der sich für mich von Tag zu Tag gesteigert hatte.

Prägend für den ersten Tag war für mich die Veranstaltung: Jugendliche in neuen Medienwelten  – wohin geht die Jugend? Hierbei handelte es sich um eine Präsentation der Universität Leipzig über Medienwelten von Jugendlichen mit Maren Würfel, Jan Keilhauer und Matthias Kießling unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Schorb. Leitfragen für diese Präsentation waren: Wie hat sich der Umgang von Jugendlichen mit Medien in den letzten Jahren entwickelt? Wie gestaltet sich das Leben der Jugendlichen im Netz? Macht das Internet die traditionellen Medien für Jugendliche überflüssig? Die Medienwelten von Jugendlichen wandeln sich rasant. Das „Medienkonvergenz Monitoring“ der Universität Leipzig (Förderung SLM) begleitet seit 2003 als Langzeitforschungsprojekt den Weg der Jugendlichen in den neuen Medienwelten.

Kritisch fand ich Aussagen, wie „Das Internet bleibt vorwiegend ein Rezeptionsmedium und kein Mitmachweb.“. Weiterhin wiesen die Referenten ausdrücklich daraufhin, dass die Jugendlichen keine scharfe Trennung mehr zwischen der „Online-Welt“ und der „Offline-Welt“ wahrnehmen, dennoch hat sich das Team der Studie dafür entschieden eine Trennung in der Beobachtung vorzunehmen. Es wurde das Verhalten am „Offline-Computer“ und „Online-Computer“ erfragt. Woher jedoch nehmen Jugendliche beispielsweise bei der Bildbearbeitung am Computer ihre Bilder her? Oder wem zeigen sie diese Bilder? Fragen dieser Art hinterließen eine offene Lücke bei mir! Eine Trennung zwischen on- und offline könnte für mich dann sinnvoll erscheinen, wenn man sich die Entstehung von Wissen in diesem Zusammenhang betrachtet. Einmal könnte Wissen selbständig und allein erarbeitet werden (offline-Prozess), wenn ausschließlich der Prozess betrachtet wird, indem das Individuum Anregungen von außen mit sich selbst ausmacht. (Allerdings finde ich schon hier diese Trennung als sehr schwierig.) Zum anderen könnten einzelne Teile eines Wissensprozesses als Gruppenprozess wahrgenommen werden (online-Prozess). Ein Beispiel für die Aufhebung dieser Trennung findet man bei Christian Spannagel und Mostafa Akbiri.
Ebenso fand ich die Definition des Internets als Massenmedium nicht ausreichend begründet. Vielleicht ließ die Zeit eine nähere Definition nicht zu, das in diesem Zusammenhang angebrachte Beispiel das Internet als Massenmedium anhand der Benutzung von YouTube zu erklären, finde ich zumindest zweifelhaft.
Die Zeit war kurz und der Rahmen einer Diskussion über meine Einwände leider nicht gegeben (jedenfalls habe ich dies so interpretiert), so dass ich meine Chance, mich einzubringen, verpasst habe. Die Abschlussworte, dass man jedes Jahr über dieses Projekt berichtet, so auch nächstes Jahr, haben mich zudem erschreckt, da mir keine Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde. Mit einem Verweis auf die Homepage wurde ich entlassen. Das man auch über das Podium hinaus mit Interessierten in Kontakt bleiben kann, hat schon Christian Spannagel von der PH Ludwigsburg bewiesen.

weiterführende Links:

Am nächsten Tag war ich bei der Podiumsdiskussion: Verändertes Verhalten – Wer kommuniziert was wo? Leitfragen waren: Wie können klassische Medien neue Kommunikationsräume erschließen? Welche Ansprache wird als authentisch empfunden? Zieht Journalismus in den neuen Räumen? Eingeladen waren Vertreter verschiedenster Medienformate: Johnny Haeusler als Vertreter des Webs, Lars Reckmann als Vertreter des Films. Michael Schiewack als Vertreter des Radios und Andreas Arntzen als Vertreter der Zeitung.
Diese Session sollte der Zuschauer als Experiment begreifen, in dem er sich selbst aktiv einbringen konnte. Via Twitter- und SMS“Wall“ (Twitter: @PublicFutureLab) wurde der „virtuelle anwesende Gast“ jedoch manchmal vom Moderator viel mehr wahrgenommen als das vor ihm sitzende Publikum. Aufgefallen ist mir besonders Johnny Haeuslers Verständnis von Kommunikation, die den Anwesenden teilweise befremdlich erschienen. Statt in der Diskussion ein Gegeneinander verschiedensten Medienformate zu unterstützen, verwies er meiner Meinung nach zurecht, auf die jeweils einzelnen Vor- und Nachteile der unterschiedlichsten Medien hin, weswegen ein nebeneinander bzw. Unterstützung der Medien anzustreben wäre. Jeder, egal in welchem Medienformat er arbeitet, muss sich dementsprechend mit anderen ergänzenden Medienformaten auseinandersetzen. Kritik wird in Form einer möglichen Zerfaserung der Aufmerksamkeit geübt, wie am Moderator der Diskussion bereits zur Geltung gekommen ist.
Das Experiment stößt Anfangs aufgrund der offenen Gestaltung auf Interesse. Doch das fehlen des thematischen roten Fadens, lässt das Interesse langsam wieder verstummen. Johnny Haeusler versucht mehrmals Impulse zu geben, doch erst die direkte und provokante Äußerung „Mir ist langweilig!“, gibt der Diskussion einen Wendepunkt, die er mit den Worten: „Wer meckert, muss auch besser machen“ einleitet und auf das aktuell im Web kreisende Thema der Internetsperren mit der Frage an die Anwesenden verweist, warum klassische Medienformate Inhalte des Webs nicht aufnehmen.

Weiterführende Links:

Am letzten Tag waren die Gespräche konstruktiv und  harmonisch gestaltet. Deutlich kam herüber, dass die einzelnen Interessensgruppen zusammen arbeiten und somit Deutschland mitgestalten wollen. Die Podiumsdiskussion Medien, Kinder? Thüringen? mit Jochen Fasco (TLM), Steffen Kottkamp (KI.KA), Udo Reiter (MDR), Markus Schächter (ZDF), Manfred Schmidt (MDM), Gerold Wucherpfennig und Susanne Führer (Deutschland Radio) waren zukunftsorientiert. Woran wird in der Ideenschmiede gearbeitet? Welche Rahmenbedingungen müssen verbessert werden? Wo hat der Standort Wachstumspotenziale?,  waren nur einige Leitfragen in dieser Diskussion. Erfurt wird mit seiner Bezeichnung eines Kindermedienstandortes als Vorreiter wahrgenommen. Der Blick nach Veränderung in der Kindermedienlandschaft richtet sich dementprechend nach Erfurt, das mit kurzen Wegen zwischen den verschiedensten Medienformaten und Unterstützer, sowie guten Bedingungen  in Deutschland heraus sticht. Baden-Württemberg eifert bereits Erfurt nach, indem es scho’ einmal den Begriff des Kindermedienlandes auf sein Bundesland überträgt. Hiermit wird ein Wettbewerb offiziell eröffnet, der inspirierend und wichtig ist. Einen möglichen zukünftigen Weg sieht Manfred Schmidt in seiner Forderung nach internationalen Projekten.
In einer weiteren Veranstaltung des Tages „Wie weiter mit der Filmförderung?“  informieren Uli Aselmann, Claus Grewenig, Hans Ernst Hanten, Andreas Kramer, Detlef Roßmann, Frank Völkert und Helmut Goerlich, dass gemeinsam ein Weg aus der Krise der Filmförderung gefunden werden kann. Eingeleitet wurde diese Krise nach einer Klage mehrer Kinobetreiber zur eine Abgabegerechtigkeit. Die Kläger hatten an der bestehenden Regelung bemängelt, dass Fernsehsender ihre Abgaben über Verträge aushandeln können, wohingegen Kinobetreiber feste Abgaben zahlen müssen. Fragen, wie: Müssen die Abgabepflichtigen weiter ihre Zahlungen an die FFA leisten? Wie kann Abgabengerechtigeit erreicht werden? Inwieweit setzt die Rundfunkfreiheiteine Abgabepflichtigkeit für Fernsehveranstalter Genzen? und: Wie weit reicht die Kompetenz des Bundes für Kulturförderung?, gilt es gemeinsamin den nächsten Wochen zu beantworten.

Weiterführende Links:

Pressemitteilungen vom 06.05.09: Streit um Filmabgabe / Bundesregierung möchte, dass deutsche Kinolandschaft erhalten bleibt

In dieser Session dient die Neuronenmetapher als Grundlage. Die Kernaussage der Neuronenmetapher geht davon aus, dass wir gemeinsam Probleme lösen können. Das Grundgerüst gemeinsamer Problemlösung beschreibt Jean-Pol Martin in seinem Blog als eine Architektur der anwesenden Gehirne. „Insofern können wir, wenn ein Problem gelöst werden soll, eine Gruppe als Gehirn strukturieren und zur fruchtbaren Interaktion müssen die einzelnen Menschen sich dann wie Neuronen verhalten.“
In dem „Erich Hammer Bericht“ auf Christan Spannagels Blog wird sehr deutlich, dass die Gesamtheit einer Klasse durchaus in der Lage ist von selbst bestimmte Fehler zu erkennen und gemeinsam zu korrigieren, bzw. der anwesende Lehrer die Klasse auf den entsprechenden Weg lenken kann.
Peter Nieschmidt (siehe mein Blogeintrag vom 17.03.2009: Unterschiedliche Formen der Sozialisationserfahrungen während der Kindheit: Ausschaltungskonkurrenz – Entfaltungskonkurrenz) weist als einer von vielen Lehrenden darauf hin, dass Fehler in einem Lehrprozess sogar erwünscht sein können. Falsches darf gesagt werden! Die bisherige Fehlerkultur, also der Umgang mit Fehlern, löst bei Kindern und Jugendlichen Versagensängste und somit Blockaden aus. Um sich dieser Blöße nicht freizugeben, lernen Kinder sehr früh lieber nichts zu tun, als sich dem Risiko einer Niederlage auszusetzen. Dabei wiesen schon Albert Schweizer mit Aussagen, wie „Unsere Fehler sind lehrreicher als unsere Erfolge“ und James Joyce mit „Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen.“ auf den Mehrwert von Fehlern hin. Interessant finde ich dazu den Einsatz eines Klassenblogs „Elefantenklasse.de“, da in diesem Blog sogar der Schritt an die Öffentlichkeit außerhalb der eigenen geschützten Gruppe gewagt wird.

Soziale Netzwerke helfen zu lernen. Dabei spielt die soziale Motivation eine herausragende Rolle. Durch soziale Eingebundenheit in Form von Rückmeldungen und Austausch fühlt sich der Einzelne aufgehoben und fängt an sich ‚Dinge’ zu wagen, die er sich sonst nicht selbst zugetraut hätte. Durch die Erfahrung eines sozialen Rückhaltes wird er aufgefangen.

Hierbei handelt es sich um einen Prozess gemeinsamer Wissensgenerierung. Das einzelne NEURON (Individuum) bringt seine individuellen Erfahrungen und sein Wissen in die Gruppe durch Kommunikationskompetenz und Partizipationskompetenz ein. Individuelles Wissen wird somit für andere verfügbar und diese werden wiederum angeregt, ihr Wissen ebenso dem Gehirn (Gruppe) beizusteuern. Die Gruppe einigt sich daraufhin in einem gemeinsamen Diskurs auf grundlegende Begrifflichkeiten, Vorgehensweisen und Ziele (kollaborative Wissensgenerierung). Kollektives Wissen entsteht in einem kollaborativen Prozess und Vernetzung. Der Anteil kollaborativer und kollektiver Merkmale setzt sich in jeder Wissenskonstruktion unterschiedlich zusammen. Ein Phänomen, das während dieses kollaborativen Prozesses der Erzeugung von Wissen auftritt kann, ist die Emergenz. Kollektives Wissen zeichnet sich dadurch aus, dass es sich durch erfolgreiche Anwendung bewährt hat. Dann kann es von anderen Gruppen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, aufgegriffen und an deren spezifische Situation angepasst werden. Kollektives Wissen wird hierbei als Zustand verstanden, während kollaboratives Wissen stets einen Prozess des Wissenserwerbes beschreibt. (Quelle Neuron Wiki, )

Weiterführende Links:

Interne Verlinkung:

KinderKult

Wenig Kinder sind an diesem Morgen unterwegs. Der Parkplatz vor dem Medienevent ist fast leergefegt. Ich wundere mich darüber, während ich die Hallen betrete. Erst später bemerke ich, wie sich die Hallen langsam mit fröhlichen Kindergeschrei und lautstarken Experimenten füllen. Wahrscheinlich sind Familien mit Kindern noch nicht so früh am Morgen unterwegs!

Innen erstreckt sich weiter Raum zwischen den aufgebauten Ständen. Verwunderlich, kenne ich doch nur Messen, in dem sich die Zuschauer zwischen den Ständen durchzwängen müssen, um dann doch an jenem oder diesen Produkt anzustoßen bzw. umzureißen. Hier ist Platz! Der freie Raum kann aktiv oder nur zum herumschlendern genutzt werden. Ab und zu schießen die unterschiedlichsten Fahrradgestelle an mir vorbei. Den Kindern gefällt es, entweder alleine oder zusammen mit den Eltern die verschiedensten Gestelle zu benutzen. Dazwischen erproben Kinder das Stelzen laufen, spielen Tischtennis, basteln etc… selbst auf Erwachsene überträgt sich diese experimentelle Neugier.

Hier greift die Neugier um sich. Handwerklich, sportlich und künstlerisch darf sich hier jeder betätigen. Die neuen Medienformate sind ebenso hier vertreten und fügen sich in das Gesamtbild harmonisch mit ein. LAN-Spiele und ein Führerschein für das Internet könnten die Kinder an die Stände locken. Doch, wer aufmerksam beobachtet sieht ein gleichmäßig verteiltes Interesse der Kinder.

Weiterführende Links:

KinderKult

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